Volker Thönnes aus Gillenfeld
Philosoph und Schriftsteller- 07.01.2009 -
Vor allem langweilig darf es nicht werden. Eintönigkeit und Routine haben in seinem Alltag keinen Platz. Neue Aufgabenfelder und berufliche Abwechslung sind es, die Volker Thönnes immer wieder sucht. „Bereits zu Schulzeiten hieß es ständig von allen Seiten, dass man sich im 21. Jahrhundert eine lebenslange Tätigkeit beim gleichen Unternehmen abschminken kann“, sagt der 35-Jährige. „Diese Vorstellung hat mir schon damals gefallen.“
Tatsächlich weist der bisherige Berufsweg des Gillenfelders zahlreiche Stationen auf. 1973 in Daun geboren, machte Thönnes am Thomas-Morus-Gymnasium Abitur. „Und dann stellte sich die große Frage für mich: Was will ich mit dem Rest meines Lebens anfangen?“ Eine Lehre im Handwerk? Eine Ausbildung bei einer Bank? Ein karriereorientiertes Studium? Nichts davon schien ihm wirklich verlockend. Er entschied sich für Studienfächer, die in den Augen Vieler gleichbedeutend sind mit brotloser Kunst: Politik, Philosophie und Psychologie, und schrieb sich an der Universität ein. „Irgendetwas würde ich damit beruflich schon machen können – zur Not Taxi fahren. Oder als Handlanger im Malerbetrieb meines Bruders arbeiten“, sagt er schmunzelnd.
Studiert hat Volker Thönnes an den Universitäten Bonn, Gießen und Freiburg. Mit jedem Semester wuchs sein Interesse an den Fächern, vor allem an der Philosophie. Und zwar so sehr, dass er sich entschloss, seine Studien weiter fortzusetzen, und eine Promotion in Philosophie anzuschließen. In seiner Doktorarbeit setzt er sich mit dem menschlichen Zeiterleben auseinander.
Sehr dankbar ist er seinen Eltern für die finanzielle Unterstützung, ohne die er nicht hätte studieren können. Parallel jobbte er regelmäßig während der Semesterferien in Industrieunternehmen, häufig auch in der Vulkaneifel. „Ich habe zu der Zeit wohl ein Dutzend verschiedene Jobs gemacht – bei Automobilzulieferern, in der Metallverarbeitung, in der Süßwarenherstellung und auch auf dem Bau.“ Dabei habe ihn nicht nur das Geld interessiert, sondern auch die Möglichkeit, Einblicke in unterschiedliche Berufswelten zu nehmen.
Nach dem Studium arbeitete der leidenschaftliche Radfahrer dann als Lehrbeauftragter bei verschiedenen Bildungseinrichtungen, wie etwa beim Bundesamt für den Zivildienst, an der Universität und an der Volkshochschule. Auch für eine Versicherung sowie im Außendienst für einen Kinderspielzeughersteller war er eine zeitlang tätig. Besonders gerne blickt Thönnes auf seine Zeit als Dozent für Psychologie bei der Polizei in Hessen zurück.
Hier bildete er zukünftige Kommissare aus. Und wurde dabei mehrfach verhaftet und in Handschellen abgeführt. „Allerdings nur als Ausbilder im Rahmen des Einsatztrainings“, fügt er lachend hinzu. 2005 zog es ihn in den Norden nach Hamburg, wo Thönnes bis zur Mitte dieses Jahres als Unternehmensberater tätig war.
Sein Herz hängt jedoch an der Literatur. Und zwar nicht nur als Leser, sondern auch als Autor. 2004 veröffentlichte er mit „Betrachtungen eines Unbedarften“ sein erstes Buch, und stellte es im Rahmen einer Lesereise quer durch die Republik vor.
„Besonders schön fand ich damals die Lesungen in der alten Heimat, weil hier meine Wurzeln liegen. Ich mag die Menschen und die Landschaft der Eifel.“ Auch heute noch besucht er regelmäßig seine Eltern und liebt es, im Sommer im Pulvermaar ein paar Runden zu drehen, oder sich in der früheren Gillenfelder Stammkneipe eine Pizza schmecken zu lassen. Und so wird Volker Thönnes Anfang des Jahres auch wieder in die Vulkaneifel kommen, um sein neues Buch „Anleitung zur Frühdemenz der Öffentlichkeit vorzustellen.
Beide Bücher setzen sich mit dem alltäglichen Wahnsinn auseinander, den wir alle kennen. Mit viel Humor und Sarkasmus nimmt der Wein- und Musikliebhaber Dinge wie Gebrauchsanleitungen zu Kondomen, Erlebnisse mit Behörden oder Kaffeefahrten zu Bauer Ewald aufs Korn. „Ich finde, das Leben ist zu kurz, um schlechte Laune zu haben“, sagt er. „Man sollte ihm möglichst viele spaßige Seiten abgewinnen.“
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