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Erich Könen aus Großlittgen

General des Heeres

- 06.05.2009 -
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Am 16. Januar 1955 in Wittlich geboren, werden die Eigenschaften seines Sternkreiszeichens Steinbock für ihn Programm und Verpflichtung. Er war als Heranwachsender in seinem Heimatdorf Großlittgen überall zu Hause, wo es etwas zu erleben, praktisch zu lernen oder durch Handreichung bei den Bauern, in der Schreinerei, auf dem Sägewerk, auf dem Bau oder im Teppichhaus zu verdienen gab. Ihn faszinierte alles, was die Arbeit im Dorf durch fortschrittliche Technik unterstützte. Dazu gehörten die automatisierten Abläufe in der Molkerei, ständig neue Maschinen in den Neubaugebieten und vor allem der sich schrittweise wandelnde Maschinenpark von Bauer Raskop mit immer größer werdenden Traktoren und landwirtschaftlichen Spezialmaschinen. Nach einem langen Herbstnachmittag bei der Kartoffelernte per Hand galt es, das Traktorgespann im 1. Gang beim Aufladen der Kartoffelsäcke auf Zuruf in der Spur zu halten. Damit stand sein Berufswunsch fest: Traktorfahrer. Doch es sollte ganz anders kommen.

Selten wussten seine Eltern, wo ihn die Nachmittage im Dorf hinführten. Sie hat¬ten jedoch jeden, der seine Dienste in Anspruch nahm, darauf verpflichtet, ihn abends vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause zu schicken. Rundum erfüllte Großlittgen für Erich Könen alle Voraussetzungen, die Steinbock – Kinder brauchen: eine geordnete, geborgene Umgebung, Grenzen und klare Tagesabläufe mit Sicherheit und Orientierung.

Nur in der Schule blieb der dem Sternzeichen nachgesagte Ehrgeiz aus. Mit Versetzung in die 5. Klasse lichteten sich die Reihen in Richtung Gymnasium. Durch ein väterliches Zusatzprogramm in Englisch und Intensivierung seiner Lernkurve gelang ihm nach einer Aufnahmeprüfung, sich in die 6. Klasse der Realschule in Wittlich zu integrieren.

Er lernte Posaune, engagierte sich im Jugendrotkreuz und bei der DLRG. Vor der Mittleren Reife trieb ihn die Scheu vor einer frühzeitigen Berufswahl zu einem Gespräch mit dem Direktor des Cusanus Gymnasiums, der ihm vorbehaltlich der Note „gut“ in allen Hauptfächern einen Wechsel ermöglichte: ein neuerlicher halbjähriger Kraftakt ohne Ausbildungsplatz in der Rückhand war zu bestehen.
Auf dem Weg zum Abitur 1974 reift der Steinbock-Mann in ihm. Er strebt für sich und seine angehende Ehefrau, Brigitte Fries aus Greimerath, einen sicheren und dauerhaften Weg in die Unabhängigkeit an. Seine Bewerbung zum Offizier der Instandsetzungstruppe mit Maschinenbaustudium an der Universität der Bundeswehr hat Erfolg. Nach bestandener Offizierprüfung 1975 verlassen beide die Eifel in Richtung Hamburg: eine gute Voraussetzung, den trimesterorientierten Studiengang bis 1979 trotz der Reize des Tores zur Welt mit gutem Erfolg abzuschließen und während des Urlaubs in der Eifel zu heiraten.

Nach Truppenverwendungen bis zum Kompaniechef, allesamt in Koblenz, folgt 1987 die Auswahl zum 30. Generalstabslehrgang an der Führungsakademie in Hamburg. Nach dem Mauerfall im November 1989 trägt er dort zur Neuausrichtung der Führungslehre Heer entscheidend bei. Ab 1993 unterstützt er beim Bundeswehrkommando USA und Kanada nahe Washington D.C. die auf dem nordamerikanischen Kontinent stationierten und übenden deutschen Soldaten; im Zusammenhang mit der Nachbereitung des 1. Golfkrieges auf amerikanischer Seite und der damals laufenden Operation UNOSOM II in Somalia eine Chance, Europa und sein Land von einer anderen Seite kennen zulernen.

Als Kommandeur des Instandsetzungsbataillons 110 in Coesfeld 1995-97 trägt er zu den Einsätzen in Kroatien und später in Bosnien bei. Als Referent für neue Ausrüstung im Führungsstab des Heeres in Bonn wechselt er 1998 in die Heeresrüstung, wo er anschließend als Leiter der Studiengruppen des Heeres im Heeresamt in Köln ab 2001 für die Qualität der Entwicklungs- und Beschaffungsdokumente verantwortlich wird. 2004 erfolgt seine Berufung als Referatsleiter in den Führungsstab der Streitkräfte, wo er mit einem kleinen Stab von Fachleuten für mehr als 4 Jahre die mittelfristige Finanzplanung für den Bundesminister der Verteidigung erarbeitete.

Seit September 2008 führt Erich Könen die Abteilung Logistik/ Nutzung des Heeresamtes in Bad Neuenahr. Neben seiner Verantwortung für die Einsatzbereitschaft des Heeresmaterials im In- und Ausland gilt sein besonders Interesse den globalen Zusammenhängen zwischen Europa, den USA, Russland und Asien vor dem besonderen Hintergrund der Rolle Deutschlands in diesem Machtgefüge. Im März 2009 wird Erich Könen zum Brigadegeneral befördert.

- Artikel aus Eifelzeitung 19. KW 2009 -

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