Anzeigenmarkt |
|
|
Notdienste |
|
|
Nachrichten |
| | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |
|
| Senioren-Zeitung |
|
|
|
Serien |
|
|
|
|
Rigoros: Metro lässt Gerolsteiner abblitzen
- 19.08.2009 -
 |
|
|
Gerolstein/Düsseldorf. Nicht nur der Preiskampf unter den Speditionen ist hart. Auch der Preiskampf im Lebensmittelhandel ist hart wie nie. Die Billigdiscounter haben in diesem Jahr bereits zum achten Mal die Preise gesenkt. Aldi soll als Vorreiter Fruchtsäfte und Käse zwischen fünf und 18 Prozent billiger anboten haben. Konkurrent Norma hat sofort nachgezogen. Netto (ehem. Plus) und die Konzernmutter Edeka folgen. Schuld sei die Wirtschaftskrise und niedrige Rohstoffpreise. Mit weiteren Preissenkungen sei im Herbst zu rechnen, heißt es aus der Branche.
Insbesondere der Preisverfall bei Mineralwasser sorgt in der Branche für ein heftiges Durcheinander. Wer da nicht mitzieht, wird auf der Strecke bleiben. Bis das Mineralwasser im Supermarkt steht, hat es einen steinigen Weg hinter sich. Erst muss es als Niederschlag gut 300 Meter in das Erdreich eindringen. Dabei sickert es durch mehrere Gesteinsschichten. Dann muss es abgefüllt, etikettiert, verladen und teilweise quer durch die Republik in den Handel gebracht werden. Wer da in der Kette strategische Fehler macht, oder im Wettbewerb verliert, hat ganz schlechte Karten.
Bekanntlich haben die Umstrukturierungen und der geplante Personalabbau Anfang dieses Jahres bei Gerolsteiner zu reichlich Wirbel in und um Gerolstein gesorgt. Wie jüngst bekannt geworden ist, hat Gerolsteiner zum Jahresende seinen Spediteuren vor Ort die Verträge gekündigt. Um ein paar Cent soll es gegangen sein. An Januar 2010 fährt ein großer Logistiker die Frachten für Gerolsteiner, der mit über 600 LKW’s und Dependancen in NRW, Baden-Württemberg und Bremen.
Offensichtlich hat der Preiskampf nun auch den deutschen Marktführer im Mineralwassermarkt „Gerolsteiner“ selbst getroffen. Hierzu schreibt die renommierte Lebensmittelzeitung in ihrer Ausgabe vom 14. August wie folgt:
Metro C + C listet Gerolsteiner aus
Gerolstein. Metro hat Ärger mit seinem Getränkelieferanten Gerolsteiner. Die Großhandelssparte des Düsseldorfer Konzerns listete den Mineralbrunnen aus der Vulkaneifel aus, nachdem Gerolsteiner seine Preise um einen zweistelligen Prozentbetrag erhöhen wollte, wie die LZ erfuhr. „Wir lassen uns nicht erpressen“, sagte ein hochrangiger Metro-Manager.
Auch bei der Metro-Tochter Real wurde Gerolsteiner aus den Märkten verbannt. Mit der Auslistung will der Konzern ein Exempel statuieren, damit nicht auch andere Lieferanten auf die Idee kommen, Forderungen zu stellen. Infolge der Umstrukturierung des Konzerneinkaufs könnten auch andere Hersteller eine Chance wittern, höhere Preise durchzusetzen. Metro hatte vor kurzem die zentrale Einkaufsgesellschaft MGB aufgelöst. Der Einkauf wird nun von den einzelnen Vertriebslinien selbst verantwortet. Die Jahresgespräche werden in Kürze beginnen.
Vor zwei Jahren hatte die Metro-Gruppe bereits einmal sämtliche Kellogg-Produkte ausgelistet, weil sie die Preiserhöhungen der Bremer für nicht nachvollziehbar hielt. Doch Kellogg soll bereits nach wenigen Wochen klein bei gegeben haben. Auch wenn Gerolsteiner nicht zu den größten Lieferanten der Metro gehört, sind die Produkte aufgrund der hohen Markenbekanntheit aus Kundensicht von großer Bedeutung. Daher weist Metro die Kunden in den Märkten ganz offen auf die Auslistung hin und erklärt den Schritt damit, dass die von Gerolsteiner angebotenen Konditionen mit Preissteigerungen für die Kunden verbunden gewesen wären. Gerolsteiner-Käufer verweist Metro vorerst auf die Produkte der Konkurrenz.
Quelle: Lebensmittelzeitung
Wie der Handelsriese selbst sagt, ist man auf externe Anbieter von Waren und Dienstleistungen angewiesen. Im derzeit schwierigen wirtschaftlichen Umfeld müssen Lieferanten ihre eigene Liquidität sicher stellen. Es besteht ein erhöhtes Risiko von Insolvenzen bei Lieferanten und damit zumindest die Möglichkeit einer temporär eingeschränkten Verfügbarkeit einzelner Waren beziehungsweise Warengruppen. Um Störungen beim Bezug von Waren vorzubeugen, kooperiert die Metro AG mit einer Vielzahl von Lieferanten. In dem Fall also auch mit mehreren Sprudellieferanten. Man achtet darauf, dass keine Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen entsteht.
Gerolsteiner ist nun selbst in die gleiche Situation geraten, wie man sie gegenüber seinen langjährigen Spediteuren im Kampf um die Frachtpreise demonstrieren konnte. Für Gerolsteiner ist das sicherlich ein herber Rückschlag. So funktioniert Wettbewerb!
Hintergrundinfos:
Zur Metro AG gehört neben Metro Cash & Carry auch die Real-Märkte, Galeria Kaufhof, sowie die Saturn und Media-Märkte. Metro Cash & Carry ist weltweiter Marktführer im Selbstbedienungsgroßhandel. Metro ist die größte und am stärksten internationalisierte Vertriebslinie der Metro AG, die derzeit in 29 Ländern tätig ist. Der Konzern-Umsatz weltweit betrug 2008 insgesamt 68 Milliarden Euro. In Deutschland setzt die Metro AG in 2008 26,7 Milliarden Euro um. Der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2008 beträgt 586 Millionen Euro vor Steuern. Davon wurden 386 Millionen an die Aktionäre ausgeschüttet.
Bookmark:
Weitere Artikel aus "Titelseite"
|
|
|