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Nürburgring 2009: Bau-Skandal? - Wirtschafts-Affäre? - Partei-Strategiespiel?
- 03.02.2010 -
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Lassen wir doch einfach ein paar aktuelle Fakten Revue passieren um zu verstehen, dass „Nürburgring 2009“ eigentlich für jeden Geschmack etwas bietet. - Wie hätten Sie‘s denn gerne? - Ach, Sie dachten mehr an eine Wirtschaftförderungsmaßnahme für die Region? - Für welche?
In Tirol (Österreich) ist man ganz stolz, dass man 42 Millionen Euro der bisherigen Bausumme des Nürburgring-Projekts in die Schluchten ihres Urlaubslandes umleiten konnte. Auch in Spanien ist man für die (eigentlich nicht nachvollziehbare) Entscheidung von schönheitsbewussten Architekten und Bauherrn nicht undankbar, in der neu aufgebauten, modernst ausgestattenen BMW-Tribüne (so wird sie nach einem der bedeutenden Sponsoren benannt) für den Boden- und Treppenbelag in den Aufgängen spanische Naturschiefer-Platten zu verwenden. - Natürlich wäre Eifeler Schiefer teurer gewesen. Darum darf das den Besuchern spanisch vorkommen. - Aber so strahlen doch die Treppenaufgänge auch eine gewisse Wärme aus. - Oder?
Ach, Sie sehen eher schwarz?
Ein Architekt, den wir konsoltierten, weil wir inzwischen in der Einschätzungen der vielen Fehlleistungen unsicher geworden waren, der schlug die Hände über den Kopf zusammen, ob einer solchen Entscheidung. „Aber den bekommen die doch nie und nimmer sauber!“, rief er aus. - Das wird schon so sein. Aber wen interessiert das wirklich? - Die SPD, die CDU, die FDP, als die Regierungsparteien in Rheinland-Pfalz?
Die wissen doch nichts davon. Die beschäftigen sich doch mit parteipolitischen Spielchen. Die verstehen selbst die „Genossen“ vor Ort nicht, die die rauhe Wirklichkeit – und ihre Auswirkungen - mitbekommen. Mainz ist weit. Zu weit. - Obwohl gerade für Mainz das Projekt „Nürburgring 2009“ von besonderer Bedeutung sein sollte. Für die Landtagswahlen 2011. Beck möchte gerne eine weitere Runde Chef spielen. Da sollte man dann schon den Wählern etwas vorweisen können.
Dumm gelaufen!
„Nürburgring 2009“ wurde nicht so sehr als Wirtschaftsförderungsmaßnahme den Wählern in der Eifel ein Begriff, sondern eher als Affäre und Skandal. Wenn man heute – also nach zwei (nicht billigen) Einweihungs-Partys - mit offenen Augen durch den Baukomplex schlendert, dem wird schnell klar, dass die wirkliche Fertigstellung des Projekts nicht nur noch einige Zeit, sondern auch noch einige Millionen Euro in Anspruch nehmen wird. - Dabei haben wir noch gar nicht an die Beseitigung der eingebauten Baufehler gedacht.
Der spanische Schiefer wird derzeit noch von täglich um 6 – 8 Fliesenlegern verlegt. Ist ein Bauabschnitt fertig, wird zunächst die Rechnung eingereicht (Man weiß ja nie...) bevor dann neues Material vom Firmenlager zum „Ring“ gekarrt wird. Man kann jetzt sogar bei normaler Treppenhausbeleuchtung arbeiten. Eilige Planer hatten eine solche Ausleuchtung zunächst nicht bedacht. Dunkle Tribünen-Aufgänge haben schließlich etwas Besonderes. - Oder hatte man die Beleuchtung einfach vergessen?
Jetzt liegen Leitungen auf der Wand, gegossene Treppen mussten durchbohrt werden, spanischer Schiefer muss durchlöchert werden, um den – spät, zu spät eingeplanten – Lichtleitungen Platz einzuräumen. Es ist also nicht nur der ring°racer der nicht funktioniert. Der soll dann im Sommer (welches Jahr wurde noch nicht gesagt) fertig gestellt sein. Dazu müssen aber noch eine Reihe von Baumaßnahmen (z.B: im Boulevard, aber auch an der „Abschussvorrichtung“) durchgeführt werden. Da werden die bis jetzt genannten „ungefähr 12 Millionen“ nicht ganz reichen.
Wer wir denn gleich...
Auch der Hubschrauber-Landeplatz auf dem neuen Lindner-Hotel wurde zwar mit einem siebenstelligen Aufwand als besonderes Extra erstellt (und auch schon beworben!), ist aber bis heute von der zuständigen Genehmigungsbehörde nicht abgenommen. Wie von dort zu hören, wird das Genehmigungsverfahren Mitte des Jahres 2010 abgeschlossen werden. Bis dahin wird sicherlich auch das Multi-Media-Theater wieder in Betrieb gehen. Da waren „nur“ die Stahlrohre nicht richtig verschweißt. Eine Kleinigkeit. - Wer wird denn bei so einem Aufwand – extra für die Bewohner der Hocheifel – auch so kleinlich sein, und solche Nachlässigkeiten kritisch bewerten?
Jörg Lindner mit seinen „Partnern“ Kai Richter und Hans-Joachim Koch (neuer GF der Nürburgring GmbH) haben es vor „ihren“ „Holiday-Partnern“ verdeutlicht: Natürlich sei der Nürburgring staatlich, natürlich könne er so auch zum Spielball der Politik werden, aber jede Kritik an dieser großen organisatorischen Leistung (gemeint war wohl „Nürburgring 2009“) sei eigentlich unbegründet. Und als unbeantwortete Frage stand dann im Raum: Können Sie die „Heinis“ von der „Eifel-Zeitung“ nicht still stellen? (So oder ähnlich!)
Genossen rumoren
Inzwischen waren sogar die Genossen der SPD in Adenau laut geworden. Hinter vorgehaltener Hand sozusagen. („Eifel-Zeitung“ berichtete.) Das passte natürlich den Regierungs-Oberen in Mainz ganz und gar nicht. Und so wurden die Adenauer Genossen dann auch vom Wirtschaftsminister besucht. Und vorher von Frau Heike Raab, SPD-Generalsekretärin und Abgeordnete für den Wahlkreis Cochem-Zell, „eingestimmt“. Sie wussten also, wie sie sich in der Öffentlichkeit auf einer SPD-Veranstaltung der Öffentlichkeit darzustellen hatten. Und sind dann auch - „aus witterungsbedingten Gründen“, versteht sich – nur in kleiner Zahl – man spricht von „rund 50“ - erschienen.
So blickte dann auch SPD-Wirtschaftsminister Hering – auch im Namen des SPD-Regionalverbandes Rheinland, dessen Vorsitzender er ist – optimistisch in die Nürburgring-Zukunft. Minister Hering, und mit ihm die Landesregierung von Rheinland-Pfalz, setzen auf ein neues Konzept. Das wurde jetzt erst entwickelt, nachdem „das Kind erst einmal schon in den Brunnen gefallen war“. Wenn man den Zukunftsträumern folgt, dann wurden, wie Minister Hering ausführte, „bereits die Konsequenzen gezogen“. - Konsequenzen buchstabiert man in Mainz so: Geschäftsführer der landeseigenen (90 Prozent) GmbH fristlos entlassen, Finanzminister zurück getreten, GmbH als Besitzer von Rennstrecke und Immobilien (?) durch einen privaten Betreiber entlastet.
„Mit beschränkter Haftung“
Da stört die Landesregierung nicht, dass der als „neu“ gehandelte Betreiber, eine Gesellschaft (wahrscheinlich „mit beschränkter Haftung“) aus Kai Richter, bekannt aus einigen Deubel-Reden und Jörg Lindner, einer der bisher im Hintergrund gebliebenen Lindner-Brüder (neben Otto, dem „Chef“) eigentlich im bisherigen Kerngeschäft der Nürburgring GmbH, dem Motorsport nämlich, der Rennstreckenvermietung für Industrie und Fahrerlehrgänge bisher ohne jede Erfahrung ist.
Jörg Lindner, als „Gast“ auf der SPD-Regionaltagung in Bad Neuenahr-Ahrweiler unter den Genossen, kommentierte die Hering-Vorhersage so: „Wollen Sie das Projekt retten, geht es nur so. Entweder mit uns – oder mit jemand anderem.“
Aber wer möchte schon das Projekt schultern, von dem sich der Herr Ministerpräsident und seine Crew nun gerne – nur allzu gerne – trennen möchte? - Denn es kommt noch viel auf die privaten Betreiber zu, die ihre Absichten und Pläne in der Woche vorher schon im „Dorint“-Hotel am Nürburgring schon so andeuteten: Man müsse sich von Motorsportveranstaltungen ohne große Rendite trennen. Natürlich werde es ein 1000-km-Rennen nicht mehr geben und auch z.B. ein Super-Bike-Rennen sei in Frage gestellt. Man werde sich dagegen in Sachen „Love Parade“ und „Musikanten-Stadl“ engagieren. Außerdem werde man die Industrie und auch die Veranstalter von Fahrerlehrgängen stärker zur Kasse bitten müssen.
Die Landesregierung vermeldet von dieser Tagung ganz stolz, dass die Anzahl der „Holiday“-Partner, also jener, die mit der Nürburgring GmbH und dem „Team“ Richter/Lindner kooperieren in letzter Zeit deutlich gewachsen sei. - Natürlich. - Weil man sich nicht vorwerfen lassen will, dass man als privater Hotelbetreiber und Pensionswirt nicht alles getan habe.
Denen präsentierte dann Kai Richter auch auf der o.g. Veranstaltung eine Spezialversion der ring°card, die jeweils den Namen des Hotels, der Pension trägt, die sie ausgibt. - Wenn man sie denn übernehmen will. Kai Richter stellt die Vorzüge so heraus: Wenn ein Gast, mit so einer Karte ausgestattet, dann in das Eifeldorf „Grüne Hölle“ komme, um dort z.B. zu Essen, so erhalte das Hotel, die Pension, die „ihre Karte“ dem Gast schmackhaft machen konnte, eine angemessene Provision.
Gast wird „durchsichtig“
Kai Richter machte auf noch einen Vorteil aufmerksam, der die Ausgabe einer solchen Karte haben würde: Der Gast wird „durchsichtig“. Richter bemerkte, dass man in Zukunft auch jeden Nutzer der Nürburgring-Nordschleife durchleuchten könne. Man wisse nach seinem Besuch genau, was er gegessen, getrunken habe, lerne so seine Besonderheiten kennen und könne – zukunftsgerichtet – dann auch entsprechend disponieren. Er sagte zu, allen „Karten-Vertreibern“ alle wichtigen Daten zur Verfügung stellen zu wollen. - Und was ist mit dem Datenschutz, Herr Richter?
Die SPD wird hier sicherlich nicht kleinlich sein und schon mal „ein Auge zudrücken“. Die CDU wird sich sicherlich in diesem Fall - den man wohl noch nicht kennt – ein wenig aufgeregter geben. Aber sich aus taktischen Gründen sicherlich zurück halten. Die FDP sowieso, die nach den nächsten Landtagswahlen (in 2011) dann gerne das Justizministerium für sich beanspruchen würde. Da muss man eben jetzt taktieren. Man kann ja noch nicht sicher sein, wie in 2011 gewählt wird.
Wie stark Landespolitik die Bundespolitik beeinflussen kann, wird ja gerade am Beispiel der Wahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai dieses Jahres deutlich. Was in Berlin überhaupt noch an Politik gemacht wird, richtet sich exakt auf diesen Wahltermin aus. Die CDU kann es sich nicht erlauben, die Wahlen in NRW zu verlieren. Man würde dann im Bundesrat evtl. eine ähnliche Schlappe hinnehmen müssen, wie das gerade unserem großen Freund Obama in den USA passierte. Also macht man zur Zeit lieber keine Politik, als die falsche. - Denn: Welcher Politiker weiß eigentlich, was die Wähler wollen?
Aus taktischen Gründen?
Nehmen wird doch einmal – und damit sind wir dann zurück in RLP – die CDU, die ihren Abgeordneten Michael Billen „ausgesondert“ hat. Der wird zwar noch im Landtag sprechen, aber nicht mehr für die CDU-Fraktion. Seine Fraktions-Mitgliedschaft ruht. - Aus taktischen Gründen? - Denn was hat Billen getan? - Er im POLIS-System über seine Tochter... - Nein, seine Tochter hat... - und Billen hat nur „abgegriffen“. - Warum? - Als Mitglied des Untersuchungsausschusses hätte er auch offiziell – nach einem entsprechenden Antrag – Zugriff gehabt. - Billen spielt jetzt die Rolle des „CDU-Aufpassers“. Was der CDU-Fraktionsvorsitzende, Christian Baldauf, nicht kann, weil er es vielleicht als zu hart gegenüber der SPD empfindet, das kann jetzt Billen. - Und Baldauf kann entschuldigend sagen: Wir hätten natürlich niemals... - aber Billen ist ja leider außerhalb unserer Kontrolle.
So wird der so genannte Untersuchungsausschuss weiter abgewertet. Der muss auf den Termin Landtagswahl in RLP ausgerichtet sein. Meinen die Parteien. Und arbeiten einander zu. Oder nicht. Oder doch. So kommt es zu so „erschröcklichen“ Ergebnissen am Ende eines Sitzungstages, dass der eine das Ergebnis als „süß“, der andere als „sauer“ empfindet. Es folgt ein reales Beispiel.
Zwei Mitglieder des Untersuchungsausschusses in Mainz, einer von der FDP, der andere von der SPD, berichten am Ende eines Sitzungstages über das Ergebnis der gleichen Veranstaltung:
FDP (Günter Eymael): „In der heutigen Sitzung des Untersuchungsausschusses sind eine Vielzahl von Parallelen des gescheiterten Space Centers in Bremen zum Projekt Nürburgring 2009 deutlich geworden.“
SPD (Clemens Hoch): „Der Versuch der Opposition, in der heutigen Beweisaufnahme Parallelen zwischen dem Projekt Nürburgring 2009 und dem Bremer Projekt „Space-Park“ zu ziehen, ist vollständig gescheitert.“
Westumer Edelmöhre
Da kann selbst eine „Westumer Edelmöhre“ noch lernen. - Ach, die ist Ihnen, lieber Leser, unbekannt? - Sie erscheint schon mal als Schornsteinfeger, ist auch ganz schön „schwarz“ (CDU) und verkündet dann: „Alles sauber mache ich mit meinem Besen, danach sieht‘s aus, als wäre nichts gewesen.“ - Haben Sie ihn erkannt? - Es handelt sich um Landrat Pföhler, der am letzten Wochenende im Festzelt der KG „Rot-Weiß“ zur „Westumer Edelmöhre“ ernannt wurde. In Istanbul wird man das mit Interesse zur Kenntnis nehmen, denn diese „Edelmöhre“ ist auch in der Türkei kein unbeschriebenes Blatt, da er schon ein ereignisreiches Wochenende in der Stadt zwischen Europa und dem Orient verbrachte. Auf Landeskosten sozusagen, da er als Aufsichtsratsmitglied der Nürburgring GmbH an einer Aufsichtsratssitzung in der Türkei teilnahm. Zum wohlfeilen Preis von 22.136,23 Euro für sieben Personen und drei Tage (Freitag, Samstag, Sonntag = 2 Übernachtungen).
Da es zu diesem Ereignis eine „Kleine Anfrage“ im Landtag gab, erinnerte sich die „Westumer Edelmöhre“ rechtzeitig an ein Aufsehen erregendes Gutachten. Wie das dann in die Hände eines Redakteurs einer Tageszeitung kam, ist bis heute ungeklärt und hat sicherlich auch den Landrat verblüfft. Er hätte vielleicht einmal mit dem Schornsteinfeger sprechen sollen.
Die bringen bekanntlich Glück.
Ein Glück, dass einer der SPD-Genossen in Adenau nicht hatte, dessen Brief – wie man nun auch (!) lesen kann, von einem 77jährigen Motorkritiker... - Also Sachen gibt’s... - So sah sich der Schreiber dieses Aufschreies der Adenauer SPD-Genossen (den Sie auch auf den Internetseiten der „Eifel-Zeitung“ vernehmen konnten) gezwungen, das seinen Genossen ein wenig zu erklären. Denn eigentlich... - Aber lesen Sie doch selbst:
Liebe GenossInnen FreundInnen, SympathisantInnen und sonstige Interessierte,
nach Tagen der intensiven medialen Auseinandersetzung mit unserem Brief an die SPD-Fraktion im Landtag von Rheinland-Pfalz, wird es Zeit, dass ich als Verfasser des Briefs mich zu Wort melde.
Vielfache Rückmeldungen aus dem Kreise politischer Freunde und - wen nimmt es Wunder- auch politischer Gegner, haben mir gezeigt, dass wir der breiten Masse in der Region aus der Seele gesprochen haben. Teils wurde mir bescheinigt, das habe schon immer so geschwelt, nur habe es niemand so treffend in Worte zu fassen gewusst. Das ehrt mich und das nehme ich auch gerne an.
Gleichwohl möchte ich nochmals betonen, dass die Veröffentlichung unseres Schreibens nicht -zumindest nicht in diesem Stadium- vorgesehen war. Die Veröffentlichung hat einige politische Kräfte, die mir und uns sehr nahe stehen, in Zugzwänge gebracht, die so nicht beabsichtigt waren. Wir haben unter uns zu klären, welche Motive unsere eigenen Leute bewegen, interne Beschlüsse zu übergehen und unsere Motive -nämlich eine geordnete Aufklärung- zu verraten und an die Öffentlichkeit zu verkaufen.
Ja, ich fühle mich verkauft! Der Vertrauensbruch, der mir hier widerfahren ist, macht mir eine weitere Zusammenarbeit mit den begtreffenden Parteifreunden schwer.
Gleichzeitig möchte ich die gegenwärtige Entwicklung wahrnehmen, um den Druck zu einer lückenlosen Aufklärung, der nie größer war als jetzt, mitzunehmen in positive Gespräche mit unseren Landtagsabgeordneten. Uns wurden Informationen zugesagt und Antworten auf die im Brief gestellten Fragen. Wir dürfen davon ausgehen, dass alles, was Rang und Namen im Land und der Region hat, in den nächsten Wochen und Monaten auftritt.
Mir liegen zumindest entsprechende Ankündigungen vor…
Aber zurück zu meinem Brief, der ein Brief des Ortsvereins war, das möchte ich hier nochmals klarstellen. Ich habe -insofern bin ich sehr wohl der Urheber des Schreibens- alles zusammen geführt und in Abstimmung die abschließende Formulierung vorgenommen. Ein Mitglied des Ortsvereins ist hiervon, nämlich dass alles abgestimmt war, ausdrücklich ausgenommen: Carlheinz Moesta. Ich habe es versäumt, ihm den Entwurf des Briefs zu zumailen, sorry for that, C-H!!
Dass der Brief im Internet steht, habe ich vom SWR erfahren. Dem hatte ich zunächst (als Urheber) meine Zustimmung zur Veröffentlichung des Briefs verweigert. Dann stand er aber schon im Auftritt eines landauf landab bekannten Motorkritikers, so dass weiterer Widerstand zwecklos war. Abends waren wir dann Headliner in Rheinland-Pfalz Aktuell. Damit war das Thema öffentlich.
Meine Mutter rief mich an. Sie hatte inzwischen auch den Brief runtergeladen. Die einzige offizielle Quelle scheint ja der Motorkritiker aus Virneburg zu sein. Er hat beim Abschreiben so viele Rechtschreibfehler in meinen Brief eingetippt, dass meine Mutter an der Authentizität zweifelte. Ich konnte sie insoweit beruhigen, als der Brief tatsächlich von einem 77-Jährigen -so gut er eben konnte- abgeschrieben wurde.
Jetzt werden Sie sich für die inhaltliche Befassung mit den Fragen aus dem Brief interessieren.
Die Antworten werden kommen.
Und mit den Antworten die weiteren Blogs.
Aber eins muss unbedingt noch klar gestellt werden: Hätte ich diesen Brief von vornherein für die Öffentlichkeit geschrieben, wäre mancher verbale Angriff weniger scharf ausgefallen. Ich nehme mir intern heraus, meinen Parteifreunden und den Verantwortlichen des Nürburgrings Vorwürfe wie “Versagen” oder “Scheitern” an den Kopf zu werfen. In offiziellen Termini wäre ich selbst bei gleichem Inhalt in meiner Wortwahl moderater gewesen. Ich bin erfahren genug, solche Schlagworte nicht dem investigativen Journalismus preiszugeben. Ein für die Öffentlichkeit konzipiertes Schreiben hätte anders ausgesehen.
(Anmerkung der Redaktion: Abschreibefehler konnten dieses Mal durch einfaches Kopieren vermieden werden.)
Jemand der nicht abschreibt, auch sicherlich nicht die Realität von „Nürburgring 2009“ zu schildern versucht, ist Jacques Berndorf (im normalen Leben als Michael Preute bekannt), der gerade an seinem neuen Krimi arbeitet, der – glaubt man „Amazon“ - im Mai 2010, 340 Seiten stark, unter dem Titel „Nürburg-Papier“ zum Preis von 9,95 Euro in den Buchhandel kommt.
Zu dem, was Sie in der Realität – und aus der „Eifel-Zeitung“ bereits wissen, erfahren Sie als Leser u.a. folgendes:
„Eines Tages wird Claudio Bremm ermordet, der wichtigste Mann aus den Reihen der Manager, der härteste der harten Typen, der kälteste. Jemand streckt ihn brutal mit einer Maschinenpistole nieder, jemand, der ihn abgrundtief gehasst hat, jemand, der gesagt hat: Der muss weg!
Noch ehe die Mordkommission die Spuren im Wald sichern kann, stirbt ein zweiter Mann. Im Dörfchen Kirsbach, unweit der ältesten und bekanntesten Rennstrecke der Welt, stirbt der alte Bauer Jakob Lenzen einen grausamen Tod: Er wird mit einem Kopfschuss aus einer großkalibrigen Waffe in seinem Stall hingerichtet. Warum ausgerechnet der sanfte, kluge Jakob?
Zunächst kann niemand die Morde aufklären, die scheinbar nichts miteinander verbindet. Auch Siggi Baumeister, Emma und Rodenstock sind hilflos. Zu viele Spuren, zu viele Verdächtige, eine Unmenge glaubhafter Motive.
Schließlich wird die Leiche einer jungen Frau aufgefunden. Bei Regen und Eiseskälte wurde sie aus dem Auto gezerrt, erschossen, liegengelassen. Und zum ersten Mal zeigt sich so etwas wie ein roter Faden im Labyrinth der Nürburgring-Morde.“
Also fast so spannend wie das Lesen der „Eifel-Zeitung“, wo Sie bisher zum Thema „Nürburgring 2009“ schon eine Menge erfahren konnten. Auch über Skandale, Affären und Strategien.
Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden. Die Morde liefert (hoffentlich) ausschließlich Jacques Berndorf nach.
Wilhelm Hahne
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