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„Beispielstadt Hillesheim“ –
ein sich lohnendes Reiseziel
- 03.02.2010 -
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Hillesheim. Mit unserer Serie „Eifel-Mosel Städte und Gemeinden stellen sich vor“, machen wir heute Halt in Hillesheim im Landkreis Vulkaneifel. Man mag es kaum glauben, hätte es Hillesheim vor vielen Millionen Jahren schon gegeben, wäre es sicherlich ein bedeutender Umschlagsort als Seehafen geworden. 400 Millionen Jahre Erdgeschichte verbindet die heutige Marktstadt. Korallenfunde und andere Versteinerungen auf den Feldern rund um Hillesheim belegen, dass die heutige Gemarkung damals eine tropische Meeresbucht gewesen sein muss.
Die erste zuverlässige urkundliche Erwähnung von Hillesheim führt in das Jahr 943. Im so genannten Prümer Prekarievertrag (Prekarie = Schenkung auf Widerruf) gibt Adelgarda, Ehefrau des Ramengarius, ihren Besitz im Weiler Hillesheim ab an das Kloster zu Prüm. Somit blickt Hillesheim auf eine über 1000 Jahre alte dokumentarisch belegbare Ortsgeschichte zurück. Die Gründung von Hillesheim liegt vermutlich noch früher zurück, als etwa im 7./8. Jahrhundert der Eifelraum von Franken besiedelt wurde, welche die Römer zunehmend verdrängt haben. Dies ist belegbar durch zahlreiche Funde von Erdgräbern mit fränkischen Beigaben. Der Ortsname entstand vermutlich zu dieser Zeit der fränkischen Landnahme und kann als zusammengesetztes Wort Hilles - heim gedeutet werden: Hilles von Hildin (hiltia=Kampf, Hildin etwa der Kämpfer, Kampftüchtige) und -heim als Ort wo man ansässig ist, wo man zu Hause ist. Somit bedeutet Hillesheim etwa „Wohnort des Hildin“.
Über 3.000 Einwohner
Mehr als 3.000 Menschen leben heute in der Marktstadt, die auch touristisch sehr Interessantes zu bieten hat. Zu Geo-Pfad und Eifel-Krimi-Wanderweg kommen wir später. Einen Spaziergang durch den ansehnlich renovierten mittelalterlichen Stadtkern mit den Resten der alten Stadtmauer und dem Hexenturm, sowie einer sehenswerten Kirche sollte man sich nicht entgehen lassen. Hillesheim ist eine der wenigen Europäischen Beispielstädte, deren Stadtsanierung durch die europäische Städtebauförderung subventioniert worden ist. Das Stadtgebiet von Hillesheim ist nahezu kreisrund. Vom historischen Stadtkern aus breitete es sich in alle Richtungen aus und wuchs aus seiner Tallage durch zahlreiche Neubaugebiete an den umliegenden Hängen. 1974 wurden die Dörfer Bolsdorf und Niederbettingen eingemeindet.
Viele Jugendlichen
Bemerkenswert ist auch, dass knapp ein Viertel der Hillesheimer Jugendlichen unter 20 Jahren sind. Ein wichtiges Kapital, auf das die Verantwortlichen in der Stadt setzen. Es gibt erstaunlich viele Angebote für die jungen Leute: einen Jugendtreff, viele Sportvereine, ein Kino und eine Skatebahn am Freizeitgelände. An der Augustiner Realschule existiert eine Video AG, die bereits mehrere kleine Filme gedreht hat, die bei landes- und bundesweiten Wettbewerben laufen. Die Themenpalette für junge Leute reicht in Hillesheim vom Vereinsleben bis zum Jugendtaxi, das am Wochenende fährt. Golf, Kegeln, Minigolf, Reiten und Tennis sind nur einige Aktivitäten, die Hillesheim anbietet.
Guter Branchenmix
Auch das Hillesheimer Gewerbe hat eine lange Tradition. Seit dem Mittelalter ist Hillesheim einer der bedeutendsten Marktorte Deutschlands und hat sich als Handelsstandort weit über seine Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Der Marktort erhielt am 24.Oktober 1993 die Stadtrechte. Kompetenz und Service wird in den rund 60 Fachgeschäften groß geschrieben - der Kunde ist in Hillesheim noch König. Der Branchenmix ist gut. Rund ums Jahr bietet die Werbegemeinschaft Hillesheim besondere Aktionen, die neben dem traditionellen Markt ihrs dazu beitragen, Hillesheim zu einem besonderen Ziel werden zu lassen. Auch die medizinische Versorgung ist gut in der Stadt. Ein Seniorenheim bietet im Stadtkern nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch für viele ältere Menschen die Möglichkeit ihren Lebensabend dort zu verbringen. Zahlreiche Handwerks- und Industriebetriebe bieten seit vielen Jahren qualifizierte Arbeitsplätze an: Bilstein & Siekermann, Firma Handwerk und Firma PAVOY, um nur einige Beispiele zu nennen. 2006 wurde die Beispielstadt mit dem Prädikat „Mittelstandsfreundliche Kommunen Rheinland-Pfalz“ ausgezeichnet.
Als ländliches Mittelzentrum verfügt Hillesheim auch mit drei Schulen, zwei Sporthallen, einer Tennishalle, einem Hallenbad, einem Kino, mehreren Supermärkten, Tankstellen sowie einem Baumarkt über eine gute Infrastruktur. Der Bahnhof Oberbettingen-Hillesheim liegt an der Eifelbahnstrecke Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier. Zur Autobahn A1 sind es auf direktem Weg nur wenige Minuten.
Die Beispielstadt ist zweifellos auch ein gern besuchtes Touristenziel, vor allem aus den städtischen Bereichen Nordrhein-Westfalens, Belgien und den Niederlanden. Neben dem mittelalterlichen Stadtkern ist vor allem das Naherholungsgebiet „Bolsdorfer Tälchen“ sehenswert, wo ein See, Rundwanderwege sowie Sport- und Freizeitmöglichkeiten und Lokale an den Ortrandlagen einladen. Apropos Lokale: Es gibt reichlich Auswahl für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. In Hillesheim kann man sich kulinarisch verwöhnen lassen. Bekannt ist Hillesheim besonders für seine Gastfreundlichkeit.
Großes Freizeitangebot
Das reichhaltige Freizeitangebot ist beispielhaft. Neben Lauf-, Wander- und Walkingmöglichkeiten stellt das Wegenetz des Bolsdorfer Tälchens die unmittelbare Verbindung zum Kylltal-Radweg dar, der über 115 km von der Stauanlage Kronenburg bis zur Mündung der Kyll in die Mosel in Trier-Ehrang führt. Hillesheim ist Station des „Eifel-Krimi-Wanderwegs“, der auf Büchern der Krimiautoren Jacques Berndorf und Ralf Kramp basiert. Es gibt en riesiges Wanderwegenetz, davon 125 km GEO-PFAD. Der Geopfad Hillesheim erläutert an 30 Stationen in der Umgebung der Stadt die Geologie der Eifel und die Zeugnisse des Vulkanismus in der Vulkaneifel. Aber auch der Eifelsteig führt an Hillesheim vorbei. Zwischen Gerolstein und Hillesheim bietet der Eifelsteig etwa 20 Kilometer mit zum Teil anspruchsvollen Anstiegen. Darüber hinaus bieten die zahlreichen Radwege, Angeln/Fliegenfischen, Führungen und Exkursionen, Kutschfahrten, Schwimmen und ein Barfußpfad – Hillesheim für jeden Geschmack etwas.
Auf den Spuren von Sherlock Holms
In den historischen Räumen der Alten Gerberei im gemütlichen Eifelstädtchen Hillesheim geht es ausschließlich um Krimis. Wie soll es auch anders sein, in einem Landstrich, dessen literarische Leichen, kreiert von Krimi-Altmeister Jacques Berndorf und seinen Autorenkollegen längst zum Markenzeichen geworden sind?
Das Kriminalhaus mitten in der Eifel, einem Landstrich, der durch die Eifelkrimis bundesweit berühmt geworden ist, ist seit September 2007 ein unverwechselbarer Anziehungspunkt für die Liebhaber der Kriminalliteratur. Dort muss man einfach einen Streifzug zu den Schauplätzen der legendären Eifelkrimis unternehmen, oder am Ende einer Wanderung von Tatort zu Tatort auf dem Eifelkrimi-Wanderweg im Hillesheimer Land einkehren im Cafe Sherlock, Deutschlands erstem Krimicafé. Hier kann man inmitten des gemütlichen antiken Mobiliars, zwischen Mordwaffen und Kerzenleuchtern in aller Ruhe eine Tasse Kaffee der Mischung „Schwarzer Tod“ schlürfen oder “Miss Marple‘s Teatime” genießen.
Im ersten Stock reiht sich in riesigen Regalen Buch an Buch. „Das Deutsche Krimiarchiv“ ist als Sammlung einzigartig im deutschsprachigen Raum. Es umfasst etwa 26.000 Bände und bietet dem Krimikenner in bibliophiler Atmosphäre die Möglichkeit, in seiner Lieblingslektüre zu stöbern. Das Archiv ist Treffpunkt für Fachleute und Versammlungsort für Vereine und Zirkel, die sich in Europa der Kriminalliteratur verschrieben haben.
Es gibt zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten in Hillesheim. Gleich neben dem Kriminalhaus hat im Sommer 2007 das Hotel Augustinerkloster neu eröffnet.
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