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Ex-Hauptgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, Dr. Walter Kafitz:
Nun bald auch nicht mehr „Mr. President“?
- 10.03.2010 -
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Dr. Walter Kafitz |
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Dr. Walter Kafitz hatte Bedeutung. In Deutschland? - Na, wohl mehr in Rheinland-Pfalz. Er war Geschäftsführer einer Gesellschaft, die zu 90 Prozent diesem Land gehörte, 10 Prozent dem Kreis Ahrweiler. Er nannte sich Hauptgeschäftsführer. Und „regierte“ entsprechend.
Da er – mit dem richtigen Parteibuch ausgestattet – mit der Unterstützung „seiner“ Regierung rechnen konnte, hat er eine gewaltige Entwicklung in Gang gesetzt: „Nürburgring 2009“. – Und er fand Rückendeckung in den politischen Organen, die wohl selbst weder über Fachkenntnisse noch realistische Beratung durch die von ihnen beauftragten Sachwalter erhielten.
Leider hat Dr. Kafitz Grenzen überschritten. Er hat mit dem o.g. Projekt „zu dick aufgetragen“. Er wollte wohl da eine „Ganzjahres-Destination“ schaffen, wo das absolut nicht möglich ist: Nahe dem höchsten Punkt der Eifel, wo die Einheimischen mit durchschnittlich sechs Monaten Winter rechnen. – Aber Dr. Kafitz war „nicht von hier“. Inzwischen sind wohl in seinem Projekt, das dann auch Politiker zu „ihrem“ machten – „Nürburgring 2009“ – mehr als 350 Millionen Euro verbaut worden; es gab zwei Eröffnungen und noch immer ist nicht alles funktionsfähig. Aber es kostet!
Dr. Kafitz hat es geschafft, sich selbst – in Verbindung mit anderen Firmen – „seinen“ GmbH‘s – Kredite zu genehmigen, hat hier und dort wohl mal zu deutlich „getrickst“. So war eigentlich sein ein wenig abrupter Abschied aus der Region keine Überraschung. Dr. Kafitz ging nicht von, er ging „über Bord“. Es gibt eben Dinge, die selbst Parteigenossen nicht mehr akzeptieren können. Auch dann nicht, wenn sie von Aufsichtsräten nicht wahrgenommen worden waren. Oder nicht verstanden. Oder übersehen.
Dr. Walter Kafitz wurde bei der Nürburgring GmbH entlassen. Fristlos. Und das gleich zweifach. Aber auch nach seinem Ausscheiden nahm er z.B. einen Termin in Monte Carlo (FIA-Sitzung) wahr.
- Vielleicht als „President of Association Internationale des Circuits Permanents“? (Und wer zahlte die Reisekosten?)
Tatsächlich hatte Dr. Walter Kafitz auch die gerade genannte Position als „Mr. President“ inne. - Hatte das auch „politische Gründe“? - Genau betrachtet hatte er keine direkte Beziehung zu dem, was er eigentlich zu verantworten hatte. - Aber er hatte „Beziehungen“, solche, die er offensichtlich auch heute noch nutzen kann.
Er ist inzwischen nach Abu Dhabi abgedriftet, sitzt inzwischen schon wieder in einem „Direktoren-Sessel“. Nach letzten Informationen aber wohl nicht so fest, wie sich das – eine Reihe von Flugstunden entfernt – darstellt. Nach letzten Informationen, die uns aus den VAE (Vereinigten Arabischen Emiraten) erreichten, gilt eine Probezeit als vereinbart. Und man spricht in unseren Breiten nicht ohne Grund von den „Weisen aus dem Morgenland“, wenn man vom Können der dort heimischen Chefs berichtet: Die „Eifel-Periode“ des Herrn Dr. Kafitz wird dort gerade noch intensiv überprüft.
Derweil ist man in der Eifel, wo Dr. Kafitz als Hauptgeschäftsführer auch für den Nürburgring als Rennstrecke verantwortlich war, nicht über den Verlust traurig, ihn verloren zu haben. Wir haben keinen Verkaufsanstieg von Papiertaschentüchern registrieren können. Offensichtlich wurde er von seinen ehemaligen Mitarbeitern gerne in Richtung Wüste entlassen.
Neues Glück, einen neuen Anfang, glaubt Dr. Kafitz nun wohl in Abu Dhabi zu finden. Dort gibt es eine Rennstrecke (übrigens mit Baukosten insgesamt um 1 Milliarde die teuerste Rennstrecke der Welt!), die exakt von jenem Architekten konzipiert und gebaut wurde, der auch im Auftrag der Nürburgring GmbH das Projekt „Nürburgring 2009“ entwickelte: Hermann Tilke (55).
Mitarbeiter der Nürburgring GmbH vermuteten schon vor seinem Abgang, dass Dr. Kafitz wohl in Abu Dhabi als Berater landen würde. Das mit dem Beratervertrag wurde bisher offiziell nicht bestätigt. Aber Kafitz kam dort dann – ab 1. Februar 2010 – (auch?) gleich als „Director Track Operation“ in den richtigen Schreibtischsessel. Und fühlte sich offensichtlich gleich wohl, wenn er – wie berichtet wurde – sich dort mit einem Maserati zeigen konnte. (Er kann offensichtlich derzeit nicht die Bedeutung einer Probezeit einschätzen.) Am Nürburgring stand ihm übrigens nur ein BMW M 5 als Dienstwagen „sponsort by BMW“ zur Verfügung.
BMW hat unsere Anfrage vom 11. Dezember 2009 nach dem Verbleib dieses Fahrzeuges, trotz Erinnerung in diesem Jahr an eine Antwort, bis heute nicht beantworten können. Wir haben der Firma vor kurzer Zeit den Einsatz des Werkschutzes empfohlen. (Es wird übrigens kolportiert, dass Dr. Kafitz lt. Dienstvertrag schon ein „Dienstwagen“ zustand: und zwar ein Opel Astra.)
Verständlicherweise wird sein Ausscheiden aus der Funktion des Hauptgeschäftsführers der Nürburgring GmbH nicht überall als „normal“ empfunden. Da macht man sich dann auch z.B. bei der „Association Internationale des Circuits Permanents“ so seine Gedanken. In den ersten Märztagen wurde gerade eine E-mail versendet, in der so gewisse Vorbehalte deutlich werden, die man bei der aktuellen Abwicklung „des Falles“ Dr. Walter Kafitz empfindet.
Nun könnten wir aus dieser E-mail zitieren und schreiben, „...E-mail liegt der Redaktion vor“. Das klingt gut und ist auch überzeugend. Wir möchten noch eins drauf setzen und sagen: Hier folgt die Original-Wiedergabe der Mitteilung, die Hans Ernst, Vice President der o.g. Organisation, an die Mitglieder versandte. Natürlich ist das Papier geheim:
To the Members of Circuits International /
Association Internationale des Circuits Permanents
Zandvoort, 1st March 2010
Dear members,
As you probably already have heard, unfortunately, our President, Dr. Walter Kafitz, is no longer in charge/representative of the Nürburgring GmbH.
Therefore, according to the Statutes of our organisation, Dr. Walter Kafitz had to resign as President.
This was only known after the Annual General Meeting in Monaco in which the President invited all members for the Spring Meeting at the Nürburgring (19th March 2010).
Due to this extraordinary situation we decided to cancel the Spring Meeting at the Nürburgring.
The Committee will come together on the 9th of March in Amsterdam to discuss the future role of CI/AICP, the preparation of the Annual General Meeting of 2010, the election of the new President (to be proposed to the members during the Annual General Meeting) and any further items.
We will keep you informed on the outcome of the Extraordinary Committee Meeting and hope to see you all again at the Annual General Meeting 2010.
With best regards,
CI/AICP
Hans Ernst
Vice-President
Es handelt sich hier um eine interne Information, die „vertraulich“ behandelt werden sollte. Darum wird sie auch von uns nicht ins Deutsche übersetzt. Bitte behandeln Sie diese Information darum auch so wie gedacht. Aber nach dem Lesen – ein wenig Englisch versteht heute jeder (schon durch die Werbeeinblendungen im deutschen Fernsehen) - ist sicherlich auch Ihnen klar, dass nach dem „Extraordinary Committe Meeting“ am 9. März 2010 in Amsterdam Dr. Walter Kafitz sicherlich in Zukunft auf den Titel „President“ verzichten muss.
Und die Region um den Nürburgring wird in der Zeit um den 19. März auf die Belegung einer Reihe von Hotelzimmern verzichten müssen. - Alles wegen Dr. Kafitz. - Dabei gibt es hier inzwischen genug (freie) Hotelzimmer. Auch freie Ferienhäuser. (Eins davon wird aber jetzt – jeweils am Ende seiner Arbeitstage vom neuen Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, Hans-Joachim Koch, be- und genutzt.)
Dr. Kafitz hat jetzt am „Yas Marina Circuit“ in Abus Dhabi sicherlich eine verantwortungsvolle neue Aufgabe übernommen. Übrigens bei einer Rennstrecke, die sich inzwischen zu 100 Prozent im Besitz des dortigen Staates befindet. (Während man hier gerade „anders herum“ denkt und zu handeln versucht.)
Es könnte auch sein, dass ihm einer seiner leitenden Mitarbeiter bei der Nürburgring GmbH vielleicht bald nachfolgt. Der war hier „am Ring“ für „ring°werk“ und „ring°racer“ verantwortlich. In Abu Dhabi wird er sich dann (wieder einmal) um die „Schnellste Achterbahn der Welt“ kümmern müssen. Das hatte er schon bei der Nürburgring GmbH getan. Leider ohne Erfolg. Bisher gab es da nur Verletzte. -
Wir haben – der guten Ordnung halber – Herrn Andreas Stickel (um den handelt es sich) unter seiner E-mail-Anschrift bei der Nürburgring GmbH am 3. März angeschrieben und um eine kurze Bestätigung unserer Informationen aus den arabischen Emiraten gebeten:
Sehr geehrter Herr Stickel,
nach letzten Informationen aus den Emiraten werden Sie dort bald erwartet. Werden Sie sich dort um die „schnellste Achterbahn der Welt“ bemühen, die ja - wie ich Ihnen berichten durfte - aus Rheinland-Pfalz kommt? Dort wurde sie gebaut.
Es wäre nett, wenn Sie diese Info - irgendwie - abnicken würden. - Danke im Voraus.
Herzliche Grüße
Wir haben bis zum Druckbeginn keine Antwort erhalten, was nach unserem Empfinden einer Bestätigung der entsprechenden Informationen gleich kommt. Andreas Stickel wird in Abu Dhabi zwar auch mit der Inbetriebnahme der „Schnellsten Achterbahn der Welt“ beschäftigt sein. Aber diese Achterbahn kommt – was die Fertigung betrifft – aus Rheinland-Pfalz! Die am Nürburgring wurde aus den USA geliefert, hat ein anderes Antriebssystem... - Na ja! - Möge Herrn Stickel das Glück in Abu Dhabi hold sein.
Dr. Kafitz ist derweil – wie aus Richtung Köln zu hören - wohl bemüht, sein Haus in Hahnwald, einer teuren, sehr guten Wohngegend, zu einem angemessenen Preis (immerhin weniger als eine Million!) zu verkaufen. Weil er seine Zukunft derzeit wohl mehr in Abu Dhabi sieht und in Deutschland kein Geld verlieren möchte, weil wohl schon Leute darüber nachdenken, ihn für irgendwelche Fehlleistungen haftbar zu machen. Da haben Bündis 90/DIE GRÜNEN mit einem Rechtsgutachten nachweisen lassen... - Also Leute gibt es... -
Dabei hatte man im Mainzer Landtag schon vor einiger Zeit in öffentlicher Sitzung festgestellt, dass der Geschäftsführer einer landeseigenen GmbH eigentlich keinerlei Verantwortung zu tragen habe. Keine jedenfalls, die das Gehalt rechtfertigte, das Dr. Kafitz für seine „damalige“ Tätigkeit erhalten hat. - Immerhin war er da auch noch „Mr. President“.
Und das mit der Probezeit in den VAE halten wir unter Beobachtung. - Versprochen!
Wilhelm Hahne
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