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Eifeltorial 49/2010

- 08.12.2010 -

Spruch der Woche

Der Spruch der Woche lautet „Das Einstellen des Rheinischen Merkurs ist ein Anschlag auf die publizistische Pluralität im deutschsprachigen Raum. Diejenigen, die ihn zielstrebig herbeigeführt haben, werden mit den Folgen ihres Tuns leben müssen.“ Dies sagte Jean Claude Juncker (55), luxemburgischer Premierminister und Mitherausgeber des Rheinischen Merkur. Das Wochenblatt der katholischen Bischöfe erschien vor zwei Wochen zum letzten Mal als eigenständige Zeitung.

Vodafone startet Datenturbo

Vodafone Deutschland verkauft seit dem 1. Dezember 2010 die sogenannten „Surf Sticks“ der vierten Mobilfunk-Generation. Mit diesen können Laptop-Besitzer sehr schnell ins Web gelangen, das neue LTE-Netz (Long Term Evolution) ist mit einem Festakt in Rammenau bei Dresden gestartet. Mit den LTE Sticks können die Kunden Videos, Musik und Daten mit 3 bis 50 Megabit pro Sekunde herunterladen. Zunächst ist der Datenturbo von Vodafone drahtlos in mehreren hundert Gemeinden im ländlichen Raum verfügbar. Im Frühjahr 2011 sollen es bereits 500 Standorte sein. Die BUV BürgerUnion hatte bereits vor über einem Jahr die WFG Wirtschaftsförderung GmbH des
Vulkaneifelkreises aufgefordert, sich um eine flächendeckende Internetanbindung aller Ortschaften im Kreis zu bemühen.

Bis heute gibt es dazu von der WFG keinerlei schriftliche Zusammenstellungen was bislang getan wurde. Man geht offenbar bei der WFG davon aus, dass dies nicht Sache der WFG sei, sondern die Angelegenheit der jeweiligen Ortschaften. Dabei macht es doch Sinn, dass eine WFG das schnelle Internetthema für den gesamten Landkreis Vulkaneifel behandelt, denn nur so kann man erfolgreich derart verhandeln, dass auch wirklich das kleinste Dorf angeschlossen wird. Wenn jeder Ortsvorsteher oder Bürgermeister selbst mit den Anbietern verhandelt – möglicherweise zwar erfolgreich – bleiben die kleinsten Dörfer außen vor.

Apropos WFG: Die leben immer noch von den Dividendenerträgen ihrer RWE Aktien. Die RWE Aktie ist in den letzten Monaten dramatisch im Wert gefallen auf unter 50 Euro pro Aktie. Experten gehen davon aus, dass auch die Dividenden ab 2011 geringer ausfallen werden. Die WFG des Vulkaneifelkreises muss endlich renoviert werden, denn sie kümmert sich nicht mehr um ihren Gründungszweck. Außerdem ist die Geschäftsführung nicht frei in ihrem Tun, sondern wird von einigen Beamten der Kreisverwaltung sozusagen ferngesteuert. Auch wird zu viel Zeit mit unnötigen Dingen verplempert. Deshalb bleibt keine Zeit für die wesentlichen und wichtigen Aufgaben. Der Vulkaneifelkreis braucht endlich wieder den Zuzug von neuen Gewerbe- und Industriebetrieben. Nur 7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vulkaneifelkreis sind beschäftigt im Bereich Touristik und Gastronomie. Wichtig ist auch, dass endlich etwas dafür getan wird, dass die Jugendlichen den Vulkaneifelkreis nicht in großer Zahl verlassen. Da müssen sich die WFG und auch die Kreisverwaltung endlich einmal ins Zeug legen, denn ansonsten wird der demographische Wandel noch schrecklichere Auswirkungen haben.

Koblenzer IHK Chef wurde freigestellt

Der Koblenzer IHK Chef wurde nach Vorwürfen von der Industrie- und Handelskammer Koblenz freigestellt. Der 61Jährige war wegen der Art seiner Amtsführung immer stärker in die Kritik geraten. Vor einigen Tagen hatte die Vollversammlung der Koblenzer IHK bereits beschlossen, die Geschäftsführung von externen Wirtschaftsprüfern – der renommierten Düsseldorfer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rölfs Partner – untersuchen zu lassen. Hans-Jürgen Podzun war insgesamt 17 Jahre lang Geschäftsführer der IHK Koblenz. In einer Erklärung der IHK Koblenz heißt es lediglich, dass Podzun sein Amt als Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz aus persönlichen Gründen abgegeben habe, damit die neue Vollversammlung neue Gleise legen und die „erfolgreiche wirtschaftliche Arbeit“ fortsetzen kann. Dass externe Wirtschaftsprüfer beauftragt wurden, ist in der Geschichte einer Industrie- und Handelskammer wohl ein einmaliger Vorgang. Wir leben bekanntlich jetzt im 21. Jahrhundert und haben eine Demokratie mit einer Drei-Gewaltenteilung.

Die Zeiten, in denen die Kurfürsten Hof halten konnten wie sie wollten, sind zum Glück längst Geschichte. Im 21. Jahrhundert passt es nicht mehr in die Landschaft, dass IHKs und HWKs ihren „Mitgliedern“ Zwangsmitgliedschaften und Zwangsgebühren aufbrummen. Niemand hat sicherlich etwas gegen gut funktionierende Handwerks- oder Industriekammern, aber eine Zwangsmitgliedschaft passt nicht mehr in unsere Zeit und ist nach Europarecht auch nicht zulässig. Trotzdem beharren die IHKs und HWKs auf weitere Zwangsmitgliedschaften ihrer Zwangs-Mitglieder. Haben die Herrschaften der Wirtschaftskammern Angst, dass sie ohne die Zwangsmitgliedschaft ihre Pfründe verlieren werden? Jetzt ist der Koblenzer IHK Hauptgeschäftsführer Podzun zurückgetreten worden – im Jahre 2008 musste Karl-Jürgen Wilbert nach 33 Jahren als HWK Boss zurücktreten.

IHKs und HWKs neigen zu sich immer stärker verfestigenden Machtkonstellationen

Die beiden Herrschaften Podzun und Wilbert fungierten jahrzehntelang in der Mittelrhein-Region in einer Art und Weise, die für viele Beobachter die Frage aufwarf, wie viel kurfürstliche Arroganz dem Auftreten einer Wirtschaftskammer überhaupt gut tut. Die meisten IHKs und HWKs neigen generell zu sich immer stärker verfestigenden Machtkonstellationen, die im übrigen öffentlichen Leben bereits seit Jahrzehnten verschwunden sind. Die als „Körperschaften des öffentlichen Rechts“ bezeichneten Kammern sollen gemäß den Gesetzen und Satzungen von einem ehrenamtlichen Präsidenten und einem angestellten Hauptgeschäftsführer geleitet werden. Diese Konstruktion birgt schon ein großes Problem in sich. Während sich der Präsident um seine eigene Firma kümmern muss, soll er die Aufgaben des IHK Präsidenten zusätzlich fast so nebenbei erfüllen. Dagegen kann der Hauptgeschäftsführer sich alleine um seine und die Kammermacht und Ressourcenfülle der Kammerzentrale einsetzen. Das sollte für die Wirtschaft und die Zwangsmitglieder positiv erfolgen, aber wie man bei zu vielen Kammern sieht, steigt von Jahr zu Jahr das eigene Ego des Hauptgeschäftsführer. In der Regel wechseln die Präsidenten alle paar Jahre, während die Hauptgeschäftsführer zumeist viele Jahrzehnte im Amt bleiben.

Die beiden Koblenzer Ex-Hauptgeschäftsführer waren offensichtlich mit einer uneingeschränkten Machtfülle ausgestattet und nutzten ihre berufliche Bühne ganz klar auch zur Pflege ihres Egos und ihrer Vorlieben. Beide Herren versuchten sich offenbar ganz klar zu übertreffen. Sie hatten an ihrem Tun wohl nie Zweifel. Podzun und Wilbert haben im Laufe der Jahre in der Summe völlig überzogen und schlussendlich waren es die ehrenamtlichen Präsidenten, die den scheinbar allgewaltigen festangestellten Hauptgeschäftsführer-Herren die Grenzen aufzeigten. Die Vollversammlung der IHK Koblenz wäre endlich gut beraten, wenn sie sich einmal fragen würde, warum sie diese Ungleichgewichte und Unmöglichkeiten so lange hinnahm. Die Damen und Herren der Vollversammlung sollten grundlegende Lehren aus der Aufarbeitung ziehen. Hoffentlich sucht man sich einen Hauptgeschäftsführer, der dank seiner Persönlichkeit in der Lage ist, sich als erster Diener statt als Ober-Edelmann seiner Organisation zu sehen.

Aber es gab und gibt nicht nur Unzulänglichkeiten bei der IHK Koblenz. Auch bei der IHK Trier sollte endlich einmal aufgeräumt werden. Die IHK Trier Vollversammlung mit all ihren ehrenwerten Damen und Herren an Bord sollte sich nicht alles weiter vorsetzen lassen und abnicken. Es ist immer noch so, dass die IHK Trier dreimal so hohe Zwangsabgaben auf die Gewinne der Zwangsmitgliedsfirmen haben will als die IHK Koblenz. Aber dafür haben sich die Herrschaften in Trier ja die Pensionskassen mit weit über 5 Millionen Euro aus Zwangsmitgliedsbeiträgen zurückgelegt. In den letzten Jahrzehnten war die Haushaltsführung der IHK Trier nicht optimal – um es einmal nett auszudrücken. Mitte des Jahres 2010 trennte sich die IHK Trier vom damaligen Geschäftsführer Lothar Philippi wegen eines Subventionsbetrugs beim Europa- und Innovationscenter in Trier, kurz EIC, an dem die IHK beteiligt ist. Philippi war auch beim EIC in leitender Funktion im Einsatz. Seinerzeit hatte die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte in Koblenz die Ermittlungen übernommen. Vor etwa drei Jahren gab es bereits einen ähnlichen Fall im Umweltzentrum der Handwerkskammer Trier. Damals mussten HWK Hauptgeschäftsführer Hans Hermann Kocks und sein Stellvertreter Josef Adams den Hut nehmen.

Wikileaks: In der Eifel lagern 20 USA-Atombomben

Bislang war es nur eine Vermutung, jetzt gibt es aber zum ersten Mal eine offizielle Bestätigung. Die USA Streitkräfte lagern immer noch 20 Atombomben auf deutschem Boden. Dies geht nach Angaben der Zeitung „Luxemburger Wort“ aus dem Protokoll eines Gesprächs zwischen einem Sicherheitsberater der Bundesregierung und dem USA Botschafter hervor, dass die Internetplattform Wikileaks jetzt zusammen mit mehr als 250 000 weiteren Geheimdokumenten veröffentlicht hat. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, liegen die 20 USA-Atomsprengkörper auf dem Fliegerhorst Büchel in der Verbandsgemeinde Ulmen im Eifel-Mosel-Landkreis Cochem-Zell.

In den Wikileaks Veröffentlichungen steht unter anderem:

„Im Herbst 2009 kabelte die USA Botschaft, Merkels Außenberater Christoph Heusgen verzichte auf den Abzug der letzten zwanzig taktischen USA-Atomwaffen auf deutschem Boden. Dagegen hatte eine FDP Quelle zuvor verraten, dass Parteichef Westerwelle auf den Raketenabzug bestehe, während Wolfgang Schäuble die USA Atomwaffen als Schutz gegen den Iran sehe.“

So gut so schön. Die zwanzig USA-Atomwaffen auf deutschen Boden helfen uns nicht weiter, sie bergen eine Gefahr auch für den Standort Büchel und Ulmen und die Vulkaneifel.

Nürburgring: Weitere Veranstaltungstermine wegen mangelnder Nachfrage abgesagt

Vor einigen Tagen teilte die Nürburgring Automotive GmbH mit, dass wegen mangelnder Nachfrage drei von vier Veranstaltungsterminen abgesagt werden müssen. Darunter ist ein Konzert der früheren Kelly Family Frontfrau Kathy Kelly am 20. März 2011. Die einzige Veranstaltung, an der man „noch“ festhält, ist das Konzert von Thomas Anders am 6. Februar 2011. Als neues kulturelles Highlight in der Eifel waren Ausschnitte aus dem Musical Sissi und Ludwig angekündigt, auch diese Veranstaltung musste abgesagt werden. Ebenfalls abgesagt wurde der Swing am Ring am 2. Januar 2011 mit Tom Gaebel. Damit haben sich weitere Wolkenkuckucksheime am Nürburgring zerschlagen. Man hatte geglaubt, die Veranstaltungen der Ringkultur-Reihe mit Ticketpreisen von 99 Euro pro Person verkaufen zu können. Einzelkarten für die Veranstaltungen sollten zwischen 25 und 35 Euro kosten. Die Veranstalter hatten es auch optimistischerweise für möglich gehalten, auch im Winter Konzerte in der Eifel stattfinden zu lassen.

Kritiker merkten häufig an „Wer fährt denn bei Eis und Schnee da hoch?“. Vor einigen Tagen gab der SWR4 bekannt, dass vorerst keine weiteren Präsentationen in der Ring Arena vereinbart werden, denn man sehe die Sicherheit der Zuhörer dort gefährdet.  Jedoch sagte die Baubehörde der Kreisverwaltung Ahrweiler, dass die im Sommer 2009 eröffnete Veranstaltungshalle allen gesetzlichen Anforderungen entspräche. Doch bei Veranstaltungen wie mit Hansi Hinterseer und den Kastelruther Spatzen hätten sich ältere Menschen in der Halle nicht sicher gefühlt. Sie vermissten an den Treppen zwischen den Rängen Geländer und Handläufe. Die Veranstalter meinen, dass der Ring nachbessern muss, dagegen erklärt die Nürburgring Automotive GmbH, dass man derzeit an bauliche Änderungen nicht denkt.

„Der Euro wird überleben, alles andere ist Geschwätz“

Der Eurozonen-Vorsitzende, der Luxemburger Präsident Juncker, appelliert gegen das Schlechtreden der europäischen Einheitswährung. Nach Einschätzung des Eurozonenvorsitzenden Jean Claude Juncker wird die europäische Gemeinschaftswährung trotz der derzeitigen Unsicherheiten nicht untergehen. Zwischenruf: Bestsellerschreiber Olaf Henkel, früher Präsident des BDI, Bund der deutschen Industrie, hat kürzlich ein interessantes Buch geschrieben „Die Abwracker. Wie Zocker und Politiker unsere Zukunft verspielen.“ Da schrieb Olaf Henkel noch wirklich Wahres. Dass er jetzt ein Buch nachgesetzt hat und darin für zwei Eurozonen und -Währungen plädiert, nämlich eine Eurozone Süd, angeführt von Frankreich und eine Eurozone Nord angeführt von Deutschland ist absolut grotesk und dumm. Aber wenn man am letzten Wochenende die Gazetten las, muss man leider feststellen, dass sogar „Der Spiegel“ sich negativ auf das Thema Euro eingeschossen hat. Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass hier wiederum Rudeljournalismus gespielt wird: Einer prescht vor, andere rennen nach.

Und wenn der Anführer dann aufhört, dann hören alle auf. Wir haben dies ja schon bei so vielen Themenkreisen erlebt. Es wäre doch ganz schön, wenn die bedeutende Presse in Deutschland, in Europa und der Welt endlich einmal Nachhaltigkeit in ihrer Berichterstattung erzeugen würden. Aber jetzt zurück zu den Aussagen des Europäers Juncker aus Luxemburg. In scharfen Worten wies Juncker am letzten Freitag bei seinem Besuch in Berlin Spekulationen über ein mögliches Auseinanderbrechen der Währungsunion zurück. Juncker wörtlich: „Der Euro wird das überleben, alles andere ist explosives Geschwätz.“ Schon die Finanzkrise habe gezeigt, so Juncker, dass die Finanzmärkte nicht so klug agierten. Zugleich fordert Juncker die EU-Regierung auf, klarer als bisher zu erklären, weshalb die Gemeinschaftswährung für Europa von essentieller Bedeutung sei.

„Ohne Euro würden wir im Chaos untergehen.
Der Euro ist in Wahrheit ein Entschleuniger für künftige Krisen. Ohne Euro wären wir in der amerikanischen Finanzkrise untergegangen.“


Das ist Originalton Juncker. Und er meint, dass man mehr und nicht weniger Integration braucht. Es gäbe eine gefährliche Tendenz in Europa, die Gemeinschaftsmethode durch intergovermentales Denken zu ersetzen. Juncker wehrt sich vehement gegen das Schlechtreden. Der dienstälteste EU-Regierungschef trat dafür ein, dass die EU-Staaten ihre Kommunikationsstrategien positiv ändern müssten. Europas Problem sei, dass die Akteure die EU ständig schlecht reden. Nach EU-Treffen vermittelten nationale Regierungsmitglieder zu häufig den Eindruck, sie kämen von einer „Massenprügelei“. Gerade seine Kollegen aus den großen Staaten vermitteln zu häufig den Eindruck als Sieger aus Treffen hervorzugehen. Juncker scherzte: „Wir hören das von Angela Merkel; von Sarkozy wussten wir das schon vor der Sitzung.“ Dabei müsse – so Juncker – der künstlich aufgebaute Gegensatz zwischen dem was europäisch und was national sei „im Keim erstickt werden“. Zugleich mahnte Juncker einen fairen Umgang großer und kleiner EU-Staaten untereinander an, ohne hier bestimmte Länder beim Namen zu nennen. Die großen Staaten müssten wissen, dass sie nur in der Selbstbetrachtung groß seien, nicht aber für China oder Indien.

Der Euro hat in der europäischen Eurozone vieles verbessert und vereinfacht. Das sollten auch die damaligen und heutigen Euro-Gegner endlich begreifen.

Es ist doch wunderbar, dass wir Eifeler in Luxemburg, Belgien und Frankreich und anderen Ländern mit unserem Euro bezahlen können, ohne dass wir vorher unser Geld in eine andere Währung umtauschen mussten, was ja nicht nur Aufwand bedeutet, sondern auch Gebühren gekostet hat. Im übrigen ist es doch sehr schön, dass wir zwei Seiten der Euromünze haben, nämlich einmal die gesamt-europäische und auf der anderen Seite jeweils eine nationale Seite. Und es sei noch gesagt, dass es Blödsinn ist, wenn manche Gazetten schreiben, dass der Euro in den letzten zwei Monaten drastisch an Wert verloren habe. Das ist alles durch Spekulanten geschehen und wenn der Euro heutzutage immerhin noch 1,30 Dollar kostet, dann ist dies doch ganz große Klasse. Es war ja schon einmal so, dass man den Euro für unter einen Dollar kaufen konnte, aber die Harakiri-Schreier wollen sich daran wohl nicht erinnern.

Warum die Strompreise steigen

Die Strompreise sind nirgendwo so hoch wie bei uns in Deutschland. Das hat verschiedene Gründe. Ein Teil liegt begründet in den immer noch quasi monopolistischen Strukturen. In Deutschland dominieren im wesentlichen die
Stromanbieter RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW. Wesentliche Gründe für die zumeist im Januar erfolgende Strompreisanpassung ist der Anstieg der Förderung von erneuerbaren Energien. Durch das erneuerbare Energiegesetz (EEG) bekommen Betreiber zum Beispiel von Windkraft- und Solaranlagen feste Einnahmen für den von ihnen erzeugten umweltfreundlichen Strom. Diese Förderung tragen alle Stromkunden in Form einer gesetzlichen Umlage über ihren Stromenergieversorger. Wenn mehr Strom aufgrund des EEG-Gesetzes produziert wird, erhöht sich der Beitrag adäquat. Das Gute ist, dass dieser Beitrag dem aktiven Klimaschutz und somit uns allen dient.

Deutschland nimmt bei diesem Thema inzwischen weltweit eine führende Rolle ein. Im Schnitt zahlt ein Stromverbraucher heutzutage über 40 Prozent seiner Rechnung für Stromsteuer (Ökosteuer), staatliche Förderung erneuerbarer Energien (EEG) sowie weitere Abgaben an den Staat. 1998 betrug der Anteil lediglich 25 Prozent. Dass die Stromerzeugung durch alternative erneuerbare Energien teurer ist als die konventionelle Produktion liegt auf der Hand. Das muss sich aber ändern. Bei Windkraft sind die Kosten bereits seit Jahren jährlich gesunken. Im Schnitt gibt es derzeit pro Kilowattstunde eine Vergütung von 9 Cent für den Anlagebetreiber. Das ist ein vernünftiger Preis, mit dem sowohl der Anlagebetreiber leben kann als auch der vom Staat verpflichtete Stromabnehmer. Die Windkraftindustrie hat sich gerade in Deutschland in den letzten zehn Jahren nicht nur prächtig entwickelt, sondern auch ihre Produkte immer und immer wieder verbessert und auch verbilligt.

Man schätzt, dass in Deutschland mittlerweile zwischen 50.000 und 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Windkraftbranche arbeiten. Dagegen ist das Thema der Photovoltaik Stromgewinnung und alles was damit zusammenhängt volkswirtschaftlicher Unsinn. Die immer noch hohen Einspeisevergütungen von etwa 30 Cent sind einfach zu hoch. Diese hohen Einspeisevergütungen führen leider zu einer unökonomischen Produktionsweise von Strom. Weiterhin behindern solch hohe Einspeisvergütungen die raschere Weiterentwicklung der Technologie und insbesondere auch notwendige Preissenkungen. Bei uns in der Eifel gibt es lediglich 900 Sonnenstunden pro Jahr. Da kann man volkswirtschaftlich gesehen eine Photovoltaik-Anlage nicht sinnvoll kostenmäßig betreiben. In Spanien wären die Dinger besser installiert. Es ist schon ein Treppenwitz der Wirtschaftsgeschichte, dass indirekt durch die hohen Photovoltaik-Einspeisvergütungen chinesische Hersteller hohe Profite beim Export ihrer Solarpanels nach Deutschland einfahren können.

Wie dies? Ganz einfach: Sie haben bei der Herstellung wesentlich niedrigere Kosten, insbesondere aufgrund der Lohnniveaus. Sie könnten eigentlich ihre Photovoltaik-Module noch billiger nach Deutschland exportieren. Tun sie aber nicht. Sie geben ihren Preisvorteil nur teilweise weiter und haben so hohe Profite. Da sie trotz der hohen Profite aber noch preiswerter als deutscher Hersteller sind, machen sie diesen zunehmend Konkurrenz. Dies wiederum führt dazu, dass einige Hersteller in Schwierigkeiten kommen. Während die Windkraft bis 2020 einen doch nennenswerten Anteil an der Stromerzeugung insgesamt haben wird, wird dies bei Photovoltaik-Strom nicht der Fall sein. Wie wir aus allgemein gut unterrichten Kreisen erfuhren, hat die deutsche Bundesregierung ein Gutachten in Auftrag gegeben in Bezug auf die Rechtmäßigkeit der hohen Einspeisevergütungen mit EU-Recht. „Bastelt“ sich die Regierung da ein Ausstiegsszenario aus den hohen Einspeisvergütungen zurecht und dies möglicherweise auch für bestehende Anlagen?

Schäuble hält Anti-Euro-Partei für möglich

Unser Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) tappt in letzter Zeit immer häufiger in immer mehr Fettnäpfchen. Die meisten davon haben sogar heißes, verbrennendes, ätzendes Fett an Bord. Jetzt meinte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass die milliardenschweren Euro-Rettungspakete dazu führen könnten, dass sich Kritiker der Gemeinschaftswährung in einer neuen Partei sammeln. Schäuble sagte der BILD-Zeitung allen Ernstes: „Die Gefahr einer Anti-Euro-Partei muss man ernst nehmen.“ Man sollte allerdings unseren Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nicht mehr ernst nehmen. Der glaubt, das was er sagt, häufig selbst nicht mehr, hat aber wohl eine Profilneurose und will mit irgendwelchen hinterwäldlerischen, nicht-konformen und dummen Sprüchen in die Presselandschaft reinkommen. Schön, dass Schäuble wenigstens gleichzeitig behauptete, dass der Euro die Menschen vor den Turbulenzen einer Globalisierung besser schützen würde als eine nationale Währung dies je könne. Ohne den Euro wäre jeder Deutsche jetzt ärmer, so Schäuble. Aber das mit der Anti-Euro-Partei, lieber Herr Schäuble, diesen Blödsinn hätten Sie besser nicht in die deutsche Presselandschaft gepustet. 

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- Artikel aus Eifelzeitung 49. KW 2010 -

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