Eifeltorial 23/2011
- 08.06.2011 -
Wer meckern will muss auch handeln
In dieser tollen deutschen Republik wird eigentlich Tag für Tag zu viel gemeckert. Warum eigentlich? Wollen wir noch mehr? Aber klar ist natürlich, dass unser Staatswesen sich in eine falsche Richtung entwickelt hat. Der angebliche Gerechtigkeitswahn der Politiker hat zum Gegenteil geführt. Die Unfreiheit hat seit Jahrzehnten zugenommen. Parallel wird die Staatsbürokratie weiter ausgebaut. Volkswirtschaftlichen Nutzen haben das System und die Gängelung nicht. Ganz im Gegenteil. Warum gönnen wir uns eigentlich nicht wieder mehr Freiheit und drängen die Gängelei endlich wieder stark zurück? Wir haben heute mehr Staatsbedienstete auf allen Ebenen als jemals zuvor. Auch hier bei uns zu Hause in Rheinland-Pfalz haben wir die Landesbürokratie nicht abgebaut, sondern weiter verstärkt. Aus Bezirksregierungen wurden ADD und SGD, die haben insgesamt nicht weniger Beschäftigte als die damaligen Bezirksregierungen. Mehr noch: Durch das neue Quasi-Nach-Bezirksregierungs-System wurde es für den Bürger ungemütlicher, denn alle Landes-Aufgaben wurden nicht mehr von jeweils einer Bezirksregierung realisiert, sondern eine neue Bezirksregierung macht nur noch das und die andere dies. Das hat zur Folge, dass man einmal nach Trier, dann nach Koblenz und dann nach Neustadt muss. So geht Bürokratie-Abbau nicht!
Und was hört man von Ex-CSU-Ministerpräsident Stoiber in Brüssel?
Er ist ja dort angetreten, um beim Bürokratieabbau in Europa mitzuwirken. Man hört eigentlich nichts. Irgendwie hat man manchmal aber immer häufiger das Gefühl, dass wir irgendwie den Reset-Knopf drücken müssen, um den Bürokratie-Dschungel sozusagen neu zu starten. Anstatt Bürokratie abzubauen wird immer irgendetwas oben drauf gesattelt und die Begründungen sind makaber und meistens falsch. Wer meckern will, muss auch handeln wollen. Die Bürger sollten nicht nur meckern, sondern handeln. Sollte man dafür in die bestehenden Parteien eintreten? Möglicherweise ja, aber ob man in diesen verkrusteten Strukturen noch etwas bewirken kann ist durchaus zweifelhaft. Vielleicht kann man ja auch neue Parteien und politische Organisationen gründen, so wie es vor Jahrzehnten auch die Grünen getan haben. Insgesamt muss viel mehr Transparenz in das politische Geschehen unseres gesamten Landes hinein, damit nicht mehr nur gemeckert werden kann, sondern auch gehandelt wird.
Hochmoselübergang: Stuttgart 21 lässt grüßen
Stuttgart 21 war ein Beispiel dafür, wie man die Bürger nicht mitgenommen hat. Das gleiche gilt für den Hochmoselübergang. Hier wurde offensichtlich zu spät von den Gegnern gemeckert anstatt rechtzeitig zu handeln. Dass die Grünen im Koalitionsvertrag mit Becks SPD die Kröte Hochmoselübergang geschluckt haben, zeigt wie sehr doch das Thema Machterhalt und Macht bekommen an erster Stelle steht. Am Thema Hochmoselübergang wollten die Grünen ihre Regierungsfähigkeit in Mainz nicht scheitern lassen. Vielleicht hätten Ministerpräsident Beck und seine SPD Genossen vor Jahren einmal über das Thema nachdenken sollen und auch darüber, dass auch ein „Sonnenkönig“ nicht automatisch beim nächsten Mal wieder die absolute Mehrheit erhält. Hat Beck vor Jahren einmal darüber nachgedacht, dass die Grünen sein Not-Partner werden sollten? Dann hätte er wahrscheinlich das Thema Hochmoselübergang nicht so vehement positiv bestritten.
Der Hochmoselübergang ist ein Relikt des Kalten Krieges. Die Strecke verbessert die Verkehrswirtschaft in Deutschland nicht. Der Hochmoselübergang und die angeschlossenen Straßen wären in Zeiten des Kalten Krieges für die USA-Truppen wichtig gewesen. Nicht aber jetzt für Deutschland. Die Milliarde Euro, die sicherlich beim Bau des ganzen Komplexes endabgerechnet werden muss, hätte besser in sinnvolle Infrastruktur-Projekte gesteckt werden sollen. Die Grünen haben beim Hochmoselübergang eine Kröte geschluckt und sich wohl auch noch bei anderen Themen von der Regierungs-kenntnisreichen SPD über den Tisch ziehen lassen. Es ist aber nicht nur die SPD, die ihre Pfründe in der Regierungszeit ungleich über das Land verteilt hat, sondern auch die Vorgängerregierungen mit CDU-Dominanz. Das Thema Autobahn in Rheinland-Pfalz lässt hier sehr herzlich und vehement grüßen. Wittlich darf glücklich sein, einmal einen FDP Landeswirtschaftsminister Friderichs gehabt zu haben. Er stammt aus Wittlich und lebt jetzt glücklich in Schalkenmehren. Der Wittlicher Friderichs hat mit dafür gesorgt, zusammen mit Heinrich Holkenbrink, damaliger Kopf der CDU in Mainz aus Trier stammend, dass neben der vollen Autobahnstrecke A48/ A1 von Koblenz nach Trier an Wittlich vorbei auch eine eigentlich kaum benötigte Autobahn namens A60 von Wittlich nach Belgien gebaut wurde.
Wer verdient an den Gutachten?
Nach Belgien wurde eine Autobahn gebaut, nicht aber innerhalb unseres Eifelgebietes. Die A60 ist bekanntermaßen nur leicht befahren, während eine A1 durch den Vulkaneifelkreis nach Nordrhein-Westfalen eine wirklich bessere Priorität gehabt hätte. Seit nunmehr fast vierzig Jahren wird über den sogenannten Lückenschluss der A1 diskutiert und angeblich verhandelt und es werden immer wieder neue Gutachten zur Naturverträglichkeit jeweils alle fünf bis zehn Jahre neu in Auftrag gegeben. Wer verdient eigentlich an all den Gutachten? Neulich hat uns ein Politiker mal ganz offen gesagt, dass die politische Klasse und einige Behördenbereiche so oder so auf jeden Fall indirekt am Gutachterwesen mitverdienen. Eine harte Aussage, sie mag möglicherweise auch nicht richtig sein. Wir glauben an Korruption nur außerhalb Deutschlands, das ist offensichtlich realitätsfern. Wann kommt der A1 Lückenschluss? Unserer Meinung nach nie mehr. Dann endet die A1 Am Radersberg zwischen Dreis-Brück und Kelberg. Auf der einen Seite sind dort Äcker und auf der anderen Seite ein kleineres, aber sehr aktives Gewerbegebiet. Wie sollen dann die A1 Truckfahrer von der A1 Endstelle Am Radersberg weiterfahren? Vielleicht macht es Sinn, dort an dieser Endstelle einen Trucker-Rastplatz zu machen mit Truckerrestaurant und besserer Bratwurst und Pommes Frites.
Was ist eigentlich mit dem Lückenschluss der A1?
So sagte Herr Beck noch vor der Landtagswahl am 27. März 2011, dass man – siehe Stuttgart 21 – Bürger in Zukunft bei Projekten rechtzeitiger und allumfassender involvieren müsse. Diese Aussage bezog sich sicherlich auch auf das Thema Hochmoselübergang. Beck sollte nach den Gesprächen auch Taten folgen lassen. Hat er nicht häufig in den letzten über zehn Jahren – wenn er einmal im Vulkaneifelkreis war –, gesagt, dass er sich für den Lückenschluss der A1 einsetzen werde?! Alles papperlapapp – wie schon geschehen bei seinen CDU- und FDP-Vorgängern. Im 100seitigen SPD Bündnis 90 Die Grünen Rheinland-Pfalz 2011/2016 Koalitionsvertrag mit der Überschrift „Den sozialökologischen Wandel gestalten“ steht auf Seite 64 unter anderem unter „einzelne Verkehrsinfrastrukturprojekte“ geschrieben:
„Der Lückenschluss der A 1 zwischen Kelberg und Lommersdorf in Nordrhein-Westfalen ist im Bundesverkehrswegeplan als neues Vorhaben mit besonderem naturschutzfachlichem Planungsauftrag festgelegt. Die naturschutzfachlichen Planungen sind daher mit besonderer Untersuchungstiefe parallel mit einer Nullvariantenuntersuchung durchzuführen. Sie werden unter Einbeziehung von Naturschutzbehörden auf Bundesebene einer Überprüfung vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens unterzogen.“
Tolle Sache, was soll uns das sagen? Zunächst einmal kann es doch nicht angehen, dass eine Autobahn, die seit vierzig Jahren gebaut werden soll, immer wieder neuen Untersuchungs- und Naturschutzverfahren unterwerfen werden soll. Die Themen waren doch schon einmal abschließend geklärt. Die in Anführungszeichen gesetzten Texte zur A1 aus dem Koalitionsvertrag von SPD und Grünen sollen doch nur verklausuliert heißen: „Okay, beim Hochmoselübergang haben wir (die Grünen) die SPD Kröte geschluckt, weil ja schon angefangen wurde mit dem Bau, also lasst uns den Unsinn weitertreiben.“ Bei der A1 hat Becks SPD die Grünen-Kröte Nicht-Weiterbau der A1 schlucken müssen oder wollen. So ist eben leider die Politik. Man will an der Macht bleiben und macht Kompromisse, die unmöglich und inakzeptabel sind. Aber Beck wollte unbedingt mit den Grünen weiterregieren und nicht mit der CDU. Eine Große Koalition CDU/SPD in Rheinland-Pfalz wäre für das Land viel besser gewesen. Aber Beck glaubt, dass er mit dem kleineren Koalitionspartner besser umspringen kann als mit einer erstarkten CDU. Julia Klöckner, die Spitzenkandidatin der Landes-CDU hätte sicherlich einige Prozentpunkte vor der SPD abschneiden können, wenn das Drama Fukushima in Japan nicht gewesen wäre. Dann hätte sie ganz klar den Anspruch auf Führung der Koalitionsgespräche stellen können. Dann wäre es möglicherweise zu einer Großen Koalition im Lande Rheinland-Pfalz gekommen.
Nicht-Weiterbau der A1 führt zu umweltschädigenden Umwegen
Es ist nichts zu sagen gegen bestimmte Pläne der Grünen, aber Infrastrukturmaßnahmen wie den A1 Lückenschluss zu torpedieren ist auch Frevel an der Natur. Es leben eben in Deutschland über 80 Millionen Menschen und diese zur „Fast-Bewegungslosigkeit“ und zu großen umweltschädigenden Umwegen zu zwingen ist fatal. In Hillesheim wurde jetzt beschlossen, dass die Riesen-Brummer einen Umweg fahren müssen, um nicht weiter durch die historische Innenstadt fahren zu müssen. Gäbe es eine A1 komplett von der Anschlussstelle Mehren bis nach NRW, dann würden viele Städte wie Hillesheim und auch viele Dörfer vom Lärm der LKWs und auch der PKWs befreit.
Die Textpassage im Koalitionsvertrag der Grünen und der SPD zum Thema A1 ist so geschickt formuliert, dass man den Dummen weiß machen will, dass man beim Thema noch dabei ist. Die Geschickten aber, die auch geschickt formulierte dümmliche Passagen richtig interpretieren können, lesen aus diesem Absatz ganz klar, dass man die A1 nicht mehr weiter bauen wird. Da steht dann geschrieben, wir wiederholen: „Im Bundesverkehrswegeplan ist die A1 (Anm. der Redaktion: zwischen Kelberg und Lommersdorf) als neues Vorhaben mit besonderem naturschutzfachlichen Planungsauftrag festgelegt.“ Wieso dies? Die alte SPD Alleinregierung in Mainz hat es so beim Bund haben wollen. Ist das jetzt eine Ausrede, ist es wirklich so? Wir bei der Eifelzeitung werden uns jetzt schlau machen, ob dies wirklich so ist. Die Verantwortung für den Nicht-Weiterbau der A1 nach Berlin abzugeben ist grotesk und höchstwahrscheinlich absolut falsch. Sündenböcke werden immer woanders gesucht oder zumindest wird der Bevölkerung kundgetan, dass die Versager und Behinderer woanders sitzen –diesmal hier also in Berlin.
Neues Vorhaben? Das schlägt dem Fass den Boden aus. Für wie dumm verkaufen uns die Rot-Grünen Koalitionäre in Mainz? Neues Vorhaben? Das kann doch bitteschön nicht wahr sein. Das Vorhaben ist schon seit vierzig Jahren aktiv auf dem Tisch. Interessant ist hier auch, dass man diesmal beim Einweihen von weiteren wenigen Kilometern der A1 von Darscheid bis in den Wald zwischen Nerdlen und Dreis-Brück keine Landesprominenz hat auffahren lassen. Beck wusste wahrscheinlich schon, dass er auf jeden Fall einen Koalitionspartner für die neue Landesregierung braucht. Da stand für ihn sicherlich fest, das sollen die Grünen werden. Deren Anti-Autobahn-Attacken kennt der gewiefte machtbewusste Politiker ganz klar, da hat er sich natürlich nicht bei einer Streckenfreigabe sehen lassen. Ganz anders als vor der vorherigen Landtagswahl, als knappe 2,4 Kilometer eröffnet werden konnten. Da war die halbe Mainzer SPD Landesregierung anwesend.
Da heißt es weiter im Koalitionsvertrag zur A1: „Die naturschutzfachlichen Planungen sind daher mit besonderer Untersuchungstiefe parallel mit einer Null-Varianten-Untersuchung durchzuführen.“ Auch das ist wieder ganz toll. Fangen wir also nach vierzig Jahren zum wiederholten Male wieder bei Null an? Noch einmal und noch einmal – Sie können es wahrscheinlich nicht mehr hören und auch nicht mehr lesen – die naturschutzfachlichen Belange sind doch seit vierzig Jahren bestimmt schon zehnmal untersucht und abgehakt worden. Oder? Toll ist das Wort Null-Varianten-Untersuchung. Es ist schön, welche neuen Wort-Kombinations-Kreationen Politiker und ihre Berater erfinden. Null-Varianten-Untersuchung! Toll! Das soll wohl wahrscheinlich verklausuliert heißen: Der Lückenschluss der letzten paar zehn Kilometer der A1 ist gestorben, wird nicht mehr realisiert. Eine Nicht-Realisierung bzw. ein Nicht-Weiterbau wird dann ganz einfach verklausuliert mit dem Wort „Null-Varianten-Untersuchung“. Toll! Warum schenken Beck und die Grünen ihren Landesbürgern nicht endlich einmal reinen Wein ein? So geht es weiter im dementsprechenden Koalitionsvertrag zum Thema A1: „Wir werden unter Einbeziehung von Naturschutzbehörden auf Bundesebene eine Prüfung vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens unterzogen.“
Auch hier wurden wieder Nebelkerzen geworfen und zwar ganz starke Brummer. Man verweist auf Bundesebene, obwohl man klar auf Landesebene das Thema A1 Weiterbau abgehakt hat. Vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens soll etwas unterzogen werden? Wie dumm verkaufen die Mainzer SPD- und Grünen-Politiker uns Eiflern eigentlich ihre Dummheiten? Essen wir doch auch schon seit Jahrhunderten mit Messer und Gabel, aber manch ein Politiker roter und grüner Couleur sieht dies in Mainz offensichtlich anders. Zumindest versuchen sie uns hinters Licht zu führen. Einleitung des Planfeststellungsverfahrens? Dies wurde doch schon mehrfach in den letzten vier Jahrzehnten gemacht. Muss man immer etwas Vollendetes in den Papierkorb werfen, um wieder bei Null zu starten? Gutachten? Wer verdient daran? Das ist ein ganz spannendes Thema, das endlich einmal in der rheinland-pfälzischen Tagespresse, im SWR aber auch in überregionalen Medien wie Der Spiegel & Co. behandelt werden sollte. Mit dem A1 Lückenschluss wird es wohl nichts mehr. Das ist das Resultat aus dem Koalitionsvertrag SPD und Grünen und der Tatsache, dass Beck einige Jahre lang weiter Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz bleiben will. Auf Teufel komm raus und eben ohne der Eifelbevölkerung zu Nutzen.
Was sagt eigentlich unsere SPD-Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt aus Kirchweiler zum Thema? Sie hält sich seit Monaten ganz geschickt bei diesen und anderen Themen zurück. Warum wohl? Vielleicht ist sie mit Becks Grünen-Koalitionsvertrag nicht einverstanden. Aber Parteiraison geht vor, Kritik wird nicht geübt. Wenn man sich einmal die Kabinettsumbildung und den Wegschub auch von bestimmten SPD-Ministern im neuen Kabinett ansieht, muss man schon sagen, dass Beck schlussendlich seine Problemminister grün-mäßig entsorgt hat. Den umstrittenen Justizminister Bamberger gibt es ebenso nicht mehr wie den nicht ganz so umstrittenen Wirtschaftsminister Hering. Astrid Schmitt ist jetzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion geworden. Es wird so dargestellt als wäre dies eine Beförderung. Davor war sie Vorsitzende des Finanzausschusses im Landtag in Mainz. Vielleicht wirft Beck ihr vor, dass sie nicht mit gemerkt hat, was beim Thema Geldverschleuderung Nürburgring passiert ist oder?
Den gesamten Koalitionsvertrag
Hier können Sie sich den Koalitionsvertrag downloaden !
Bürgerinitiative ist gefragt
Eine große Bürgerinitiative hat es im Vulkaneifelkreis ja schon einmal vor einigen Jahren gegeben. Das Thema kennen Sie. Die von einer Kreistagsmehrheit beschlossene Fusions-Klamotte wurde von den Bürgern mittels Unterschriftenliste einkassiert. Die Macher der geplanten Fusion haben – das ist unsere Auffassung – aus dieser Angelegenheit gelernt. Lernen sollten aber auch Beck und Lemke, dass wir uns hier in der Eifel nicht alles von oben gefallen lassen. Der A1 Lückenschluss muss realisiert werden. Wie damals bei der besagten Sache sollten jetzt noch mehr Bürger ihre Stimme gegen den Aussetzungsbeschluss zum Weiterbau der A1 der Landesregierung abgeben. Die EAZ Eifelzeitung könnte diese ganze Prozedur ja auch federführend mit anderen A1 Pro Befürwortern auf die Schiene bringen. Wer meckern will, muss auch handeln wollen. Wittlich hat einen Wirtschaftsboom erlebt durch die Autobahnen von Koblenz nach Trier und von Wittlich nach Belgien. Das sieht man auch an der Arbeitslosenquote. Diese ist in Wittlich einen satten Prozentpunkt niedriger als im Vulkaneifelkreis. Dies bedeutet, dass dort die Arbeitslosigkeit insgesamt zwanzig Prozent niedriger ist als im Vulkaneifelkreis.
Warum werden die Vulkaneifelbürger von Mainz aus schon seit vier Jahrzehnten von allen entsprechenden Landesregierungen so verulkt, um es einmal nett auszudrücken?
Lieber sehr geehrter Herr Beck, meckern Sie nicht in Richtung Berlin, sondern handeln Sie und setzen Sie sich dafür ein, dass der A1 Lückenschluss jetzt in drei Jahren fertig befahrbar ist, dann können Sie auch ruhig noch in dieser Legislaturperiode in Ruhestand gehen und zuvor ihre Nachfolgerin/ ihren Nachfolger positiv aufbauen. Tun Sie etwas anstatt den Stillstand eintreten zu lassen.
EHEC treibt viele Gemüseerzeuger und -Händler in die Pleite
Wegen EHEC stehen viele spanische Gemüsehändler, aber auch deutsche, vor der Pleite. In Spanien hat die Wut auf Deutschland zugenommen. Bei der Fahndung nach dem Keim haben die entsprechenden Behörden große Fehler gemacht. Die Schuldzuweisung an Spanien war bekanntlich voreilig. Nach einigen Tagen hat die Suche nach der Quelle von vorne begonnen. Wie können Beamte eigentlich so schnell Schuldzuweisungen machen ohne sich vorher allumfassend informiert zu haben? Klar ist aber, dass diese Herrschaften, die auch Firmen ruinieren, dies tun dürfen ohne irgendwann persönlich finanziell zur Rechenschaft gezogen zu werden. Im Privatbereich hat jeder Geschäftsführer alle möglichen Vorkehrungen zu treffen und haftet wenn etwas schief geht, was er selbst eigentlich nicht zu verantworten hat. Aber im Behördenbereich dürfen die Behördenmenschen, meist im Beamtenstatus, einfach irgendwelchen Unsinn in die Presselandschaft reinhauen ohne dafür belangt zu werden, wenn eben diese Falschaussagen Menschen und Firmen geschadet haben. Panikmache von bestimmten Behörden scheint aber in Deutschland seit einigen Jahren üblich geworden zu sein. Darum drängen sich einige Behörden-Typen mit vorschnellen Dumm-Aussagen in die Öffentlichkeit, weil sie eben in Presse, Funk und Fernsehen erscheinen wollen. Das ist möglicherweise so. Manchmal ist Panik nicht angesagt, wie zum Beispiel bei der Vogelgrippe und den Tamiflu Tabletten. Was ist eigentlich daraus geworden? Deutschland und die Länder der Republik haben viele hundert Millionen ausgegeben, um Tamiflu Tabletten einzulagern. Sind diese hunderte von Millionen zwischenzeitlich entsorgt worden, weil niemand die Tabletten gebraucht hat, weil sie zwischenzeitlich das Verfallsdatum erreicht haben? Was sind wir eine ärmliche Nation geworden. Da geht es offensichtlich nicht mehr um den Nutzen des Landes für Bürger und Firmen, sondern der Öffentlichkeitswahn hat gewonnen über die normale gute Hoheit des Amtes.
Euro ist nach wie vor stabil
Und was macht der Euro? Er ist nach wie vor sehr stabil. Untergangs-Gurus haben aber jetzt ihre Zuruf-Möglichkeiten und einige Presse-Großkonzerne dieser Republik geben diesen Chaoten ein Forum. Da schreiben sie vom Untergang des Euros, obwohl der Euro in den letzten Monaten gegenüber dem Dollar stark gestiegen ist. Aus allen Ecken kommen die angeblichen Experten und haben Ratschläge zur Rettung des Euros und zur Neuordnung des Euro-Raums. Alles nicht notwendig, denn der Euro wird überleben, weil der Euro eine ganz starke Währung ist. Der Euro ist viel stärker als der US-Dollar, weil eben die Eurowirtschaft insgesamt viel stärker ist als die Kredit-geschwängerte USA-Economy.
Griechenland-Problem schwächt den Euro nicht
Griechenland? Ja, ein Problem. Aber insgesamt für den Europa- und Euro-Raum eine eigentlich zu vernachlässigende Problematik. Aber auch Griechenland wird im Euro-Raum bleiben. Experten, die glauben und behaupten, Griechenland müsse zu der Währung Drachme zurück, liegen völlig falsch. Das Griechenland-Problem lässt den Euro kalt und die Märkte sehen es im übrigen auch so, sonst wäre der Euro nicht so stark. Aber Schwätzer-Experten schwafeln dummes Zeugs daher, damit sie in Presse, Funk und Fernsehen geraten. Und die angeblich strukturschwache Eifel wird auch nicht aus dem Euro-Raum ausgeschlossen. Wir bekommen bestimmt hier keine Eifel-Mark, sondern bleiben beim harten soliden guten Euro.
Deutschland ist ein Discounter-Land
In Italien muss Essen gut sein, in Deutschland billig. Deutschland ist eben in den letzten Jahren ein absolutes Discounter-Land geworden. Billig führt aber zu Massenware aus Massenproduktion. Bei „zusammengesetzten“ Produkten wie Suppen oder anderen Fertiggerichten stecken häufig Produkte aus vielen unterschiedlichen Ländern. Italien liefert auch sogenannte „Tomaten Passiert“ nach Deutschland. Diese dürfen in Italien selbst nicht verkauft werden. Ist Deutschland also möglicherweise die Lebensmittelmüllhalde der Welt? Bei EHEC haben nicht nur die Hamburger Behörden versagt. Erst wurde Spanien als Verursacher an den Pranger gestellt und dann mehrere norddeutsche Restaurants, norddeutsche Gemüseanbauer, das Biogasanlagen-Thema mit ihrer Gülle und jetzt – ganz neu – sind es auf einmal die Sprossen. Mal schauen was morgen der Verursacher ist – vielleicht Pudding? Die Gesundheitsbehörden wollten wohl beim Thema EHEC Erreger schnell positiv in Presse, Funk und Fernsehen und da schlug man erstmal auf den Erstbesten ein, der daherkam. Das war bekanntlich Spanien.
Beim Auftreten von unbekannten Problemen wird in Deutschland
mit Panik reagiert
Fehlarbeit und Fehlverhalten von Gesundheitsbehörden-Leuten wird bekanntlich nicht gesühnt und auch nicht bestraft. Spanien und andere Betroffene haben jetzt das Nachsehen und die finanziellen Probleme und teilweise führt dies auch in den Ruin der fälschlicherweise angeprangerten Betriebe und Länder. So wie damals beim angeblichen Trockenei-Skandal bei der Nudelfirma Birkel in Baden-Württemberg. Die Firma ging pleite bzw. die Reste wurden von einem ausländischen Konzern aufgekauft. Dass Birkel später von den Gerichten gegenüber dem Land Baden-Württemberg Schadensersatz zugesprochen wurde, half den mittelständischen Eigentümern der Firma Birkel dann aber auch nicht mehr. In Deutschland wird beim Auftreten von bislang unbekannten Problemen sofort mit Panik reagiert anstatt mit gesundem Menschenverstand schnell, aber genau und präzise die Ursachen des Problems zu suchen und zu finden und dann ganz schnell eine Lösung herbeizuführen. Das Vogelgrippe-Tamiflu-Thema lässt hier auch erneut zum Nachdenken anregen. Da haben die Bundesregierung und auch die Regierungen der bundesdeutschen Länder für viele hundert Millionen Euro Arzneimittel zum Kampf gegen das Thema bestellt, dann entpuppte sich das ganze Vogelgrippen-Thema als mehr oder weniger kleine Petitesse und Experten führten später aus, dass die normale Grippe jährlich viel mehr Probleme zu bestimmten Zeitpunkten mit sich bringt. Die entsprechenden Pharmaerzeuger hatten mit unseren Regierungen ein gutes Geschäft gemacht. Später hieß es, dass die Regierung die Pharmalieferanten aufforderte einen Großteil der eingebunkerten Tamiflu-Tabletten zurückzunehmen. Nach dieser Forderung ist es aber in Presse, Funk und Fernsehen zum Thema ruhig geworden. Haben die Regierungen das Zeugs mittlerweile teuer Müll-entsorgt? Das EHEC Desaster hat auch gezeigt, dass zu viele Behörden in unserem Lande involviert sind und unkoordiniert sich sogar gegenseitig blockieren. Die deutsche Behördenbürokratie lässt auch hier wieder grüßen. Der Amtsschimmel wiehert!
Besser regionale Nahrungsmittel kaufen
Es ist an der Zeit endlich wieder Nahrungsmittel verstärkt aus der jeweiligen Region zu kaufen und zu essen. Nur das kann nicht so billig sein wie die Produkte der Großproduzenten, die nahezu unkontrollierbare Produkte aus aller Welt zusammenmischen. Der niedrige Preis hat eben seinen Preis in der Qualität und im Falle EHEC-Erreger zeigt dies die Tatsache, dass aufgrund der weltweiten Nahrungsmittelströme eine schnelle Kontrolle und Einengung eines Erregers einfach in vielen Fällen nicht mehr möglich ist. Benzin und Diesel und damit auch Öl ist offensichtlich immer noch viel zu billig. Die eigentlich zu preiswert erzeugten Produkte werden quer durch Europa gefahren und man fragt sich manchmal, wie dies alles mit rechten Dingen zugehen kann.
Der verantwortungsvolle Verbraucher denkt jetzt um
Ursprung und Tradition im Nahrungsmittelbereich gibt es offensichtlich seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Schade. Manchmal weiß man auch nicht, ob ein bestimmtes Produkt, was hier in den Regalen steht, wirklich aus dem Land, das auf der Dose oder dem Etikett aufgedruckt ist, stammt oder nicht von einem anderen Land in dem schlechtere Ware produziert und geliefert wird und lediglich in dem zuletzt genannten sogenannten Ursprungsland (das eigentlich dann kein Ursprungsland sein dürfte) Wasser oder sonst ein billiges Zusatzprodukt beigemischt wurde. Aber es gibt sie glücklicherweise noch: Die Nahrungsmittellieferanten mit Verantwortungsbewusstsein, Tradition und Qualitätsanspruch. Aber deren Produkte sind naturgemäß teurer als die anonymen Produkte, die mit Kunstnamen aufgepeppt werden. Wie man häufig aber auch glücklicherweise feststellen kann, liegen die Preise zwischen den anonymen Produkten mit neuem Namen und dem Produkt aus handwerklicher Herstellung nicht weit auseinander. Der verantwortungsvolle Verbraucher denkt jetzt um, bezahlt etwas mehr und fördert damit auch die natürlich ökologische mittelständische Landwirtschaft. Oder ist in wenigen Wochen das EHEC-Thema und damit das Lebensmittel-Thema wieder vergessen?
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