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Lewentz empört: Ramsauer lehnt Ausweichstrecke für die Bahn ab

- 22.04.2012 -

„Mit großer Empörung habe ich in der Verkehrsministerkonferenz die Ablehnung von Bundesverkehrsminister Ramsauer zur Ausweisung einer Güterverkehrs-Ausweichstrecke für die beiden Eisenbahnlinien im Mittelrheintal zurückgewiesen“, so die harsche Kritik von Infrastrukturminister Roger Lewentz an der Haltung des Bundesverkehrsministers im Kampf gegen die steigende Lärmbelastung im Mittelrheintal.

Die Argumentation des Bundesministers sei eine Flucht aus der Bundesverantwortung, da es sich bei den Eisenbahnstrecken im Mittelrheintal um einen europäischen Güterverkehrskorridor mit weiter deutlich wachsendem Frachtaufkommen handele, kritisierte Lewentz.

Ramsauer begründete seine Ablehnung mit zu erwartenden Widerständen in den Regionen, in denen dann eine solche neue Streckenführung vorgesehen werde. „Wenn Ramsauer argumentiere, das müsse man sich nicht geben, und sich eine solche politische Entscheidungsverantwortung selbst nicht zutraut, stößt dies nicht nur bei mir auf entschiedenen Widerstand“, so Lewentz. „Ich halte eine Ablehnung einer Ausweichstrecke für eine schicksalsschwere Fehlentscheidung“, betonte der Infrastrukturminister.

Rheinland-Pfalz sei sich mit Hessen einig, dass auf eine Ausweichstrecke als Zukunftsplanung beginnend mit dem nächsten Bundesverkehrswegeplan ab 2015 nicht verzichtet werden könne. Lewentz und der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister Dieter Posch erklärten erneut ihre Bereitschaft, bei der Findung einer Ausweichstrecke unterstützend mitzuarbeiten.
 
Posch betonte unterdessen, dass alle Möglichkeiten zur Reduzierung des Bahnlärms genutzt werden müssen. Da angesichts langer Planungs- und Finanzierungszeiträume von einer Neubaustrecke keine schnelle Lärmentlastung zu erwarten sei, müssten jetzt auch alle technischen und betrieblichen Möglichkeiten auf den Bestandsstrecken genutzt werden. Eine der effektivsten Maßnahmen zur Halbierung des Lärms sei die Ausrüstung von Güterwagen mit lärmarmen Bremssystemen. Die Rollgeräusche eines Güterzugs können so um bis zu 10 Dezibel gemindert werden“, sagten die Minister.

 

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