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Leserbrief: Nach unserem Artikel „Geld regiert die Welt“ erhielten wir nachfolgende Lesermeinung: Das ganze System läuft gegen die Wand

- 25.04.2012 -

Ein dickes Kompliment und Anerkennung für ihren Artikel, der einmal kurz die wahren Hintergründe von politischen Entscheidungen beleuchtet und mit Recht hinterfragt. Man sollte den Politikern, egal auf welcher Ebene oder welcher Partei angehörig, nicht generell unterstellen, das ihre Arbeit der Absicht nach gegen das Wohl der Allgemeinheit gerichtet ist oder das sie gar korrupt oder käuflich sind. Die Meisten sind ganz einfach überfordert, weil es wirklich in der heutigen Zeit immer schwieriger wird die Komplexität und den Umfang an Information zu bewältigen, um politische Entscheidungen zu treffen. Des Weiteren lässt auch oft die praktische-  und die Lebenserfahrung zu wünschen übrig. Deshalb sehen sich landauf-landab politische Mandatsträger genötigt, für ihre jeweiligen Entscheidungen eine Vielzahl von  Gutachten heranzuziehen, gefertigt von zumindest vom Titel her kompetenten „ Experten“.

Projekte aller Art, wie auch die Beispiele Kommunalreform oder Energiewende, werden so schon im Vorhinein mit enormen Kosten belastet, ohne dass man wirklich schlauer ist, aber man hat im Falle eines Misserfolges immer ein Alibi, um sich von einem etwaigen Mitverschulden freizusprechen. Des Weiteren verkommen unsere Politiker, welches das Hauptübel ist, immer mehr zu Handlangern von Großindustrie und Wirtschaft. Und in deren Fahrwasser versuchen mittlerweile natürlich auch mittelständige Unternehmen möglichst viel Einfluss zu nehmen. Subventionen, Zuschüsse, Steuererleichterungen, Abschreibungsmodelle, verbilligte Darlehen und ähnliches werden „kreiert“, damit Investitionen sich rentieren. Den allergrößten Teil der Zeche zahlt der normale Bürger. Noch nie in der Geschichte war die Steuer- und Abgabenlast für die „normalen“ Bürger so hoch wie heute. Man darf dagegenhalten, das wir einen scheinbar hohen Lebensstandard haben. Dies zu gewährleisten, darf und soll aber nicht nur auf dem Rücken des „kleinen Mannes“ ausgetragen werden! Sonst läuft zwangsläufig eines Tages, und der ist schon nicht mehr weit, das ganze System gegen die Wand !

 Hermann Warscheid, Bettenfeld

- Artikel aus Eifelzeitung 17. KW 2012 -

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