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Schneller, weiter, höher durch die Luft

Vorbereitungen auf neue Segelflug-Ligasaison laufen

- 02.05.2012 -
 

Seit zwei, drei Wochen sieht man sie wieder häufiger am Himmel, wie sie mit ihren eleganten, weißen Vögeln auf den Flugplätzen in Wershofen, Bad Neuenahr und der Bad Breisiger Mönchsheide starten: die Segelflieger sind wieder in der Luft. Die thermikarme Winterzeit wurde genutzt, um die vorgeschriebenen Inspektionen an den Fluggeräten durchzuführen und um notwendige Arbeiten an Landebahnen und Hallen vorzunehmen. Aber nicht nur die Technik wurde in Schuss gebracht, auch die Piloten haben sich für die Saison fit gemacht. Bei den Flugschülern stand Theorieunterricht in Fächern wie Luftrecht, Flugnavigation und Aerodynamik auf dem Programm, während sich die Lizenzpiloten in Streckenflugtheorie, Meteorologie und zu Flugsicherheitsthemen fortbildeten. Die ersten Schönwettertage des noch jungen Frühjahrs wurden bereits intensiv für Trainingsflüge genutzt. Mehrere Piloten verlegten dazu ihren Startplatz in die französischen Seealpen, um von den dortigen hervorragenden Bedingungen zu profitieren. Einige zog es im Winter sogar auf die Südhalbkugel ins sommerliche Südafrika und Namibia, die der motorlosen Fliegerei unglaubliche Möglichkeiten bieten. In jedem Fall sind nun alle bestens für die neue Segelflugsaison gerüstet.

Am kommenden Wochenende startet denn auch mit der Segelflug-Liga wieder die Wettkampfzeit, und die drei Ahrkreis-Vereine haben sich hierfür ambitionierte Ziele gesetzt. Der Luftsportverein (LSV) Bad Neuenahr-Ahrweiler, der im vergangenen Jahr nur knapp an eine Aufstiegsplatz vorbeigeschrappt ist und lange Zeit die Führung in der Landesliga inne hatte, hofft auf eine Rückkehr in die zweite Bundesliga. Die Eifeladler der Segelfluggruppe (SFG) Wershofen würden sich ebenfalls über einen Aufstieg freuen, visieren aber in erster Linie einen Podiumsplatz in der Landesliga an. Und auch der Luftsportverein Mönchsheide (LVM) Bad Breisig/Andernach möchte gerne wieder zur Spitze in der Landesliga aufschließen. Das dafür notwendige Potential ist in allen drei Clubs vorhanden. Mit Robin Ermen (Wershofen), Jürgen Koch (Bad Neuenahr) sowie Stephen Parker (Bad Breisig) verfügt  jeder der drei Vereine in seinen Reihen über einen Spitzenpiloten, der auch auf Bundesebene erfolgreich ist. Ergänzt werden die Teams durch routinierte Leistungsflugpiloten und hoffnungsvolle Nachwuchstalente, die schon den ein oder anderen Punkt für ihren Verein geholt haben.

Über 19 Wochenend-Runden erstreckt sich die Segelflugliga, und das Wetter wird mit Sicherheit dafür sorgen, dass die Spannung erhalten bleibt. Dabei haben die Mönchsheider Segelflieger mit Diplom-Meteorologe Bernd Fischer einen Profi in ihren Reihen, der ihnen sicherlich den ein oder anderen Tipp geben wird. Aber auch in Wershofen hat man sich gut gerüstet und will mit einem vereinsinternen „Thermik-Alarm“ dafür sorgen, dass kein guter Streckenflugtag verpasst wird und möglichst an jedem Wochenende mindestens drei Leistungsflugpiloten unterwegs sind. Denn das ist in der Liga-Fliegerei mit das wichtigste, schließlich kommen pro Verein die Flüge der drei besten Piloten einer Runde in die Wertung und werden mit Ranglistenpunkten ähnlich wie in der Formel 1 belohnt. Entscheidend ist dabei, in einem Zeitfenster von zweieinhalb Stunden eine möglichst große Strecke zurückzulegen. Das kann an nicht so guten Tagen auch schon mal dazu führen, dass der Flug nicht auf dem Heimatflugplatz endet, sondern auf einem weiter entfernten Flugplatz oder sogar auf einem geeigneten Acker. Für die Segelflieger bedeutet eine solche „Außenlandung“ (bei der es sich nicht um eine Notlandung handelt) kein großes Problem. Die Flugzeuge sind dafür ausgelegt und lassen sich innerhalb weniger Minuten demontieren und im Transportanhänger verstauen. Wenn einem also auf der Autobahn einer der markanten, langgestreckten Segelfluganhänger entgegen kommt, kann es durchaus sein, dass es sich dabei um den Rücktransport nach einem erfolgreichen Ligaflug handelt.
 

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