Der Mai ist gekommen....
- 02.05.2012 -
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Der Maibaum ist als "maium" oder "maius" bereits in französischen Quellen des 13. Jahrhunderts bezeugt. Jedoch ist hier nicht klar betont, ob es sich bei diesem Brauchtum um einen gemeinsamen Maibaum im heutigen Sinne oder um kleinere Bäume an den Häusern der ledigen Mädchen handelt.
Der Maibaum von heute, entrindet und entastet bis auf eine kleine Krone, mit bunten Papierbändern geschmückt, steht an exponierter Stelle im Ort, zumeist auf dem Kirchplatz oder nahe der Dorfgaststätte. In größeren Gemeinden hat er seinen Standort am Marktplatz oder - wie in Prüm - in der Stadtmitte vor der Basilika. Früher waren es meist Birken oder Buchen, heute eher Fichten oder Tannen.
Früher herrschte oft, so der Pronsfelder Historiker und Pastor Dr. Kyll, große Rivalität zwischen den Nachbardörfern um den schönsten Baum, was in der Mainacht zu besonderer Vorsicht und "Wachposten" Anlass gab.
Wesentliches Merkmal des Zierbaumes ist der grüne Wipfel, der "Gruß" und "Ehre" zum Ausdruck bringt. Dagegen galten wipfellose oder geschädigte Baumkronen als Sinnbild der Schande und der Beleidigung. Die bunten Bänder, die im Frühlingswind durch die Luft flattern, sind Ausdruck der Lebensfreude und der Genugtuung darüber, dass der Sommer bald einziehen wird.
Mancherorts erfuhr der Vortag des 1. Mai, der sogenannte "Maiabend", noch eine besondere volksbeliebte Brauchtumspflege. Vielfach gab es in den Dörfern "Tanz in den Mai", besondere Gottesdienste oder Gesellschaftsabende. Der letzte Apriltag war im Raum Pronsfeld Termin für den Quirinus-Bittgang nach Watzerath. Bis ins Jahr 1955 fand diese Prozession nicht am 1. Mai, sondern am Maiabend statt. In Pronsfeld gibt es bis heute noch eine bemerkenswerte Besonderheit: hier ist der Maibaum zugleich "Kirmesbaum", da man zumeist in der gleichen Zeit das Kirchweihfest feiert. Findet die Kirmes vor dein 1. Mai statt, das ist fast ausnahmslos so, dann wird der "Kirmesbaum", zugleich Maibaum, bereits Tage oder Wochen vor dem 1. Mai aufgerichtet. Die Musik spielt dazu und hernach geht es in frohem Schritt zum Kirmesplatz.
Leider gibt es seit altersher die Unsitte, den Baum nachts heimlich umzulegen. Derartige Beispiele gibt es immer wieder, wobei es nicht selten zu erheblichen Sachschäden oder Behinderungen des Verkehrs kommt. Unschön ist auch, wenn aus dem Maibaum noch ein "Julibaum" oder gar "Dezemberbaum" wird.
Falls er unbehelligt geblieben war, stand der schmucke Baum den ganzen Monat hindurch, bis er am letzten Maiabend von den Jungen entfernt und öffentlich versteigert wurde. Als Bieter erwartete man den Gastwirt, der diese "Ehrensache" gerne erledigte. Der Erlös der Versteigerung wurde von den Burschen anschließend verzehrt. Diese Versteigerung ersetzte zu Beginn der 1930er Jahre den Heischgang am Vorabend des 1. Mai, bei dem die Jugend sich ihre Eier ersang.
Quelle: Joachim Schröder, Brauchtumslandschaft Eifel, Band 1, 1996
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