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Offener Brief: An Herrn Michael Preute alias Jaques Berndorf

- 16.05.2012 -

Sehr geehrter Herr Preute, endlich haben Sie nach langer Zeit einer sich selbst auferlegten Zurückhaltung  Ihrer aufgestauten Wut Raum gegeben und sich in einem offenen Brief offenbart als furchtloser Kämpfer für Menschenrechte, Pressefreiheit und politische Korrektheit. Durch den Zorn des Gerechten mit genügend Adrenalin versorgt sind Sie vom Literaturolymp herabgestiegen dem  Bergvolk der Eifel zur Seite, um  als Zensor „Ihr Urteil“ kundzutun.

Solidarität mit Onnertz und Grau, Petry und Pauly

Sicher war es Ihnen und Ihrem kongenialen Partner Kramp ein Herzensanliegen, den diskriminierten, schutz- und wehrlosen Persönlichkeiten wie Onnertz und Grau, aber auch dem in inniger Freundschaft verbundenen Duo Petry/Pauly selbstlos beizustehen,  Auge in Auge mit einem „tobenden“ Unternehmer und der Gefahr trotzend, von diesem „möglicherweise vor Gericht gezerrt“ zu werden.

In einer für unseren Vulkaneifelkreis so existentiell schwierigen Krise einer Endzeitsituation von Sein oder Nichtsein sind Sie persönlich mit Ihrer ganzen Testosteron gepuschten Potenz  an die Seite der Armen und Schwachen, der politisch zu kurz gekommenen, sowie der Partei- und Hilflosen getreten.
Sie sahen sich zur Parteinahme gezwungen im Interesse eines feingeistigen und warmherzigen Landrates, dem durch einen obskuren 9:6 Beschluss eines außer Kontrolle geratenen Aufsichtsrates plötzlich und unerwartet sein Männerfreund und KSK Direktor abhanden gekommen war.

Ihr solidarischer Beistand gilt deshalb primär Landrat Onnertz von  „humanem“ Wesen,“ einem „geachteten und sehr beliebten Menschen“ mit  „gründlicherer Bildung“ als ein Unternehmer-Emporkömmling, der „auf unseren Landrat eindrosch“,  ihn „niedermacht und mit Schmutz bewirft“, und dessen „Seele scheinbar zunehmend davon lebt“, „in der EAZ ausufernde politische Feindschaften heranzuzüchten“.

Daneben gilt Ihr tiefes Mitgefühl auch dem früheren KSK Direktor Grau, dessen finanzieller Abstieg bis hin zum ALG II nur durch den persönlichen Einsatz  unseres Landrates  verhindert werden konnte. Besonders dankbar wird auch Jörg Petry für Ihre ausdrucksstarken Worte sein, musste er sich  doch laut eigener Aussage in der Rheinzeitung „zwei Jahre von der Eifelzeitung die Fresse polieren lassen“.

Leiden im Dienste der Pressefreiheit

Sie haben mit Ihrer Streitschrift die Machenschaften des Presse-Tycoon Lepper aufgedeckt, der  „ein(e) miese(s) Zeitung/Postille/Kampfblatt“ macht, die/das von Ihnen gleichwohl als „Institution“ gewichtet wird, wonach diese aber wiederum „von Lepper missbraucht“ wird.

Dass Lepper eine eigene Institution schafft um sie anschließend zu missbrauchen, mutet schon fast pervers und unanständig an und lässt Ihr Leiden umso nachvollziehbarer  erscheinen. Ein Leiden, das Ihnen „zunehmend die Schuhe auszieht“ und Ihnen „als einem gelernten Journalisten die Haare bleicht“. Bewundernswert auch Ihr Versprechen, sich dieser Kasteiung masochistisch weiter aussetzen zu wollen, indem Sie darauf verzichten, die von Ihrem gemeinnützigen Gefolgsmann Petry verteilten Aufkleber zur Abwehr der Eifelzeitung zu nutzen mit dem Argument, dass Sie nur durch das schmerzhafte Studieren dieses Blattes Ihrer Berufung als Inquisitor im Sinne einer sauberen Presse gerecht werden können.
So  ist Ihr Brandbrief auch zu verstehen als flammender Appell zum Lesen alternativer, ausgewogener „und auf demokratische Art gemachte“ Anzeigenblätter. Insbesondere  der Wochenspiegel sei hier als leuchtendes Beispiel genannt.

Ihr Brief ist zu würdigen als ein Maßstab setzendes, glühendes Verdikt gegen Demokratie-gefährdende Tiraden und Pamphlete  in der „Institution Eifelzeitung“, gegen tumbe und neidzerfressene Kapitalisten und von Missgunst getriebene, Amok laufende Hassprediger.

Letztere sollen sich u.a. zu der aberwitzigen Aussage verstiegen haben, dass Ihre wie Kramps Eifelkrimis bar jeder literarischen Qualität seien, bestenfalls Jerry Cotten-Heftchen-Format besäßen  und zu erfolgreichen Büchern gepimpt wurden, nur durch eine fast parasitäre Vereinnahmung eines emotional positiv besetzten regionalen Eifelkolorits und das Vorführen eines vorgeblich  Eifel-typischen Menschenschlages. Sei’ s drum, was juckt es eine Berndorfer Eiche, wenn sich Wildsäue an ihr schuppern?

Es geht ums Ganze

Eindeutig ist es auch eine gemeine Unterstellung von irregeleiteten Wutbürgern, wonach Ihre Motive als Briefschreiber nicht die lautersten seien, indem Sie Ihre schriftstellerische Reputation und Bekanntheit dazu nutzen würden, sich beim gemeinen Leser und potentiellem Buchkäufer als Gutmensch einzuschleimen und Ihm nach dem Maul zu reden, immer im Allgemeinen bleibend, ohne auch nur ansatzweise auf aktuelle, kommunalpolitische Konflikte und auf von realen Personen vertretene konträre Positionen einzugehen. Sie werden diesen Vorwurf damit entkräften, dass Ihr Focus  mehr auf das Große und Ganze, auf das Humane und Grundsätzliche gerichtet sei und  Ihrer Intention geschuldet ist, sich nicht durch kleinliche Detailbetrachtungen zu verzetteln. Sie als alter investigativer Haudegen waren und sind sich selbstredend der allzeit virulenten Gefahr bewusst, in die Niederungen kommunalpolitischer Ränkespiele hinab gezogen und dort unkontrolliert vereinnahmt zu werden.
 
Ihr  vorrangiges Ziel war und ist es, ein kostenloses Wochenblatt als subversives Kampfblatt eines irrationalen Bundesverdienstkreuzträgers zu entlarven. Damit sind Sie ein leuchtendes Vorbild für beide Ihnen wegen Ihrer markigen Worte zu Dank verpflichteten Gerolsteiner Bürgermeistern. Diesen und dem Gerolsteiner Stadtrat  war es nämlich nicht vergönnt, im letzten Herbst eine in nichtöffentlicher Ratssitzung einstimmig beschlossene Resolution gegen die Eifelzeitung  zu veröffentlichen. Die Kommunalaufsicht  soll die Publizierung wegen hochnotpeinlicher Kläglichkeit und mehrerer Rechtsverstöße untersagt haben.

Ihr selbstloser Kampf für „Ausgewogenheit“, journalistische Ethik und eine „demokratische Art“ auch in kostenlosen Anzeigenblättchen steht somit in der logischen Nachfolge und Tradition mit dem Kampf eines Wallraff gegen die Bildzeitung, mit dem des großen Literaten Heinrich Böll gegen die Springerpresse und aktuell mit dem unerbittlichen Kulturkampf des Wochenspiegel gegen einen gewissen Dr. Zierden. (Gymnasiallehrer, Literaturmanager und Publizist, Initiator und Organisator des Eifel-Literatur-Festivals.)

Zum Schluss möchte ich Sie eindringlich darum bitten, machen Sie weiter so. Ihr Engagement in Verbindung mit Ihrer Sprachgewalt  wird den Lesern der Eifelzeitung eine gesunde Urteilsbildung ermöglichen und die vielschichtige Werthaltigkeit der Eifelzeitung immer deutlicher werden lassen. Um  Inhalt und Intention dieses Briefes zu konkretisieren, habe ich ihn auf meiner Homepage unter: www.hjst.net veröffentlicht und zum besseren Verständnis mit realen kommunalpolitischen Themen verlinkt.    
 
Hans-Joachim Stief, Gerolstein

- Artikel aus Eifelzeitung 20. KW 2012 -

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