Interview:
Viele Zufälle
- 30.05.2012 -
Die Eifel-Zeitung hat mit dem Investoren- und Betreiber-Ehepaar über ihre Zukunftspläne gesprochen.
EAZ: Wie haben Sie als Köln/Bonner das schöne Eifel-Städtchen Gerolstein entdeckt oder welche Bauobjekte in Gerolstein haben Ihr Interesse geweckt?
Engels: Ausgangspunkt war mein Kindheits- und Jugendtraum, in einer Burg zu wohnen und zu leben. Nach langer Suche sind wir in der Vulkaneifel fündig geworden. Im Internet wurde 2001 die Oberburg in Gerolstein/Lissingen zum Kauf angeboten. Die aus dem 13.Jahrhundert stammende Oberburg befand sich in einem desolaten Zustand, wenn auch in unverfälschter Bausubstanz. Nach jahrelanger Restaurierung und Sanierung und in enger Zusammenarbeit mit der Obereren Denkmalbehörde zeigt sich die Oberburg Lissingen nun in einem repräsentativen und funktionalen Zustand. Teile der Oberburg sind von uns bewohnt, andere sind vermietet oder stehen als Ferienwohnungen zu Verfügung.
EAZ: Waren sie mit der Sanierung und Restaurierung der Oberburg nicht ausgelastet, da sie doch schon bald danach das Alt-Sarresdorfer Pfarrhaus erworben haben?
Engels: Bei meinen täglichen Fahrten zwischen Gerolstein und Lissingen fiel mir ein schönes aber marodes gotisches Gebäude neben dem Sarresdorfer Friedhof auf. Auf Nachfrage wurde ich an die Stadt Gerolstein als Eigentümerin verwiesen. Nachdem wir eine Sanierungs- und Restaurierungskonzeption dargelegt hatten, konnten wir das Gelände mit aufstehendem Gebäude schlussendlich erwerben unter der Maßgabe, das Kreisheimatmuseum für weitere 15 Jahre zu betreiben.
EAZ: Wie kam es dann zum Bau der zwei weiteren Gebäude?
Engels: Weil der alte Sarresdorfer Pfarrhof in historischer Zeit immer eine geschlossene Hofanlage war, ist es unser Anliegen gewesen, diesen Zustand wieder herzustellen. Glückliche Zufälle ermöglichten es uns, zwei vom Abriss bedrohte Eifeler Fachwerkhäuser zu erwerben, um so die Pfarrhofanlage wieder zu komplettieren.
EAZ: Sind die erworbenen Gebäude für sie reine Investitionsobjekte oder sind ihre Motive eher ideeller Natur?
Engels: Sowohl als auch. - Durch meinen jahrzehntelangen Umgang mit alten Gebäuden habe ich genügend Sensibilität und Sachverstand entwickelt, um die Werthaltigkeit historischer Gebäude zu erkennen.
Aus dem Respekt vor der Leistung vorangegangener Generationen und der Bewunderung der Leistungsfähigkeit der alten Baumeister folgte fast zwangsläufig mein Bestreben und mein Einsatz für die Bewahrung dieser Objekte. Ziel musste es gleichermaßen immer sein, nach Möglichkeit alle historischen Gebäude auch wieder einer funktionalen Bewirtschaftung zuzuführen, sie wieder mit Leben zu füllen, um sie für uns erlebbar zu machen.
EAZ: Können sie das konkretisieren?
Engels: Es schwebt uns vor, das erst kürzlich erworbene Jünkerather Eisenmuseum in ein gemeinsames Museums-Projekt mit der Hofanlage Alt-Sarresdorf und der Oberburg Lissingen zu integrieren.
Dieses touristische Gesamtangebot wollen wir möglichst noch in diesem Jahr realisieren.
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