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Kein Ausbau der Eifelquerbahn!

- 06.06.2012 -

Beim Thema „Reaktivierung der Eifelquerbahn“ dürfte mittlerweile fast jede oder jeder Beteiligte verstanden haben, dass dies ein Fass ohne Boden ist. Wieder einmal stand das Thema auf der Tagesordnung der Vulkaneifel-Kreistagssitzung am 4. Juni 2012.

Ab Ende des Jahres 2014 sollten wieder Personenzüge im Stundentakt auf der Eifelquerbahnstrecke zwischen Gerolstein und Kaisersesch verkehren. Bereits im Juli 2010 ließ SPD-Wirtschaftsminister Hendrik Hering dies in Daun vermelden. Zwischenzeitig haben sich Inforationen verdichtet, dass sich die Gesamtkosten für die Reaktivierung der Strecke – Gleisanlagen, Sicherungssysteme, Bahnhöfe – auf unglaubliche 75 Millionen Euro belaufen können. Hinzu kommen geschätzte Unterhaltungskosten von jährlich 2 bis 5 Millionen Euro.

Wo ist denn die neue NKU?

In einer Mail vom 23.05.2012 hat Herr Direktor Dr. Geyer (SPNV Nord) dem Landkreis mitgeteilt, dass die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) für die Reaktivierung der Eifelquerbahn aktualisiert wurde.

Inzwischen liegt das Untersuchungsergebnis vor. Demnach liegt das Nutzen-Kosten-Verhältnis für den sogenannten Mitfall 3 (Reaktivierung der gesamten Strecke zwischen Gerolstein und Kaisersesch zum Taktverkehr) nur noch bei 0,37 (ursprünglich 1,79) und damit unter 1. Onnertz: „Es wird gemunkelt, dass die gesamte Gleisführung von Kaiseresch bis Gerolstein erneuert werden muss“. Das ist nach Meinung der Eifel-Zeitung sicherlich Quatsch.

Subventionen zwangsweise

Beispielsweise zwischen Daun und Darscheid wurden kurz vor dem Rückbau Richtung Schalkenmehren etliche Meter/Kilometer Gleisbau erneuert. Aber allein die Kosten für die Befestigung der Bahnübergangsanlagensind sind von 0,7 auf 6,8 Mio Euro gestiegen. 100 Millionen Euro würden nicht reichen, die Eifelquerbahn tauglich zu machen für den Taktverkehr. Offen spricht natürlich niemand darüber. Von Seiten des SPNV-Nord hatte man bereits in 2011 zugegeben, dass die Kosten von 20 auf 40 Millionen Euro gestiegen seien. Selbst der Freizeit-Bahner, der die Strecke derzeit nutzt, erhält jedes Jahr vom Land für seine Touristenfahrten einige Hundert Tausend Euro Subvention.       

Kein positiver Nutzen

Mit der Reaktivierung ist absolut kein positiver gesamtwirtschaftlicher Nutzen mehr verbunden.

In der nächsten Verbandsversammlung am 20.06.2012 soll über das Ergebnis informiert und ein Beschluss über die Konsequenzen herbeigeführt werden. Zurzeit wird seitens des (SPNV Nord) eine Beschlussempfehlung für die Verbandsversammlung erarbeitet – so die Information an den Kreistag.

Geheimpapier

Interessant ist: weder die erste Fassung, noch die überarbeitetet NKU liegt bisher dem Kreistag vor. Landrat Onnertz: „Völlig Unverständlich, dass die Unterlagen vom SPNV-Nord zum Geheimpapier gemacht worden sind“.  Die Kreistagsfraktionen fordern Fakten, ggfs eine Verschiebung der Verbandstagung.

Meinung des Kreistages

Edmund Geisen  (FDP) meint: „Wir fordern eine glasklare Erklärung“. Alfred Cornesse (FDP) sagte: Wenn die  Verbandstagung nicht verschoben werden kann, sollte der sich sofort gegen die Eifelquerbahn aussprechen. Herbert Schneiders (CDU): Taktverkehr ist mit Millionen Euro verbunden, die anderswo besser angelegt sind. Freizeitverkehr ist längst nicht so teuer. Jörg Leclaire (FWG): „Mit der Entscheidung - Keine Reaktivierung - kann sich auch die FWG anfreunden. Außerdem bleibt noch die Frage offen, welche Kosten kämen auf den Kreis zu?“ Peter Lepper von der BUV: „Touristenverkehr ist in Ordnung. Taktverkehr wäre in jeder Hinsicht die unwirtschaftlichste Variante“. Uli Meyer von den Linken: „Ich freue mich schon auf den neuen Radweg Gerolstein-Daun“. Die SPD ist aus besonderem Grund natürlich für die Reaktivierung. 
 

- Artikel aus Eifelzeitung 23. KW 2012 -

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