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Land erprobt neue ergänzende Wege in der Medikamentenversorgung

- 04.07.2012 -
 

Kelberg/Mainz. Rheinland-Pfalz testet den Einsatz eines Abgabeterminals für Medikamente in Apotheken, um die Medikamentenversorgung gerade im ländlichen Raum zu verbessern, wie Gesundheitsministerin Malu Dreyer am Montag, 02.07.2012 in Mainz ankündigte. Das Projekt Visavia soll die Abgabe von Arzneimitteln an Patientinnen und Patienten auch außerhalb der Kernöffnungszeiten der jeweiligen Apotheke ermöglichen, ohne dass die Patienten auf eine Beratung verzichten müssen, und erspart den Patienten den oft weiten Weg zur nächsten diensthabenden Apotheke. Das Projekt ist zum 2. Juli an ausgewählten Apotheken in Daun (Rosen-Apotheke), Osthofen, Bodenheim und Haßloch gestartet und wird wissenschaftlich durch die Universitäten Trier und Mainz begleitet und evaluiert.
„Die veränderte Demografie stellt uns auch im gesundheitlichen Bereich vor allem im ländlichen Raum vor neue Herausforderungen.

Diese gilt es umfassend zu gestalten, auch in Bezug auf die Medikamentenversorgung. Dabei bauen wir in erster Linie auf unsere Apotheken“, sagte die Ministerin. „Mit dem Modellprojekt wollen wir testen, ob die Abgabe über ein Terminal eine sinnvolle und qualitätsgesicherte Ergänzung für die Bürger und Bürgerinnen auf dem Land sein könnte“, so Malu Dreyer. Das Abgabeterminal wurde von CareFusion | Rowa entwickelt, um die Patientenversorgung zu verbessern. Es ermöglicht eine kontrollierte Abgabe von Medikamenten inklusive Beratung durch einen Apotheker auch außerhalb der Apothekenöffnungszeiten. Rezepte können am Terminal gescannt und direkt zum Zeitpunkt der Medikamentenabgabe bedruckt und mit einer elektronischen Signatur versehen werden. Ein Apotheker steht während des gesamten Vorgangs dem Patienten und der Patientin zur Seite und berät den Patienten wie in der Apotheke. Dies geschieht in der Regel via Bildschirm und im Bedarfsfall auch durch persönliche Anwesenheit in der Apotheke. Gemeinsames Ziel von Ministerium und CareFusion | Rowa ist ein erhöhter Nutzen für die Bevölkerung durch eine ergänzende Medikamentenabgabe durch ein Terminal insbesondere außerhalb der Kernöffnungszeiten der Apotheke. „Ich sehe den Abgabeterminal nicht als Konkurrenz für die Apotheken, sondern er muss Bestandteil der Apotheken werden. Er ist an eine Präsenzapotheke angeschlossen“, betont die Ministerin.
In einer ersten Projektphase werden die Patientinnen und Patienten im Tagesbetrieb der Apotheken mit der neuen Technologie vertraut gemacht. Ab September werden in einer zweiten Phase die Betriebszeiten des neuen Apotheken-Services auf die Zeiten Montag bis Samstag von 06.00 Uhr bis 22.00 Uhr ausgedehnt. Nach Projektende im Herbst 2013 wird über das weitere Vorgehen entschieden. 

- Artikel aus Eifelzeitung 27. KW 2012 -

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