Getreideanbau profitabler für Biogasanlagen?
- 25.07.2012 -
In den USA herrscht die schlimmste Trockenperiode seit mindestens 1956. Und laut Wetterexperten wird sich die Lage so schnell nicht bessern. Kaum war die Nachricht von schlechten Ernten verbreitet, strömen die Spekulanten herbei und treiben die Preise in die Höhe. Eine schlechte Ernte, zu hohe Preise und der zunehmende Lebensmittelanbau für Biogasanlagen könnte auch Deutschland vor eine neue Situation stellen. 2012 wird wahrscheinlich mehr Getreide aus dem Ausland eingekauft als ausgeführt werden. Es wäre übrigens das erste Mal seit 25 Jahren. Steigende Einfuhren aus dem Ausland hängen bei uns hauptsächlich mit dem Boom bei Biogasanlagen zusammen. Mittlerweile nehmen nicht nur die Anbauflächen für Mais zu. Auch der Getreideverbrauch für Biogasanalgen nimmt überdurchschnittlich zu.
Es ist verrückt! Während wir uns in Europa und Amerika Sorgen machen, wie wir unseren Benzintank füllen, kämpfen andere im Rest der Welt darum, ihre Mägen zu füllen.
Während in Deutschland Lebensmittelrohstoffe zur Energieerzeugung verbraucht werden, verschlimmert sich die Lage in den ärmeren Ländern bedrohend. Dort leiden die Menschen viel stärker unter teuren Grundnahrungsmittelpreisen, weil sie bereits jetzt schon den größten Teil ihrer Einkommen für zum Essen ausgeben müssen. In Deutschland ist man bereits bei Getreide in bestimmten Bereichen auf Importe angewiesen. Qualitativ hochwertige Weizen- und Roggensorten kommen aus dem Ausland. Etwa 11,5 Millionen Tonnen Getreide wurden aus Deutschland exportiert. Eingeführt aus dem Ausland wurden ca. 8,5 Millionen im Zeitraum Juli 2010 bis Juni 2011.
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