Ist der Haussender von Kurt Beck jetzt auch der Haussender von Landrat Onnertz?
Altersruhestand mit 63 Jahren – Keine Dienstunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen
- 01.08.2012 -
Daun. Landrat Onnertz täuscht die Bürger? Ja, das ist nicht nur die Meinung der Eifel-Zeitung. Das dürfte mittlerweile die Meinung der meisten Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Vulkaneifel und darüber hinaus sein. Landrat Onnertz gab am 2. Juli 2012 seinen Rücktritt zum 31.03.2013 bekannt.
Kurz davor erhielt er die Genehmigung für seinen beantragten Altersvorruhestand mit 63 Jahren. Onnertz ist nach unserer Meinung ein phantastischer Schauspieler. Er sollte ehrlich sein und bei der Wahrheit bleiben, warum er zurücktritt. Erst waren CDU und BUV die Bösen. Jetzt ist es die Eifel-Zeitung. Dass die Gesetzeslage bis zum 30.06.2012 einen vorzeitigen Ruhestand mit 63 Jahren vorsah, davon sagt er kein Wort.
SWR bringt erneut falsche Darstellung
Erneut strahlte der SWR eine Art „Opferhilfe“ pro Landrat aus. Dieses Mal sei eine Hetzkampagne der Eifel-Zeitung die Ursache für Onnertz‘ Vorruhehestandsregelung. Waren es vor kurzem noch BUV und CDU, ist es heute mal die Eifel-Zeitung. Der SWR fragte am 24.07. die Eifel-Zeitung:
„Was sagen Sie zur Behauptung des Landrats Onnertz, die Eifel-Zeitung habe eine Kampagne gegen ihn geführt, die ihn letztlich zu seinem Rücktritt veranlasst habe?“
Weil der Landrat in der Vergangenheit immer andere Namen für seinen Vorruhestand verantwortlich gemacht hat, haben wir ihn mit der fragwürdigen Anfrage des SWR konfrontiert. Bis 30.07. sei er in Urlaub, wurde uns mitgeteilt. Eine Antwort ist uns der Landrat bis heute schuldig geblieben. Aber gleichzeitig wurde im SWR-Beitrag am 30.07. behauptet:
„Zu unserem Interviewwunsch keine Stellungnahme?“
Diese SWR-Aussage ist falsch! Ein weiterer Beweis, dass der öffentlich-rechtliche Sender seinen Beitrag „pro Onnertz ausgerichtet hat. Die Stellungnahme der Eifel-Zeitung war überhaupt nicht gewollt. Dummerweise wurde im SWR-Beitrag unsere Stellungnahme auf dem Smart-Phone des SWR-Redakteurs eingeblendet. Dort hieß es u.a.:
Sg Herr Bartels,
wir wundern uns über Ihre Behauptung! Herr Onnertz ist zZ in Urlaub. Wir können ihn leider nicht fragen, ob diese Behauptung tatsächlich von ihm stammt. Woher haben Sie diese Behauptung? …
MfG Eifel-Zeitung
Da sollte wirklich die Frage erlaubt sein: Ist der Haussender von Kurt Beck jetzt auch der Haussender von Landrat Onnertz?
Opfer oder Täter?
Warum gibt Herr Onnertz nicht einfach zu, dass er mit 63 Jahren nicht mehr Landrat sein will? Warum bemüht er sich der Ausrede: Gegen ihn laufe eine Hetzkampagne? Fakt ist, der ehrenwerte Landrat Heinz Onnertz hat eine unsägliche, unglaubliche Hetzkampagne gegen andere entfacht. Das ist die Realität. Aber Heinz Onnertz lässt keine Möglichkeit aus, sich immer und immer wieder geschickt in der Opferrolle darzustellen. Die Realität ist eine ganz andere.
Gerade noch rechtzeitig vor der Gesetzesänderung des Landesbeamten-
gesetzes (LBG) am 01.07.2012.
Für Beamte auf Zeit, wie Landrat Onnertz, änderten sich die Regelungen für den Ruhestandsbeginn. Ab dem 01.07.2012 wäre es Landrat Onnertz nicht mehr möglich gewesen, vor Vollendung seines 65. Lebensjahres – ohne Abzüge – in den Ruhestand zu gehen. Ein vorzeitiger Ruhestand mit 63 war für Landrat Onnertz nur bis zum 30.06.2012 möglich. Nur durch eine frühe Beantragung und rechtzeitige Genehmigung seines Altersruhestands bis zum 30.06.2012 konnte sich Landrat Onnertz noch die Vorteile der bisherigen Gesetzeslage sichern.
„Rücktritt“ und vorzeitiger Ruhestand von langer Hand geplant?
Landrat Onnertz war über die Gesetzesänderung bestens informiert und reichte seinen Antrag auf vorzeitigen Altersruhestand ab dem 63. Lebensjahr vermutlich schon vor Wochen oder Monaten ein. Nach Informationen, die der Eifel-Zeitung vorliegen, erhielt Onnertz die schriftliche Genehmigung seines vorzeitigen Ruhestandes pünktlich vor der Gesetzesänderung aus Mainz.
Hochzufrieden, statt „tief enttäuscht“?
Nach guter Vorbereitung und pünktlicher Genehmigung seines vorzeitigen Ruhestandes, muss Landrat Onnertz jetzt nur seinen 63. Geburtstag „abwarten“ und kann dann zum 31.03.2013 vorzeitig seine Amtszeit – ohne Abzüge seines Ruhegehalts – beenden. Landrat Onnertz hat daher allen Grund, hochzufrieden, statt „tief enttäuscht“ zu sein.
(Keine) „Lust, weiter zu schaffen“?
„Lust, weiter zu schaffen“ hatte Landrat Onnertz scheinbar schon lange nicht mehr. Stattdessen locken Freizeit, Familie und Hobbys. Er musst nur auf den richtigen Moment warten und dem Kind einen Namen geben. Selbstverständlich hat „Normalverdiener“ Landrat Onnertz mit der Beantragung seines vorzeitigen Altersruhestandes nur das geltend gemacht, was jedem Beamten auf Zeit bis zum 30.06.2012 zustand: Der vorzeitige Altersruhestand mit Vollendung des 63. Lebensjahres. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, weshalb Landrat Onnertz für eine achtjährige Amtszeit als Landrat kandidiert hat, wenn er 2007 bei seiner Wiederwahl vielleicht schon wusste, dass er statt acht nur noch fünf Jahre „schaffen“ wollte. Vieles deutete im Vorfeld darauf hin.
Warum hat sich Heinz Onnertz nicht gegen die vermeintlich falsche EAZ-Berichterstattung gewehrt?
Dass ihm gewisse Berichte in der Eifel-Zeitung nicht passen, mag ja sein. Aber warum hat er sich gegen die angeblich falsche Berichterstattung nicht jedes Mal gewehrt? Auch behauptet der Landrat, jede Woche stünde in der Eifel-Zeitung: „er sei ein Idiot“. Wann und wo stand so etwas in der Eifel-Zeitung? Diese Behauptung ist falsch! Damit versucht er lediglich Stimmung gegen unsere Zeitung zu machen.
Warum hat Herr Omnnertz keine Gegendarstellung verlangt? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Die Aussagen in der Eifelzeitung stimmen. Nach außen hin gibt sich Heinz Onnertz als Opfer und „Biedermann“, aber in Wirklichkeit hat er nach Meinung der Eifel-Zeitung hinter den Kulissen Dinge entfacht und mitgetragen, die für einen souveränen Landrat nicht in Ordnung sind. Auch wenn die Eifel-Zeitung diesen Mann in zwei Wahlkämpfen unterstützt hat, sehen wir es als unsere Pflicht an, auch über die Kehrseite zu berichten. Wir werden dies auch in Zukunft tun und uns keinen Maulkorb umhängen lassen.
Abgekartetes Spiel. Gesundheitliche Probleme und Hetzkampagne – willkommene und vorgeschobene Gründe?
In der Öffentlichkeit stellt Landrat Onnertz seinen vorzeitigen Altersruhestand bewusst und geschickt anders dar. In den Medien heißt es vielfach, dass „er nicht mehr könne“ und dass ihm gesundheitliche Probleme und eine vermeintliche Hetzkampagne keine Chance zum „weiter schaffen“ ließen. Fakt ist doch, dass Landrat Onnertz den vorzeitigen Altersruhestand beantragt hat. Könnte Landrat Onnertz sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, hätte er die sofortige Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit beantragen müssen. Dies hat er nicht getan!
Die Frage muss erlaubt sein, weshalb Landrat Onnertz trotz der behaupteten gesundheitlichen Probleme und der vermeintlichen Hetzkampagne gegen ihn, noch weitere neun Monate im Amt bleibt. Wenn die Situation – wie er behauptet – so unerträglich ist, hätte er die Versetzung in den Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit beantragt oder Abzüge seines Ruhegehaltes in Kauf genommen. Hierzu mag sich jeder Kreisbürger und jeder, der Landrat Onnertz 2007 zum Landrat gewählt hat, seine eigene Meinung bilden.
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