Der Förderverein „Ahrweiler Freiheitswochen“ gewinnt den 9. Zukunftspreis Heimat

Polch. Die Jury hat entschieden: Den 9. Zukunftspreis Heimat der Volksbank RheinAhrEifel gewinnt der „Förderverein Ahrweiler Freiheitswochen“ für sein Projekt „Freiheiter“. Damit setzte sich der Verein gegen knapp 90 Mitbewerber durch. Der Zukunftspreis ist 2017 mit 25.000 Euro dotiert. Die hochkarätig besetzte Jury unter Vorsitz von Werner Böhnke, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der DZ Bank AG, zeichnete in diesem Jahr insgesamt zehn Projekte aus. Der Gewinner erhält 15.000 Euro Preisgeld sowie die Skulptur „Profilkopf“ des Andernacher Künstlers Manfred Hammes. Geehrt wurden die Preisträger im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung mit rund 280 Gästen im Forum Polch. Als Festrednerin sprach Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Moderiert wurde die Preisverleihung von der amtierenden Ahrweinkönigin Theresa Ulrich. Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel und Mitglied der Jury, betonte in seiner Eröffnungsansprache, wie wichtig und zeitlos in der heutigen Zeit Werte wie Fairness und Sicherheit, Innovationskraft und Pioniergeist sowie Verlässlichkeit und Vertrauen sind. „Genau dafür stehen auch die Preisträger unseres Zukunftspreises Heimat. Denn alle Bewerber setzen sich mit viel Herzblut für unsere Heimat ein und tragen damit soziale Verantwortung für die Region. So viel Einsatz ist großartig und verdient unseren Respekt.“

Gewinnerprojekt: Einsatz für Freiheit, Frieden und Toleranz
Der Gewinner, der Förderverein „Ahrweiler Freiheitswochen“, setzt sich dafür ein, Werte wie Freiheit, Frieden und Toleranz durch Begegnung und Dialog aktiv zu fördern. Unter dem Motto „Freiheiter – Freiheit und Frieden durch Begegnung und Dialog“ fand 2017 bereits zum zweiten Mal eine Veranstaltungswoche mit Projekten statt, welche die unterschiedlichsten Facetten der Freiheits- und Friedensproblematik aufgreifen. Damit liefern sie einen aktiven Beitrag zum toleranten Miteinander von Bürgern, Gesellschaften, Nationalitäten, Religionen sowie Wissenschaft und Kunst. Im Rahmen der Freiheitswoche wird darüber hinaus unter der Schirmherrschaft von Klaus Töpfer der „Ahrweiler Freiheiter Preis“ verliehen. Preisträger 2016 war Hans-Dietrich Genscher. 2017 wurde Kardinal Lehmann ausgezeichnet. In seiner Laudatio betonte Werner Böhnke: „Die aktuelle Situation in der Welt und die Herausforderungen für unsere Gesellschaft erfordern eine nachhaltige Stärkung des gesellschaftlichen Dialogs über Freiheits- und Zukunftskonzepte. Das Projekt ‚Freiheiter‘ ist förderungswürdig, da es den Zeitgeist trifft und in Zeiten von Populismus, Terror und Unsicherheit bewusst ein Zeichen setzt für Offenheit, Toleranz und Freiheit.“

Zweiter Platz für den Kultur- und Heimatverein Niederzissen
Den zweiten Platz beim 9. Zukunftspreis Heimat, der mit 3.000 Euro dotiert ist, belegt der Kultur- und Heimatverein Niederzissen. Der rund 140 Mitglieder starke Verein setzt sich seit rund zehn Jahren dafür ein, zukunftsorientierte Projekte im Brohltal zu fördern, um so die Aufgeschlossenheit gegenüber Kultur und Heimatpflege sowie die Achtung vor dem Anderen und Andersdenkenden zu fördern. So sollen auch Kinder und Jugendliche an die Geschichte ihrer Heimat herangeführt werden. In den vergangenen Jahren hat der Verein unter anderem die alte „Henk’s Mühle“ sowie die ehemalige Synagoge im Ortskern von Niederzissen in Eigenregie saniert. Für seine Leistungen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit einem Sonderpreis im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“.

Zwei dritte Plätze: Caritasverband Westeifel und Verein „Wir helfen“
In diesem Jahr hat die Jury gleich zwei dritte Preisträger geehrt: den Caritasverband Westeifel sowie den Verein „Wir helfen“. Sie erhalten jeweils 2.000 Euro Preisgeld. Im Rahmen des Projekts „Schul- und Ausbildungspatenschaften“ unterstützt der Caritasverband Westeifel mit ehrenamtlich tätigen Paten Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien während ihrer Schulzeit und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Paten geben den jungen Menschen dabei als feste Bezugsperson Halt und Orientierung. Gleichzeitig eröffnet ihnen das Projekt eine Perspektive, um in der Vulkaneifel bleiben zu können und sich dort eine Existenz aufzubauen. Bislang wurden schon mehr als 200 Patenschaften geschlossen.

Unter dem Motto von Erich Kästner „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ unterstützt der zweite Drittplatzierte, der Verein „Wir helfen“ aus Sinzig, seit 2010 mildtätige Projekte von Vereinen, Organisationen und Kommunen im Kreis Ahrweiler. Eins der großen Projekte, um Spenden zu sammeln, ist der jährlich in Sinzig stattfindende Barbarossamarkt. Sämtliche Erträge aus den Standgebühren sowie der Erlös eigener Verkaufsstände fließen in die Vereinsarbeit. Mit dem Geld unterstützt „Wir helfen“ zum Beispiel die Sinziger Tafel, die Bürgerstiftung Remagen und den örtlichen Hospizverein.

Jeweils 500 Euro für die weiteren Top Ten-Preisträger
Weitere Preisträger beim 9. Zukunftspreis Heimat sind das „Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks“, der „DRK Ortsverein Ettringen“, der „Lernort Vulkanhof Gillenfeld“, die „Mayener Suppenküche“, die „Spielleitplanung Ortsgemeinde Sankt Sebastian“ sowie der „SV Urmitz 1913/1970“. Sie erhalten jeweils 500 Euro Preisgeld.

Knapp 40 Preisträger seit 2008
Den Zukunftspreis Heimat vergibt die Volksbank RheinAhrEifel seit 2008. Gesucht sind Ideen, Konzepte und Projekte, die die Region Rhein-Ahr-Eifel voranbringen, indem sie die Infrastruktur, Lebensqualität und Attraktivität fördern. Knapp 40 Preisträger wurden seit 2008 ausgezeichnet. Auch 2017 schreibt die Bank den Zukunftspreis Heimat aus. Zur Jury gehören, neben dem Vorsitzenden Werner Böhnke, Elmar Schmitz, Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, Bernd Kaltenhäuser, Präsident der Deutschen Bundesbank der Hauptverwaltung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie Pater Andreas Werner, Prior der Benediktiner Abtei Maria Laach.

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