Die Renaturierung des Kyllufers ist ein Gewinn für Mensch und Natur

Gerolstein. Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz konnte am vergangenen Montag bei Kaiserwetter die Ministerin für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten, Ulrike Höfken, am Kyllufer zur Einweihung des 1. Bauabschnittes „Stadt im Fluß“ begrüßen. Unter den Ehrgästen mit dabei auch die Landtagsabgeordneten von CDU Gordon Schnieder und von der FDP Marco Weber. Der Beigeordnete Dieter Demolin hat den Landrat vertreten, ebenso die Bürgermeister Matthias Pauly (VG Gerolstein, Martin Robrecht (Stadt Daun) Matthias Stein (Stadt Hillesheim) und Egon Schommers (Neroth). Soldaten der Bundeswehr aus Gerolstein haben für den kulinarischen Teil der Veranstaltung gesorgt.

Bei der Feier mit dabei waren auch die Vertreter der Banken, des LBM Gerolstein, der Forsten, der Westeifel-Werke, Bau- und Planungsbehörden und zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Gerolstein und Umgebung. Für den musikalischen Rahmen hat das Blasorchester der Realschule plus Gerolstein gesorgt. Eine Kindergruppe der KiKita „Unter den Dolomiten“ hat lautstark mit Gesangseinlagen ihr Bestes gegeben. Klaus Wollwert von den Gerolsteiner Stadtsoldaten hat von  zwei Kanonen mit Böllerschüssen die Ministerin aus Mainz begrüßt.

„Die Renaturierung des Kyllufers in Gerolstein ist ein Gewinn für Mensch und Natur: Durch die naturnahe Entwicklung der Kyll werden neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen und der Fluss für die Bevölkerung wieder erlebbar gemacht“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken bei der Einweihung des ersten Bauabschnitts im Rahmen des Projekts „Stadt im Fluss“.

„Vor dem Hintergrund des Artensterbens müssen wir besondere Anstrengungen unternehmen, um den Rückgang von Tier- und Pflanzenarten in unseren Gewässern entgegen zu wirken“, so Höfen.
Durch Flutmulden im Stadtgebiet kann der Fluss bei Hochwasser nun mehr Raum einnehmen. Böschungen wurden mit Steinsatz und die Gewässersohle mit Wasserbausteinen gegen Erosion gesichert.


„Auch für die Bevölkerung ist das naturnahe Kyllufer ein Gewinn: Eine Kneippanlage im Flachwasserbereich sowie ein naturnaher Wasserspielplatz laden die Anwohner nun zum Verweilen ein“, erläuterte die Ministerin. Die Landesregierung hat den ersten Bauabschnitt mit rund 880.000 Euro aus Mitteln der „Aktion Blau Plus“ gefördert. „Mehr als 1.300 Rückbauprojekte und Gewässerrenaturierungen mit rund 900 km Gewässerlänge konnten wir bereits über dieses Programm realisieren“, sagte Höfken.

Die Wasserrahmenrichtlinie der EU verpflichte die Länder, alle Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu überführen. Dass dies in Rheinland-Pfalz bei 30 Prozent der Bäche, Flüsse und Seen bereits erreicht wurde, sei auch ein Verdienst der Aktion Blau Plus, so Höfken. Ein Großteil der Fließgewässer in Rheinland-Pfalz verfehle dieses Ziel jedoch immer noch, machte die Umweltministerin deutlich: „Hier sind noch große Anstrengungen notwendig.“
„Mit der ,Stadt im Fluss‘ verbinden wir den Gewässer- mit dem Hochwasserschutz sowie der Stadtentwicklung in vorbildlicher Weise. Ich freue mich, dass die Verbandsgemeinde und insbesondere die Stadt Gerolstein erkannt haben, welche Chancen die Aufwertung des Kyllufers bietet“, sagte die Ministerin und dankte allen Mitwirkenden für ihr Engagement bei der Umsetzung des ersten Bauabschnitts. In den kommenden drei bis vier Jahren sollen noch zwei weitere Bauabschnitte am Kyllufer fertig gestellt werden und dazu beitragen, dass der Fluss ein neuer Lebensraum für Mensch und Natur wird.

VG-Bürgermeister Matthias Pauly appellierte an die Ministerin, Überwachungskameras für den neu gestalteten Kurpark zu genehmigen, bw zu bezuschussen. Schließlich wolle man den neuen Kurpark auch in naher Zukunft in einem ähnlich intakten Zustand haben. Es gibt leider viel zu oft Zeitgenossen, die meinen, bei nächster Gelegenheit alles kaputt machen zu müssen.

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