Steht Kloster Himmerod vor der Auflösung?

Himmerod. Seit 900 Jahren leben Mönche in der Abtei Himmerod – doch es werden immer weniger. Nur noch fünf Brüder sind derzeit im Kloster – bald könnte auch das Geschichte sein. Die Entscheidung wird bald fallen. Medienberichten zufolge soll die Jahrhunderte alte Zisterzienserabtei Himmerod in der Eifel kurz vor der Auflösung stehen. Hauptgrund sei die personelle Situation in dem fast 900 Jahre alten Männerkloster: In dem Konvent leben derzeit nur noch fünf Mönche. Vor 40 Jahren gab es in Himmerod noch 30 Mönche. Die endgültige Entscheidung soll Mitte Oktober in der Schweiz bei einer Tagung des Mehrerauer Kongregationskapitels fallen, dem auch das Kloster Himmerod angehört.

Der Himmeroder Abt Johannes wird mit den Worten zitiert: „Nur ein Wunder könne den Konvent noch retten“. Wenn die Ordensgemeinschaft tatsächlich aufgelöst wird, wird das Vermögen der Abtei, also Gebäude und Grundstücke, ans Bistum Trier gehen. Von dort muss man sich dann allerdings auch um die Erhaltung kümmern.
Nach dem Brand in der Abteikirche vor wenigen Wochen wird derzeit die Orgel aus den 60er Jahren renoviert. Fachleute haben den Gesamtschaden auf über eine Million Euro geschätzt. – Glücklicherweise war alles versichert. Die Kirche bleibt noch für einige Monate geschlossen.

Das Zisterzienserkloster Himmerod wurde 1134 von Bernhard von Clairvaux gegründet. Nach der Säkularisation wurde die Abtei fast komplett zerstört und Anfang des 20. Jahrhunderts nach barockem Vorbild neu errichtet. 2011 musste Himmerod aufgrund hoher Verluste der Wirtschaftsbetriebe Insolvenz anmelden; sie konnte aber damals mit Hilfe eines Sanierungsplans abgewendet werden.

Hilfe bekam das Kloster in 2011 von einer sehr engagierten Gruppe Menschen aus der Region. Sie gründeten einen Förderverein. Vorsitzender ist der Unternehmer Dr. Thomas Simon (IT-Haus in Föhren), Ende 2011 hatte dieser Förderverein dann die Regie über die Wirtschaftsbetriebe des Klosterareals übernommen und kurze Zeit später die erste betriebswirtschaftliche Auswertung – kurz BWA – durchgeführt. Die fiel positiv für das Kloster Himmerod aus. Den Mitgliedern des Fördervereins war es gelungen, die klösterlichen Betriebe wirtschaftlich zu betreiben. Dieses Engagement ist ehrenamtlich, von den Leuten, die die Fäden in der Hand halten. Einer der großen Anteil an diesem Sanierungskonzept hat, ist Walter Densborn. Als Bürgermeister im Ruhestand hat er vor Ort die Klosterbetriebe wieder ins Fahrwasser gebracht.
Das finanzielle Problem wurde weitestgehend gelöst. Jetzt geht es um personelle Probleme. Womöglich wird die Fortführung des Klosters an der fehlenden Zahl von Mönchen scheitern. Dieses Problem kann der Förderverein leider nicht lösen. Nun heißt es abwarten, was in der Schweiz entschieden wird.


Zusatzinfo
Die Zisterzienser gehören zu den strengsten Orden der katholischen Kirche. Heute leben in mehr als 300 Klöstern weltweit rund 4.000 Mönche und 2.300 Schwestern, darunter rund 190 Schwestern in den fünf deutschen Frauenabteien. Im männlichen Zweig des Ordens gibt es in Deutschland derzeit das Trappistenkloster Mariawald, drei Männerklöster der Zisterzienser – Himmerod in der Eifel, Langwaden am Niederrhein und Marienstatt im Westerwald – sowie ein Priorat in Bochum-Stiepel. Auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt besiedeln außerdem Zisterzienser aus dem österreichischen Heiligenkreuz das Kloster Neuzelle in Brandenburg wieder.

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