Ermutigende Zeichen für die Zukunft des Glaubens

Bischof Ackermann: Herausforderungen im Vertrauen auf Gott angehen

Trier. Bischof Dr. Stephan Ackermann hat in der Silvesterpredigt 2017 die Gläubigen im Bistum Trier dazu aufgerufen, den Blick auf die „Wohltaten Gottes“ im zurückliegenden Jahr zu richten und dadurch gestärkt die Herausforderungen des kommenden Jahres anzugehen. Die Grundhaltung solle sein: „Gott, der Herr, hat dich bis hierher geführt. Er hat dir schon so viele Zeichen seiner Nähe gezeigt. Er wird dir auch weiterhin helfen und dich nicht im Stich lassen. Vertrau‘ ihm!“

Der Bischof teilte mit den Gottesdienstbesuchern im Trierer Dom Erfahrungen, die ihm Gottes Wirken gezeigt und Mut gemacht hätten, „dass der christliche Glaube in unserem Bistum tiefe Wurzeln hat und dass der Geist Jesu Christi auch in unserer Zeit Menschen inspiriert und ergreift“. Ackermann nannte die „Prayer Night“ (Gebetsnacht) in Koblenz oder die in Neuwied gestartete politisch-gesellschaftliche Aktion „Wir gegen Rassismus“: „Junge Leute lassen sich von der Botschaft des Evangeliums inspirieren und haben keine Angst, dies in der Öffentlichkeit zu bekennen und um Unterstützung zu werben: für mich eine wirkliche Ermutigung im Glauben.“ Ackermann hob auch den „Lernweg im Hinblick auf eine gute Streitkultur“ hervor, die sich in den Reaktionen auf die Gliederung der neuen Pfarreien gezeigt hätten. Die Diskussionen seien Zeugnis dafür, dass Menschen die Kirche nicht egal sei. In den Rückmeldungen sei die Energie spürbar geworden, die in den Gemeinden vorhanden sei und mit der Gläubige den Weg des Bistums mitgestalten wollten. Und nicht zuletzt die Diskussion um die Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“ aus dem „Vater unser“, die es bis auf die Titelseiten der Tageszeitungen geschafft hatte, zeige ihm, dass das Gebet „dem äußeren Anschein zum Trotz immer noch eine Wirklichkeit auch in unserer westlich-säkularen Welt ist“. Ähnliches gelte für die persönliche Auseinandersetzung von Menschen mit Gott – für Ackermann „ein ermutigendes Zeichen für die Zukunft des Glaubens“.

Bischof Ackermann zog die Verbindung seiner kirchlichen Beispiele mit der „Welt, in der wir leben“: Sie werde bunter und vielfältiger, aber auch „unübersichtlicher und ein Stück unberechenbarer“. Es falle schwerer als in früheren Jahren „gesellschaftlich und politisch, national wie international einen Konsens zu finden, der gemeinsames Handeln ermöglicht“. Da scheine es naheliegend, sich als Gruppe oder gar als Nation mehr auf sich selbst zurückzuziehen. Menschen aber, die ihr Kirche sein bewusst lebten, könnten ein „wohltuendes Ferment“, also eine Art Sauerteig, für die Gesellschaft sein. Denn es seien Menschen, die „nicht nur auf die eigenen Kräfte vertrauten, sondern davon überzeugt sind, dass auch heute Gott am Werk ist“ – „Menschen, die aus einer fundamentalen Gelassenheit heraus leben, die etwas anderes ist als Naivität, Desinteresse oder Schläfrigkeit.“ Wer so die Veränderungen und Herausforderungen angehen, in die die Menschen im Bistum gestellt seien, leiste damit auch einen positiven Beitrag für das Zusammenleben in der Gesellschaft und in der Welt von heute. „Und wir sind Kirche, wie sie sich das Zweite Vatikanische Konzil vorgestellt hat: als Zeichen und Werkzeug für die Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.“

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