Nagasakitag: Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ beendet 20-wöchige Aktionspräsenz

Am heutigen 72. Jahrestag (09.08.2017) des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Nagasaki beendet die Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt“ ihre 20-wöchige Aktionspräsenz am Atomwaffenstandort Büchel (Eifel). Seit dem 26. März protestierten Friedensaktivisten an dem Fliegerhorst für eine Welt ohne Atomwaffen. Den Abschluss der Aktionspräsenz bildet heute ein Fastenbrechen im Rahmen einer Gedenkfeier für die Opfer des Bombenabwurfs auf Nagasaki vor 72 Jahren vor dem Fliegerhorst Büchel.

Die Aktion startet um 11:02 Uhr, dem Zeitpunkt der Detonation der Atombombe, mit dem Fastenbrechen. Seit dem 29. Juli haben Menschen aus verschiedenen Städten in Deutschland unter dem Motto „Grenzüberschreitungen“ gefastet. Das Fasten ist Teil einer internationalen Kampagne, an der sich Gruppen aus mehreren Ländern beteiligen. Mit dem Fasten wollen die Aktivisten auf das Gewissen ihrer Mitmenschen einwirken. Zum einen auf das Gewissen der Bürger, damit sie sich dem Engagement gegen Atomwaffen anschließen. Zum anderen auf das Gewissen der Soldaten auf dem Fliegerhorst, da diese die Atomwaffen im Ernstfall ins Ziel bringen müssten. Zum dritten auf das Gewissen der Politiker, damit sich diese für den Abzug der Atomwaffen aus Büchel einsetzen.

„Wir freuen uns, dass uns so viele Gruppen und weit über 1.000 Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus über zwanzig Wochen hinweg bei unserem Engagement für eine atomwaffenfreie Welt unterstützt haben“, resümiert Roland Blach, Koordinator der Kampagne „Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt. Seit dem 26. März befand sich in jeder Woche mindestens eine Aktionsgruppe vor Ort. Zu den Highlights der 20-wöchigen Aktionspräsenz gehörte u.a. der Aktionstag mit Konstantin Wecker am 15. Juli, zu dem mehrere hundert Friedensaktivisten aus ganz Deutschland anreisten. Auch der Besuch des Bischofs von Trier, Stephan Ackermann, sorgte medial für Aufsehen.

Mit am spektakulärsten waren jedoch die gewaltfreien Aktionen der internationalen Gäste. Mit ihren Aktionen am 16. und 17. Juli zeigten sie eindrücklich, wie schlecht die Sicherheitsmaßnahmen am Fliegerhorst Büchel sind. Bei einer ersten Aktion konnten rund 30 Aktivisten auf das Gelände des Fliegerhorsts gelangen, weil ein Tor unverschlossen war. Bei einer zweiten Aktion konnten fünf Aktivisten ungestört über längere Zeit nachts auf dem Fliegerhorst verbringen, bis sie sich freiwillig zu erkennen gaben.

Gestärkt fühlt sich die Kampagne auch durch den während der Aktionspräsenz von 122 Staaten an der UNO verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag. „Wir appellieren an die Bundesregierung, diesem Vertrag beizutreten, die nukleare Aufrüstung in Deutschland zu verhindern und an dem Beschluss des Deutschen Bundestages vom 26. März 2010 festzuhalten, der den Abzug aller Atomwaffen aus Büchel fordert“, fordert Blach.

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