Hubert Bastgen

Kirchenhistoriker und Sondergesandter aus Cochem

Der 1876 in Cochem geborene Hubert Bastgen entwickelte sich zu einem der interessantesten Kirchenhistoriker seiner Zeit. Mannigfache Verbindungen zu führenden Persönlichkeiten der Kaiserzeit machten seinen eifeltypischen Familiennamen auch in Kreisen der Politik zwischen Berlin und Rom wohlbekannt. In der Mitte seines sechsten Lebensjahrzehnts kam es zu einem dramatischen Bruch seiner Biographie. Daraufhin verbrachte der renommierte Vatikanforscher die verbleibende Lebenszeit als Pater Beda Bastgen in dem bayerischen Benediktinerkloster Schäftlarn. Bevor auf die Umstände dieser Lebenswende eingegangen wird, soll zunächst sein Werdegang kurz vorgestellt werden.
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Peter Freppert

– Bauer und Schriftsteller aus Geichlingen

Peter Freppert wurde 1908 im Westeifeldorf Geichlingen als Sohn der Eheleute Kaspar Freppert und Anna Schon geboren. Obwohl sein Name außerhalb seiner Heimatregion kaum bekannt ist, erwarb er sich mit seinem literarischen Werk bleibende kulturelle Verdienste, an denen Interessierte nicht achtlos vorbeigehen sollten. Apropos Name: Der seltene Familienname Freppert ist für das deutsch-luxemburgische Grenzland so speziell, dass fast alle Frepperts weltweit in verwandtschaftlicher Beziehung zur Familie des Geichlinger Dichters stehen. Das gilt insbesondere auch für die in die USA ausgewanderten Freppert. Aus den Reihen dieser Minnesota-Freppert stammte der franziskanische Philosophieprofessor Lucan Freppert (1923-1990), Verfasser grundlegender Studien zum mittelalterlichen Meisterdenker Wilhelm von Ockham. … weiterlesen »

Lauro Müller

Brasilianischer Staatsmann und Intellektueller, Sohn eines Einwanderers aus Greimersburg

Greimersburg, ein kleines Dorf östlich des Flugplatzes Büchel, ist die Heimat der Familie Müller, die mit dem Politiker und Ingenieur Lauro Müller eine der großen Persönlichkeiten Brasiliens hervorbrachte. Lauro Severiano Müller kam 1863 in Itajai in Südbrasilien als Sohn des Kaufmanns Peter Müller zur Welt. Der 1815 in Greimersburg geborene Bauernsohn Peter Müller war zusammen mit seinem Vater Johann Müller um 1830 in die neugegründete Siedlung São Pedro de Alcântara gekommen. Die Müllers gehörten damit zur ersten Welle deutscher Einwanderer in dieser südbrasilianischen Region überhaupt. In Brasilien heiratete Peter Müller eine Einwanderin aus seiner Eifelheimat: die in Kehrig geborene Anna Michels. Über seine Eifler Mutter war Lauro Müller ein Vetter des brasilianischen Politikers Felipe Schmidt (1859 –1930), der von 1898 –1902 sowie von 1914 –1918 als Gouverneur den südbrasilianischen Bundesstaates Santa Catarina regierte – ein Amt, das auch Lauro Müller jahrelang innehatte. … weiterlesen »

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Peter Anton Juley

 – Fotograf aus Alf

Brillante Fotokünstler moselfränkischer Herkunft haben sich mehrfach in die Geschichte der US-Fotografie auf höchstem Niveau eingeschrieben. Dies betrifft einerseits den weltberühmten, im luxemburgischen Bivingen geborenen Fotografen Edward Steichen (1879-1973). Zwar weniger bekannt, aber gleichwohl von unschätzbarer Bedeutung für die Geschichte der US-Fotografie und der amerikanischen Kunst sind der in Alf geborene Peter Anton Juley und sein Sohn Paul P. Juley (1890-1975). Während ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als berühmteste amerikanische Künstler-Fotografen bauten die Juleys eine einzigartige Sammlung auf, die Paul Juley dem Smithsonian‘s National Museum of American Art (NMAA) vermachte. Diese Peter A. Juley & Son Collection besteht aus ungefähr 125000 Foto-Negativen und enthält rund 4500 Porträts vorwiegend amerikanischer Künstler. … weiterlesen »

Klara Marie Faßbinder

– Pazifistin und Pädagogin, Tochter eines Lehrers aus Ehlenz

Klara Marie Faßbinder kam 1890 in Trier als Tochter des Lehrers Peter Faßbinder und dessen Ehefrau Anna Maria Schütz zur Welt. Durch Beruf und Herkunft bedingt drehte sich bei den Faßbinders „alles um die Schule“, wie der Bonner Archivar Dr. Thomas P. Becker, ein Nachkomme des Paares Faßbinder-Schütz und bester Kenner der Biographie K. M. Faßbinders, notierte. Peter Faßbinder entstammte ebenso wie seine Frau Eifler Lehrerfamilien; von ihren sieben Kindern ergriffen sechs ebenfalls den Lehrerberuf. Der angesehene Schulmeister Matthias Faßbinder, Klaras Großvater väterlicherseits, hatte in Speicher unterrichtet, die Vorfahren von Klaras Mutter (z. B. Mengelkoch in Daun) wurzelten tief in der Vulkaneifel. Großneffe von Klara Marie Faßbinder war der herausragende Regisseur Rainer Werner Faßbinder (1945-1982). … weiterlesen »

Indutiomarus

– Fürst der Treverer

In den letzten vorchristlichen Jahrhunderten, aber auch noch lange danach, wurde in der Eifel eine keltische Sprache gesprochen – die der Treverer. Die Eifel gehörte zum Kernland der Treverer, auch wenn sich deren Stammesgebiet darüber hinaus südlich der Mosel sowie westwärts der heutigen deutschen Grenze erstreckte. Die historische Erstnennung der Treverer erfolgte im Jahr 58 v. Chr. durch Caesar in dessen Werk „Über den gallischen Krieg“, in dem er seinen Eroberungskrieg gegen die Gallier dokumentierte. Der römische Heerführer war besonders von der Reiterei der Treverer beeindruckt, die seiner Einschätzung nach die stärkste in ganz Gallien war. Caesars Kriegsbuch ist es auch, das fast alle Informationen über Indutiomarus liefert, der sich der römischen Eroberung nicht widerstandslos beugen wollte. Wo dieser Keltenfürst genau geboren wurde, ist nicht bekannt. Versuche, ihn mit konkreten Orten der Trevererhistorie – etwa dem Dollberg bei Otzenhausen – in Verbindung zu bringen, bleiben vorerst spekulativ. Ungeklärt ist auch die Bedeutung seines Namens. Während der zweite Namensbestandteil – „mar“ als bekanntes Wort für „groß, berühmt, bedeutend“ leicht zu erklären ist, ist der erste Teil „Indutio“ rätselhafter. … weiterlesen »

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Kinder der Eifel – aus anderer Zeit

Ernst Landsberg – Rechtshistoriker aus Stolberg

In auffälligem Gegensatz zur fundamentalen Bedeutung, die Recht auch im Leben früherer Generationen spielte, steht die geringe Bekanntheit derjenigen Gelehrten, die sich wissenschaftlich mit Rechtsgeschichte beschäftigen. Dies gilt sogar für den Juristen Ernst Landsberg, der zu Lebzeiten immerhin als „Geschichtsschreiber der deutschen Rechtswissenschaft“ (Otto von Gierke) gewürdigt worden war. … weiterlesen »

Josef Schiffels

Volksschulrektor, Autor und Komponist aus Hasborn

Vor dem 1. Weltkrieg gab es in Preußen rund 40000 Volksschulen mit circa zehn Millionen Schulkindern. Unterrichtet wurden sie von ungefähr 135.000 Lehrerinnen und Lehrern. Kaum jemand dieser Volkschullehrer war im Rheinland bekannter als Josef Schiffels, der Rektor der Volksschule Wittlich. Jahr um Jahr veröffentlichte dieser vielseitig begabte Pädagoge neben anderen Werken gefragte Schriften zu Themen des katholischen Unterrichts. Auch wenn Schiffels in zeitgenössischen Lexika erwähnt wurde, so findet sich bis jetzt die umfangreichste Darstellung über ihn in einem Aufsatz von Kathrin Simon aus dem Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich 1989. … weiterlesen »

Peter Aloys Licht

Deutschkatholischer Priester aus Kesten

Deutschkatholiken – das ist die Bezeichnung für eine in den 1840er Jahren aus der römisch-katholischen Kirche hervorgegangene kirchenkritische Bewegung, die schnell viele Anhänger gewann, sich aber nicht lange erfolgreich halten konnte. Historisch wirksam bleibt sie als Vorläuferin moderner freireligiösen Gruppen. Zu ihren Vordenkern gehörte der 1781 in Kesten geborene Pfarrer Aloys Licht. Für seine damalige Bekanntheit spricht, dass von ihm sogar eine Abbildung existierte: Der Offenbacher Maler P. C. Appell verkaufte ein lithographiertes Porträt Lichts; Appell hatte sich darauf spezialisiert, Bildnisse prominenter Deutschkatholiken (insbesondere des schlesischen Priesters Johannes Ronge) anzufertigen. Dass Licht in seiner Moselheimat nicht vergessen ist, zeigen zwei Beiträge in den Kreisjahrbüchern Bernkastel-Wittlich (2010 und 2011), in denen Hermann Grumbach, Lichts Landsmann aus Lieser, dessen Lebensgang darstellt und dabei den geistig-politischen Hintergrund kenntnisreich ausleuchtet. … weiterlesen »

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Gerhard Schindler

Jurist, Geheimdienstler und Sicherheitsexperte aus Kollig

Viereinhalb Jahre lang stand ein Eifler an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes: Der 1952 in dem Maifelddorf Kollig geborene Jurist Gerhard Schindler war bis zum Juli 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Mit seiner Versetzung in den einstweiligen Ruhestand endete der aktive Dienst einer eindrucksvollen Beamtenkarriere, in deren Verlauf der Arbeitersohn bereits vor seiner Ernennung zum BND-Chef „zentraler Architekt der deutschen Terrorabwehr“ (so die ZEIT) geworden war. … weiterlesen »

Jakob Lehnen – Maler aus Hinterweiler

Der preußische Maler Adolph Menzel gehört zu den berühmtesten deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts. Wenn man auf seine Biographie zu sprechen kommt, wird oft hervorgehoben, wie klein Menzel körperlich war: nach neuerer Forschung nur knapp 150 cm. Im Vergleich zu dem 1803 in Hinterweiler geborenen Jakob Lehnen war Menzel allerdings ein Riese: Lehnens Körperhöhe betrug nur 32 rheinische Zoll, also etwa 85 cm. Im Jahr 2015 veröffentlichte Gerd Bayer (Bausendorf) ein schön bebildertes Buch über diesen Eifler „Malerzwerg“ Jakob Lehnen, in dem er – teils fiktiv, teils dokumentarisch – dessen seltsames Schicksal vorstellt.   … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.