Indutiomarus

– Fürst der Treverer

In den letzten vorchristlichen Jahrhunderten, aber auch noch lange danach, wurde in der Eifel eine keltische Sprache gesprochen – die der Treverer. Die Eifel gehörte zum Kernland der Treverer, auch wenn sich deren Stammesgebiet darüber hinaus südlich der Mosel sowie westwärts der heutigen deutschen Grenze erstreckte. Die historische Erstnennung der Treverer erfolgte im Jahr 58 v. Chr. durch Caesar in dessen Werk „Über den gallischen Krieg“, in dem er seinen Eroberungskrieg gegen die Gallier dokumentierte. Der römische Heerführer war besonders von der Reiterei der Treverer beeindruckt, die seiner Einschätzung nach die stärkste in ganz Gallien war. Caesars Kriegsbuch ist es auch, das fast alle Informationen über Indutiomarus liefert, der sich der römischen Eroberung nicht widerstandslos beugen wollte. Wo dieser Keltenfürst genau geboren wurde, ist nicht bekannt. Versuche, ihn mit konkreten Orten der Trevererhistorie – etwa dem Dollberg bei Otzenhausen – in Verbindung zu bringen, bleiben vorerst spekulativ. Ungeklärt ist auch die Bedeutung seines Namens. Während der zweite Namensbestandteil – „mar“ als bekanntes Wort für „groß, berühmt, bedeutend“ leicht zu erklären ist, ist der erste Teil „Indutio“ rätselhafter. … weiterlesen »

Kinder der Eifel – aus anderer Zeit

Ernst Landsberg – Rechtshistoriker aus Stolberg

In auffälligem Gegensatz zur fundamentalen Bedeutung, die Recht auch im Leben früherer Generationen spielte, steht die geringe Bekanntheit derjenigen Gelehrten, die sich wissenschaftlich mit Rechtsgeschichte beschäftigen. Dies gilt sogar für den Juristen Ernst Landsberg, der zu Lebzeiten immerhin als „Geschichtsschreiber der deutschen Rechtswissenschaft“ (Otto von Gierke) gewürdigt worden war. … weiterlesen »

Josef Schiffels

Volksschulrektor, Autor und Komponist aus Hasborn

Vor dem 1. Weltkrieg gab es in Preußen rund 40000 Volksschulen mit circa zehn Millionen Schulkindern. Unterrichtet wurden sie von ungefähr 135.000 Lehrerinnen und Lehrern. Kaum jemand dieser Volkschullehrer war im Rheinland bekannter als Josef Schiffels, der Rektor der Volksschule Wittlich. Jahr um Jahr veröffentlichte dieser vielseitig begabte Pädagoge neben anderen Werken gefragte Schriften zu Themen des katholischen Unterrichts. Auch wenn Schiffels in zeitgenössischen Lexika erwähnt wurde, so findet sich bis jetzt die umfangreichste Darstellung über ihn in einem Aufsatz von Kathrin Simon aus dem Kreisjahrbuch Bernkastel-Wittlich 1989. … weiterlesen »

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Peter Aloys Licht

Deutschkatholischer Priester aus Kesten

Deutschkatholiken – das ist die Bezeichnung für eine in den 1840er Jahren aus der römisch-katholischen Kirche hervorgegangene kirchenkritische Bewegung, die schnell viele Anhänger gewann, sich aber nicht lange erfolgreich halten konnte. Historisch wirksam bleibt sie als Vorläuferin moderner freireligiösen Gruppen. Zu ihren Vordenkern gehörte der 1781 in Kesten geborene Pfarrer Aloys Licht. Für seine damalige Bekanntheit spricht, dass von ihm sogar eine Abbildung existierte: Der Offenbacher Maler P. C. Appell verkaufte ein lithographiertes Porträt Lichts; Appell hatte sich darauf spezialisiert, Bildnisse prominenter Deutschkatholiken (insbesondere des schlesischen Priesters Johannes Ronge) anzufertigen. Dass Licht in seiner Moselheimat nicht vergessen ist, zeigen zwei Beiträge in den Kreisjahrbüchern Bernkastel-Wittlich (2010 und 2011), in denen Hermann Grumbach, Lichts Landsmann aus Lieser, dessen Lebensgang darstellt und dabei den geistig-politischen Hintergrund kenntnisreich ausleuchtet. … weiterlesen »

Gerhard Schindler

Jurist, Geheimdienstler und Sicherheitsexperte aus Kollig

Viereinhalb Jahre lang stand ein Eifler an der Spitze des deutschen Auslandsgeheimdienstes: Der 1952 in dem Maifelddorf Kollig geborene Jurist Gerhard Schindler war bis zum Juli 2016 Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND). Mit seiner Versetzung in den einstweiligen Ruhestand endete der aktive Dienst einer eindrucksvollen Beamtenkarriere, in deren Verlauf der Arbeitersohn bereits vor seiner Ernennung zum BND-Chef „zentraler Architekt der deutschen Terrorabwehr“ (so die ZEIT) geworden war. … weiterlesen »

Jakob Lehnen – Maler aus Hinterweiler

Der preußische Maler Adolph Menzel gehört zu den berühmtesten deutschen Künstlern des 19. Jahrhunderts. Wenn man auf seine Biographie zu sprechen kommt, wird oft hervorgehoben, wie klein Menzel körperlich war: nach neuerer Forschung nur knapp 150 cm. Im Vergleich zu dem 1803 in Hinterweiler geborenen Jakob Lehnen war Menzel allerdings ein Riese: Lehnens Körperhöhe betrug nur 32 rheinische Zoll, also etwa 85 cm. Im Jahr 2015 veröffentlichte Gerd Bayer (Bausendorf) ein schön bebildertes Buch über diesen Eifler „Malerzwerg“ Jakob Lehnen, in dem er – teils fiktiv, teils dokumentarisch – dessen seltsames Schicksal vorstellt.   … weiterlesen »

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Karl Jakobs

Teilchenphysiker aus Retterath

Wenn man die Arbeit und das Forschungsfeld des Physikers Karl Jakobs beschreiben will, weiß man kaum, mit welchem Superlativ man anfangen soll. Vielleicht mit dem gerade aktuellsten: Seit März 2017 leitet Professor Jakobs als erster Deutscher das ATLAS-Experiment am weltberühmten Europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchenphysik (CERN) in Genf. Als neuer Sprecher der ATLAS-Kooperation steht der 1959 in Retterath geborene Eifler damit an der Spitze einer der weltweit größten Forschungskollaborationen überhaupt. Rund 3.000 Physikerinnen und Physiker aus fast 200 Instituten und 40 Staaten arbeiten an diesem gigantischen Experiment der Grundlagenphysik mit. Es verfolgt das extrem anspruchsvolle Ziel, den kleinsten Bausteinen der Materie und ihrer Wirkungsweise noch tiefer auf die Spur zu kommen und so Aufbau und Entwicklung des Universums vollständiger zu verstehen. … weiterlesen »

Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels

Kurfürst und Erzbischof, Sohn einer Gräfin von Manderscheid

In den letzten 100 Jahren des Heiligen Römischen Reiches besetzten Angehörige der Eifler Grafenfamilie von Manderscheid geistliche und weltliche Spitzenpositionen in bedeutenden Regionen des Reiches. Das gilt etwa für Johann Moritz Gustav von Manderscheid-Blankenheim (1676–1763), der fast 30 Jahre lang Erzbischof von Prag war. Bei einem anderen der namhaften Kirchenfürsten wird der manderscheidische Hintergrund oft übersehen, weil man ihn nicht im Familiennamen erkennt: Hinter dem schwäbischen Adelsnamen von Königsegg-Rothenfels des Kurfürsten Max Friedrich verbirgt sich jedoch starkes manderscheidisches Erbe: Seine Mutter, die Gräfin Klara Felicitas von Manderscheid-Blankenheim, war eine Schwester des Prager Erzbischofs. … weiterlesen »

David Kaufmann

Menschenretter, Kaufmann und Philanthrop aus Münstereifel

Obwohl das Interesse an der jüdischen Geschichte von Bad Münstereifel vor Ort groß ist, wurde eine herausragende Persönlichkeit der Stadt bisher anscheinend übersehen: der 1903 ausgewanderte Geschäftsmann und Wohltäter David Kaufmann. Anders verhält es sich in den USA: Dort erschien 2008 die von William E. Ramsay und Betty D. Shrier verfasste Biographie: „Doorway to Freedom. The Story of David Kaufmann. Merchant-Benefactor-Rescuer“, in der Kaufmanns Leben und Wirken dargestellt wird. … weiterlesen »

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Theodor von Neuhoff

König von Korsika. Sohn einer Eiflerin aus Büllingen

Groß ist die Zahl der Könige in der Weltgeschichte, aber es gab nur einen einzigen „König von Korsika“: den 1736 gewählten Theodor von Neuhoff. So außergewöhnlich wie dieser Königstitel war auch das romanhafte Leben dieses vielseitigen Abenteurers und geheimnisumwitterten politischen Agenten. Wie es sich für eine solche Persönlichkeit gehört, lag und liegt manches zu seinem Werdegang im Dunkeln. Die Unsicherheit beginnt bereits mit seiner Herkunft. Im Kontrast zum altrömischen Rechtssprichwort „Pater semper incertus est“ (der Vater ist immer ungewiss) ist es bei Neuhof die Mutter, über deren Identität lange gerätselt wurde. Theodors Vater war der sauerländische Infanterieoffizier und Freiherr Leopold Wilhelm von Neuhoff, Spross eines altadligen Geschlechts aus der ehemaligen Grafschaft Mark. … weiterlesen »

Maria Verbeek

Mathematikerin und Bäuerin aus Wittlich

Im Jahr 2017 sind es 100 Jahre her, seit erstmals eine Wittlicherin promovierte: Maria Verbeek mit ihrer mathematischen Doktorarbeit „Über spezielle rekurrente Folgen und ihre Bedeutung für die Theorie der linearen Mittelbildungen und Kettenbrüche“. Dieses Ereignis markiert nicht nur unter lokalem Wittlicher Aspekt eine Pionierleistung. Erst ein Jahrzehnt zuvor war das Universitätsstudium für Frauen in Preußen allgemein zugelassen worden. Dementsprechend war auch die Zahl von Frauen, die eine Promotion vorweisen konnten, sehr klein. Kurzum: Frauen, die im Kaiserreich ihren Doktortitel erwarben, konnten sich mit Recht als Pionierinnen  im Bereich Bildung und Wissenschaft betrachten. Die Entdeckung, dass zu diesem geistig elitären Kreis eine Wittlicherin gehörte, ist Franz-Josef Schmit zu verdanken, der zur Wittlicher Schulgeschichte und speziell zur Geschichte der höheren Mädchenbildung ausgiebig recherchierte.  … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.