Presseschau – Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum TV-Duell

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum TV-Duell
Es kam, wie es kommen musste: Das Rededuell zwischen CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel und SPD-Chef und -Kanzlerkandidat Martin Schulz hat hier und da zur öffentlichen Präzisierung der jeweiligen Positionen beigetragen. Von einer Wende im Rennen um die Kanzlerschaft aber keine Spur. Ob es um Flucht und Zuwanderung ging, um klare Kante gegen islamistische Einpeitscher, oder um das Beten am Sonntag – auffallend oft war Schulz mit Äußerungen zur Stelle wie „Da hat Frau Merkel Recht“. Das ist fair. Das bringt die Nähe der politischen Standpunkte beider Kandidaten auf den Punkt. Doch ein Herausforderer punktet damit kaum. So war dieses TV-Duell ein getreues Spiegelbild des Wahlkampfs: Da streicheln sich zwei Koalitionspartner. Wie hätte es auch anders sein sollen. (ots)
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Buchvorstellung von Axel Gessinger

Gessinger: „Mir ist heute die Aufgabe zugefallen, das soeben von der Druckerei übergebene und Herrn Bürgermeister Bastgen gewidmete Buch vorzustellen.

Dieses mit dem Titel „Die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf in Aquarellen“ heißt für mich also auch, die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf vorzustellen. Da könnte man leicht zu der Frage kommen, ist das denn überhaupt notwendig? Heißt das nicht „Eulen nach Athen tragen“. Kennen wir, die wir alle hier sind, die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf nicht; sozusagen in- und auswendig.

Ich denke: Nein – und wenn doch – so entdeckten wir bei einer intensiven Betrachtung der eigenen Heimat doch immer wieder Neues und vielleicht auch noch Unbekanntes.

So wie sich Deutschland in einzelne unterschiedliche Regionen aufteilt, so ist auch unsere VG in drei landschaftlich reizvolle Regionen aufgeteilt bzw. vereint: das Moseltal, das Alftal und der Südrand der Eifel.

Das Moseltal mit seinen Weingärten an den Steilhängen der Umlaufberge, die den Windungen des Stromes folgen ist sicher das Besondere dieser Region. Malerische Dörfer wie Kinheim, Kröv, Kövenig und Reil säumen das Ufer des Flusses, den schon der römische Dichter Ausonius in seiner Mosella  bewundernd besungen hat. Viele Dichter haben es ihm später gleichgetan.

Nach Norden hin gleiten die Laubwald bedeckten Moselberge dann hinab ins Alftal, das wiederum zur Eifel hin vom Saum des mächtigen Kondelwalds begrenzt wird. In dieser mit fruchtbaren Äckern und Wiesen gesegneten Senke hat sich der Alfbach sein Bett gegraben. Die Römer nannten ihn Alba, was helles, klares Wasser heißt.

Aus den Waldschluchten der Eifel heraustretend fließt in weitem Bogen durch die Dörfer Olkenbach, Bausendorf, Kinderbeuern und Bengel, um sich dann durch die enge Klamm des Höllenthals einen Weg zur Mosel zu bahnen.

Nahe Kinderbeuern, am Fuße des Kondelwaldes liegt das Dörfchen Hetzhof und bei Bengel verkündet ein barocker Kirchturm, über einen Hügel herausschauend, das Kloster Springiersbach, das Augustinerchorherren im 12. Jahrhundert in der Waldeinsamkeit des Kondels gegründet haben. Die um 1770 erbaute barocke Klosterkirche ist heute das viel besuchte und bewunderte Juwel des Alftals.

Aus dem Alftal steigt breit gestreckt der Kondelwald zur Hochebene der Eifel hinan. Auf der Höhe gleitet der Blick über Äcker und Wiesen weit ins Land hinein und streift den Kirchturm und die Dächer des Dorfes Hontheim. Durch mittelalterliche Rodungssiedlungen entstanden von Hontheim ausgehend die Weiler Wispelt, Krinkhof und Bonsbeuern.

In dem großen Walddistrikt, der westlich des Alfbachs an den Kondelwald angrenzt, befinden sich, eingebettet in die Natur, die Dörfer Diefenbach und Willwerscheid.

Aus einem Seitental der Wittlicher Senke schiebt sich malerisch das Dörfchen Flußbach in den Südhang des genannten Walddistrikts“.

Zur Geschichte
„Die landesherrschaftliche Klammer des Großteils der genannten Orte zwischen Mosel und Eifel bildete einst das „Kröver Reich“, das rund tausend Jahre lang von der Karolingerzeit bis zur Französischen Revolution bestanden hat. Als Krongut bzw. Reichsgut, was seinen Namen erklärt, dehnte es sich einst von der Mosel bis nach Daun hinauf aus. Als es im 13. Jahrhundert als Reichslehen in den Besitz der Grafen von Sponheim überging, zählte es nur noch sieben Dörfer: Kröv, Kövenig, Kinheim, Reil, Erden, Bengel und Kinderbeuern. Allerdings gehörte auch der große Kondelwald zum Kröver Reich. Nach uraltem Brauch standen den angrenzenden Gemeinden Olkenbach und Hontheim Nutzungsrechte im Kondelwald zu, was sie also mit dem Kröver Reich verband. Das Kröver Weistum  von 1399, eine Art Grundgesetz, gewährte den Einwohnern des kleinen Territoriums ein hohes Maß an Freiheit und Selbstverwaltung. Folglich entwickelten sie eigenständiges Selbstbewusstsein und ließen sich nicht zu hörigen Untertanen degradieren. Diese Denkart wirkt bis heute nach.

Die an das Kröver Reich angrenzenden Dörfer unterstanden verschiedenen Landesherren. Bausendorf, ein Teil der ritterschaftlichen Herrschaft Lösnich an der Mosel, war im Jahre 1700 durch Erbschaft an die Reichsgrafen von Kesselstatt gefallen. Olkenbach mit Heinzerath, Flußbach sowie Hontheim mit Wispelt, Krinkhof und Bonsbeuern gehörten seit dem Mittelalter zum Kurfürstentum Trier. Das Dörfchen Diefenbach war im Besitz eine Ritterfamilie, und das Dörfchen Willwerscheid unterstand dem Abt von Springiersbach.

Diese kleinkarierte landesherrschaftliche Vielfalt wurde nach dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen 1794 schlagartig hinweggewischt. Auf einheitlicher Rechtsgrundlage schufen die neuen Herren Mairien, d. h. Samtgemeinden, die von den 1815 nachfolgenden Preußen Bürgermeistereien genannt worden sind. Aus den Bürgermeistereien Kröv und Bausendorf ist 1969 die Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf gebildet worden. So vielgestaltig auch die Landschaft und die geschichtliche Herkunft dieser Verwaltungseinheit sind, so harmonisch ist sie doch zu einer Lebensgemeinschaft ihrer Einwohner zusammengewachsen. Wie einst im Kröver Reich, herrscht heute in der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf ein stark ausgeprägtes Zusammengehörigkeitsgefühl.

Die Menschen zwischen Mosel und Eifel sind von je her fest in ihrer Heimaterde verwurzelt. An der Mosel prägte der Weinbau den Lebensrhythmus. Seit etwa 250 n. Chr. schickten sich hier die Menschen an, die wild bewachsenen Berghänge in Weingärten zu verwandeln und schufen so eine einmalige Kulturlandschaft.

Im Alftal war zum Großteil eine bäuerliche Bevölkerung beheimatet, die vor allem von Ackerbau und Viehzucht lebte. Das milde Klima in dem ringsum von Bergen geschützten Tal begünstigte aber auch den Obstanbau.

Auf der Hochebene der Eifel um Hontheim und in den Rodungsdörfern Diefenbach und Willwerscheid erlaubte ein raueres Klima nur Ackerbau und Viehzucht.

Im Unterschied zu den eng zusammengebauten Moseldörfern konnten die Dörfer im Alftal und am Rand der Eifel weitflächig angelegt werden. Die Bauweise war schmuckloser als in den Moseldörfern und spiegelt die auf Schlichtheit und Dauerhaftigkeit bedachte Einstellung ihrer Erbauer wider.

Auch in den bäuerlich geprägten Dörfern im Alftal und in der Eifel wurde der drastische Rückgang der einst zahlreichen bäuerlichen Betriebe von Modernisierungsmaßnahmen begleitet.

Durch die Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere der 1950er und 1960er Jahre ging dort, wie auch in den Moselgemeinden leider die herkömmliche malerische Patina vielfach verloren. Doch es bieten sich in den modern herausgeputzten Ortschaften auch heute noch malerische Ansichten, wie der vorliegende Bildband überaus ansichtsvoll dokumentiert“.

Kommen wir daher nun zum Künstler
„Gemalt hat die hier zusammengestellten Bilder der Historiker Prof. Erwin Schaaf. Er kam in den 1950er Jahren als Junglehrer nach Hetzhof und hat in dem idyllischen Dörfchen rasch Wurzeln geschlagen. Doch es zog ihn zur Universität. In Mainz und Saarbrücken studierte er Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie und promovierte 1965 im Fach Geschichte. Professor für Politikwissenschaft wurde er 1970 in Freiburg und Professor für Geschichte 1972 in Koblenz, wo er 1999 emeritiert wurde. In enger Verbundenheit mit Land und Leuten wohnt er seit Jahrzehnten in Kinderbeuern. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat sich Prof. Schaaf immer wieder dem Zeichnen und Malen zugewandt. Mit den Augen des Historikers suchte er seine Motive, die er möglichst realitätsgetreu ins Bild setzten wollte, um sie unter anderem auch zur Illustration seiner Veröffentlichungen zu nutzen. Das Zeichnen und Malen hat er sich von Kind an autodidaktisch angeeignet. Mit den hier wiedergegebenen Bildern will er Sehenswertes aus der Region festhalten und dem Betrachter vor Augen führen, was ihm, so denke ich jedenfalls bestens gelungen ist“.

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Südwest Presse: Kommentar zu Bundeskriminalamt

Ulm (ots) – Jörg Ziercke ist seit zehn Jahren Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA). Seine Behörde genießt ein parteiübergreifend hohes Ansehen. Er gilt als sehr integer. Während seine Vorgänger den Posten zumeist vorzeitig abgeben mussten, erlebte der Mann mit dem SPD-Parteibuch vier Innenminister, auch wenn er sich gelegentlich sperrig gab: Schily, Schäuble, Friedrich und de Maizière. Doch nun muss er um seinen Ruf fürchten. … weiterlesen »

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EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.