Felicia leistet sozialen Friedensdienst in Rumänien

Junge Frau aus Weiler kümmert sich als Freiwillige intensiv um Menschen mit Behinderung

Felicia Berger aus Weiler (2. von rechts) leistet derzeit Freiwilligendienst in Rumänien.

Felicia Berger aus Weiler (2. von rechts) leistet derzeit Freiwilligendienst in Rumänien.

Weiler/Miercurea Ciuc. „Ich wusste schon immer, dass ich nach dem Abitur unbedingt etwas im Ausland machen wollte und so stießen meine Mutter und ich eines Tages auf den Trierer Verein SoFiA e. V. (Soziale Friedensdienste im Ausland), der Bewerberinnen für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland suchte. Und nach kurzen Verhandlungen wurde mir das Ableisten eines solchen Jahres in Rumänien angeboten und ich sagte zu,“ beschreibt Felicia Berger in kurzen Worten, wie sie dazu gekommen ist, in der kleinen Stadt Miercurea Ciuc in Siebenbürgen einen 13-monatigen Freiwilligendienst in einem Tageszentrum der Caritas für Jugendliche und junge Erwachsene mit geistiger Behinderung abzuleisten. So machte sie sich nach intensiven Vorbereitungsseminaren vor einigen Wochen zusammen mit zwei weiteren SoFiA-Freiwilligen zunächst auf nach Budapest, wo die drei intensiv Ungarisch lernen. „Auch wenn verwundern wird, dass ich ungarisch und nicht rumänisch lernen musste, so hat das doch seinen guten Grund, denn in dem Gebiet in dem ich eingesetzt bin, wohnen überwiegend „Sekler“, eine aus Ungarn stammende Minderheit, die aber nur ungarisch spricht, was in dieser Region auch offiziell als zweite Landessprache anerkannt ist,“ erklärt Felicia und stellt fest, dass die ungarische Sprache doch relativ schwer zu erlernen ist, weil sie sich von den romanischen Sprachen total unterscheidet.

„Die Verständigung mit meinen Kolleginnen und den zu betreuenden Jugendlichen ist zum einen für mich deshalb immer noch sehr schwierig, aber zum anderen auch derzeit mein größter Ansporn, eben diese Sprache auch noch zu erlernen.“ Nach dem Sprachkurs ging es mit der Bahn weiter nach Miercurea Ciuc in Transsilvanien, das man hierzulande eher als Heimat der Vampire kennt. Das bei ihrem Ankommen auch noch dichter Nebel herrschte, sei nur am Rande erwähnt. Aber der Empfang durch ihre derzeitige Chefin und ihre Kolleginnen war überaus herzlich und „die Landschaft einfach überwältigend, nachdem sich der Nebel verzogen hatte.“

Sie hilft in St. Agoston aus, einem Tageszentrum der Caritas, in dem tagsüber derzeit etwa 16 junge Menschen mit überwiegend geistigen Beeinträchtigungen betreut werden. Felicia hilft dabei mit, diesen Menschen verschiedene lebenswichtige Dinge beizubringen, mit ihnen handwerklich zu arbeiten oder auch die einen oder anderen Einkäufe zu erledigen. Auch stehen sportliche und körperliche Ertüchtigungen, wie etwa Schwimmen oder Wassergymnastik, auf dem Wochenplan. Regelmäßig unternehmen sie auch Ausflüge in die Stadt oder auf den Markt oder besuchen kleinere Betriebe, etwa eine Bäckerei, um zu sehen und zu lernen, wie Brot oder Gebäck hergestellt wird.

„Wir erleben jeden Tag etwas anderes und haben immer wieder viel Freude dabei, weil uns die Menschen, die uns anvertraut sind, mit so viel Liebe ihre Dankbarkeit zeigen“, beschreibt Felicia ihren Alltag. Darüber hinaus hatte sie auch schon Gelegenheit, andere Projekte der Caritas in Rumänien zu besuchen, da diese Einrichtungen gut vernetzt sind. So hat sie auch schon Freiwilligenprojekte in den Bereichen der Altenpflege, Patientenfahrten oder auch der Kinder- und Behindertenbetreuung gesehen und sich auch da ein Bild davon gemacht, was andere „Freiwillige“ in ihren Einsätzen so leisten.

„Ganz besonders erwähnen möchte ich die uns hier entgegengebrachte Gastfreundschaft, Hilfebereitschaft und Offenheit der Menschen, mit denen ich hier zu tun hatte. Dafür kann ich nur jeden Tag neu dankbar sein“, bewertet die junge Frau aus Weiler ihren Aufenthalt in Rumänien. „Ich erwarte in den noch verbleibenden acht Monaten, dass ich noch viel mehr von Rumänien zu sehen bekomme und beide Kulturen, sowohl die rumänische als auch die ungarische, noch besser kennenlernen darf, die sich beide sehr unterscheiden und mich wirklich interessieren. Und die Sprachkenntnisse möchte ich natürlich auch noch stark verbessern.“ Text: Wilfried Puth

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