Führungswechsel beim Weissen Ring in MYK

Führungswechsel beim Weissen Ring in MYK: Ehemaliger Außenstellenleiter Bernd Junglas, Landesvorsitzender Karl-Heinz Weber, neuer Außenstellenleiter Eberhard Brennholt und Landrat Dr. Alexander Saftig (v.l.n.r.).

KREIS MYK. Bernd Junglas übergibt die Leitung der vor vier Jahren eröffneten Außenstelle Mayen-Koblenz des Weissen Rings an seinen bisherigen Stellvertreter Eberhard Brennholt und fungiert wiederum zukünftig als Stellvertreter seines Nachfolgers. Für Landrat Dr. Alexander Saftig steht fest: „Der Weisse Ring leistet eine unglaublich wertvolle Arbeit im breiten Feld der Opferhilfe. Schnell und unkompliziert sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter da, wenn man sie braucht. Wir sind froh, dass wir eine Außenstelle im Kreisgebiet haben.“

Karl-Heinz Weber, Landesvorsitzender des Weissen Rings, erklärt: „Wir sind eine bundesweit tätige Opferhilfeorganisation, welche vor über 40 Jahren gegründet wurde, um für die Opfer von Kriminalität da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen. An diesem Leitziel hat sich bis heute nichts geändert.“ Der Weisse Ring ist in Rheinland-Pfalz in 27 Außenstellen gegliedert. 300 ehrenamtliche Mitarbeiter betreuen die Opfer in ihren jeweiligen Zuständigkeitsgebieten. „Im vergangenen Jahr konnten wir landesweit rund 1.000 finanzielle Hilfen für Kriminalitätsopfer mit einem Volumen von fast 300.000 Euro gewähren. Das macht uns stolz“, so der Landesvorsitzende.

Bernd Junglas, der bislang die Mayen-Koblenzer Außenstelle leitete, erklärt die Arbeit des Weissen Rings: „Opfern von Straftaten stehen häufig besondere Ansprüche aus dem Opferentschädigungsgesetz zu, die jedoch oft aus Unkenntnis nicht beantragt werden oder deren Antragsfrist bereits abgelaufen ist. Das ist ärgerlich. Wir verstehen uns als Lotse in schwierigen Situationen und nehmen daher die Betroffenen an die Hand und helfen bei der Bearbeitung der komplizierten Formulare.“ Neben der fachlichen Betreuung, ist der menschliche Beistand mindestens ebenso wichtig. Dazu der neue Außenstellenleiter Eberhard Brennholt: „Das Wertvollste, was wir einem Menschen geben können, ist Zeit. Zeit zum Zuhören und für Gespräche. Die 15 Mitarbeiter der Außenstelle sind daher neben den rechtlichen Rahmenbedingungen auch in Techniken der Gesprächsführung und psychologischen Kenntnissen ausgebildet.“ Das sei wichtig, weil insbesondere bei traumatisierten Opfern sehr schnelle Hilfe erforderlich ist. Das funktioniere nur, wenn man sich mit dem Opfer intensiv beschäftigt und so überhaupt erst das Trauma erkennt.

Der Weisse Ring sucht stets neue ehrenamtliche Mitarbeiter, die bereit sind, sich der herausfordernden Tätigkeit zu stellen. Eine bestimmte berufliche oder schulische Vorqualifikation ist nicht notwendig. Grundvoraussetzung ist allerdings die Fähigkeit sich auf unterschiedliche Charaktere einzulassen und mit ihnen zu kommunizieren. Alle Interessenten werden zunächst bei einigen Einsätzen mitgenommen, um im Hintergrund einen Einblick in die Arbeit eines Mitarbeiters des Weissen Rings zu erhalten. „Danach kann man entscheiden, ob man Freude und Sinnhaftigkeit bei dieser Arbeit empfindet, oder ob man sich vielleicht doch etwas anderes darunter vorgestellt hat“, sagt Karl-Heinz Weber. Nach dem Reinschnuppern folgt ein dreitägiges Grundseminar und später kann man interessante weitere Seminare zu praxisrelevanten Themen besuchen.

Nachwuchsarbeit gehört auch zu den zukünftigen Schwerpunkten der Arbeit von Eberhard Brennholt: „Für die Zukunft stelle ich mir vor, zusätzliche Mitarbeiter, besonders auch jüngere, zu gewinnen. Weiterhin werde ich das vorhandene Netzwerk pflegen und ausbauen. Ich möchte die Präventionsarbeit intensivieren. Auch die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter liegt mir am Herzen.“

Die Außenstelle Mayen-Koblenz des Weißen Rings ist unter Telefon 0151/551 647 02 oder per Email eberhard.brennholt@gmx.de zu erreichen. Weitere Infos zur Opferhilfsorganisation gibt es im Internet unter www.weisser-ring.de .

 

 

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