„Lernort Bauernhof“ vermittelt Werte

Vulkanhof Gillenfeld und Heimatbank beackern gemeinsam fruchtbaren Boden

bauernhof_titel_25_15Gillenfeld. „Weiße Kühe geben Milch, braune Kühe Kakao?“ – in Zeiten überbunter Frühstücks-Snacks und Tütensuppen ist den Kindern der Bezug zur Landwirtschaft nahezu verloren gegangen. „Umso wichtiger, dass es das Projekt „Lernort Bauernhof“ gibt, das Schulkinder handlungsorientiert und unter Einbindung aller Sinne an die heimische Landwirtschaft heranführt“, findet Herbert Thelen, Regionalmarktdirektor bei der Volksbank RheinAhrEifel.

Die Welt der Landwirtschaft lernen Kinder am besten kennen, wenn sie die Arbeit auf einem Bauernhof selbst erkunden. Um das Lernen in der Praxis auf den Bauernhöfen zu unterstützen, wurde das Projekt „Lernort Bauernhof“  ins Leben gerufen. Interessierte Landwirte bieten Schulklassen den praktischen Zugang zur Tierhaltung oder auch der Feldarbeit an.
Das Projekt „Lernort Bauernhof“ wurde 2009 von der Landesregierung und Akteuren der Landwirtschaft ins Leben gerufen, mit EU-Mitteln und co-finanziert durch das Land Rheinland-Pfalz bis Ende 2014. Schulklassen haben die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe und Bauernhöfe zu besuchen und deren Arbeitsalltag kennenzulernen.

Fragen wie „Woher kommt das Brot?“ oder „Wachsen Pommes auf Bäumen?“ werden den Kids durch eigenes Beobachten und konkretes Erleben beantwortet. Bei den halb- oder ganztägigen Besuchen auf den Höfen geht es um nachhaltige Bildung in zweierlei Hinsicht: Verständnis um die Zusammenhänge regionaler Lebensmittelproduktion und die Entwicklung eines verantwortungsbewussten Natur- und Umweltverhaltens.

Verantwortung für die Region
Mit der Volksbank RheinAhrEifel hat der „Lernort Bauernhof“ jetzt einen neuen Förderer im Landkreis Vulkaneifel gefunden. Die Heimatbank beteiligt sich ab sofort an den Kosten des Bustransfers der Schulklassen zum Vulkanhof Gillenfeld, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar ist. „Als regional verwurzelte Genossenschaft leben wir mit, für und von unserer Region und übernehmen auch im eigenen Interesse Verantwortung für ihre positive Entwicklung“, beschreibt Thelen die Motivation für das Engagement der Volksbank.

Den ländlichen Raum in den Fokus bringen
Der Vulkanhof Gillenfeld öffnet seine Türen seit 2012 für Besucher, insbesondere für  wissbegierige Schulklassen. Der Familienbetrieb ist auf die Milchziegenhaltung spezialisiert und mit seiner angeschlossenen Käserei einer der wenigen selbstproduzierenden Bauernhöfe in der Region. Martina Weber ist ausgebildete Bauernhofpädagogin und leitet die Hofführungen. Sie bringt den Schulkindern der Klassenstufe zwei bis zur Oberstufe die Arbeit am Vulkanhof näher.

„Ziel des Projekts ist es, die Kinder und Jugendlichen an die heimische Landwirtschaft heranzuführen. Sie erfahren bei uns, wie ein Lebensmittel hergestellt wird, von der Notwendigkeit der Futtererzeugung für die Tierhaltung, die Gewinnung und Verarbeitung von Käse und dessen Vermarktung“, erklärt sie. „Ein Projekt, von dem viele profitieren“, betont Thelen. „Nicht nur dass von klein auf ein verantwortungsbewussteres Ernährungs-, Natur- und Umweltverhalten entwickelt werden kann – Kinder, Familien und Angehörige erfahren zudem sehr anschaulich, wie viel unser ländlicher Raum in puncto Produktvielfalt zu bieten hat und dass die heimische Landwirtschaft ein interessanter Arbeitsmarkt ist“, bemerkt er.

Projektvorstellung genießt großes öffentliches Interesse
Anlässlich der Präsentation des Projektes konnte Frau Thommes-Burbach auf ihrem Vulkanhof in Gillenfeld zahlreichen Besuch begrüßen: der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Marco Weber, seinen Geschäftsführer Peter Hutsch, Doris Clemens, die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Daun, Jutta Heyen vom DLR Eifel, Alfred Bauer in seiner Funktion als  Leader-Manager der Lokalen Aktionsgruppe Vulkaneifel, Gillenfelds Ortsbürgermeister Karl-Heinz Schlifter, Bürgermeister Werner Klöckner (VG-Daun) Bürgermeister Alfred Steimers (VG Ulmen), Herbert Thelen – Direktor Regionalmarkt Eifel der Volksbank RheinAhrEifel, Dr. Andreas Schüller – Geschäftsführer Geopark Vulkaneifel, als Vertreter der Schulen und Kindergärten: Bernhard Fochs vom Thomas-Morus-Gymnasium Daun, die Leiterin der Burg- und Grundschule Ulmen Frau Kutscheid und Klassenlehrer Herr Breunig, der bereits Bauernhoferfahrung auf dem Vulkanhof sammeln konnte, der Grundschulleiter aus Üdersdorf Herr Arens, Herr Niederprüm  Leiter der Pulvermaarschule Gillenfeld und Frau Brand, die Leiterin des kommunalen Kindergartens in Strohn.  Last but not least natürlich auch ein paar der Hauptakteure, um die es geht: Kinder!

Idealer Lernort
Inge Thommes-Burbach sagt zurecht: „Der Bauernhof ist ein idealer Lernort“. Bauernhofpädagogin Martina Weber, hat sich für diese Projekt qualifizieren lassen und das Projekt vorgestellt. Wie riecht Hafer, wie riecht frisches Heu, wie riecht Gras, wie riecht Kraftfutter? Wie schmeckt frische Ziegenmilch. Wie groß ist die Futtermenge an Heu, die eine Ziege pro Tag frisst. Was fühlt man in der Kiste, ohne es zu sehen? Diese und viele Fragen mehr gilt es vor Ort zu erleben.

Die „Expedition“ auf dem Vulkanhof  hat sie in drei Lernstationen aufgeteilt, die natürlich beliebig erweitert werden können. Zu jeder Station gab es neben den grundlegenden Informationen konkrete Angaben zu den Lernzielen und Kompetenzen, die den Schülerinnen und Schülern vermittelt werden sollen. Indem sie an den Lernstationen Aufgaben lösen, wird ihnen das notwendige Wissen vermittelt und sie trainieren dabei zugleich ihre individuellen Fähigkeiten.

Wertschöpfungskette wächst ständig
Die unterschiedlichen Erfahrungswerte geben der Bauernhofpädagogin immer wieder Tipps und Anregungen, was an den einzelnen Betriebsstationen sinnvoll vermittelt werden sollte, damit der Schulbesuch auf dem Vulkanhof für alle ein Erfolg wird.  Zum Abschluss der Präsentation gab es reichlich Gelegenheit, die Geschmackssinne zu beleben.

Auf dem Vulkanhof werden drei Sorten  Ziegenkäse hergestellt. Frischkäse, Weichkäse und Schnittkäse. Damit aber nicht genug. Die drei Sorten gibt es in mindestens 40 bis 50 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Eine schmackhafte Auswahl dieser Palette gab es für die Gäste zum probieren. Nicht umsonst erobert der Ziegenkäse vom Vulkanhof in Gillenfeld die besten Adressen in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland.  In Berlin bietet beispielsweise das Edelkaufhaus KaDeWe den Ziegenkäse aus Gillenfeld an.

Wertschätzung heimischer Agrarprodukte
Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Marco Weber fand zum Abschluss die passenden Worte: „Das Lernen auf dem Bauernhof garantiert ein besseres Verständnis für unsere regionale Landwirtschaft und bietet Einblicke in Produktionsprozesse auf dem Hof. Dies wiederum fördert die Wertschätzung heimischer Agrarprodukte und kann unseren landwirtschaftlichen Betrieben wirtschaftlich zu gute kommen.“

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