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Ein astronomischer Sommernachtstraum

Region. Die Jahrhundert-Mondfinsternis am vergangenen Freitag, 27. Juli, zog Menschen überall in Deutschland und auf der ganzen Welt in ihren Bann. Fast zwei Stunden lang dauerte sie, die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. 103 Minuten war der Vollmond in ein rötliches Licht getaucht. Erst in über 100 Jahren, am 9. Juni 2123, wird es eine drei Minuten längere Mondfinsternis geben.

Gleichzeitig war am 27. Juli der Mars sehr gut zu sehen. Der als roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt auch erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer.

Nur wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen. Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt nur alle 15 Jahre. Die erdnächste Position erreicht der Nachbarplanet am 31. Juli. Er wird dann 57,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein.

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond. Sonne, Erde und Mond müssen dabei auf einer Linie liegen. Der Mond taucht dann völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Während in Deutschland einige Neugierige enttäuscht wurden und den Mond gar nicht zu sehen bekamen, hatte der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der „Internationalen Raumstation“ (ISS) ist, einen besonders guten Blick auf ihn.

Wenn die ISS von der Sonne angestrahlt wird, der Himmel aber – vom Boden aus betrachtet noch dunkel ist, sieht man die Station wie einen hellen Stern, der sich auffallend schnell in eine Richtung am Himmel bewegt. Die Raumstation ISS war am vergangenen Freitag, 27.07.2018, kurz nach der maximalen Verfinsterung des Mondes als heller Punkt zu erkennen, neben Mond und Mars von West nach Ost zog und das mit einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h. 90 Minuten braucht die ISS für eine Erdumrundung.

Die Internationale Raumstation ISS ist sicher eines der faszinierendsten Themen der Raumfahrt. Für uns auf der Erde scheint sie unendlich weit weg zu sein. Aber das stimmt nicht! Die ISS fliegt nur 400 Kilometer über der Erde. Man kann sie sogar mit eigenen Augen sehen! Im Verbreitungsgebiet der Eifel-Zeitung ist die ISS bei wolkenlosem Himmel wunderbar zu sehen. Wir haben Ihnen die Zeiten, die Sichtdauer und die Richtung aus der sie kommt hier aufgelistet. Schauen Sie einfach zu unserer angegebenen Zeit in die Richtung, wo von Ihrem Standort aus die Sonne im Westen untergeht. Sie werden dann bei klarem Sternenhimmel einen hellen „Stern“ erkennen, der sich langsam aber deutlich Richtung Osten bewegt. Das ist die Internationale Raumstation ISS mit unserem deutschen Astronaut Alexander Gerst.


So sehen Sie live die ISS!

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.