Jetzt leitet eine Landrätin den Vulkaneifel-Landkreis

Julia Gieseking (46) heißt die neue Landrätin im Landkreis Vulkaneifel. Ihr Vorgänger Landrat Thiel (58) wurde am 31. März 2021 nach achtjähriger Amtszeit verabschiedet 

Auf eine große Feierlichkeit, mit Gästen aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Verwaltung, Wirtschaft, Tourismus sowie Kollegen und Weggefährten, wie es bei all den Vorgängern der Fall war, musste Corona-bedingt leider verzichtet werden.

Klein, aber den Persönlichkeiten würdig, erfolgte daher die Aushändigung der mit dem Amtswechsel verbundenen beamtenrechtlichen Urkunden im engsten Kreise der Verwaltung, an dem neben den Protagonisten Julia Gieseking und Heinz-Peter Thiel auch die drei Kreisbeigeordneten Alois Manstein, Frank Baumhardt, Christoph Bröhl, der Büroleiter Heinz-Peter Hoffmann sowie der Personalratsvorsitzende Lothar Saxler teilnahmen.

Landrat mit Leib und Seele

Es galt Landrat Heinz-Peter Thiel (parteilos) zu verabschieden, der nach acht Jahren im Alter von 58 Jahren seinen Posten abgeben musste an seine Herausforderin Julia Gieseking (SPD). Als ständiger erster Vertreter und erster Kreisbeigeordneter ergriff Alois Manstein als erster das Wort: „Als Leiter der Dauner Polizeiinspektion warst Du bekannt. Vom polizeilichen Ermittler zum politischen Vermittler hast du Dich in Deinen acht Amtsjahren entwickelt. Die Verantwortung als unabhängiger Kommunalpolitiker Konflikte zu lösen, Interessen zu bündeln und so die regionale Entwicklung mit innovativen Ideen voranzutreiben, ist das was Dich Tag für Tag antreibt. Landrat mit Leib und Seele, so hast du Dich immer selbst bezeichnet und diese Einstellung gelebt!“

Diese motivierte (Lebens-)Einstellung habe sich besonders in den Herausforderungen wie der Flüchtlingskrise und der aktuellen Corona-Krise bewährt. „Als Krisenmanager hast du Dich in der Flüchtlingskrise und in der aktuell andauernden Corona-Krise mehr als bewiesen. Angepackt, interagiert, vorausgedacht – innerhalb eines Wochenendes eine Kegelbahn zu einer Corona-Ambulanz umfunktioniert, was bundesweit für positives Aufsehen und Furore gesorgt hat. Stets das Gefühl vermittelt, dass wir eine solche Krise nur gemeinsam, als Vulkaneilferinnen und Vulkaneifeler meistern können!“

Genau dieses „Wir-Gefühl“, den Landkreis Vulkaneifel als eine Einheit zu sehen, die nur als ein Team, die Dinge bewältigt, sei einer der Gründe, warum ihm der Erhalt des Landkreises gegen alle Widerstände besonders am Herzen gelegen habe. Folglich habe er sich auch in der Kommunalverwaltungsreform gegen viele Widerstände und Gegenwind immer für den Erhalt und die Integrität des Landkreises Vulkaneifel eingesetzt.

Neben diesen Themen war Heinz-Peter Thiel die Entwicklung des Eifelraumes und das Image der Eifel – auch grenzüberschreitend – immer auch ein besonderes Anliegen. Neben dem Vorsitz in der Eifel Tourismus GmbH war er über viele Jahre hinweg Präsident der Zukunftsinitiative Eifel, hat in der Initiative der Region Trier mitgewirkt und war als Vorsitzender der Bezirksgruppe Vulkaneifel des Eifelvereins als auch im Hauptvorstand des Eifelvereins aktiv. Die Einzigartigkeit der Vulkaneifel-Landschaft als Alleinstellungsmerkmal weiter zu entwickeln, die regionale Identität zu stärken und damit regionale Wertschöpfungsketten zu forcieren, war sein Anliegen sowohl in der LEADER-Region Vulkaneifel als auch als Vorsitzender des Natur- und Geopark Vulkaneifel.

„Wir.Leben.Eifel, dieses Motto trifft voll und ganz auch auf Dich! Du es geschafft, über deine vielfältigen Funktionen ein tolles Netzwerk für unsere Vulkaneifel zu organisieren. Dieses Netzwerk hat in einem motivierten Miteinander, viel Gutes für unsere Region bewirkt“, fügt Alois Manstein ergänzend hinzu und korrigiert lächelnd: „Wir haben viel erreicht und können aber auch noch viel mehr, wenn wir uns einig sind. Nicht zuletzt hat es unser Landkreis unter die TOP 10 der lebenswertesten Landkreise geschafft – preußisch Sibirien war gestern! Alles in Allem hat es immer Spaß gemacht, gerade auch dann, wenn der Wind mal von vorne kam, hast du stets mit Höflichkeit und gegenseitigem Respekt agiert! Danke für Alles!“

Abschied vom schönsten Arbeitsplatz der Region

Den Dank für das Erreichte gab Heinz-Peter Thiel auch an die Verwaltung und an den Kreistag weiter und ergänzte: „Das Amt des Landrats auszufüllen, war für mich einer der abwechslungsreichsten und erfüllendsten Aufgaben in meinem Leben. Ich habe es nie als Last empfunden, sondern als Geschenk, den Kreis Vulkaneifel zu gestalten“. Seiner Nachfolgerin wünschte er viel Erfolg, persönliche Zufriedenheit und allzeit eine glückliche Hand, die Herausforderungen der jeweiligen Zeit zu meistern. Er hinterlasse ihr „einen der schönsten und interessantesten Arbeitsplätze unserer Region.“ Mit diesen Worten überreichte der scheidende Landrat Heinz-Peter Thiel – als quasi letzte Amtshandlung – der 46-jährigen designierten Landrätin Julia Gieseking die Ernennungsurkunde.

Verpflichtung und Ansporn für die neue Landrätin  

Julia Gieseking: „Ich freue mich, nun acht Jahre lang das Gesicht und die Zukunft des Landkreises Vulkaneifel zu gestalten!“ Sie stelle sich dieser wunderbaren Aufgabe und zugleich Herausforderung mit großem Respekt. „Ich werde meinen Teil dazu beitragen, unseren wunderschönen Landkreis weiter nach vorne zu bringen. Das Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen ist für mich Verpflichtung und Ansporn zugleich“, so Gieseking.

Eine neue Ära

Mit der Ernennung von Julia Gieseking zur neuen Landrätin beginnt nun eine neue Ära für den Landkreis Vulkaneifel. . Als erste Landrätin des Landkreises Vulkaneifel zieht Julia Gieseking in das Landratsbüro der Kreisverwaltung Vulkaneifel ein. Sie hatte im Dezember 2020 die Wahl gegen Heinz-Peter Thiel klar 66,4 Prozent gewonnen. Nun ist sie ab 01. April 2021 Landrätin und gleichzeitig Chefin von 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Herzliches Willkommen!

Stellvertretend für das Personal hieß Personalratsvorsitzende Lothar Saxler, die neue Landrätin willkommen: „Sie haben auf sich aufmerksam gemacht und gesagt, ich werde diese Herausforderung mit Herz und Haltung angehen. Und ich versichere Ihnen, Sie werden auf 193 Frauen und 107 Männer treffen, die sich in ihrer Verwaltung mit Herz und Seele um die Anliegen und Belange der Bürgerinnen und Bürger kümmern und sich somit mit ihrer Verwaltung, mit ihrem Landkreis Vulkaneifel und mit den Menschen, für die wir täglich da sind, identifizieren!“

Mit voller Energie…

Für den herzlichen Empfang bedankte sich Julia Gieseking: „Ich weiß, dass in diesem Hause viele Menschen einen sehr guten Job machen und ich bin gespannt darauf, das Team kennenzulernen.“ Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung und auch mit den politischen Verantwortlichen im Landkreis: „Wir werden gemeinsam gute Entscheidungen für die Vulkaneifel und für die Menschen in unserer Heimat treffen.“ Ebenso bedeutend sei ihr der gute Kontakt zu den Bürgern und Bürgerinnen: „Wichtig ist für mich herauszufinden, was erwarten die Menschen in der Vulkaneifel von „ihrer“ Verwaltung, was erwarten sie von „ihrer“ Politik.“

Für den Landkreis und seine Bewohner und Bewohnerinnen werde sie sich mit voller Energie einsetzen: „als Mensch, als Architektin und als gewählte Landrätin.“

…und Optimismus in die Zukunft

Als Wahlbeamtin seien für sie Transparenz, Information und Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen eine Richtschnur. Diese Richtschnur leite sie innerhalb der Verwaltung, vor dem Kreistag und gegenüber der ganzen Bevölkerung. Als Architektin gehe sie die Dinge mit Sachverstand, Augenmaß und einer gehörigen Portion Kreativität an, erklärt Landrätin Julia Gieseking abschließend. „Und als Mensch bringe ich Geduld, Ausdauer und – das wichtigste für uns alle – Optimismus mit!“

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