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Vitelliusbad Wittlich – Abriss des Freibades war nie Thema!

Wittlich. Die Berichterstattung der letzten Woche zum Thema „Vitelliusbad“ bedarf der Klarstellung, da der Inhalt nur bedingt im Zusammenhang mit den tatsächlichen Begebenheiten steht. Die Stadtverwaltung hat über die Notwendigkeit der Sanierung bzw. des Neubaus regelmäßig und frühzeitig in einem transparenten, für jeden zugänglichen Kommunikationsprozess informiert und alle interessierten Personen eingeladen, an dem sehr komplexen Planungsprozess teilzunehmen. Im März 2019 fand eine weitere Einwohnerversammlung in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge mit dem Hauptthema „Projekt Vitelliusbad Wittlich“ statt. Der geplante Neubau des Hallenbades und die Sanierung des Freibades weckten offensichtlich reges Interesse bei den Wittlicher Bürgerinnen und Bürgern.
Bürgermeister Rodenkirch konnte auch einige Bewohner aus den umliegenden Gemeinden in der Synagoge begrüßen. Ein klares Indiz dafür, dass das Vitelliusbad auch über die Stadtgrenzen hinaus ein wichtiger Bestandteil der regionalen Infrastruktur ist und eine Alleinstellung für die lokale Bevölkerung und das nähere Umfeld der Stadt Wittlich bewirkt.

Rodenkirch skizzierte eingangs noch einmal die Chronologie der Entwicklung des Hallenbades und machte deutlich, in welchem schlechten technischen und baulichen Zustand sich die Einrichtung befindet. Bereits 2003 musste die Akustikdecke im Hallenbad aus statischen Gründen abgenommen werden. 2009 folgte die Ertüchtigung der Heizungs- und Beleuchtungsanlage und 2010 schließlich die provisorische Sanierung der Glasfassade.

Eine im Jahr 2013 in Auftrag gegebene Bestandsstudie führte zu dem Ergebnis, dass eine Sanierung des Hallenbades technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll sei und stattdessen Alternativen geprüft werden sollten. In diesem Zusammenhang verwies der Bürgermeister auf die besonderen Herausforderungen, denen sich das Badebetriebspersonal unter der Leitung von Badebetriebsleiter Berens täglich erneut stellen müssen, um das Schwimmbad überhaupt in Betrieb halten zu können. Immer wieder käme es zu Ausfällen und Defekten, die provisorisch repariert werden müssten, da es keine Ersatzteile mehr auf dem Markt gäbe. Ohne dieses außerordentliche Engagement des Betriebspersonals hätte das marode Bad schon längst geschlossen werden müssen.

Im November 2015 beantragte die Stadtratsfraktion von Bündnis90/die Grünen, dass die Verwaltung die technische Machbarkeit einer Kombibadlösung im Sinne eines ganzjährig genutzten Hallenbades mit Integration wesentlicher Teile des vorhandenen Freibades prüfen solle. Ein eigens in Auftrag gegebenes Bäderstrategiekonzept wurde im Rahmen der Einwohnerversammlung im Februar 2018 vorgestellt.

Um einer immer wahrscheinlicher werdenden Schließung des für die Region wichtigen Schwimmbades entgegenzutreten, hat der Stadtrat die Verwaltung mit der Planung des Neubaus bzw. der Sanierung des Vitelliusbades beauftragt. Im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung konnte das Architekturbüro Krieger aus Velbert mit dem Konzept für ein sogenanntes Kombibad mit Cabriodach überzeugen und erhielt den Auftrag für die weitere Planung.

Sebastian Neuhaus und Marianne Stichnoth vom Büro Krieger sowie der Projektsteuerer Jens-Wilhelm Brand (Constrata Ingenieur GmbH, Bielefeld) stellten der interessierten Öffentlichkeit den bisherigen Planungsstand in der Einwohnerversammlung vor. Bereits im Vorfeld hatte es Gespräche mit Vertretern der ortsansässigen, schwimmbadnutzenden Vereine und Schulen sowie der Bereitschaftspolizei gegeben. Die im Rahmen dieser Gespräche vorgetragenen Anregungen wurden in den jetzt vorgestellten Planungen bereits weitestgehend berücksichtigt. Weitere Anregungen und Wünsche gab es noch im Rahmen der Einwohnerversammlung, die seitens des Architekturbüros aufgenommen wurden und nach Möglichkeit in die Fortschreibung der Planung einfließen sollen.

Das Hallenbad soll künftig ebenerdig an das Freibad anschließen und barrierefrei gestaltet werden. Ein 25-Meter-Becken mit sechs Bahnen und Sprunganlage sowie ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden und einem Eltern-Kind-Bereich mit Planschbecken und gegebenenfalls einer Textilsauna und einer optionalen Rutschenanlage sind für das Hallenbad vorgesehen.

Im Freibadbereich sollen drei Bahnen des 50-Meter-Beckens erhalten bleiben. Der Rest des Beckens wird in ein Sportbecken mit Erlebnisbereich und ein Freizeitbecken umgewandelt. Zudem ist noch ein Kleinkindbecken im Außenbereich geplant. Auch wenn einer wesentlichen Forderung des möglichen Zuschussgebers mit der Reduzierung der Wasserflächen um insgesamt rund 35 Prozent Rechnung getragen wird, müssen die künftigen Besucherinnen und Besucher nicht mit einer Einschränkung gegenüber der jetzigen Nutzung rechnen. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall, denn im Bereich des Hallenbades steht künftig sogar deutlich mehr Wasserfläche ganzjährig zur Verfügung.

Als nächster Schritt sind nun Gespräche mit Vertretern der zu beteiligenden Behörden und Ministerien zu führen, um die Finanzierung des Projekts sicherstellen zu können. Die Realisierung des Projektes hängt entscheidend von dieser Finanzierungsfrage ab, sodass ein genauer Zeitplan zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt werden kann. Bürgermeister Rodenkirch machte allerdings darauf aufmerksam, dass die Bürgerinnen und Bürger wahrscheinlich während der Bauphase rund zwei Jahre auf ein Schwimmbad in Wittlich verzichten müssen, da sich die Umsetzung der Bauphasen leider nicht anders lösen ließe.

Aktuell gibt es eine Unterschriftaktion gegen die beschlossene Planung.

Über die Fortschritte des Projekts informiert die Stadtverwaltung fortlaufend unter https://www.wittlich.de/projekte/projekt-vitelliusbad.html.
Dort ist auch die in der Einwohnerversammlung vorgestellte Planung zur Einsichtnahme hinterlegt.

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.