Arbeitslosigkeit in der Region Trier weiter niedrig: Digitalisierung und Fachkräftesicherung sind größte Zukunftsthemen

  • Stabile Arbeitsmarktsituation hält an: Im Schnitt 9.524 Menschen in der Region arbeitslos
  • Beschäftigung steigt auf Rekordniveau
  • Kreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg Spitzenreiter in Rheinland-Pfalz
  • Nachwuchs- und Fachkräftesicherung sowie Wandel des Arbeitsmarktes größte Zukunftsaufgaben
Heribert Wilhelmi, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Trier, und Stefanie Adam, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Trier

Die regionale Arbeitsmarktentwicklung zeigte sich in 2019 äußerst stabil. Zwar vermeldeten die Arbeitsmarktstatistiker keine Rekordwerte am laufenden Band wie im Jahr zuvor, in dem die Arbeitslosenzahlen nie dagewesene Tiefststände und die Fachkräftenachfrage neue Höchstwerte erreichte. Dennoch gab es viele Positivmeldungen, aber auch einige schwierige Herausforderungen.

„Zu den Positivmeldungen gehört, dass sich die regionale Wirtschaft im vergangenen Jahr wieder äußerst robust zeigte. Auf dem hiesigen Arbeitsmarkt verzeichnen wir deshalb bislang noch keine konjunkturellen Auswirkungen von Brexit, Handelskrieg und globalen Krisen,“ so Heribert Wilhelmi, vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Trier, anlässlich der Bekanntgabe der jährlichen Arbeitsmarktbilanz. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote in der Region Trier lag 2019 bei 3,3 Prozent, 0,1 Prozentpunkte höher als 2018. Im Schnitt waren im vergangenen Jahr 9.524 Menschen in der Region Trier auf Jobsuche. Am höchsten war die Arbeitslosigkeit im Januar mit 10.546 Arbeitslosen. Am niedrigsten war sie im Oktober mit 9.010 Jobsuchenden.

„Besonders erfreulich ist, dass im vergangenen Jahr auch langzeitarbeitslose Menschen stärker von der positiven Arbeitsmarktsituation profitiert haben. Im Schnitt waren 2.200 Langzeitarbeitslose bei den Jobcentern und der Agentur für Arbeit gemeldet. Das waren sieben Prozent weniger als 2018,“ so Wilhelmi. „Das zeigt, dass sich gerade in Zeiten hoher Arbeitskräftenachfrage, Investitionen in jobsuchende Menschen, die zum Teil viele Handicaps mitbringen, lohnen.“ So konnten zum Beispiel über das neue Teilhabechancengesetz in der Region Trier 78 langzeitarbeitslose Menschen gefördert werden, 60 von ihnen waren zuvor sogar sechs Jahre oder länger ohne Job.

Ungebrochener Beschäftigungszuwachs

„Die Beschäftigung ist auch im vergangenen Jahr erneut gestiegen,“ beschreibt Heribert Wilhelmi einen weiteren Positivtreiber am Arbeitsmarkt. So wurde im Juni mit 176.891 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ein neuer Rekordwert erreicht (aktuellste Datenlage). Insgesamt betrug der Zuwachs 0,3 Prozent. Ein genauer Blick in die Beschäftigtenstatistik offenbart eine weitere Besonderheit. Denn nicht nur die Beschäftigung insgesamt, sondern insbesondere die Beschäftigung von Menschen aus den Hauptflüchtlingsländern ist angewachsen. Bei Afghanen, Eritreern, Irakern, Iranern, Nigerianern, Pakistani, Somali und Syrern ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung von Juni 2018 auf Juni 2019 um 28 Prozent gestiegen. „Immer mehr geflüchtete Menschen finden einen Arbeitsplatz,“ so Wilhelmi. „Viele weitere befinden sich auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Sie lassen ihre Abschlüsse anerkennen, erwerben in Deutschland neue Qualifikationen oder finden über die Vermittlungsdienste und Förderprogramme von Jobcenter und Agentur für Arbeit eine Beschäftigung.“

Den Wandel gestalten

Bei niedriger Arbeitslosigkeit und wachsender Beschäftigung stünden die Chancen sowieso insgesamt gut, einen Job zu finden, bestätigt die operative Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Trier, Stefanie Adam. „Auch, wenn die Zahl der Stellenmeldungen in 2019 im Vergleich zu 2018 leicht rückläufig war, so befand sich die Fachkräftenachfrage mit mehr als 13.000 Jobangeboten weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Die Unternehmen der Region suchen teils händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern.“

Der Zusatz `qualifiziert` ist hier jedoch von entscheidender Bedeutung. Denn 80 Prozent der ausgeschriebenen Stellen richteten sich im abgelaufenen Jahr an Facharbeiter oder noch höher qualifizierte Bewerber. Dem entgegen steht, dass 2019 nur knapp die Hälfte der Arbeitslosen über einen Berufsabschluss oder eine höhere berufliche Qualifikation verfügte. „Eine unserer größten Herausforderungen ist es, Menschen für die Anforderungen des Arbeitsmarktes zu qualifizieren,“ schlussfolgert Stefanie Adam. „Und dabei kommt es nicht nur darauf an, ungelernten Menschen eine Grundqualifikation zukommen zu lassen, die ihnen den Einstieg ins Berufsleben ermöglicht. Weiterbildungen, die dem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt und der Digitalisierung gerecht werden, sind immer stärker im Kommen.“

Diesen Wandel zu gestalten, fordere Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen, sagen die Experten der Arbeitsagentur. Heribert Wilhelmi: „Die Digitalisierung bringt für Unternehmen die Veränderung gesamter Geschäftsmodelle und Arbeitsabläufe mit sich. Neue Berufe entstehen, bisherige Berufe verändern sich schnell oder fallen weg. Investitionen in Weiterbildungen und in das Lebenslange Lernen sind auf Seiten der Betriebe und der Beschäftigten notwendig.“ Die Agentur für Arbeit Trier begleitet den Wandel am Arbeitsmarkt, in dem sie individuelle Beratung für Betriebe, Beschäftigte und Arbeitslose anbietet. Darüber hinaus können seit 2019 Betriebe und Beschäftigte über das neue Qualifizierungschancengesetz gefördert werden. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.460 geförderte Weiterbildungen von Jobsuchenden ermöglicht, hinzukommen 130 Weiterbildungen von Mitarbeitern in Unternehmen.

Kreise Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg Spitze in Rheinland-Pfalz

In keinem Landkreis in Rheinland-Pfalz war die Arbeitslosigkeit übers Jahr gesehen so niedrig wie im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent nahm der Eifelkreis die Spitzenposition ein, dicht gefolgt vom Landkreis Trier-Saarburg auf Platz zwei mit einer Quote von 2,6 Prozent. Erst an dritter und vierter Stelle folgen mit dem Rhein-Lahn-Kreis und dem Westerwaldkreis (jeweils Arbeitslosenquoten von 2,8 Prozent) Kreise außerhalb des Arbeitsagenturbezirks Trier.

Auch die Stadt Trier schneidet im Vergleich mit den rheinland-pfälzischen kreisfreien Städten gut ab. Mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent landet sie auf Platz zwei, hinter Landau mit 4,7 Prozent und vor Mainz mit 5,3 Prozent.

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