Außergewöhnlicher Weinjahrgang 2018

Die Wein ausbauenden Betriebe und Kellereien in Rheinland-Pfalz erzeugten aus der Traubenernte des Jahres 2018 rund 6,7 Millionen Hektoliter Wein und Most. Wie das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz in Bad Ems mitteilt, waren das knapp 38 Prozent (1,8 Millionen Hektoliter) mehr als im Vorjahr. Einen mengenmäßig ähnlich außergewöhnlichen Weinjahrgang gab es zuletzt 2008 mit einer Weinerzeugung von 6,8 Millionen Hektolitern. Im Jahr 2018 wurden 27 Prozent zu Prädikats-, 66 Prozent zu Qualitäts- und 7 Prozent zu Landwein ausgebaut.

Auf die Erzeugung von Weißweinen entfielen 72 Prozent (4,8 Millionen Hektoliter). Davon wurden 59 Prozent zu Qualitäts- und 33 Prozent zu Prädikatsweinen verarbeitet. Beim Rotwein wird ein deutlich höherer Anteil als Qualitätswein vermarktet; 2018 waren es 84 Prozent (1,6 Millionen Hektoliter).

Mit 2,9 Millionen Hektolitern wurde im Anbaugebiet Rheinhessen die größten Erntemengen eingefahren, gefolgt von der Pfalz mit 2,5 Millionen Hektolitern. An der Mosel, dem drittgrößten Anbaugebiet in Rheinland-Pfalz, wurden 907.000 Hektoliter geerntet. 393.000 Hektoliter wurden an der Nahe geerntet, gefolgt von der Ahr mit 48.000 Hektolitern und dem Mittelrhein mit 36.000 Hektolitern. Von Rebflächen außerhalb der im Weinrecht festgelegten Weinanbaugebiete (Deutschweingebiete) wurden 2018 gut 2.000 Hektoliter geerntet.

Die Weinerzeugung basiert in Rheinland-Pfalz zu 99,8 Prozent auf landeseigenen Trauben. Lediglich 0,2 Prozent (knapp 14.000 Hektoliter) werden außerhalb von Rheinland-Pfalz zugekauft. Landesintern werden vor allem von Betrieben mit Sitz im Anbaugebiet Mosel Trauben aus anderen rheinland-pfälzischen Anbaugebieten zugekauft. 13 Prozent der gesamten Weinernte stammt von der Mosel; demgegenüber stehen knapp 23 Prozent rheinland-pfälzischer Weinerzeugung in Betrieben in diesem Anbaugebiet.

In den vergangenen zehn Jahren konnten unter den bedeutenden Weißweinen die Rebsorten Chardonnay und Sauvignon blanc hinsichtlich der Ertragsrebfläche und dadurch bedingt auch hinsichtlich der Erntemenge besonders stark zulegen. Im Zeitraum 2009 bis 2018 stieg die Erntemenge für Chardonnay in Reinland-Pfalz um 102.000 Hektoliter (plus 141 Prozent) auf 175.000 Hektoliter an. Der größte Anteil des Zuwachses entfällt auf die Anbaugebiete Rheinhessen und Pfalz. Prozentual noch deutlicher ausgeprägt ist im gleichen Zeitraum der Anstieg beim Sauvignon blanc: Hier beträgt der Zuwachs der Erntemenge 381 Prozent (69 000 Hektoliter); 2018 wurden 87.000 Hektoliter geerntet.