Auswege aus der Arbeitslosigkeit

Wenn die Kündigung ins Haus flattert, ist dies für die meisten ein Schock. Vor allem, wenn dies absolut nicht vorhersehbar war. Jobverlust ist für viele daher ein traumatisches Erlebnis, dass sie völlig aus der Bahn wirft. Hinzu kommt die Unsicherheit, wie denn eine Bewerbung geschrieben sein muss, damit sie erfolgreich ist und wo die besten Jobs zu finden sind.

Tür zu, Tür auf

Die weisen Sprüche von wegen – geht eine Tür zu, öffnet sich die nächste, wirken auf Menschen, die ad hoc in die Situation der Arbeitslosigkeit geraten sind, nicht wirklich tröstlich. Selbst wenn rückblickend vermutlich an solchen Floskeln sehr viel Wahres dran ist.

Die Kündigung bedeutet nicht das absolute Ende. Sie birgt auch Chancen für eine berufliche Neuorientierung. Selbst wenn nicht nahtlos in einen neuen Job übergangen werden kann, ist Arbeitslosigkeit nicht eine Phase, in der man zum Nichtstun verdammt ist.

Foto: pixabay

Wichtig ist, dass die nötigen Schritte sofort unternommen werden, damit nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses das Arbeitslosengeld gezahlt wird und vor allem der Versicherungsschutz in der Krankenkasse fortbesteht. Hierzu gilt, dass der Arbeitnehmer mit Kenntniserhalt über die Kündigung, die Arbeitsagentur zu informieren hat und der Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt werden sollte. Bei befristeten Verträgen gilt. dass drei Monate vor dem Auslaufen des Vertrags, die Meldung erfolgen muss.

Mit der Kündigung entstehen den Arbeitnehmern diverse Rechte, die die Arbeitgeber zwingend einräumen müssen. So sind gekündigte Angestellte freizustellen, wenn sie Termine für Vorstellungsgespräche haben.

Die Basis für einen neuen Job

Bewerbungen schreiben ist jetzt nicht gerade etwas, das jedem liegt und manch einer, möchte sich vielleicht auch neu orientieren. Arbeitsagenturen unterstützen ihre Kunden, indem sie ihnen den Zugang zu einem Bewerbungscoaching gewähren. Hier wird gemeinsam mit einem Coach erarbeitet, welche Potentiale vorhanden sind, was in den Lebenslauf geschrieben werden sollte und wie das Anschreiben formuliert werden kann. Die Angebote hierfür richten sich wirklich an alle und jeder wird dort abgeholt, wo er gerade steht. Selbst wenn keinerlei Computerkenntnisse vorhanden sind, wird am Ende eines Bewerbungscoachings eine digital erstellte Bewerbung vorliegen. Zudem haben Anbieter solcher Coachings auch ein gutes Netzwerk und arbeiten mit Unternehmen zusammen. Sie wissen oft von freien Stellen, bevor diese überhaupt inseriert werden.

Mit einer aussagekräftigen Bewerbung geht es in die Arbeitssuche. Diese wird in der Zeit, die sich mit der Kündigungsfrist überschneidet eine echte Herausforderung sein. Der Job fordert Zeit und Energie und fürs Lesen von Anzeigen ist man dann abends zu müde. Selbst zu inserieren macht nur bedingt Sinn. Anzeigenpreise sind oft sehr hoch und die Chance, dass Chefs namhafter Unternehmen eher die Gesuche durchforsten, statt selbst zu inserieren, ist eher klein.

Die besten Stellenanzeigen – wo sind sie zu finden?

Nun mag jeder etwas anderes unter einer guten Stellenanzeige verstehen. Der eine sucht regional in einem alteingesessenen Unternehmen, der andere orientiert sich bundesweit oder gar global.

Der erste Ort, an dem nach Stellen geschaut werden sollte, ist auf der Webseite des Wunschunternehmens. In der Regel sind dort nämlich nicht nur offene Stellen ausgeschrieben, sondern auch Hinweise dazu, was bei der Bewerbung in dieser Firma beachtet werden sollte. Finden sich solche Hinweise auf der Webseite, sollten diese zwingend eingehalten werden. In der Phase der aktiven Arbeitssuche, sollten diese Seite täglich einmal kontrolliert werden. Die meisten Unternehmen aktualisieren ihre eigenen Jobbörsen, bevor sie Inserate aufgeben.

Gängige Stellenmärkte im Internet sind auf den Webseiten der Arbeitsagentur, meine-stadt oder bekannten großen Anbietern wie Stepstone oder Indeed zu finden. Tatsächlich etablieren sich auch immer mehr Portale wie eBay Kleinanzeigen oder Facebook zu Stellenmärkten.

Um enormen Fluten von Bewerbungen zu umgehen, inserieren Unternehmen auch gern in den Gemeindeblättern, die von der Kommune herausgegeben werden (Amtsblätter).

Es lohnt sich, mit offenen Augen durch die Gegend zu gehen und zu fahren. Je nachdem in welchem Bereich ein Job gesucht wird, sind Aufrufe zur Bewerbung inzwischen auch an Firmenwägen zu finden oder hängen in den Türen und Fenstern von Geschäften aus.

Initiativbewerbung – was bringt sie?

Die Initiativbewerbung ist umstritten. Die einen loben sie in den Himmel und die anderen bezeichnen sie als vergebene Liebesmüh. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Von fünfzig verschickten Initiativbewerbungen hört man vermutlich von mehr als vierzig Firmen gar nichts. Aber wenn doch? Lotto wird auch gespielt und die Gewinnquoten sind deutlich schlechter.

Der Glücksfall wäre natürlich, dass just in dem Moment, in dem eine Kündigung bei einem Arbeitgeber eingeht, die passende Bewerbung ins Haus flattert. Wie oft dieser Zufall tatsächlich eintritt, ist wohl kaum festzustellen, doch es gibt sie. So wie es auch Lottomillionäre gibt.

Für Initiativbewerbungen bietet sich der virtuelle Weg an. Der verursacht keine Kosten und der Aufwand für Unternehmen ist auch relativ gering.

Wer selbst die Initiative ergreift, sollte auch Mut zu Kreativität haben. Mit dem Betreff „Bewerbung“, sind automatisierte Antworten sehr gut programmierbar. Um dies zu umgehen und gleich gesehen zu werden, bietet es sich also an, den Betreff so zu schreiben, dass die Mail nicht ungesehen in einen Ablageordner verschwindet. „Mein Termin bei Ihnen“ oder „Bitte um Terminbestätigung“ sind Betreffzeilen, die jedem ins Auge fallen. Termine möchte niemand versäumen, daher wird die Mail angeschaut. Damit der Empfänger einiges erfährt, sollte der Text natürlich auch mehr beinhalten als den Satz: Im Anhang finden Sie meine Bewerbungsunterlagen.

Arbeitsvermittler und Headhunter

Es gibt den Spruch: Wer glaubt, dass das Arbeitsamt einem einen Job gibt, glaubt auch, dass das Ordnungsamt die Küche aufräumt. Ganz so ist es natürlich nicht, doch tatsächlich gehen die Vermittlungsvorschläge von Arbeitsagenturen und Jobcentern oft meilenweit an den Wünschen und Zielen der Kunden vorbei. Zudem werden diese als freundliche Aufforderung verschickt, die letztendlich aber zur Bewerbung zwingen. Klar, dass da jeder für sich schaut, dass er einen passenden Job bekommt und zwar bevor das Amt ihm Vorschläge zuschickt.

Arbeitsvermittler oder Headhunter können hierbei helfen. Es gibt sogar die Möglichkeit, sich diese Vermittlung von Arbeitsagentur oder Jobcenter finanzieren zu lassen (Vermittlungsgutschein). Headhunter arbeiten allerdings in der Regel ohne, denn die werden von den suchenden Unternehmen finanziert. Auch bei Arbeitsvermittlern gibt es dies, allerdings arbeiten auch viele mit diesen Vermittlungsgutscheinen. Wer diese Hilfen in Anspruch nimmt, sollte darauf achten, dass er nicht abgezockt wird. Aufnahme- oder Verwaltungsgebühren dürfen nicht anfallen!

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