Eingetrübte Konjunkturperspektiven für 2020

IHK Konjunkturumfrage: Geschäftslage besser als Erwartungen    

Das regionale Konjunkturklima präsentiert sich zu Jahresbeginn etwas eingetrübt. Die meisten Betriebe sind mit ihren aktuellen Geschäften zwar grundsätzlich zufrieden, blicken aber mit einer gewissen Skepsis auf die vor uns liegenden zwölf Monate“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer mit Blick die Daten der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. An der Befragung haben sich 154 regionale Unternehmen mit etwa 19.000 Beschäftigten beteiligt.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist gegenüber Herbst 2019 um fünf Zähler von 118 auf aktuell 113 Punkte gefallen, womit der Wert aber weiterhin oberhalb der neutralen 100-Punkte-Marke liegt.

Jeweils knapp die Hälfte der antwortenden Unternehmen bezeichnet die aktuelle Geschäftslage als gut beziehungsweise befriedigend. Elf Prozent berichten von schlechten Geschäften. Damit hat sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage gegenüber der Vorumfrage vom Herbst 2019 zwar verschlechtert, präsentiert sich laut IHK aber immer noch deutlich positiv. Allerdings erwarten derzeit nur noch 14 Prozent der Befragten im neuen Jahr bessere Geschäfte, 19 Prozent blicken hingegen skeptisch in die Zukunft.

„Das aktuelle Konjunkturbild präsentiert sich auch bei anderen Indikatoren gespalten. Einerseits sind die Investitionsplanungen der Betriebe weiterhin expansiv angelegt, andererseits wollen die Unternehmen nur noch in begrenztem Ausmaß Personal einstellen. Gleichwohl bleibt der Fachkräftemangel mit 66 Prozent Nennungen das wirtschaftliche Risiko Nummer eins im neuen Jahr“, sagt IHK-Chefvolkswirt Matthias Schmitt.

Größere Sorgen als noch vor einem Jahr machen sich die regionalen Betriebe insbesondere um die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (50 Prozent), den Inlandsabsatz (48 Prozent) und die Entwicklung der Auslandsmärkte (22 Prozent). Gerade in Sachen unternehmensfreundliche Wirtschaftspolitik sieht die IHK dringenden Handlungsbedarf.

„Die Industrieunternehmen wähnen sich 2020 in einem schwierigen Fahrwasser. Zwar liegen die Kapazitätsauslastung und der Auftragsbestand laut Unternehmensmeldungen noch über dem saisonüblichen Durchschnitt, doch stagnieren die Auftragseingänge und die mittelfristigen Exporterwartungen“, sagt Schmitt.

Für das Gesamtjahr geht die Industrie- und Handelskammer von einer spürbaren Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik aus, hält aber eine Rezession für unwahrscheinlich. Auf der Habenseite kann die regionale Wirtschaft derzeit laut Jan Glockauer eine stützende Binnennachfrage, expansive Investitionsabsichten, eine relativ geringe Exportabhängigkeit und intakte Finanzierungsbedingungen verbuchen.

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