Rund 500.000 EUR Fördermittel für die Menschen an der Mosel

Staatssekretär Andy Becht übergibt Bewilligungsbescheid für das Projekt „Auf- und Ausbau der Markenfamilie Faszination Mosel“ und informiert sich über die Arbeit der LAG Mosel

Faszination Mosel pur: Bei hochsommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein überreichte Staatssekretär Andy Becht, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, am 15. September 2020 den Vorsitzenden der LAG Mosel und Regionalinitiative Mosel den Förderbescheid für das LEADER-Vorhaben „Auf- und Ausbau der Markenfamilie Faszination Mosel“ in der Vinothek der Familie Kühner-Adams in Mehring-Lörsch. Das Vorhaben wird in Kooperation mit den LAGn Moselfranken und „Land zum Leben Merzig-Wadern“ (Saarland) umgesetzt.

Andy Becht betonte in seiner Ansprache die Bedeutung und den „Geist“ der LEADER-Förderung als Landschaftspolitik und als Zeichen „bester Europapolitik“. Als bekennender LEADER-Fan machte er deutlich, dass durch das konkrete Förderprojekt die Akteure und Menschen entlang des Flusses zusammengeführt werden, um gemeinsam an dem Ziel zu arbeiten, die Moselregion weiter voranzubringen, besser zu vermarkten – sowohl touristisch als auch hinsichtlich regional erzeugter Produkte.

„Unsere Regionen, unsere ländlichen Räume bringen hervorragende Produkte hervor und sind attraktive Ausflugs- und Reiseziele. Mit der Entwicklung der Markenfamilie Mosel wird es noch leichter, die Vorzüge der Moselregion auf den Punkt zu bringen und zu kommunizieren“, sagte Becht bei der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von rund 501.000 Euro für das LAG-Kooperationsvorhaben.

Rolf Haxel, stellvertretender Vorsitzender der LAG Mosel, und Landrat Gregor Eibes, Vorsitzender der Regionalinitiative „Faszination Mosel“, dankten dem Staatssekretär, den Mitarbeitern des Ministeriums und der ADD Trier sowie allen Beteiligten für die Unterstützung und Bereitstellung der Fördermittel durch EU, Bund und Land.

Eibes erläuterte das Netzwerk in der Regionalinitiative: Die neue Markenfamilie zielt auf die Säulen Tourismus, Weinbau, Kultur, Natur und Landschaft, Regionale Produkte und Weltkulturerbe ab. Im gemeinsamen Verbund der drei LAG Mosel, Moselfranken und Saarland sollen mit den Fördergeldern in den nächsten drei Jahren unter anderem eine Homepage, Imagebroschüre plus Film, ein Flyer, Roadshows, Netzwerktreffen, Exkursionen sowie Veranstaltungen zu verschiedenen Jahresthemen umgesetzt werden.

Rolf Haxel dankte in seiner Begrüßung allen Projektträgern: „Ohne sie gäbe es keine LEADER-Förderung! Ohne sie wäre unsere Region ein entscheidendes Stück ärmer! Sie sind es, die durch neue Ideen und großes Engagement unsere Region voranbringen! Es ist für mich immer beeindruckend, welche Ideen es in der Region gibt und wie mutig auch Menschen in die Region investieren. Nebenbei bemerkt ist es natürlich auch nicht immer ein geringer Aufwand an Bürokratie, so eine LEADER-Förderung zu beantragen.“ Er betonte, dass die LAG Mosel seit Anfang der 90er Jahre ein Teil der europaweiten LEADER-Idee sei. „Die Zusammenarbeit über Verwaltungsgrenzen und auch über Ländergrenzen hinweg sind für uns in vielerlei Hinsicht gewinnbringend!“, so Haxel.

Der Ort für den Besuch des Staatssekretärs war nicht zufällig gewählt: Die Gastgeber-Familie Kühner-Adams stellten ihr LEADER-gefördertes Projekt „Symbiose Alt und Neu“ vor. Mit diesem Vorhaben erweiterte das Winzerehepaar das bestehende Altgebäude um die neue „Vinothek am Flusskilometer 174“. Das historische Winzerhaus wurde zu einer Ferienwohnung für vier Personen mit einer Weinlounge umgebaut und ein historischer Weinberg wurde angelegt. Hierfür wurde eine LEADER-Zuwendung in Höhe von 108.300 EUR bewilligt. Das LEADER-Vorhaben dient einerseits dem Erhalt des einmaligen Steillagenweinbaus in der Moselregion, der Vermarktung regionaler Lebensmittel und schafft ein mit der Region verbundenes touristisches wie gastronomisches Angebot entlang von Wander- und Radwegen. Gleichzeitig wird Bausubstanz erhalten; ein Leerstand wurde umgenutzt. Das Haus liegt gut erreichbar am Ortseingang von Mehring/Ortsteil Lörsch, angrenzend an die Moselweinstraße, den Moselwanderweg und Moselradweg inmitten der wunderschönen Moselkulturlandschaft.

Im Anschluss an die Ansprachen und Übergabe des Förderbescheids konnten sich die Teilnehmer in gemütlicher Runde bei Getränken und einem Imbiss mit regionalen Produkten austauschen. Es bestand auch Gelegenheit, die historische Rebsorte „Gelber Kleinberger“ aus dem Weinberg der Familie Kühner-Adams zu verkosten.

Allgemeine Informationen zu LEADER-Regionen

LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es Menschen vor Ort ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten. So kann das Potential einer Region besser für deren Entwicklung genutzt werden. Begleitet wird LEADER von sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs).

LEADER ist die Abkürzung des französischen „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ und wird übersetzt mit „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung des ländlichen Raums“. LEADER ist ein methodischer Ansatz der Regionalentwicklung, der es lokalen Akteuren ermöglicht, regionale Prozesse mitzugestalten. So kann das Potential einer Region besser genutzt werden und erheblich zur Entwicklung der Region beitragen. Zentral in LEADER sind die sogenannten Lokalen Aktionsgruppen (LAGs).

Mit LEADER werden seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert. Der LEADER-Ansatz steht als eigener Schwerpunkt im Entwicklungsprogramm EULLE (Umweltmaßnahmen, Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft, Ernährung) für eine verstärkte Mobilisierung endogener Potentiale in ländlichen Regionen, für eine Verbesserung der regionalen Kooperation, für die Stärkung der Beteiligung der für die Entwicklung einer Region bedeutsamen Akteure und für die Entwicklung und Verbreitung innovativer Handlungsansätze. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die ländlichen Regionen durch Identifizierung ihrer individuellen Stärken und Schwächen am besten ihre Entwicklungschancen erkennen und daraus resultierende Strategien zur Mobilisierung des abgeschätzten Potentials entwickeln können.

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