SGD Nord veröffentlicht aktuellen Monitoringbericht zu Erneuerbaren Energien

Die Entwicklung der Erneuerbaren Energien im nördlichen Rheinland-Pfalz ist in einem aktuellen Bericht der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord veröffentlicht. Insgesamt stand Ende 2019 im Bereich der SGD Nord eine gesamte Nennleistung von 3.404 MW aus erneuerbaren Energien bereit, was dem dreifachen der Nennleistung des jüngst in Betrieb gegangenen Steinkohlekraftwerkes Datteln 4 oder dem zweieinhalbfachen der Nennleistung des stillgelegten Kernkraftwerkes Mülheim-Kärlich entspricht. Der Anstieg zum Vorjahr betrug 78 MW, weitere 200 MW waren genehmigt (vgl. Grafik 3).

Windenergie, Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft sind in den Regionen Trier, Mittelrhein-Westerwald und Rheinhessen-Nahe wachsende Energielieferanten mit noch nicht ausgeschöpftem Wachstumspotential. Ende 2019 waren im nördlichen Rheinland-Pfalz 1.189 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von rund 2.482 Megawatt (MW) am Netz oder genehmigt. Über die Jahre betrachtet hat sich die Zahl der am Netz befindlichen Windkraftanlagen seit 2004 von 463 auf 1.138 Anlagen etwas mehr als verdoppelt, während sich die installierte Nennleistung im selben Zeitraum von 429 MW auf 2.329 MW mehr als verfünffacht hat. Diese deutlich verbesserte Effizienz ist auf das sogenannte Repowering zurückzuführen, also den Ersatz bestehender Anlagen durch leistungsstärkere, die größere Abstände zueinander benötigen. Die Zahl der Planungen und der Genehmigungen ist weiterhin rückläufig (vgl. Grafiken 1 und 2).

Die Fläche, die über die Regionalplanung und die Flächennutzungsplanung für Windkraftanlagen genutzt werden kann liegt weiterhin bei 1,02 % der Fläche der SGD Nord. Einige dieser Flächen sind noch immer ungenutzt und es bestehen nach wie vor Potentiale für die Errichtung von  Windenergieanlagen.  So sind in der Planungsregion Mittelrhein-Westerwald noch 5 Vorranggebiete mit einer Gesamtflächengröße von etwa 82 Hektar gänzlich unbelegt in der Region Trier noch 83 Hektar. In den Landkreisen Birkenfeld und Bad Kreuznach, die zur Planungsregion Rheinhessen-Nahe gehören, sind noch 4 Vorranggebiete mit einer Gesamtflächengröße von etwa 250 Hektar ganz frei von Anlagen. Zahlreiche Flächennutzungspläne sind zurzeit noch in der Aufstellung. Ende 2019 waren 10.308 Hektar Sonderbauflächen Windenergie in Planung. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich die potentielle Fläche, die für Windkraftanlagen genutzt werden kann, weiter vergrößert.

Zum Thema Solarenergie waren Ende 2019 170 Freiflächen-Photovoltaikanlagen mit rund 429 MW Nennleistung und rund 970 Hektar Grundstücksgröße genehmigt und am Netz. Dies sind 17 Anlagen mit einer Leistung von 8 MW mehr als im Vorjahr. Weitere 41 solcher Anlagen mit einer Größe von zusammen 259 Hektar sind geplant.

Zum Stichtag 31.12.2019  waren insgesamt 192  Bioenergieanlagen mit einer installierten Gesamtnennleistung von rund 454 MW in Betrieb, weitere 15 Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 15 MW waren genehmigt.

Bedeutende Wasserkraftanlagen befinden sich an den größeren Flüssen wie Mosel, Lahn, Nahe und Saar. Hier sind 27 Anlagen mit einer Gesamtnennleistung von 225 MW erfasst. Bei den großen Anlagen gibt es keine Veränderungen zu den Vorjahren.

Die Geothermie spielt im nördlichen Rheinland-Pfalz weiterhin keine Rolle.

Insgesamt standen Ende 2019 im Bereich der SGD Nord eine gesamte Nennleistung von 3.404 MW aus erneuerbaren Energien bereit, was einen Zuwachs von 78 MW im Vergleich zum Vorjahr bedeutet, weitere 200 MW waren genehmigt (vgl. Grafik 3).

Der Monitoringbericht steht unter dem Thema Energie unter diesem Link zum Download bereit.  Auch das Energieportal der SGD Nord informiert zu aktuellen Entwicklungen und stellt Fachdaten bereit unter Energieportal der SGD Nord.

Zum Hintergrund:

Der Monitoringbericht „Erneuerbare Energien“ wertet im Rahmen der Raumbeobachtung die Themen Windenergie, Bioenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und Geothermie in den Regionen Trier und Mittelrhein-Westerwald sowie in der nördlichen Teilregion Rheinhessen-Nahe statistisch und räumlich aus. Grundlage der Auswertung ist der Datenbestand des Raumordnungskatasters der Raumordnung und Landesplanung der SGD Nord (Stand: 31.12.2019).

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