„WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ bringt fünf weitere Projekte auf den Weg

Das Sozialministerium unterstützt mit „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ kleine ländliche Gemeinden beim Aufbau wohnortnaher Wohn-Pflege-Projekte für ältere Menschen. So können Menschen auch im Alter weiterhin in vertrautem Umfeld leben, ohne auf notwendige Pflegeleistungen verzichten zu müssen.

„Gerade in kleinen Dörfern brauchen wir Wohn-Pflege-Angebote, die vor Ort entwickelt werden und so lokale Gegebenheiten in besonderem Maße berücksichtigen können“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler heute bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarungen mit den neuen Initiativen. „Die Bewohnerinnen und Bewohner haben damit die Möglichkeit in ihrem Dorf, nahe bei Angehörigen, Freunden und Nachbarn wohnen bleiben zu können – auch wenn der Unterstützungsbedarf steigt. Deshalb bringen wir den Aufbau solcher Angebote voran. Das Land fördert diese neuen Wohnformen finanziell sowie durch Beratung und Prozessbegleitung, die WohnPunkt RLP anbietet.“

Das Projekt „WohnPunkt RLP“ wurde 2018 evaluiert und startet 2020 mit neuen Rahmenbedingungen. So wurde unter anderem der Beratungsprozess neu aufgestellt. Die Kommunen werden bei ihren Vorhaben intensiv begleitet und erhalten Unterstützung bei der Planung. Dabei geht es zum Beispiel um die Bedarfsermittlung, den Standort, barrierefreien Umbau, sozialrechtliche Fragen und darum, wie die Einbindung in das Dorfleben organisiert werden kann. Vor Ort werden mit den Bürgerinnen und Bürgern passende Lösungen entwickelt – unterstützt von einem Netzwerk von Experten. Am Ende des ersten Jahres der Begleitung steht dann ein ortsangepasster Vorschlag, mit dem die Kommune ihr Wohnprojekt für ältere Menschen umsetzen kann.

„Mit dem neuen Konzept ist ‚WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe‘ flexibler geworden. Es geht nicht mehr nur um die Entwicklung von Wohn-Pflege-Gemeinschaften, sondern um die ganze Bandbreite des Wohnens mit Teilhabe. Außerdem ist erstmals die Teilnahme von Kleinstädten bis 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern möglich.“ betont Dr. Matthias Krell von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG), die Träger es Projektes ist.

Beispiele für Wohnen mit Teilhabe können z.B. sein:

Wohn-Pflege-Gemeinschaften, Dorfmitteprojekte mit Tagespflege oder Betreuung, barrierefreies Wohnen oder Mehrgenerationenwohnen mit Teilhabe- und Unterstützungsangeboten.

Die fünf neuen „WohnPunkt RLP“-Modellkommunen sind:

  • OG Bettenfeld (VG Wittlich-Land, LK Vulkaneifel)
  • OG Gillenfeld (VG Daun, LK Vulkaneifel)
  • OG Gommersheim (VG Edenkoben, LK Südliche Weinstraße)
  • OG Nack (VG Alzey-Land, LK Alzey-Worms)
  • OG Ottersheim (VG Bellheim, LK Germersheim)

Ortsgemeinde Bettenfeld
In der Ortsgemeinde, hat es bereits im Rahmen des „Zukunftscheck Dorf“ ein breites Interesse zu Wohnen mit Teilhabe in der Bevölkerung gegeben.
Eine Informationsveranstaltung zu alternativen Wohnformen durch die Landesberatungsstelle Neues Wohnen ist auf großes Interesse bei den Bürgerinnen und Bürgern gestoßen. Die Ortsgemeinde ist im Besitz einer größeren Liegenschaft in der Ortsmitte. Hier wird über mehrere Wohneinheiten nachgedacht, in denen die Menschen zunächst weitgehend selbstständig leben können. Im Rahmen der Finanzierung sind auch Genossenschaftsmodelle oder ein Zweckverband angedacht.

Ortsgemeinde Gillenfeld
Gillenfeld ist auf dem Weg zur demografiefesten Kommunen schon weit vorangeschritten und versteht sich als sorgende Gemeinschaft. Mit der Gründung der „Genossenschaft am Pulvermaar“ wurde 2018 der Florinshof, ein barrierefreies Wohnprojekt in der Dorfmitte, umgesetzt. Nun soll in der alten Schule eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft für zwölf Bewohnerinnen und Bewohner entstehen.

Ortsgemeinde Gommersheim
Viele Gespräche und Informationsfahrten zu unterschiedlichen Wohnprojekten haben die Bürgerinnen und Bürger bestärkt, ein Wohnprojekt für ältere Menschen zu realisieren. Zusammen mit den Nachbargemeinden Duttweiler, Geinsheim, Freimersheim, Böbingen und Freisbach, soll ein gemeinsames Wohnprojekt mit Begegnungsmöglichkeiten entwickelt werden

Ortsgemeinde Nack
Seit 2017 befassen sich Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit der Diakonie Hessen-Nassau mit dem Thema Wohnen im Alter. Ein zentrales Anliegen ist es, altersgerechten Wohnraum kombiniert mit Serviceleistungen zu schaffen. Die Ortsgemeinden Bechenheim, Erbes-Büdesheim, Nieder-Wiesen und Wendelsheim wollen das Projekt unterstützen und sich daran beteiligen. Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger in allen Orten ist groß. Die Diakonie Hessen-Nassau plant für die Realisierung eine Immobilie im Ortskern Nack einzubringen.

Ortsgemeinde Ottersheim
Seit über 20 Jahren engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger in der Ortsgemeinde Ottersheim. Das neue Wohnprojekt soll Bürgerinnen und Bürgern mit Unterstützungsbedarf ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in ihrer Heimatgemeinde ermöglichen. Nach dem Beschluss des Gemeinderates sich für das Projekt „WohnPunkt RLP – Wohnen mit Teilhabe“ zu bewerben, haben sich 20 Bürgerinnen und Bürger bei der Ortsgemeinde gemeldet, um bei diesem Projekt aktiv mitzuwirken.

 

 

Weitere Informationen zum Projekt „WohnPunkt RLP“ auf www.wohnpunkt-rlp.de.

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