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Rudolf J. Schweyen – Genetiker aus Binscheid

Aus dem geschichtlich meistens nicht viel mehr als 100 Seelen zählenden Westeifeldorf Binscheid gingen im Lauf der Jahrhunderte einige Priester hervor – etwa Leonhard Lentz im 18. Jahrhundert, dessen Neffe Mathias Lentz oder der Theologe und Politiker Peter Alff (1806-1857). Aber erst die nach 1945 sich verändernde ländlich-katholische Lebenswelt führte zu anderen akademischen Berufen – wie der Lebensweg Professor Schweyens exemplarisch zeigt. … weiterlesen »

Adolf Kolping

Fundamentaltheologe aus Andernach

In diesem Beitrag geht es nicht um den berühmten „Gesellenvater“ Adolf Kolping (1813 – 1865), den aus Kerpen bei Köln stammenden Priester und Begründer des Kolpingwerkes, sondern um dessen gleichnamigen Verwandten, den 1909 in Andernach als Sohn von Joseph Kolping und Katharina Rach geborenen Theologieprofessor. Dass der jüngere Kolping sich an Popularität und Nachruhm nicht mit dem älteren Namensvetter messen kann, hängt wohl damit zusammen, dass sich sein überwiegend in ruhigen äußeren Bahnen entfaltendes Lebenswerk auf theologische Gelehrsamkeit fokussierte. … weiterlesen »

Hermann Schwarz

Philosoph aus Düren

Hermann Schwarz kam 1864 in Düren als Sohn des gleichnamigen lutherischen Oberlehrers Dr. Hermann Schwarz und dessen Ehefrau Emma Cuno zur Welt. Vater Schwarz stammte aus Holdenstedt, einem Dorf in Sachsen-Anhalt in der Nähe der Lutherstadt Eisleben. Düren war eine berufliche Durchgangsstation des Vaters, dessen pädagogisches Hauptwirken sich ab 1871 als Rektor der höheren Bürgerschule zu Gumbinnen in Ostpreußen entfaltete. Der Sohn Hermann erhielt seine höhere Schulbildung nicht mehr in der Eifel, sondern auf dem Realgymnasium im masurischen Hohenstein sowie auf der Schule seines Vaters in Gumbinnen und schließlich auf der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle. In der Saalestadt machte er mit 19 Jahren Abitur und studierte dort anschließend Mathematik und Naturwissenschaften.
1888 promovierte Schwarz in Halle beim Mathematiker Georg Cantor (1845-1918), dem berühmten Theoretiker der Mengenlehre, über ein von diesem angeregtes Thema: „Ein Beitrag zur Theorie der Ordnungstypen“. 1889 absolvierte Dr. phil. Schwarz die Lehramtsprüfung für die Fächer Mathematik, Physik, Botanik und Zoologie und unterrichtete danach fünf Jahre lang am Hallenser Freiwilligen-Institut von Dr. Harang Mathematik und Physik. Nebenher arbeitete er an seiner Habilitation. Seine Habilitationsschrift „Die Lehre von den Sinnesqualitäten bei Descartes und Hobbes“ (1894) verband naturwissenschaftliche, psychologische und philosophische Fragen. Nach 14-jähriger Privatdozententätigkeit in Halle wurde Schwarz 1908 außerordentlicher Professor in Marburg. Nach Vermutung von Ulrich Sieg (1994) hatte er es an dieser Hochburg des Neukantianismus schwer, zumal Hermann Cohen, der damals dominierende Philosoph in Marburg, gegen ihn polemisierte. Im Gegensatz zu Cohen, für den Geist und Natur streng zu trennen sind, lehnte Schwarz die Vorstellung von menschenunabhängigen „Ideen, die überzeitlich und überräumlich vorher gegeben wären“, ab.
Schwarz hatte sich bereits während seiner Hallenser Dozentenjahre durch umfangreiche philosophisch-psychologische Arbeiten einen Namen gemacht. Renommierte Gelehrte wie Wilhelm Wundt oder Hans Vaihinger besprachen seine Schriften, und 1907 wurde Schwarz Herausgeber der angesehenen „Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik“. 1910 nahm er einen Ruf als Ordinarius für Philosophie an die Universität Greifswald an, wo er bis zu einer Emeritierung 1933 blieb. Bemerkenswert ist, dass sich Schwarz im Berufungsverfahren gegen den heute ungleich berühmteren Philosophen Georg Simmel durchsetzen konnte. 1918 gehörte Schwarz zu den Initiatoren der Deutschen Philosophischen Gesellschaft, 1922 wurde er Rektor der Universität Greifswald.
Zu den Besonderheiten des Denkweges von Schwarz gehört, dass er sich nach 1918 so stark wie kein anderer deutscher Philosoph völkisch geprägtem Philosophieren zuwandte. Politisch führte dies dazu, dass er sich 1923 „als erster Philosoph überhaupt“ (M. Michalski, 2010) der NSDAP anschloss. Auch wenn er die Partei 1924 wieder verließ, besteht kein Zweifel, dass er vom Nationalsozialismus überzeugt blieb. In Wort und Schrift lehnte er die liberalistischen Grundlagen der Weimarer Republik entschieden ab. Philosophisch ging es ihm darum, seine Konzeption vom „metaphysischen Wesen des Volkstums“ in unterschiedlichen Philosophiebereichen – etwa Ethik und Staatslehre – theoretisch zu verankern und Staat, Kultur, Erziehung und Religion von dieser Basis des „Deutschseins“ aus neu zu denken. In vielfältigen Variationen versuchte Schwarz darzulegen, was das Besondere des deutschen Denkens und der deutschen Kultur sei. Dabei war er, wie so viele seiner Landsleute damals, überzeugt von der Überlegenheit und Einzigartigkeit deutschen Geistes. Ideelle Leitfiguren waren ihm die altdeutschen Mystiker Meister Eckhart und Jakob Böhme und, aus der jüngeren Philosophiegeschichte, J. G. Fichte (1762-1814). Bei vielen Gelegenheiten stellte Schwarz den auf Rügen geborenen Greifswalder Professor Ernst Moritz Arndt (1769-1860) als Vorbild heraus.
Trotz Emeritierung nahm Schwarz 1934 eine neue Lehrtätigkeit an der TH Darmstadt auf. Eine große Rolle in seinem Spätwerk spielte die Religion. Schwarz lehnte die jüdische Religiosität ab, weil sie mit nordisch-deutscher Wesensart nicht vereinbar sei: „Die Frömmigkeit unserer germanischen Vorfahren bestand im Erleben von Ewigkeitswerten, die Frömmigkeit der Juden bestand in Gottesdienst.“ Schwarz war trotz seines Antijudaismus und seiner Kritik am Christentum kein prinzipieller Religionsfeind, sondern hoffte, dass sich eine neue Religiosität auf der Grundlage des Volkstums entwickeln werde. Er lobte Alfred Rosenbergs „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“ als „nordisches Evangelium“, auch wenn er einzelne philosophische Konzepte des NS-Chefideologen kritisierte. Nach dem Ende der NS-Herrschaft war Schwarz, der 1939 die Goethe-Medaille erhalten hatte und 1951 in Darmstadt verstarb, verständlicherweise verpönt. Seit einiger Zeit wird der – nach eigenen Worten – „unverbesserliche Metaphysiker“ Hermann Schwarz „gerade in neueren Publikationen häufig genannt“ (C. Henning, 1999). Sein komplexes philosophisches Gesamtwerk, das über seinen „theologischen Nationalsozialismus“ (E. Nolte, 1988) deutlich hinausgeht, ist inhaltlich erst ansatzweise ausgewertet.

Verfasser: Gregor Brand

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Johann Peter Weidmann

Arzt und Geburtshelfer aus Zülpich

Der Lebensweg des berühmten Mediziners Karl Kaspar Siebold (1736 – 1807) aus Nideggen führte eine Generation später zu einem erneuten Aufblühen von Medizinerpersönlichkeiten aus dessen Heimatgebiet. Neben Hermann Joseph Brünninghausen (1761 – 1834) aus Nideggen ist hier der 1751 in Zülpich geborene Arzt Johann Peter Weidmann zu nennen, der als einer der Begründer der modernen Gynäkologie und Geburtshilfe gilt. Wie bei Brünninghausen, so wurde auch Weidmanns Werdegang von Siebold beeinflusst, der ihm zeitlebens das große Vorbild blieb. … weiterlesen »

Ritter Ludwig von Deudesfeld

Gründer des Klosters St. Thomas an der Kyll

Kurz vor Jahresende 1170 erschütterte ein besonders frevelhaftes Verbrechen die Christenheit: Am Altar der Kathedrale der englischen Stadt Cambridge wurde der englische Erzbischof und Lordkanzler Thomas Becket von Anhängern seines Königs Heinrich II. Plantagenet erschlagen. Die Nachricht über das Martyrium des bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochenen Thomas breitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Kontinent aus. Nur zwei Jahre später veranlasste sie den in Deudesfeld lebenden Ritter Ludwig und seine Frau Ida dazu, selbst nach Canterbury aufzubrechen. Dieser Entschluss setzte ein geschichtlich bemerkenswertes Geschehen in Gang. … weiterlesen »

Louise von Sturmfeder

Prinzenerzieherin und Nachfahrin der Wittlicher Familie Auwach

Die österreichisch-ungarische k.u.k.-Kultur wurde von keinem Herrscher eindringlicher repräsentiert als von Kaiser Franz Joseph I. (1830 – 1916), dessen Regierungszeit fast 68 Jahre umfasste. Die ersten fünf Lebensjahre dieses epochalen Monarchen wurden maßgeblich mitgeprägt von der Hofdame Louise von Sturmfeder. Sie war für seine Erziehung ebenso verantwortlich wie für die seiner jüngeren Geschwister; zu diesen gehörte Maximilian (1832 – 1867), der am Ende hingerichtete spätere Kaiser von Mexiko. … weiterlesen »

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Interview: Stadtbürgermeister Bongartz im Gespräch

Gerolstein. Vier Bürgermeisterkandidat(in)en standen zur Wahl des neuen Stadtbürgermeisterpostens in Gerolstein. Das Wahlergebnis bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 hat dazu geführt, dass eine Stichwahl notwendig wird. Das Ergebnis war denkbar knapp. Das Wahlergebnis für die Stichwahl am 16. Juni 2019 wird größtenteils von der Wahlbeteiligung abhängig sein. Deshalb ist es auch so wichtig, dass möglichst viele Gerolsteiner Bürgerinnen und Bürger zur Stichwahl gehen.

Die Eifel-Zeitung hat am vergangenen Wochenende mit dem amtierenden Bürgermeister Friedhelm Bongartz über die Zukunft der Stadt gesprochen. … weiterlesen »

Interview: Stichwahl am 16.06.2019 zum Ortsbürgermeister in Kröv

Kröv. Vier Bürgermeisterkandidaten standen in Kröv zur Wahl des neuen Ortsbürgermeisters. Das Wahlergebnis bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 hat dazu geführt, dass eine Stichwahl notwendig wird. Das Ergebnis war denkbar knapp. Nur sechs Stimmen Unterschied trennten die beiden Kandidaten, die zur Stichwahl antreten werden. Das Wahlergebnis für die Stichwahl wird größtenteils von der Wahlbeteiligung abhängig sein.

Deshalb ist es auch so wichtig, dass möglichst viele Bürger zur Stichwahl gehen. Die Eifel-Zeitung hat am vergangenen Wochenende mit dem Bürgermeisterkandidat Rüdiger Löwen gesprochen. … weiterlesen »

Ein Kind der Eifel wird Intendant des SWR

Der Chefredakteur der ARD Tagesschau, Kai Gniffke, ist am 23. Mai 2019 als Nachfolger von Peter Boudgoust zum neuen Intendanten des SWR gewählt worden. Gniffke bekam im zweiten Wahlgang die notwendigen Mehrheiten im Gesamtgremium von Rundfunk- und Verwaltungsrat. Zur Wahl gestanden hatte auch Stefanie Schneider, die SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg. Zuvor hatten die beiden Kandidaten Gelegenheit, sich in einer Sitzung dem Wahlgremium zu präsentieren. … weiterlesen »

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Jakob Mangers

Norwegischer Bischof aus Stolzemburg

Noch zu Lebzeiten Luthers hatte der im schleswigschen Schloss Gottorf geborene Christian III. (1503–1559), König von Dänemark und Norwegen, in seinen Ländern die Reformation durchgesetzt. Norwegen war seither ein lutheranisches Land; die wenigen Katholiken hatten keinen eigenen Bischof. Mehr als 400 Jahre später erhielt Norwegen mit dem Westeifler Dr. Dr. Jakob Mangers erstmals wieder einen katholischen Bischof. … weiterlesen »

Hymnenstreit – Bodo Ramelow

Normalerweise müsste es heißen: Das Notwendigste zuerst, danach können wir über alles andere streiten. Jetzt fällt Herrn Ramelow ein, dass beim Abspielen oder mitsingen, Erinnerungen an das Nazi-Regime wachwerden. Dies war sicherlich eine schlimme Zeit und hat Deutschland und der Welt viel Unheil und Schaden in jeder Hinsicht gebracht. Ich muss Herrn Ramelow fragen, was war die Zeit in Ostdeutschland danach. Die DDR war ein Unrechts- und Mörderstaat. Die Menschen wurden geknechtet und belogen und betrogen. An der innerdeutschen Grenze galt ein Schießbefehl, an diese Vergangenheit sollten Sie denken, wenn Sie etwas ändern wollen. … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.