Salentin Ernst Eugen Cohausen

Kurfürstlicher Leibarzt aus Jünkerath

Salentin Cohausen erblickte am 21. Dezember 1703 auf Schloss Jünkerath-Glaadt, wo auch Graf Salentin Ernst von Manderscheid-Blankenheim (1630 – 1705) sich zuletzt meist aufhielt, das Licht der Welt. Sein Vater war der gräfliche Kanzler Jodocus Ernst Cohausen, der ab 1705 als Land- und Hofgerichtsschreiber in Gerolstein amtierte. Wegweisend für Salentins Werdegang wurde der Einfluss seines in Hildesheim geborenen Onkels Dr. Johann Heinrich Cohausen (1665 – 1750), der als Leibarzt des Bischofs von Münster und als Verfasser von medizinischen und satirischen Werken weithin berühmt war. Weiterlesen

Karl Krekeler

Maschinenbauer aus Prüm

Bei der Herausbildung des Weltrufs des deutschen Maschinenbaus spielten Persönlichkeiten, die an der RWTH Aachen wirkten, eine bedeutende Rolle. Zu ihnen gehört der am Ostersonntag 1896 in Prüm zur Welt gekommene Zerspanungsforscher und Schweißspezialist Karl Krekeler, der in den Aufbaujahrzehnten nach 1945 nachhaltige Impulse setzte. Krekeler war ein Sohn des Baurats Franz August Krekeler (1866–1949) und dessen Ehefrau Susanne Wellenstein (1873–1931); seine beiden Großväter waren Handwerker. Franz August stammte aus Lüchtringen (seit 1970 Teil der Stadt Höxter), wo die Krekelers seit Jahrhunderten ansässig waren. Zu den namhaften Vertreter dieser westfälischen Krekeler-Familien zählt der – nicht mit dem Prümer Krekeler zu verwechselnde –  Chemiker Karl Krekeler (1865-1947), der eine führende Position in der deutschen Farbstoffindustrie (IG Farben) bekleidete. Franz August Krekeler wurde 1905 Bauamtsleiter in St. Wendel und war dort für die Durchführung wichtiger Bauprojekte verantwortlich; 1909 wurde ihm der Titel „Stadtbaumeister“ verliehen. Weiterlesen

Friedrich Wippermann

Meteorologe aus Stotzheim

Wetter und Klima sind im Zeichen des Klimawandels zu politisierten Themen ersten Ranges geworden. Die Wissenschaftler, die sich mit diesen Phänomenen befassen, bleiben dennoch nach wie vor meist im Hintergrund. So ist auch der Name des Eiflers Friedrich Wippermann nur wenigen bekannt, obwohl er zu den führenden deutschen Meteorologen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts gehörte.

Fritz Wippermann, 1922 in Stotzheim (heute Teil Euskirchens) geboren, kam nach dem Abitur erst auf Umwegen zur Wetterforschung. Flugbegeistert hatte er sich bei Kriegsbeginn zu den Segelfliegern gemeldet, wo sich sein Enthusiasmus aber an der militärischen Realität abkühlte. Er meldete sich daher zur Ausbildung als Wetterdiensttechniker, bewarb sich 1941 für eine vom Reichswetterdienst ausgeschriebene Ausbildungsaktion und durfte in Prag Meteorologie studieren. Weiterlesen

Christoph März

Priester, Maler und Musiker aus Schweich

Christoph März kam am 13. April 1867 in Schweich als viertes von neun Kindern der Bauern- und Winzerfamilie von Johann März und Maria Anna Schu zur Welt. Vorangegangen war in den beiden Vorjahren die Geburt zweier Brüder, beide auf den Namen Matthias getauft, die noch am Tag bzw. in der Woche ihrer Geburt starben. Da auch Theodor, der Erstgeborene der Familie, im Alter von 11 Jahren starb, war Christoph das erste Kind, das das Erwachsenenalter erreichte. Seiner Herkunft nach war der später hochkreative Priester ein Schweicher durch und durch: Alle acht Urgroßeltern waren aus Schweich gebürtig, drei davon trugen den Familiennamen Wagner/Wagener. Nach den Volksschuljahren im Heimatort besuchte Christoph das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier und studierte danach von 1891 bis 1895 Theologie und Philosophie am Trierer Priesterseminar. Im August 1895 erfolgte die feierliche Priesterweihe des inzwischen 28-Jährigen. Weiterlesen

Ziel erreicht: Über 50 Weihnachtspäckchen gepackt

Weihnachten im Schuhkarton an Augustiner-Realschule plus Hillesheim

Einmal selbst Weihnachtswichtel spielen und andere Menschen glücklich machen – das geht bei der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Für viele Kinder ist die Vorweihnachtszeit die schönste Zeit im ganzen Jahr. Bunte Lichter Wunschzettel und Geschenke, die Freude auf das Weihnachtsfest ist groß. Weiterlesen

Werner Kroeber-Riel

Marketingpionier und Konsumforscher aus Winningen

Der 1934 im belgischen Etterbeek geborene spätere „Marketingpapst“ und „Vater der Konsumforschung“ Kroeber-Riel entstammte einer Familie von Winzern und Weinkaufleuten aus Winningen, wo er auch aufwuchs. Nach dem Abitur in Koblenz und weinkaufmännischen Erfahrungen in seinem Herkunftsort schloss er das Studium der Wirtschaftswissenschaften in Freiburg, Berlin und Köln als Diplom-Kaufmann ab. 1963 wurde er an der TU Berlin mit einer betriebswirtschaftlichen Dissertation über „Wertschöpfung, Wertschöpfungsrechnung, Wertschöpfungsdenken“ promoviert, 1968 habilitierte er sich dort mit einer Studie über „Wissenschaftstheoretische Sprachkritik in der Betriebswirtschaftslehre“. Zu seinem eigenen wissenschaftstheoretischen Standort bemerkte er 1971: „Wir akzeptieren keine wertfreie Wirtschaftswissenschaft. Die Wertfreiheit ist ein puristisches Ideal, das nicht erreichbar ist. Das Streben nach diesem Ideal führt in vielen Fällen lediglich dazu, Wertungen in pseudo-deskriptiven Aussagen zu verstecken und den ideologischen Charakter wirtschaftswissenschaftlicher Aussagen zu verschleiern.“ Weiterlesen

Lutz Löb

Ingenieur und Lehrer aus Euskirchen
Vater von sechs Holocaustopfern

Ein jüdisches Paar, das zum Katholizismus übertrat und sechs Kinder bekam, die dem strengen Trappistenorden beitraten – das war die historisch einzigartige Lebenssituation der Familie des 1881 in Euskirchen geborenen Lutz (Ludwig) Löb. Die Löbs waren seit vielen Generationen im Raum Euskirchen, Münstereifel und Niederzissen ansässig gewesen. Obwohl die Eltern von Lutz – Nathan Löb und Lina Ruben – 1882 nach Den Haag zogen, wo sich Nathan eine Existenz als erfolgreicher Kaufmann aufbaute, blieb die Familie ihrer Heimatregion verbunden (Steffen/Evers 2014). Nach der Handelsschule in Amsterdam absolvierte Lutz Löb ein kaufmännisches Praktikum in Brüssel. Am Kaufmannsberuf verlor er allerdings bald jegliches Interesse; mit Erlaubnis seines Vaters durfte er in Delft Bergbau studieren. In Brüssel war er in Kontakt mit Weltanschauungen gekommen, die in seinem Leben bis dahin kaum eine Rolle gespielt hatten: Marxismus, Atheismus und Katholizismus. Weiterlesen

Wilhelm Matthießen

Schriftsteller aus Gemünd

Der Schriftsteller Wilhelm Matthießen gehörte über Jahrzehnte zu den meistgelesenen deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Aber diese Seite seines literarischen Schaffens war nur ein Teil eines vielfältigen Werks von „atemberaubendem Gesamtumfang“ (Florian Krobb, 2013).

Matthießen wurde am 8.8.1891 in Gemünd (heute Teil Schleidens) als Sohn eines Gerichtsschreibers geboren, wuchs aber ab 1899 in Düsseldorf auf. Nach Abitur und Militärdienst studierte er in Bonn und Berlin Philosophie und Theologie. 1917 promovierte er mit einer Dissertation über „Die Form des religiösen Verhaltens bei Theophrast von Hohenheim, gen. Paracelsus“. Der Arzt und Naturphilosoph Paracelsus (ca. 1493 – 1546) blieb danach noch einige Jahre lang im Fokus seiner Arbeit. Matthießen, der bereits seit 1915 mit Karl Sudhoff (1853 – 1938), dem führenden Medizinhistoriker seiner Zeit, zusammenarbeitete, gab 1923 einen Band mit den theologisch-religionsphilosophischen Schriften von Paracelsus heraus. Neben dieser wissenschaftlichen Paracelsus-Arbeit hatte er allerdings schon 1918 begonnen, Märchenerzählungen zu veröffentlichen, zuerst in der Zeitschrift „Der Zwiebelfisch“, ab 1919 auch in Buchform. Weiterlesen

Silvio Gesell

Wirtschaftstheoretiker und Sozialutopist aus St. Vith

Silvio Gesell kam 1862 im damals preußischen St. Vith als siebtes Kind des Rentmeisters Ernst Gesell und dessen Ehefrau Mathilde Talbot zur Welt. Während seine väterliche Gesell-Linie nach Sachsen-Anhalt zurückführt, waren die Vorfahren mütterlicherseits im Raum Malmedy und St. Vith verwurzelt. Silvio Gesell erhielt keine akademische Ausbildung. Sein später beträchtliches nationalökonomisches Wissen erarbeitete er sich im Selbststudium. Er hatte zunächst eine dreijährige Postausbildung absolviert, erlernte dann aber bei seinen Brüdern Paul und Roman, die in Berlin ein Geschäft für Dentalartikel betrieben, den Kaufmannsberuf. Von 1882 – 1884 machte er sich in Malaga mit der spanischsprachigen Welt vertraut; nach preußischem Militärdienst und Stationen als kaufmännischer Angestellter emigrierte er 25-jährig nach Argentinien. In Buenos Aires eröffnete er eine Filiale des Unternehmens seines Bruders und wurde dort in den frühen 1890ern Zeuge einer schweren Wirtschaftskrise. Sie trieb ihn zur selbständigen Suche nach den ökonomischen Ursachen, die er schnell in grundlegend falscher Geldtheorie und Geldpolitik gefunden zu haben glaubte. Weiterlesen

Johannes Thiel

Maler, Illustrator, Graphiker und Dichter aus Speicher

Johannes Thiel kam 11. September 1889 als fünftes Kind des Kaufmanns Wilhelm Thiel und dessen Ehefrau Elisabeth Müller in Speicher zur Welt. Die frühen Kinderjahre verbrachte er in seinem Geburtsort, aber noch vor seiner Volksschulzeit zog die Familie nach Koblenz. Nach seiner schulischen Ausbildung, die den Besuch von Privatschulen einschloss, bereitete er sich intensiv auf den ersehnten Künstlerberuf vor. Er durfte an der angesehenen Akademie der Bildenden Künste München studieren, wo Peter Halm (1854 – 1923), Professor für Radierkunst, zu seinem wichtigsten Lehrer wurde. Weitere Station seiner Künstler-Ausbildung war die Kunstakademie Stuttgart, hier zählte er zu den Schülern des Landschaftsmalers Professor Christian Landenberger (1862 – 1927). Weiterlesen

Erwin Wolff

Anglist aus Gemünd

Die ehemals selbständige Gemeinde Gemünd, inzwischen ein Teil Schleidens, ist der Geburtsort eines der führenden deutschen Anglisten aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erwin Wolff, geboren am 30. Januar 1924, war ein Sohn des dort allseits bekannten Volksschulrektors Bernhard Wolff und dessen Ehefrau Ruth Herbrand. Vater Wolf war 1913 als Lehrer nach Gemünd gekommen; als er Ostern 1954 in den Ruhestand ging, hatte er Generationen von Gemündener Kindern durch höchst unterschiedliche politische Systeme begleitet. Sein Sohn Erwin besuchte von 1934 bis 1942 das Gymnasium in Schleiden. Auf das Abitur folgten Kriegseinsatz und sowjetische Gefangenschaft. Weiterlesen

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