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Ulrich von Manderscheid

Kämpfer um die Herrschaft im Erzbistum Trier

Das an Kriegen und Konflikten reiche Kurfürstentum Trier erlebte zwischen 1430 und 1440 eine unruhige Zeit mit ungewisser politischer Lage. Grund dafür war aber nicht, wie sonst meistens, ein feindlicher Eingriff äußerer Mächte, sondern der Machtwille eines Mannes aus einem aufstrebenden Eifler Adelsgeschlecht. Nach dem Tod des Trierer Kurfürsten und Erzbischofs Otto von Ziegenhain im Februar 1430 wollte Ulrich von Manderscheid, getragen vom Mehrheitswillen der erzbischöflichen Ritterschaft, dessen Nachfolger werden. Gegen den Widerstand von Papst, Konzil und Kaiser versuchte er fast ein Jahrzehnt lang, dieses Ziel zu erreichen. … weiterlesen »

Hans-Peter Burghof

– Bankprofessor aus Herschbroich/Adenau

Lehrerkinder kommen herum, wenn ihre Eltern im Schuldienst vorankommen wollen. So wurde Hans-Peter Burghof in Bad Kreuznach geboren, lebte als Kind in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Neuwied und als junger Erwachsener an seinem Studienort Bonn und am Familienwohnsitz in Herschbroich bei Adenau. Dort war sein Vater Karl Burghof zwischenzeitlich zum Leiter des Erich-Klausener-Gymnasium aufgestiegen. War es also mehr der Zufall dieser beruflichen Laufbahn, die den Sohn in die Eifel brachte, so hat ihre Natur das ursprünglich eher kränkliche Kind tief geprägt. Ihre Wälder und Landschaften erkundete er intensiv in endlos scheinenden Indianerspielen nach der Schule. Später kamen lange Wanderungen und Fahrradtouren hinzu, darunter eine in mehreren Etappen quer durch die Eifel bis nach Luxemburg und zurück. So wurde ihm die Eifel eine Quelle der Gesundheit, von Abenteuerlust und Optimismus. … weiterlesen »

Georg W. Kreutzberg

Neurowissenschaftler aus Ahrweiler

Am 20. März 2019 endete das Leben eines Wissenschaftlers von Weltrang: Der in Ahrweiler geborene Hirnforscher Georg Wilhelm Kreutzberg verstarb im Alter von 86 Jahren. Kreutzberg zählte als Neuropathologe zur Weltelite seines Faches. Bereits bis zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 2012 wurden seine Forschungsarbeiten über 21.000 mal zitiert. Eine gigantische Zahl, die ebenso beeindruckt wie sein h-Index, der als Maß für den Einfluss eines Wissenschaftlers gilt: Er lag 2012 bei 80 und damit in einem Spitzenbereich, den nur wenige Forscher erreichen. Eine Studie von Kreutzberg über Mikroglia ist weltweit die meistzitierte zu dieser eminent wichtigen Nervenzellenform. … weiterlesen »

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Karl Wilhelm Arnoldi

Arzt und Naturforscher aus Winningen

Angehörige der Familie Arnoldi gehörten seit dem 17. Jahrhundert zur Bildungselite des evangelischen Bürgertums im Untermoselraum. Über Generationen stellten sie evangelische Pfarrer in Trarbach, etwa Johann Justus Arnoldi (1626 – 1692), ehe sich mehrere Arnoldis anderen Gebieten zuwandten. So wurde der Trarbacher Jurist Ernst Christoph Arnoldi (1696 – 1744) Hochschullehrer in Gießen, dessen Sohn Johann Ludwig Ferdinand Arnoldi Theologe und Taubstummenpädagoge. Den Winninger Zweig der Arnoldis zog es vor allem zur Medizin. Wie der hier vorgestellte Karl Wilhelm, so war auch sein gleichnamiger Vater Dr. Karl Wilhelm Arnoldi bereits Arzt. Aus der Ehe dieses älteren Karl Wilhelm mit Johanna Carolina von Ey ging der 1809 in Winningen geborene Karl Wilhelm Arnoldi jr. hervor. Er besuchte das Gymnasium in Koblenz und studierte dann drei Jahre lang Medizin an der Universität Bonn. 1830 wechselte der Medizinstudent an die Universität Halle, wo der renommierte Professor für Pathologie und Therapie Peter Krukenberg (1788 – 1865) sein wichtigster Lehrer wurde. … weiterlesen »

Traugott Müller

Bühnenbildner aus Düren

Mit der deutschen Theater- und Filmkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbinden sich klangvolle Namen. Dabei stehen meist Regisseure oder Schauspielerinnen und Schauspieler im Vordergrund. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Arbeit anderer Theater-Akteure, deren Beitrag fundamental für das Gelingen des gesamten Werks war. Unter diesen kommt dem 1895 geborenen Dürener Traugott Müller eine besondere Rolle zu: Er gehört zu den großen Bühnenbildnern des vergangenen Jahrhunderts. … weiterlesen »

Otto Semmelroth

Jesuit und Theologe aus Bitburg

Das II. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) führte im katholischen Christentum zu revolutionären Veränderungen: „Das Vatikanum II ist das 1789 der Kirche“ (so der belgische Kardinal Suenens). Angesichts der Hunderte von Millionen Katholiken weltweit ist es bemerkenswert, dass zwei bedeutende Konzilstheologen aus derselben Eifler Kleinstadt kamen: der Liturgiewissenschaftler Balthasar Fischer und der Jesuit Semmelroth; sie gehörten sogar demselben Jahrgang 1912 an. Otto Semmelroth war der Erstgeborene des Justizobersekretärs Otto Semmelroth und dessen Ehefrau Margarethe (geb. Schmitz). Sein jüngerer Bruder Wilhelm Semmelroth (1914 –1992) wurde später ein prominenter Regisseur und Dramaturg. … weiterlesen »

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Peter Pitzen

Orthopäde aus Jünkerath

Auch wenn die katholische Eifel lange eher bekannt war für ihre Fülle an Theologen und Klerikern, so haben die Recherchen zu den historisch bedeutsamen Kindern der Eifel inzwischen gezeigt, dass auch erstaunlich viele herausragende Mediziner ihre Wurzeln in dieser Region haben. In diese Reihe bedeutender Ärzte gehört auch der 1886 in Jünkerath geborene Medizinprofessor und Orthopäde Peter Pitzen. Die ausführlichsten Informationen zu seinem Lebensweg enthält die 2006 an der Universität Gießen vorgelegte Dissertation des gebürtigen Irakers Dr. Nadim Victor Khalisi zum Lebenswerk Pitzens. Diese Doktorarbeit bildet die Hauptgrundlage für den hier vorliegenden Beitrag. … weiterlesen »

Ernest J. Nesius

US-Agrarwissenschaftler – Enkel Eifler Auswanderer aus Sehlem und Quiddelbach

In der Vor-Internet-Zeit war es schwierig, wenn nicht unmöglich, die Spuren der vielen Eifler USA-Auswanderer des 19. Jahrhundert zu verfolgen. So wusste ich selbst beispielsweise zwar, dass Geschwister meiner Ururgroßeltern emigriert waren, aber was aus ihnen und ihren Nachfahren auf der anderen Seite des Atlantiks geworden war, blieb lange unbekannt. Seit einigen Jahren ist zu den schon länger bekannten Recherche-Möglichkeiten im Internet eine neue hinzugekommen: … weiterlesen »

Hermann-Josef Abs

Bankier aus Euskirchener Familie

Der 1901 in Bonn als jüngster von fünf Söhnen der Eheleute Dr. jur. Josef Abs (1862 – 1943) und Katharina Lückerath geborene Bankier Hermann Josef Abs gehörte zu den einflussreichsten Akteuren im Wirtschaftsleben der Bundesrepublik. Sein Großvater väterlicherseits war Schreiner in Euskirchen, sein dort geborener Vater wurde Rechtanwalt und war in den Vorständen und Aufsichtsräten etlicher rheinischer Unternehmen, vor allem im Bergbaubereich, tätig. Die Mutter von Abs stammte aus einer Tuchfabrikantenfamilie, die seit dem 17. Jahrhundert in Euskirchen nachweisbar ist. … weiterlesen »

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Hans Wilhelm Schreiber

Chirurg aus Schönecken

Der am 17. September 1924 in Schönecken geborene Hans Wilhelm Schreiber war der älteste Sohn des aus Wiersdorf bei Bitburg stammenden Landarztes Dr. Johannes Schreiber (1893 – 1978). Sein Vater hatte sich nach dem ersten Weltkrieg in Schönecken niedergelassen und sich dort nicht nur als Arzt großes Ansehen erworben. Sanitätsrat Johannes Schreiber war ein im Prümer Land hochgeschätzter Mediziner, der sich auch intensiv der Heimatforschung widmete. Ihm war ebenso der Erhalt der Schönecker Burgruine zu danken wie wertvolle Beiträge zur Ortsgeschichte und nicht zuletzt die Kreation des Kräuterschnapses „Schönecker Burgdoktor“. Als Wünschelrutengänger plädierte er für eine sachlich-rationale Erforschung dieses Phänomens. … weiterlesen »

Franz Steffens

Theologe und Paläograph aus Ürzig

Wer sich an der Entzifferung und dem Lesen alter und uralter Schriften versucht, beneidet meist diejenigen, die keine Probleme haben, in die Geheimnisse solcher alten Texte einzudringen. Ein Großmeister der Lehre von den alten Schriften (Paläographie) war der am 28. Mai 1853 in Ürzig als Sohn der Eheleute Johann Nikolaus Steffens und Maria Anna Adams geborene Franz Steffens. Nach dem Abitur am Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium im Reichsgründungsjahr 1871 studierte er Theologie und Philosophie in Würzburg, dann in Trier. Als das Trierer Seminar infolge des heftigen Kulturkampfs zwischen preußischem Staat und katholischer Kirche Anfang 1874 geschlossen wurde, wechselte Steffens erneut nach Würzburg, das zu Bayern gehörte und von der antiklerikalen Preußenpolitik nicht betroffen war. … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.