Eduard Profittlich

Erzbischof und Märtyrer aus Birresdorf

Der am 11.09.1890 geborene Eduard Profittlich, Sohn des Landwirts Markus Profittlich und dessen aus Andernach gebürtiger Ehefrau Dorothea Seiwert, war das achte von zehn Kindern einer seit dem 17. Jahrhundert in Birresdorf (heute Grafschaft/LK Ahrweiler) nachweisbaren Familie. Eduards Schulbildung begann in der Volksschule in Leimersdorf. Auf Rat seines Lehrers sowie des Pfarrers wurde der intelligente Bauernsohn auf das Progymnasium in Ahrweiler vorbereitet, in das er als Quartaner eintrat. Ab der Oberstufe besuchte er das Gymnasium in Linz, wo er mit 21 Jahren Abitur machte. Dass Eduard Profittlich Geistlicher werden wollte, war nach Ansicht des Grafschafter Heimatforschers Ottmar Prothmann nicht verwunderlich; er verwies darauf, dass es in dessen Verwandtschaft viele Geistliche gab, an denen sich Eduard orientieren konnte – darunter sein Bruder Peter (1878 – 1915), der Jesuitenmissionar in Brasilien war. Weiterlesen

Richard Zimmer aus Klausen

Staatssekretär und Krankenhausmanager

Da der Pastor seines Heimat- und Wallfahrtsortes Klausen meinte, Richard Zimmer solle als achtes von neun Kindern und als eifriger Messdiener Priester werden, wurde er in die Klosterschule St. Paul der Steyler Missionare in Wengerohr geschickt. Da es dort nur drei Klassen gab, musste er anschließend auf die Missionschule St. Wendel im Saarland wechseln. Das ging jedoch nur bis zur Unterprima, denn anderthalb Jahre vor dem Abitur wurde die halbe Klasse entlassen, weil die Schüler am Sonntag zu lange in der Disco geblieben waren und den Ausgang deutlich überzogen hatten. So musste sich Richard Zimmer für den Rest der Schulzeit täglich mit Fahrrad und Zug nach Trier zum Friedrich-Wilhelm-Gymnasium schaffen. Es gab keine Alternative zu diesem einzigen altsprachlichen Gymnasium in der Region. Das Abitur hat er 1968 dennoch doch mit guten Noten bestanden. Weiterlesen

Henri Pousseur

Komponist und Musiktheoretiker aus Malmedy

Henri Pousseur kam 1929 in der Kleinstadt Malmedy zur Welt, die zehn Jahre zuvor noch Teil des Deutschen Reiches gewesen war. Bis zum Ende seiner Schulzeit wechselte er infolge der politischen Ereignisse mehrfach Staatsangehörigkeit und Schulsystem. 1947 begann Pousseur das Musikstudium am Konservatorium in Lüttich. Der Organist und Komponist Pierre Froidebise wurde dort einer seiner wichtigsten Lehrmeister, beeinflusst durch ihn lernte er das Werk avantgardistischer Musiker des 20. Jahrhunderts kennen, insbesondere das der Wiener Komponisten Anton Webern, Alban Berg und Arnold Schönberg. Intensiviert wurde Pousseurs Hinwendung zu dieser Musik durch die Begegnung mit dem Komponisten und Dirigenten René Leibowitz, einem höchst einflussreichen Fürsprecher der Zwölftontechnik Schönbergs und engagierten Befürworter der neuen Musik. Weiterlesen

Rudolf Isay

Jurist aus Schweicher Familie

Rudolf Isay kam am Neujahrstag 1886 in Trier zur Welt, unter Mitwirkung des alten Sanitätsrats Dr. Thanisch, der „zunächst mit vielen Tassen schwarzen Kaffees erfrischt werden“ musste, wie Isay in seinen Aufzeichnungen „Aus meinem Leben“ berichtete. Weit ausführlichere Informationen vor allem zu seinem juristischen Lebenswerk als diese recht knappen Lebenserinnerungen enthält die 2005 veröffentlichte Dissertation von Felix Gaul: „Der Jurist Rudolf Isay (1886 – 1956)“. Leider erwähnt Gaul mit keinem Wort die Schweicher Herkunft der jüdischen Isay-Familie und meint irrtümlich, die Familie sei „einige Generationen zuvor aus Frankreich eingewandert“. Weiterlesen

Eberhard Hennes

Holzbildhauer aus Neuerburg

Die Eifel ist nicht nur eine Kulturlandschaft, aus der viele Maler hervorgingen, sondern auch eine Region ausgedehnter Holzbildhauerkunst. Die Kirchen, in denen sich bis vor einigen Jahrzehnten die meisten Einheimischen Woche für Woche versammelten, sind voller kunstfertiger Altäre, Statuen und sonstiger meisterlich gestalteter Gegenstände. Über deren Schöpfer machte man sich allerdings oft ebenso wenig Gedanken wie über die „Eifeler Dorfschreiner, deren Möbelstücke wunderbaren Aufbau und kunstvolle Bildhauerarbeit in den Füllungen zeigen“, wie Adam Wrede (1875-1960) in seinem Buch „Eifeler Volkskunde“ (1922) beiläufig erwähnte. Wrede fügte hinzu, dass diese Holzbildhauer in die Künstlerwelt gehören: „Aber ihre Namen sind längst verweht“. Zum Glück nicht alle. Weiterlesen

Hermann O. L. Fischer – Biochemiker

Sohn des Euskirchener Nobelpreisträgers Emil Fischer

Hermann O. L. Fischer

Hermann Otto Laurenz Fischer – ältester Sohn des Eifler Nobelpreisträgers Emil Fischer (1852 – 1919) und dessen Frau, der Professorentochter Agnes Gerlach (1867 – 1895) – wurde nicht so berühmt wie sein Vater, zeichnete sich aber ebenfalls als herausragender Chemiker aus. Geboren am 16. Dezember des Dreikaiserjahrs 1888 – neun Monate nach der Hochzeitsreise der Eltern – in Würzburg, verbrachte er die ersten Lebensjahre in der Mainstadt. Nach der Berufung Emil Fischers nach Berlin zog die Familie 1892 in die Hauptstadt. Weiterlesen

Gregor von Pfalzel

Germanenmissionar aus frühkarolingischer Zeit

Über 700 Jahre nach dem Auftreten von Jesus waren weite Teile des heutigen Deutschland noch heidnisch. Ganz abgesehen von den slawisch-heidnischen Gebieten östlich der Elbe, waren es vor allem die in Norddeutschland und an der Nordsee lebenden germanischen Stämme der Altsachsen und Friesen, die sich der Christianisierung widersetzten und auf dem Glauben ihrer Vorfahren beharrten. Aber auch in anderen Regionen setzte sich das Christentum erst allmählich und oft erst nach blutigen Auseinandersetzungen durch. Weiterlesen

Emmy Kreiten

Mezzosopranistin aus Mayen

Bildquelle: Gilbert von Studnitz

Das grausame Schicksal ihres höchst begabten Sohnes Karlrobert hat Emmy Kreiten bekannt gemacht und überschattet ihren künstlerischen Lebensweg, dessen Schritte erst ansatzweise erforscht sind. Emmy Kreiten wurde am 26. März 1894 in Mayen als Emmy Liebergesell geboren. Ihr Vater Robert Liebergesell (1862 – 1918) stammte aus dem thüringischen Eichsfeld-Dorf Breitenbach und arbeitete als Rechnungsrat bei der preußischen Eisenbahn. Der Vater seiner Mutter Amalia Fuhlrott (1837 – 1919) war ein Bruder des Naturforschers Johann Carl Fuhlrott (1803 – 1877), der als erster erkannt hatte, dass die Skelett-Reste aus dem Neandertal zu einem vorgeschichtlichen Menschen gehörten. Weiterlesen

Hans Geyr von Schweppenburg

Forstwissenschaftler und Vogelkundler aus Müddersheim

Die südöstlich von Düren gelegene Wasserburg Müddersheim ist der Geburtsort des Naturforschers Hans Freiherr Geyr von Schweppenburg. Dort kam er am 3. Oktober 1884 als eines von 13 Kindern des Gutsbesitzers und Majoratsherrn Friedrich Leopold und dessen Ehefrau Sophie Gräfin von und zu Eltz zur Welt. Standesgemäß besuchte der Sohn die Rheinische Ritterakademie in Bedburg, wo er 17-jährig sein Abitur machte. Schweppenburg, ein begeisterter Wald- und Jagdfreund, studierte Forstwissenschaft an den Universitäten Bonn und Berlin sowie an den preußischen Forstakademien in Eberswalde und Münden; 1912 wurde er zum Forstassessor ernannt. Hauptinteressengebiet des jungen Forstwissenschaftlers war aber seit Schülerzeiten die Vogelkunde. Bereits bis zu seinem 20. Lebensjahr veröffentlichte er 15 ornithologische Fachbeiträge; während seiner Studentenjahre setzte er seine Vogelforschungen fort. Weiterlesen

Kinder der Eifel treffen sich

Manderscheid. Inzwischen zum sechsten Mal trafen sich am vergangenen Wochenende rund 50 „Kinder der Eifel“ zu einem amüsanten Sonntagnachmittag in der Heidsmühle in Manderscheid. Die Gruppe besteht aus namhaften Persönlichkeiten, die „draußen in der Welt“ Ungewöhnliches erreicht haben und deshalb in der Eifelzeitungsserie „Kinder der Eifel – erfolgreich in der Welt“ portraitiert wurden. Die gemeinsame Herkunft aus der Eifel schafft eine Verbundenheit, wie man sie selten findet. Weiterlesen

Franz Anton und Johann Jakob Haubs

Theologen-Brüder aus Lieser

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erblickten in Lieser im Abstand von 19 Jahren zwei Brüder das Licht der Welt, deren Namen längst selbst den meisten ihrer mittelmoselanischen Landsleute nicht mehr bekannt sind. Zu ihren Lebzeiten genossen sie jedoch hohe Achtung: Franz Anton Haubs als Professor und Kirchenjurist, der jüngere Bruder Johann Jakob als Pfarrer und produktiver Autor. Weiterlesen

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