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Franz Anton und Johann Jakob Haubs

Theologen-Brüder aus Lieser

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts erblickten in Lieser im Abstand von 19 Jahren zwei Brüder das Licht der Welt, deren Namen längst selbst den meisten ihrer mittelmoselanischen Landsleute nicht mehr bekannt sind. Zu ihren Lebzeiten genossen sie jedoch hohe Achtung: Franz Anton Haubs als Professor und Kirchenjurist, der jüngere Bruder Johann Jakob als Pfarrer und produktiver Autor. … weiterlesen »

Ernest Thiel

Schwedischer Bankier und Kunstsammler – Sohn eines Auswanderers aus Eupen

Ernest Thiel, der jüdische Sohn eines katholischen Preußen aus Eupen, galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als reichster Mann Schwedens. Am 18. August 1859 in Norrköping zur Welt gekommen, erwarb sich Thiel durch Bankgeschäfte ein immenses Vermögen, das er zum Aufbau einer der bekanntesten Kunstsammlungen Skandinaviens verwendete.

Die ostschwedische Handels- und Industriestadt Norrköping war seit Jahrhunderten nicht zuletzt vom Wirken wallonischer Industriepioniere und Handwerksmeister geprägt worden. … weiterlesen »

Hans-Jürgen Arends – Kernphysiker aus Gerolstein

Hans-Jürgen Arends kam im April 1949 in Gerolstein als Sohn des Elektroschweißers Matthias Arends und dessen Ehefrau Mathilde zur Welt. Noch heute erinnert sich der seit 2016 im Ruhestand befindliche Atomwissenschaftler gern an die abenteuerlichen Streifzüge, die er in dem naturlandschaftlich eindrucksvollen Gerolsteiner Gebiet mit seinen Freunden während der Volksschuljahre an der St. Josefschule unternahm. Mit zehn Jahren wurde diese Kinderwelt schlagartig ernster: Der Vater starb, und die Mutter – bestärkt durch den Volksschullehrer – schickte den hoch intelligenten Jungen aufs Gymnasium. Eine mutige Entscheidung, denn es war damals auf dem Land nur eine ganz kleine Minderheit eines Jahrgangs, der man den erfolgreichen Gymnasiumsbesuch zutraute. … weiterlesen »

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Walter Ophey – Maler und Grafiker aus Eupen

Walter Ophey, einer der großen rheinischen Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, kam am 25. März 1882 in Eupen zur Welt. Sein Vater Emil (1842-1888), der einst die Höhere Stadtschule in Eupen nach der Tertia verlassen hatte und schließlich Buchhalter geworden war, starb, als der Junge erst sechs war, die Mutter Louise Haeber (1853-1916) verdiente danach als Lehrerin den Unterhalt für ihre drei Kinder. … weiterlesen »

Nicole Teusch – Biologin aus Hupperath

Dass es jemand aus einem kleinen Dorf und mit einem nichtakademischen familiären Hintergrund zur Professur schafft, ist recht selten der Fall. In dem rund 500 Einwohner zählenden Hupperath gelang dies allerdings bereits zwei Persönlichkeiten: dem Philosophen Josef Simon (1930-2016) und, vor wenigen Jahren, der Zellbiologin Nicole Teusch. Zu dieser Seltenheit kommt bei Teusch hinzu, dass sie als Frau auf einem naturwissenschaftlichen Lehrstuhl ebenfalls zu einer unterrepräsentierten Gruppe gehört. Der Frauenanteil der Professorinnen im Bereich Naturwissenschaften und Mathematik lag 2011, als sie ihre erste Professur erhielt, unter 15 Prozent. … weiterlesen »

Adolf von Jordans – Ornithologe und Museumsdirektor aus Lüftelberg

Adolf von Jordans, Sohn des Rittergutsbesitzers Karl von Jordans und dessen Gattin Paula Freiin von Heereman und Zuydtwick, wurde 1892 im Wasserschloss Lüftelberg geboren. Die Jordans waren im 19. Jahrhundert durch Erbfolge in den Besitz des prächtigen Gutes gelangt, nachdem Carl Theodor von Jordans (geadelt 1842), der Großvater von Adolf, in zweiter Ehe die Witwe des bisherigen Besitzers Franz Armand Freiherr von Vorst-Lombeck geheiratet hatte. Die katholische Familie Jordans hatte ihre Wurzeln in Neuss, wo sie zu den reichsten und angesehensten Patrizierfamilien gehörte. … weiterlesen »

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Rudolf J. Schweyen – Genetiker aus Binscheid

Aus dem geschichtlich meistens nicht viel mehr als 100 Seelen zählenden Westeifeldorf Binscheid gingen im Lauf der Jahrhunderte einige Priester hervor – etwa Leonhard Lentz im 18. Jahrhundert, dessen Neffe Mathias Lentz oder der Theologe und Politiker Peter Alff (1806-1857). Aber erst die nach 1945 sich verändernde ländlich-katholische Lebenswelt führte zu anderen akademischen Berufen – wie der Lebensweg Professor Schweyens exemplarisch zeigt. … weiterlesen »

Adolf Kolping

Fundamentaltheologe aus Andernach

In diesem Beitrag geht es nicht um den berühmten „Gesellenvater“ Adolf Kolping (1813 – 1865), den aus Kerpen bei Köln stammenden Priester und Begründer des Kolpingwerkes, sondern um dessen gleichnamigen Verwandten, den 1909 in Andernach als Sohn von Joseph Kolping und Katharina Rach geborenen Theologieprofessor. Dass der jüngere Kolping sich an Popularität und Nachruhm nicht mit dem älteren Namensvetter messen kann, hängt wohl damit zusammen, dass sich sein überwiegend in ruhigen äußeren Bahnen entfaltendes Lebenswerk auf theologische Gelehrsamkeit fokussierte. … weiterlesen »

Hermann Schwarz

Philosoph aus Düren

Hermann Schwarz kam 1864 in Düren als Sohn des gleichnamigen lutherischen Oberlehrers Dr. Hermann Schwarz und dessen Ehefrau Emma Cuno zur Welt. Vater Schwarz stammte aus Holdenstedt, einem Dorf in Sachsen-Anhalt in der Nähe der Lutherstadt Eisleben. Düren war eine berufliche Durchgangsstation des Vaters, dessen pädagogisches Hauptwirken sich ab 1871 als Rektor der höheren Bürgerschule zu Gumbinnen in Ostpreußen entfaltete. Der Sohn Hermann erhielt seine höhere Schulbildung nicht mehr in der Eifel, sondern auf dem Realgymnasium im masurischen Hohenstein sowie auf der Schule seines Vaters in Gumbinnen und schließlich auf der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle. In der Saalestadt machte er mit 19 Jahren Abitur und studierte dort anschließend Mathematik und Naturwissenschaften.
1888 promovierte Schwarz in Halle beim Mathematiker Georg Cantor (1845-1918), dem berühmten Theoretiker der Mengenlehre, über ein von diesem angeregtes Thema: „Ein Beitrag zur Theorie der Ordnungstypen“. 1889 absolvierte Dr. phil. Schwarz die Lehramtsprüfung für die Fächer Mathematik, Physik, Botanik und Zoologie und unterrichtete danach fünf Jahre lang am Hallenser Freiwilligen-Institut von Dr. Harang Mathematik und Physik. Nebenher arbeitete er an seiner Habilitation. Seine Habilitationsschrift „Die Lehre von den Sinnesqualitäten bei Descartes und Hobbes“ (1894) verband naturwissenschaftliche, psychologische und philosophische Fragen. Nach 14-jähriger Privatdozententätigkeit in Halle wurde Schwarz 1908 außerordentlicher Professor in Marburg. Nach Vermutung von Ulrich Sieg (1994) hatte er es an dieser Hochburg des Neukantianismus schwer, zumal Hermann Cohen, der damals dominierende Philosoph in Marburg, gegen ihn polemisierte. Im Gegensatz zu Cohen, für den Geist und Natur streng zu trennen sind, lehnte Schwarz die Vorstellung von menschenunabhängigen „Ideen, die überzeitlich und überräumlich vorher gegeben wären“, ab.
Schwarz hatte sich bereits während seiner Hallenser Dozentenjahre durch umfangreiche philosophisch-psychologische Arbeiten einen Namen gemacht. Renommierte Gelehrte wie Wilhelm Wundt oder Hans Vaihinger besprachen seine Schriften, und 1907 wurde Schwarz Herausgeber der angesehenen „Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik“. 1910 nahm er einen Ruf als Ordinarius für Philosophie an die Universität Greifswald an, wo er bis zu einer Emeritierung 1933 blieb. Bemerkenswert ist, dass sich Schwarz im Berufungsverfahren gegen den heute ungleich berühmteren Philosophen Georg Simmel durchsetzen konnte. 1918 gehörte Schwarz zu den Initiatoren der Deutschen Philosophischen Gesellschaft, 1922 wurde er Rektor der Universität Greifswald.
Zu den Besonderheiten des Denkweges von Schwarz gehört, dass er sich nach 1918 so stark wie kein anderer deutscher Philosoph völkisch geprägtem Philosophieren zuwandte. Politisch führte dies dazu, dass er sich 1923 „als erster Philosoph überhaupt“ (M. Michalski, 2010) der NSDAP anschloss. Auch wenn er die Partei 1924 wieder verließ, besteht kein Zweifel, dass er vom Nationalsozialismus überzeugt blieb. In Wort und Schrift lehnte er die liberalistischen Grundlagen der Weimarer Republik entschieden ab. Philosophisch ging es ihm darum, seine Konzeption vom „metaphysischen Wesen des Volkstums“ in unterschiedlichen Philosophiebereichen – etwa Ethik und Staatslehre – theoretisch zu verankern und Staat, Kultur, Erziehung und Religion von dieser Basis des „Deutschseins“ aus neu zu denken. In vielfältigen Variationen versuchte Schwarz darzulegen, was das Besondere des deutschen Denkens und der deutschen Kultur sei. Dabei war er, wie so viele seiner Landsleute damals, überzeugt von der Überlegenheit und Einzigartigkeit deutschen Geistes. Ideelle Leitfiguren waren ihm die altdeutschen Mystiker Meister Eckhart und Jakob Böhme und, aus der jüngeren Philosophiegeschichte, J. G. Fichte (1762-1814). Bei vielen Gelegenheiten stellte Schwarz den auf Rügen geborenen Greifswalder Professor Ernst Moritz Arndt (1769-1860) als Vorbild heraus.
Trotz Emeritierung nahm Schwarz 1934 eine neue Lehrtätigkeit an der TH Darmstadt auf. Eine große Rolle in seinem Spätwerk spielte die Religion. Schwarz lehnte die jüdische Religiosität ab, weil sie mit nordisch-deutscher Wesensart nicht vereinbar sei: „Die Frömmigkeit unserer germanischen Vorfahren bestand im Erleben von Ewigkeitswerten, die Frömmigkeit der Juden bestand in Gottesdienst.“ Schwarz war trotz seines Antijudaismus und seiner Kritik am Christentum kein prinzipieller Religionsfeind, sondern hoffte, dass sich eine neue Religiosität auf der Grundlage des Volkstums entwickeln werde. Er lobte Alfred Rosenbergs „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“ als „nordisches Evangelium“, auch wenn er einzelne philosophische Konzepte des NS-Chefideologen kritisierte. Nach dem Ende der NS-Herrschaft war Schwarz, der 1939 die Goethe-Medaille erhalten hatte und 1951 in Darmstadt verstarb, verständlicherweise verpönt. Seit einiger Zeit wird der – nach eigenen Worten – „unverbesserliche Metaphysiker“ Hermann Schwarz „gerade in neueren Publikationen häufig genannt“ (C. Henning, 1999). Sein komplexes philosophisches Gesamtwerk, das über seinen „theologischen Nationalsozialismus“ (E. Nolte, 1988) deutlich hinausgeht, ist inhaltlich erst ansatzweise ausgewertet.

Verfasser: Gregor Brand

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Johann Peter Weidmann

Arzt und Geburtshelfer aus Zülpich

Der Lebensweg des berühmten Mediziners Karl Kaspar Siebold (1736 – 1807) aus Nideggen führte eine Generation später zu einem erneuten Aufblühen von Medizinerpersönlichkeiten aus dessen Heimatgebiet. Neben Hermann Joseph Brünninghausen (1761 – 1834) aus Nideggen ist hier der 1751 in Zülpich geborene Arzt Johann Peter Weidmann zu nennen, der als einer der Begründer der modernen Gynäkologie und Geburtshilfe gilt. Wie bei Brünninghausen, so wurde auch Weidmanns Werdegang von Siebold beeinflusst, der ihm zeitlebens das große Vorbild blieb. … weiterlesen »

Ritter Ludwig von Deudesfeld

Gründer des Klosters St. Thomas an der Kyll

Kurz vor Jahresende 1170 erschütterte ein besonders frevelhaftes Verbrechen die Christenheit: Am Altar der Kathedrale der englischen Stadt Cambridge wurde der englische Erzbischof und Lordkanzler Thomas Becket von Anhängern seines Königs Heinrich II. Plantagenet erschlagen. Die Nachricht über das Martyrium des bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochenen Thomas breitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Kontinent aus. Nur zwei Jahre später veranlasste sie den in Deudesfeld lebenden Ritter Ludwig und seine Frau Ida dazu, selbst nach Canterbury aufzubrechen. Dieser Entschluss setzte ein geschichtlich bemerkenswertes Geschehen in Gang. … weiterlesen »

EAZ Eifel-Zeitung – Regionale Nachrichten aus Eifel und Mosel der Landkreise Vulkaneifel, Daun, Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell, Ahrweiler-Adenau, aus Politik, Wirtschaft, Tourismus, Polizei und Sport.