Ernest Thiel

Schwedischer Bankier und Kunstsammler – Sohn eines Auswanderers aus Eupen

Ernest Thiel, der jüdische Sohn eines katholischen Preußen aus Eupen, galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als reichster Mann Schwedens. Am 18. August 1859 in Norrköping zur Welt gekommen, erwarb sich Thiel durch Bankgeschäfte ein immenses Vermögen, das er zum Aufbau einer der bekanntesten Kunstsammlungen Skandinaviens verwendete.

Die ostschwedische Handels- und Industriestadt Norrköping war seit Jahrhunderten nicht zuletzt vom Wirken wallonischer Industriepioniere und Handwerksmeister geprägt worden. Read more

Hans-Jürgen Arends – Kernphysiker aus Gerolstein

Hans-Jürgen Arends

Hans-Jürgen Arends kam im April 1949 in Gerolstein als Sohn des Elektroschweißers Matthias Arends und dessen Ehefrau Mathilde zur Welt. Noch heute erinnert sich der seit 2016 im Ruhestand befindliche Atomwissenschaftler gern an die abenteuerlichen Streifzüge, die er in dem naturlandschaftlich eindrucksvollen Gerolsteiner Gebiet mit seinen Freunden während der Volksschuljahre an der St. Josefschule unternahm. Mit zehn Jahren wurde diese Kinderwelt schlagartig ernster: Der Vater starb, und die Mutter – bestärkt durch den Volksschullehrer – schickte den hoch intelligenten Jungen aufs Gymnasium. Eine mutige Entscheidung, denn es war damals auf dem Land nur eine ganz kleine Minderheit eines Jahrgangs, der man den erfolgreichen Gymnasiumsbesuch zutraute. Read more

Walter Ophey – Maler und Grafiker aus Eupen

Walter Ophey

Walter Ophey, einer der großen rheinischen Künstler des frühen 20. Jahrhunderts, kam am 25. März 1882 in Eupen zur Welt. Sein Vater Emil (1842-1888), der einst die Höhere Stadtschule in Eupen nach der Tertia verlassen hatte und schließlich Buchhalter geworden war, starb, als der Junge erst sechs war, die Mutter Louise Haeber (1853-1916) verdiente danach als Lehrerin den Unterhalt für ihre drei Kinder. Read more

Nicole Teusch – Biologin aus Hupperath

Nicole Teusch

Dass es jemand aus einem kleinen Dorf und mit einem nichtakademischen familiären Hintergrund zur Professur schafft, ist recht selten der Fall. In dem rund 500 Einwohner zählenden Hupperath gelang dies allerdings bereits zwei Persönlichkeiten: dem Philosophen Josef Simon (1930-2016) und, vor wenigen Jahren, der Zellbiologin Nicole Teusch. Zu dieser Seltenheit kommt bei Teusch hinzu, dass sie als Frau auf einem naturwissenschaftlichen Lehrstuhl ebenfalls zu einer unterrepräsentierten Gruppe gehört. Der Frauenanteil der Professorinnen im Bereich Naturwissenschaften und Mathematik lag 2011, als sie ihre erste Professur erhielt, unter 15 Prozent. Read more

Adolf von Jordans – Ornithologe und Museumsdirektor aus Lüftelberg

Adolf von Jordans, Sohn des Rittergutsbesitzers Karl von Jordans und dessen Gattin Paula Freiin von Heereman und Zuydtwick, wurde 1892 im Wasserschloss Lüftelberg geboren. Die Jordans waren im 19. Jahrhundert durch Erbfolge in den Besitz des prächtigen Gutes gelangt, nachdem Carl Theodor von Jordans (geadelt 1842), der Großvater von Adolf, in zweiter Ehe die Witwe des bisherigen Besitzers Franz Armand Freiherr von Vorst-Lombeck geheiratet hatte. Die katholische Familie Jordans hatte ihre Wurzeln in Neuss, wo sie zu den reichsten und angesehensten Patrizierfamilien gehörte. Read more

Rudolf J. Schweyen – Genetiker aus Binscheid

Aus dem geschichtlich meistens nicht viel mehr als 100 Seelen zählenden Westeifeldorf Binscheid gingen im Lauf der Jahrhunderte einige Priester hervor – etwa Leonhard Lentz im 18. Jahrhundert, dessen Neffe Mathias Lentz oder der Theologe und Politiker Peter Alff (1806-1857). Aber erst die nach 1945 sich verändernde ländlich-katholische Lebenswelt führte zu anderen akademischen Berufen – wie der Lebensweg Professor Schweyens exemplarisch zeigt. Read more

Adolf Kolping

Fundamentaltheologe aus Andernach

In diesem Beitrag geht es nicht um den berühmten „Gesellenvater“ Adolf Kolping (1813 – 1865), den aus Kerpen bei Köln stammenden Priester und Begründer des Kolpingwerkes, sondern um dessen gleichnamigen Verwandten, den 1909 in Andernach als Sohn von Joseph Kolping und Katharina Rach geborenen Theologieprofessor. Dass der jüngere Kolping sich an Popularität und Nachruhm nicht mit dem älteren Namensvetter messen kann, hängt wohl damit zusammen, dass sich sein überwiegend in ruhigen äußeren Bahnen entfaltendes Lebenswerk auf theologische Gelehrsamkeit fokussierte. Read more

Hermann Schwarz

Philosoph aus Düren

Hermann Schwarz kam 1864 in Düren als Sohn des gleichnamigen lutherischen Oberlehrers Dr. Hermann Schwarz und dessen Ehefrau Emma Cuno zur Welt. Vater Schwarz stammte aus Holdenstedt, einem Dorf in Sachsen-Anhalt in der Nähe der Lutherstadt Eisleben. Düren war eine berufliche Durchgangsstation des Vaters, dessen pädagogisches Hauptwirken sich ab 1871 als Rektor der höheren Bürgerschule zu Gumbinnen in Ostpreußen entfaltete. Der Sohn Hermann erhielt seine höhere Schulbildung nicht mehr in der Eifel, sondern auf dem Realgymnasium im masurischen Hohenstein sowie auf der Schule seines Vaters in Gumbinnen und schließlich auf der Lateinischen Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle. In der Saalestadt machte er mit 19 Jahren Abitur und studierte dort anschließend Mathematik und Naturwissenschaften.
1888 promovierte Schwarz in Halle beim Mathematiker Georg Cantor (1845-1918), dem berühmten Theoretiker der Mengenlehre, über ein von diesem angeregtes Thema: „Ein Beitrag zur Theorie der Ordnungstypen“. Read more

Johann Peter Weidmann

Arzt und Geburtshelfer aus Zülpich

Der Lebensweg des berühmten Mediziners Karl Kaspar Siebold (1736 – 1807) aus Nideggen führte eine Generation später zu einem erneuten Aufblühen von Medizinerpersönlichkeiten aus dessen Heimatgebiet. Neben Hermann Joseph Brünninghausen (1761 – 1834) aus Nideggen ist hier der 1751 in Zülpich geborene Arzt Johann Peter Weidmann zu nennen, der als einer der Begründer der modernen Gynäkologie und Geburtshilfe gilt. Wie bei Brünninghausen, so wurde auch Weidmanns Werdegang von Siebold beeinflusst, der ihm zeitlebens das große Vorbild blieb. Read more

Ritter Ludwig von Deudesfeld

Gründer des Klosters St. Thomas an der Kyll

Kurz vor Jahresende 1170 erschütterte ein besonders frevelhaftes Verbrechen die Christenheit: Am Altar der Kathedrale der englischen Stadt Cambridge wurde der englische Erzbischof und Lordkanzler Thomas Becket von Anhängern seines Königs Heinrich II. Plantagenet erschlagen. Die Nachricht über das Martyrium des bereits zwei Jahre nach seinem Tod heiliggesprochenen Thomas breitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Kontinent aus. Nur zwei Jahre später veranlasste sie den in Deudesfeld lebenden Ritter Ludwig und seine Frau Ida dazu, selbst nach Canterbury aufzubrechen. Dieser Entschluss setzte ein geschichtlich bemerkenswertes Geschehen in Gang. Read more

Louise von Sturmfeder

Prinzenerzieherin und Nachfahrin der Wittlicher Familie Auwach

Die österreichisch-ungarische k.u.k.-Kultur wurde von keinem Herrscher eindringlicher repräsentiert als von Kaiser Franz Joseph I. (1830 – 1916), dessen Regierungszeit fast 68 Jahre umfasste. Die ersten fünf Lebensjahre dieses epochalen Monarchen wurden maßgeblich mitgeprägt von der Hofdame Louise von Sturmfeder. Sie war für seine Erziehung ebenso verantwortlich wie für die seiner jüngeren Geschwister; zu diesen gehörte Maximilian (1832 – 1867), der am Ende hingerichtete spätere Kaiser von Mexiko. Read more

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