Traugott Müller

Bühnenbildner aus Düren

Mit der deutschen Theater- und Filmkunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbinden sich klangvolle Namen. Dabei stehen meist Regisseure oder Schauspielerinnen und Schauspieler im Vordergrund. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Arbeit anderer Theater-Akteure, deren Beitrag fundamental für das Gelingen des gesamten Werks war. Unter diesen kommt dem 1895 geborenen Dürener Traugott Müller eine besondere Rolle zu: Er gehört zu den großen Bühnenbildnern des vergangenen Jahrhunderts. Weiterlesen

Otto Semmelroth

Jesuit und Theologe aus Bitburg

Das II. Vatikanische Konzil (1962 – 1965) führte im katholischen Christentum zu revolutionären Veränderungen: „Das Vatikanum II ist das 1789 der Kirche“ (so der belgische Kardinal Suenens). Angesichts der Hunderte von Millionen Katholiken weltweit ist es bemerkenswert, dass zwei bedeutende Konzilstheologen aus derselben Eifler Kleinstadt kamen: der Liturgiewissenschaftler Balthasar Fischer und der Jesuit Semmelroth; sie gehörten sogar demselben Jahrgang 1912 an. Otto Semmelroth war der Erstgeborene des Justizobersekretärs Otto Semmelroth und dessen Ehefrau Margarethe (geb. Schmitz). Sein jüngerer Bruder Wilhelm Semmelroth (1914 –1992) wurde später ein prominenter Regisseur und Dramaturg. Weiterlesen

Peter Pitzen

Orthopäde aus Jünkerath

Auch wenn die katholische Eifel lange eher bekannt war für ihre Fülle an Theologen und Klerikern, so haben die Recherchen zu den historisch bedeutsamen Kindern der Eifel inzwischen gezeigt, dass auch erstaunlich viele herausragende Mediziner ihre Wurzeln in dieser Region haben. In diese Reihe bedeutender Ärzte gehört auch der 1886 in Jünkerath geborene Medizinprofessor und Orthopäde Peter Pitzen. Die ausführlichsten Informationen zu seinem Lebensweg enthält die 2006 an der Universität Gießen vorgelegte Dissertation des gebürtigen Irakers Dr. Nadim Victor Khalisi zum Lebenswerk Pitzens. Diese Doktorarbeit bildet die Hauptgrundlage für den hier vorliegenden Beitrag. Weiterlesen

Ernest J. Nesius

US-Agrarwissenschaftler – Enkel Eifler Auswanderer aus Sehlem und Quiddelbach

In der Vor-Internet-Zeit war es schwierig, wenn nicht unmöglich, die Spuren der vielen Eifler USA-Auswanderer des 19. Jahrhundert zu verfolgen. So wusste ich selbst beispielsweise zwar, dass Geschwister meiner Ururgroßeltern emigriert waren, aber was aus ihnen und ihren Nachfahren auf der anderen Seite des Atlantiks geworden war, blieb lange unbekannt. Seit einigen Jahren ist zu den schon länger bekannten Recherche-Möglichkeiten im Internet eine neue hinzugekommen: Weiterlesen

Hermann-Josef Abs

Fotoquelle: Deutsche Bank AG, CC BY-SA 3.0. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3852918

Bankier aus Euskirchener Familie

Der 1901 in Bonn als jüngster von fünf Söhnen der Eheleute Dr. jur. Josef Abs (1862 – 1943) und Katharina Lückerath geborene Bankier Hermann Josef Abs gehörte zu den einflussreichsten Akteuren im Wirtschaftsleben der Bundesrepublik. Sein Großvater väterlicherseits war Schreiner in Euskirchen, sein dort geborener Vater wurde Rechtanwalt und war in den Vorständen und Aufsichtsräten etlicher rheinischer Unternehmen, vor allem im Bergbaubereich, tätig. Die Mutter von Abs stammte aus einer Tuchfabrikantenfamilie, die seit dem 17. Jahrhundert in Euskirchen nachweisbar ist. Weiterlesen

Hans Wilhelm Schreiber

Foto: Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen (1980). https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61985411. CC BY-SA 3.0 de

Chirurg aus Schönecken

Der am 17. September 1924 in Schönecken geborene Hans Wilhelm Schreiber war der älteste Sohn des aus Wiersdorf bei Bitburg stammenden Landarztes Dr. Johannes Schreiber (1893 – 1978). Sein Vater hatte sich nach dem ersten Weltkrieg in Schönecken niedergelassen und sich dort nicht nur als Arzt großes Ansehen erworben. Sanitätsrat Johannes Schreiber war ein im Prümer Land hochgeschätzter Mediziner, der sich auch intensiv der Heimatforschung widmete. Ihm war ebenso der Erhalt der Schönecker Burgruine zu danken wie wertvolle Beiträge zur Ortsgeschichte und nicht zuletzt die Kreation des Kräuterschnapses „Schönecker Burgdoktor“. Als Wünschelrutengänger plädierte er für eine sachlich-rationale Erforschung dieses Phänomens. Weiterlesen

Franz Steffens

Theologe und Paläograph aus Ürzig

Wer sich an der Entzifferung und dem Lesen alter und uralter Schriften versucht, beneidet meist diejenigen, die keine Probleme haben, in die Geheimnisse solcher alten Texte einzudringen. Ein Großmeister der Lehre von den alten Schriften (Paläographie) war der am 28. Mai 1853 in Ürzig als Sohn der Eheleute Johann Nikolaus Steffens und Maria Anna Adams geborene Franz Steffens. Nach dem Abitur am Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium im Reichsgründungsjahr 1871 studierte er Theologie und Philosophie in Würzburg, dann in Trier. Als das Trierer Seminar infolge des heftigen Kulturkampfs zwischen preußischem Staat und katholischer Kirche Anfang 1874 geschlossen wurde, wechselte Steffens erneut nach Würzburg, das zu Bayern gehörte und von der antiklerikalen Preußenpolitik nicht betroffen war. Weiterlesen

Edith Ennen

Historikerin und Archivarin, Tochter eines Arztes aus St. Vith

Aus der in St. Vith seit Jahrhunderten ansässigen Familie Ennen, die mit Vitus Quirinus Ennen (gest. 1907) einen der prägendsten Bürgermeister der Stadtgeschichte stellte, gingen zwei Persönlichkeiten hervor, die sich als Archivare und Historiker hervortaten, aber nicht in St. Vith selbst geboren waren. Im 19. Jahrhundert war dies der in Schleiden zur Welt gekommene langjährige Kölner Stadtarchivar und Historiker Leonard Ennen (1820 – 1880). Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die 1907 in Merzig geborene Edith Ennen zu einer Leitfigur rheinischer Geschichtswissenschaft. Weiterlesen

Franz-Josef Faas

Lehrer und Heimathistoriker aus Waxweiler

Die karolingische Abteistadt Prüm hat eine lange und denkwürdige Geschichte. Nach ihrer fast vollständigen Zerstörung im Weltkrieg und danach (Explosionskatastrophe 1949) machte sich ein Sohn des Prümer Landes wie niemand zuvor um die Beleuchtung dieser Geschichte in all ihren Facetten verdient. Der 1922 in Waxweiler als Sohn des dort jahrzehntelang tätigen Hauptlehrers Peter Faas geborene Franz-Josef Faas wurde zu einer zentralen Gestalt prümländischer Geschichtsforschung. Weiterlesen

Felix de Merode

Belgischer Staatsmann aus Eifler Adel

Das zwischen Düren und Eschweiler gelegene Schloss Merode ist seit dem Hochmittelalter Stammsitz der Adelsfamilie von Merode. Im Lauf der Geschichte sind aus diesem Geschlecht immer wieder bedeutende Persönlichkeiten hervorgegangen. Zu ihnen gehört Graf Felix (frz.: Félix) de Merode, der zu den maßgeblichen Politikern bei der Erlangung der belgischen Selbständigkeit zählte. Weiterlesen

Helmut Gipper

Sprachwissenschaftler aus Düren

Am 09. August 1919 – Todestag des damals weltberühmten Biologen und Philosophen Ernst Haeckel – kam Helmut Gipper in Düren als Sohn des Kaufmanns Heinrich Gipper und dessen Ehefrau Ida Münch zur Welt; die Familie war evangelisch. Nach dem Abitur 1938 am Realgymnasium Düren (heute: Städtisches Gymnasium am Wirteltor) wurde Gipper zur Wehrmacht eingezogen. Nur ein Jahr später trat der Ernstfall ein: Gipper wurde als Soldat an West- und Ostfront eingesetzt und geriet schließlich 1943 in Nordafrika schwer verwundet in britische Kriegsgefangenschaft. Als die Briten ihn den Amerikanern überstellten, hatte er im Vergleich zu anderen Kriegsgefangenen Glück: Während seiner Inhaftierung durfte er 1944/45 an der Lagerhochschule in Crossville (USA, Tennessee) allgemeines Wissen und Sprachkenntnisse erweitern. Weiterlesen

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