Trotz Job auf Hartz IV angewiesen – 558 Aufstocker im Kreis Bernkastel-Wittlich

Wenn der Job zum Leben nicht reicht: Im Landkreis Bernkastel-Wittlich sind aktuell 558 Menschen auf Sozialleistungen angewiesen – obwohl sie eine Arbeit haben. Damit ist fast jeder vierte erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher im Kreis ein „Aufstocker“ (23 Prozent). Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit.

NGG-Regionalchef Klaus Schu spricht von „alarmierenden Zahlen“. Es könne nicht sein, dass so viele Menschen trotz Arbeit zum Jobcenter gehen müssten. „Besorgniserregend ist der hohe Anteil von Kindern, die unter Armutsbedingungen aufwachsen“, so der Geschäftsführer der NGG-Region Trier. Laut Arbeitsagentur leben bei 293 Hartz-IV-Aufstockern im Kreis Bernkastel-Wittlich Kinder im Haushalt. 117 dieser Haushalte werden von Alleinerziehenden geführt – 94 Prozent von ihnen sind Frauen.

Nach Beobachtung des Gewerkschafters sind niedrige Löhne eine Hauptursache des Problems: „Wer an der Bäckertheke oder in der Gaststätte arbeitet und dabei nur einen Mini- oder Teilzeitjob hat, für den wird es am Monatsende extrem eng. Nur wenn die Einkommen deutlich steigen, kann die Arbeit wieder zum Leben reichen.“ Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde, wie sie die Bundesregierung plant, sei dabei ein wichtiger erster Schritt. In Branchen wie dem Gastgewerbe und dem Lebensmittelhandwerk werde bislang oft deutlich zu wenig gezahlt. Ein Sprung nach vorn sei in diesem Zusammenhang der aktuelle Tarifabschluss im Gastgewerbe, bei dem Lohnerhöhungen im zweistelligen Bereich erzielt wurden. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben darüber hinaus vereinbart, dass ab April dieses Jahres der Mindestlohn in rheinland-pfälzischen Hotels und Gaststätten schon bei 12 Euro liegt. Die NGG fordert, dass für den neuen Tarifvertrag die Allgemeinverbindlichkeit erklärt wird, sodass alle Lohnbestimmungen für jeden Betrieb und Beschäftigten der Branche gelten. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten bundesweit drei von vier Aufstockern im Niedriglohnsektor.

„Besonders wichtig ist es, die Lage von Kindern in Hartz-IV-Haushalten zu verbessern. Armut darf nicht vererbt werden“, unterstreicht Schu. Die von der Ampel-Koalition angekündigte Kindergrundsicherung sei der „richtige Weg“. Mit der Reform sollen bisherige Leistungen für Kinder gebündelt und ein höheres Existenzminimum festgelegt werden. „Hier ist entscheidend, das Armutsrisiko für Kinder zu minimieren – indem die Bedarfssätze für Heranwachsende deutlich steigen“, so Schu.

Das von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) versprochene Gesetz dazu müsse nun rasch auf den Weg gebracht werden. Nach Angaben des IAB steigt die Armutsgefahr von Hartz-IV-Empfängern durch Kinder stark an. Insbesondere für Alleinerziehende: Ihr Risiko, das Einkommen beim Amt aufstocken zu müssen, liegt mit 40 Prozent am höchsten.

Wichtig sei zugleich, das Hartz-IV-System zu reformieren, damit auch Menschen, die derzeit keine Chance auf Arbeit hätten, in Würde leben könnten. „Der aktuelle Regelsatz für Alleinerziehende von 449 Euro im Monat ist viel zu niedrig. Für Lebensmittel sind gerade einmal 155 Euro vorgesehen – bei stark steigenden Preisen. Zu Jahresbeginn sind die Regelsätze nur minimal erhöht worden. So gibt es für Kinder bis 13 Jahren in einer Bedarfsgemeinschaft gerade einmal zwei Euro mehr“, erklärt Schu. Da Hartz IV der Inflation schon lange hinterherhinke, komme die aktuelle Erhöhung von 0,76 Prozent einer Kürzung gleich. Mit einem menschenwürdigen Existenzminimum habe das nichts zu tun.

Schu begrüßt die Pläne der Bundesregierung, Hartz IV durch ein sogenanntes Bürgergeld zu ersetzen. Hier dürfe es nicht nur um eine Namensänderung gehen, sondern es brauche eine echte Reform. Das Bürgergeld müsse höher sein als die bisherigen Leistungen aus der Grundsicherung – und für Betroffene leichter zu beantragen. Die bisherigen, oft sehr harten Sanktionen gehörten grundsätzlich auf den Prüfstand. Dies habe im Übrigen das Bundesverfassungsgericht entschieden.

„Beim Thema Aufstocker gilt aber auch: Die Unternehmen stehen ebenso in der Verantwortung. Sie müssen armutsfeste, tariflich abgesicherte Jobs bieten, damit niemand überhaupt erst aufstocken muss“, so Schu weiter. Faire Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen seien zugleich der beste Schutz vor dem Fachkräftemangel in vielen Branchen.

 

„80 Tage Manuel Follmann“ im neuen Wittlich LandCast

Im Bild v.li.: Klaus Scholz (OK Wittlich e.V.), Heribert Geiter (OK Wittlich e.V.), Hermann-Josef Haller (OK Wittlich e.V.), Ingeborg Schulze (OK Wittlich e.V.), Bürgermeister Manuel Follmann, Marie Greiner, Alena Hahn und Rolf Graf (OK Wittlich e.V.) | Foto: Carina Alt-Linden

Am 26. September 2021 wurde er mit 68,31 % der Stimmen gewählt, am 2. November 2021 hat er seinen Dienst in der Verwaltung angetreten: Manuel Follmann führt seit nunmehr 80 Tagen die Amtsgeschäfte der VG – ein Grund für das Team des Podcasts, mAIR über ihn und seine Arbeit als Bürgermeister zu erfahren.

Gemeinsam mit Hermann-Josef Haller vom Offenen Kanal Wittlich e.V. spricht Alena Hahn mit Manuel Follmann über dessen beruflichen Werdegang, seine Beweggründe, Bürgermeister werden zu wollen sowie über die Kunst, trotz des zeitintensiven Berufs weiterhin seinen Hobbies nachgehen zu können.

Wie haben Familie und Freunde reagiert, als die Entscheidung fiel, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren? Wie waren die ersten Tage und Wochen im neuen Umfeld? Was sind die ersten Projekte und Vorhaben? Antworten hierauf gibt’s in der neuen Folge „80 Tage Manuel Follmann“ unseres Wittlich LandCasts – Erfahre mAIR. Ab sofort kostenlos verfügbar auf Spotify, Anchor, Apple Podcasts und Google Podcasts.

VVR-Bank spendet 5.000 Euro für die Tafeln Wittlich und Cochem

Im Bild v.li.: Karin Steffens (Leiterin Cochemer Tafel), Hubertus Niemann (Caritasdirektor), Andrea Kien (Koordinatorin Wittlicher Tafel), Karl Dumont (Geschäftsstellenleiter Cochemer Tafel), Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf (Vorstandsmitglieder VVR Bank eG Wittlich). Foto: Caritasverband

Wittlich/Cochem. Ohne zur Verfügung gestellte Lebensmittel, finanzielle Zuwendungen und ehrenamtliche Unterstützung wäre die Tafel-Arbeit, die Menschen in Notlage mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten versorgt, nicht möglich.

Um an den Tafeln Wittlich und Cochem wirksam helfen zu können, ist der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e. V. dringend auf Unterstützung von außen angewiesen Seit einigen Jahren hat es sich die VVR-Bank mit Mitteln aus ihrer Stiftung zur Aufgabe gemacht, beide Tafeln in Wittlich und Cochem mit einer Spende von 5.000 Euro zu unterstützen.

Bei der Übergabe des Spendenschecks in den Räumen der Cochemer Tafel betonten die Vorstandsmitglieder Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf, welche wertvolle Arbeit die rund 140 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen in Wittlich und Cochem leisten. Deren Aufgabe ist es, dass Lebensmittel eingesammelt, sortiert und einmal in der Woche an Bedürftige ausgegeben werden. Die Geldspende wird in Anerkennung der Arbeit der Tafeln übergeben und dient der Unterstützung dieser wertvollen Arbeit.

Die Vorstandsmitglieder der VVR Bank eG Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf überreichten den Spendenscheck an Caritasdirektor Hubertus Niemann und Geschäftsstellenleiter von Cochem, Karl Dumont, die den Bankenvertretern herzlich für dieses soziale Engagement dankten.

Verkehrsunfallbeteiligter verursacht beim Parkvorgang Sachschaden und flüchtet

beschädigter PKW

Bernkastel-Kues. Am 21.01.2022, im Zeitraum von 07:00 – 14:00 Uhr, wurde auf dem Mitarbeiter-parkplatz des Krankenhauses Bernkastel-Kues im Karl-Binz-Weg ein geparkter PKW durch ein ein- bzw. ausparkendes Fahrzeug an der Beifahrertür beschädigt. Der Verursacher flüchtete anschließend von der Verkehrsunfallstelle ohne sich um den Schaden zu kümmern. Weiterlesen

Polizei sucht Zeugen zu einem Einbruch in Kinheim-Kindel

Kinheim-Kindel. In der Zeit von Samstag, 15.01.2022, 19:00 Uhr bis 22.01.2022, 11:00 Uhr, kam es in Kinheim, Ortsteil Kindel, in der Straße „In den Viermorgen“, zu einem Einbruch in ein Wohnanwesen. Der oder die Täter brachen hierbei ein Fenster auf und gelangten darüber ins Hausinnere. Da das Anwesen lediglich als Gästehaus genutzt wird, brachen die Täter ihr weiteres Vorhaben ab und flüchteten ohne Beute. Weiterlesen

Fahrer eines blauen Kleinwagens flippt aus

Trier. Am Samstag, den 22.01.2022, gegen 10:30 Uhr, wurde auf der A602 bei Kenn in Richtung Trier, der Fahrer eines blauen Kleinwagens durch das fehlerhafte Überholen eines schwarzen VW Passats geschnitten. Weiterlesen

Aktuelle Corona-Lage im Landkreis Bernkastel-Wittlich am 20.01.2022

Bis Donnerstag, 20.01.2022, 14 Uhr verzeichnete das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich 6.951 COVID-19-Fälle seit Beginn der Pandemie. Somit sind innerhalb der letzten sieben Tage 608 neue Fälle im Landkreis Bernkastel-Wittlich aufgetreten. Die Fälle verteilen sich im Landkreis wie folgt: Weiterlesen

Wer das Glückslos Nr. 59.006 hat, gewinnt ein Auto

Der Gewinn mit der Los-Nr.59006 kann sich auf dieses neue Auito freuen.

Daun. 174.000 Lose wurden an die Kunden der Fachgeschäfte in Daun bei der Aktion „Daun verlost ein Auto“ verschenkt, als „Danke für den Einkauf“. Der Hauptgewinn ist ein funkelnagelneues Auto Weiterlesen

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