Jede fünfte Altersrente unter 500 Euro

Berlin (dpa) – Etwa jeder fünfte Altersrentner in Deutschland bekommt weniger als 500 Euro Rente im Monat. Das geht aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervor, die der dpa vorliegt.

Rund 3,4 Millionen Altersrenten lagen demnach Ende 2020 bei unter 500 Euro, das waren den Angaben zufolge 19,8 Prozent. Rund die Hälfte (49,5 Prozent) der Renten lag bei unter 1000 Euro im Monat. Besonders viele kleine Renten werden im Westen und an Frauen gezahlt. Springer sprach von einer «jahrzehntelangen verantwortungslosen Rentenpolitik». Weiterlesen

Heil will stabile Renten ohne Kostenschub

Altersversorgung
Von Basil Wegener und Fatima Abbas, dpa 

Berlin (dpa) – Streit um die Zukunft der Rente: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hält stabile Renten auch in Zukunft ohne ausufernde Kosten für erreichbar.

«Die entscheidende Schlacht zur Stabilisierung der Rente findet am Arbeitsmarkt statt», sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Im Bundestag rief der Rentenkurs der Ampelkoalition aber heftige Kritik hervor: Die Union warnte vor höheren Beiträgen und einer Gefahr für die Jobs in Deutschland.

Unionsfraktionsvize Hermann Gröhe (CDU) mahnte: «Steigende Beiträge gefährden Arbeitsplätze und belasten gerade die Bezieher kleinerer Einkommen» Sozialexperte Stephan Stracke (CSU) kritisierte: «Das was Linksgrün tut, ist zu wenig, es ist falsch, und es reicht nicht, um die Rente zu sichern» Die AfD warf der Regierung vor, das Ziel fairer Renten zu verfehlen.

Heil betonte hingegen: «Die Stabilisierung der gesetzlichen Rente ab 2025, also in der Zeit, in der die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten Babyboomer verstärkt in Rente gehen, gelingt nicht allein über Beiträge und Steuergeld.» Nötig sei es, möglichst viele Menschen im erwerbsfähigen Alter in gut bezahlter Arbeit zu haben. Im Plenum ließ sich der Minister vertreten, weil er sich nach Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Person in Quarantäne begeben hatte.

Das Problem mit den Babyboomern 

Ein Blick auf den Altersaufbau der Bevölkerung nach den Daten des Statistischen Bundesamts zeigt das Zukunftsproblem der Rente deutlich: Heute sind die stärksten Jahrgänge im Alter zwischen 55 und 60 – und somit oft noch mitten im Arbeitsleben. Mit ihrem Übertritt in die Rente verschiebt sich der Aufbau. 2035 sind die stärksten Jahrgänge um die 70 Jahre – und zählen dann in der Regel zu den Empfängern von Überweisungen aus der Rentenkasse.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hatte der Politik deshalb zum Jahreswechsel «unterlassene Reformen» und einen «kompletten Blindflug» vorgeworfen. Die Rechnung der Spitzenfunktionäre der Wirtschaft ist: Wenn das Rentenniveau wie von der Ampel angekündigt bei 48 Prozent gesichert und auf eine Anhebung des Alters für den Renteneintritt verzichtet werden soll, wären höhere Beiträge oder mehr Steuersubventionen die Folge. Schon heute fließen mehr als 100 Milliarden Euro vom Bund in die Rentenkasse.

Heil verspricht «Doppelstrategie»

Heil verteidigte die Rentenpläne hingegen als «Doppelstrategie». «Wir stabilisieren die Alterssicherung finanziell, auch durch den Aufbau des Kapitalstocks.» So will die Ampelkoalition mit zunächst zehn Milliarden Euro im neuen Jahr in die Kapitalbildung bei der Rentenkasse einsteigen. «Und wir werden gleichzeitig am Arbeitsmarkt unsere Hausaufgaben machen», sagte Heil.

Auch zwischen 2025 und 2040 solle es fair zwischen den Generationen zugehen und das Alterssicherungssystems stabil bleiben. «Das kann uns gelingen – und zwar ohne Horrorszenarien und ohne die gesetzliche Rente kaputt zu reden, wie das einige Ideologen schon seit Jahren versuchen», sagte Heil.

Schmalere Rentenerhöhung im Juli

Zunächst einmal – rechtzeitig vor der nächsten Rentenerhöhung am 1. Juli – will Heil den Nachholfaktor reaktivieren, wie er sagte. Mit dieser bereits angekündigten Änderung der Berechnung soll die Rentenerhöhung dieses Jahr etwas kleiner ausfallen als ursprünglich vorhergesagt. Dennoch werde es nach all dem, was bisher geschätzt werde, in diesem Jahr «eine kräftige Rentenerhöhung» geben, sagte Heil. Den Nachholfaktor bezeichnete der Minister als Ausgleich dafür, «dass es im Jahr 2021 trotz Corona-Einbruch keine Rentenkürzung gab». Tatsächlich hatte eine geltende Rentengarantie vergangenes Jahr für eine Nullrunde gesorgt.

Die Rentenentwicklung folge weiter der Lohnentwicklung, betonte Heil. «In diesem Sommer dürfte das nach jetzigem Stand eine Steigerung über vier Prozent sein» Ende November hatte Heil 4,4 Prozent genannt. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte der dpa: «Eine wirklich kräftige Rentenerhöhung, wie sie der Minister jetzt versprochen hat, kann es aber nur geben, wenn die Ampel den Nachholfaktor nicht wieder aktiviert, damit die Renten wieder der Lohnentwicklung folgen» Die endgültige Höhe der Anpassung steht erst im Frühjahr fest.

«Echte Reform dringend notwendig»

Der Vorsitzende der Unions-Arbeitnehmergruppe Axel Knoerig (CDU) sagte, die von Heil angekündigte «kräftige Rentenerhöhung» werde es zwar geben. «Ironie dabei: Die Preise steigen und steigen, und die Regierung dreht Däumchen» Der CDU-Sozialpolitiker Gröhe kritisierte den zunächst auf zehn Milliarden Euro begrenzten Kapitalstock als «bei weitem» nicht ausreichend, um einen Anstieg des Beitrags – heute 18,6 Prozent – künftig zu verhindern. «Hier darf nicht zu kurz gesprungen werden» Aus der Ampelkoalition wurde Heil aufgefordert, bei den Reformen Tempo zu machen. Ohne teilweise Kapitaldeckung sei die Rente nicht generationengerecht zu finanzieren, sagte der FDP-Sozialexperte Pascal Kober der dpa: «Deshalb muss hierfür schnell ein Konzept erarbeitet werden»

Mehr Menschen zahlen in die Rentenkasse ein

Heils Argument, dass es vor allem auf den Arbeitsmarkt ankommt, wurde von der Rentenversicherung ein Stück weit untermauert. Zumindest in den vergangenen Jahren führten entsprechende Entwicklungen «zu steigenden Einnahmen in der Rentenversicherung», wie ein Sprecher sagte. So stieg der Anteil der versicherungspflichtig Beschäftigten zwischen 60 und 64 nach Daten der Rentenversicherung von 2000 bis 2019 von 10 auf 42 Prozent. Die Zahl der Versicherungsjahre stieg binnen 20 Jahren von im Schnitt 27,7 auf 36,3 Jahre – auch wegen stärkerer Erwerbsbeteiligung von Frauen. Die Zahl der Ausländer in der deutschen Rentenversicherung stieg stark von 2,8 Millionen 2000 auf 6,8 Millionen 2019.

 

 

 

85-Jährige tot gefunden: Tochter unter Tatverdacht

Illingen (dpa/lrs) – Eine 85 Jahre alte Frau ist im saarländischen Illingen (Landkreis Neunkirchen) tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Der Rettungsdienst entdeckte die Seniorin am Dienstagmorgen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ersten Erkenntnissen zufolge zeigte der Leichnam Spuren von Gewalt auf. Die 61-jährige Tochter der Getöteten steht demnach unter Tatverdacht. Weitere Details waren zunächst unbekannt.

 

 

Arzt vereitelt Geldübergabe von 60.000 Euro

Edenkoben (dpa/lrs) – Ein Arzt aus Edenkoben hat ein Rentnerpaar vor einem Trickdiebstahl in Höhe von 60.000 Euro bewahrt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, erhielt ein 90-Jähriger am Dienstag einen Anruf von seiner vermeintlichen Tochter. Sie habe mit ihrem Auto einen Fußgänger angefahren und tödlich verletzt, hieß es. Danach habe ein vermeintlicher Beamter der Kriminalpolizei Mannheim das Gespräch übernommen und gesagt, dass die Tochter in Haft sitze und gegen eine Kaution von 60 000 Euro auf freien Fuß komme. Weil der 90-Jährige nur schlecht laufe, hätten die Trickbetrüger zusätzlich ein Taxi für ihn bestellt. Weiterlesen

Rente und Steuer: Rentenversicherung verschickt Rentenbezugsmitteilungen für 2021

Daten gehen automatisch auch an Finanzamt

Von Mitte Januar bis Ende Februar verschickt die Rentenversicherung an ihre Rentnerinnen und Rentner die Rentenbezugsmitteilungen für das Jahr 2021. Diese bekommt man automatisch am Jahresanfang, wenn sie bereits einmal beantragt wurde. Darin sind alle Beträge bescheinigt, die für die Steuererklärung benötigt werden. Weiterlesen

Nach Brand in Pflegeheim: Weitere Bewohnerin gestorben

Saarbrücken (dpa/lrs) – Nach dem Brand in einem Altenpflegeheim in Saarbrücken am Wochenende ist eine weitere Bewohnerin gestorben. Die 85-Jährige sei am Sonntag im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Bei dem Feuer in der Nacht zum Samstag war bereits eine 97-jährige Frau gestorben. Ein weiterer Mensch wurde schwer verletzt. Die Schadenshöhe und die Ursache des Brandes sind weiterhin unklar. Laut Polizei wurde ein externer Gutachter beauftragt, mit den ersten Erkenntnissen wird für Ende der Woche gerechnet.

 

 

Bewohnerin stirbt bei Brand in Pflegeheim

Saarbrücken (dpa/lrs) – Bei einem Brand in einem Altenpflegeheim in Saarbrücken ist eine 97 Jahre alte Bewohnerin ums Leben gekommen. Zwei Menschen seien am Samstagmorgen durch Rauchgase schwer verletzt worden, teilte die Polizei mit. Diese kamen ebenso in eine Klinik wie eine dritte Person, die aufgrund der Aufregung behandelt werden musste, wie ein Sprecher berichtete. Das Feuer war aus auch am Sonntag noch unklarer Ursache ausgebrochen. Der Feuerwehr zufolge standen zwei Zimmer im zweiten Obergeschoss in Vollbrand, Teile des Gebäudes waren verraucht. Einige Personen mussten demnach mit sogenannten Fluchthauben gerettet werden. Weiterlesen

Falsche Polizisten oder Enkel: Mehr Trickbetrüger am Telefon

Mainz (dpa/lrs) – Die Anrufe von Trickbetrügern vor allem bei älteren Menschen haben in Rheinland-Pfalz weiter zugenommen. «In den letzten Jahren mussten sowohl bei dem Fallaufkommen als auch bei der Schadenssumme deutliche Anstiege verzeichnet werden», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags laut Sprechvermerk. «Die Täter agieren dabei grundsätzlich aus Call-Centern aus dem Ausland und gehen außerordentlich geschickt, penetrant und facettenreich vor» Weiterlesen

822 Menschen über 100 Jahre alt: Glückwünsche von Dreyer

Mainz (dpa/lrs) – 822 Seniorinnen und Senioren sowie 6460 Ehepaare haben im vergangenen Jahr besondere Post von Malu Dreyer erhalten: Die SPD-Ministerpräsidentin gratulierte allen, die 100 Jahre oder älter wurden oder mindestens 60 gemeinsame Ehejahre feierten. Neun Ehepaaren gratulierte die Ministerpräsidentin sogar zum 75. Hochzeitstag, wie die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Mainz am Donnerstag mitteilte. Weiterlesen

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