Missbrauchsskandal: Experten berichten über Aufarbeitung

Homburg (dpa/lrs) – Experten einer unabhängigen Kommission (UAK) zur Arbeitung des Skandals um sexuellen Missbrauch von Kindern am Universitätsklinikum des Saarlandes ziehen eine erste Bilanz. Knapp drei Monate, nachdem die UAK ihre Arbeit aufgenommen hat, will der Kommissionsvorsitzende Jörg Ziercke am Mittwoch (10.00 Uhr) «über die besonderen Herausforderungen des komplexen Auftrags und erste Erfahrungen berichten». Weiterlesen

Trotz Job auf Hartz IV angewiesen – 558 Aufstocker im Kreis Bernkastel-Wittlich

Wenn der Job zum Leben nicht reicht: Im Landkreis Bernkastel-Wittlich sind aktuell 558 Menschen auf Sozialleistungen angewiesen – obwohl sie eine Arbeit haben. Damit ist fast jeder vierte erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher im Kreis ein „Aufstocker“ (23 Prozent). Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit mit.

NGG-Regionalchef Klaus Schu spricht von „alarmierenden Zahlen“. Es könne nicht sein, dass so viele Menschen trotz Arbeit zum Jobcenter gehen müssten. „Besorgniserregend ist der hohe Anteil von Kindern, die unter Armutsbedingungen aufwachsen“, so der Geschäftsführer der NGG-Region Trier. Laut Arbeitsagentur leben bei 293 Hartz-IV-Aufstockern im Kreis Bernkastel-Wittlich Kinder im Haushalt. 117 dieser Haushalte werden von Alleinerziehenden geführt – 94 Prozent von ihnen sind Frauen.

Nach Beobachtung des Gewerkschafters sind niedrige Löhne eine Hauptursache des Problems: „Wer an der Bäckertheke oder in der Gaststätte arbeitet und dabei nur einen Mini- oder Teilzeitjob hat, für den wird es am Monatsende extrem eng. Nur wenn die Einkommen deutlich steigen, kann die Arbeit wieder zum Leben reichen.“ Die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde, wie sie die Bundesregierung plant, sei dabei ein wichtiger erster Schritt. In Branchen wie dem Gastgewerbe und dem Lebensmittelhandwerk werde bislang oft deutlich zu wenig gezahlt. Ein Sprung nach vorn sei in diesem Zusammenhang der aktuelle Tarifabschluss im Gastgewerbe, bei dem Lohnerhöhungen im zweistelligen Bereich erzielt wurden. Gewerkschaft und Arbeitgeber haben darüber hinaus vereinbart, dass ab April dieses Jahres der Mindestlohn in rheinland-pfälzischen Hotels und Gaststätten schon bei 12 Euro liegt. Die NGG fordert, dass für den neuen Tarifvertrag die Allgemeinverbindlichkeit erklärt wird, sodass alle Lohnbestimmungen für jeden Betrieb und Beschäftigten der Branche gelten. Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten bundesweit drei von vier Aufstockern im Niedriglohnsektor.

„Besonders wichtig ist es, die Lage von Kindern in Hartz-IV-Haushalten zu verbessern. Armut darf nicht vererbt werden“, unterstreicht Schu. Die von der Ampel-Koalition angekündigte Kindergrundsicherung sei der „richtige Weg“. Mit der Reform sollen bisherige Leistungen für Kinder gebündelt und ein höheres Existenzminimum festgelegt werden. „Hier ist entscheidend, das Armutsrisiko für Kinder zu minimieren – indem die Bedarfssätze für Heranwachsende deutlich steigen“, so Schu.

Das von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) versprochene Gesetz dazu müsse nun rasch auf den Weg gebracht werden. Nach Angaben des IAB steigt die Armutsgefahr von Hartz-IV-Empfängern durch Kinder stark an. Insbesondere für Alleinerziehende: Ihr Risiko, das Einkommen beim Amt aufstocken zu müssen, liegt mit 40 Prozent am höchsten.

Wichtig sei zugleich, das Hartz-IV-System zu reformieren, damit auch Menschen, die derzeit keine Chance auf Arbeit hätten, in Würde leben könnten. „Der aktuelle Regelsatz für Alleinerziehende von 449 Euro im Monat ist viel zu niedrig. Für Lebensmittel sind gerade einmal 155 Euro vorgesehen – bei stark steigenden Preisen. Zu Jahresbeginn sind die Regelsätze nur minimal erhöht worden. So gibt es für Kinder bis 13 Jahren in einer Bedarfsgemeinschaft gerade einmal zwei Euro mehr“, erklärt Schu. Da Hartz IV der Inflation schon lange hinterherhinke, komme die aktuelle Erhöhung von 0,76 Prozent einer Kürzung gleich. Mit einem menschenwürdigen Existenzminimum habe das nichts zu tun.

Schu begrüßt die Pläne der Bundesregierung, Hartz IV durch ein sogenanntes Bürgergeld zu ersetzen. Hier dürfe es nicht nur um eine Namensänderung gehen, sondern es brauche eine echte Reform. Das Bürgergeld müsse höher sein als die bisherigen Leistungen aus der Grundsicherung – und für Betroffene leichter zu beantragen. Die bisherigen, oft sehr harten Sanktionen gehörten grundsätzlich auf den Prüfstand. Dies habe im Übrigen das Bundesverfassungsgericht entschieden.

„Beim Thema Aufstocker gilt aber auch: Die Unternehmen stehen ebenso in der Verantwortung. Sie müssen armutsfeste, tariflich abgesicherte Jobs bieten, damit niemand überhaupt erst aufstocken muss“, so Schu weiter. Faire Löhne und attraktive Arbeitsbedingungen seien zugleich der beste Schutz vor dem Fachkräftemangel in vielen Branchen.

 

Zwei Kinder tot in Unterfranken entdeckt

Karlstein am Main (dpa) – Zwei tote Kinder sind in einem Haus in Unterfranken entdeckt worden. Nach dpa-Informationen liegt möglicherweise eine Kohlenmonoxid-Vergiftung vor, die Heizung könnte defekt gewesen sein.

Erste Anzeichen deuteten auf einen Unglücksfall in dem Haus im bayerischen Karlstein am Main hin, sagte Polizeisprecher Philipp Hümmer am Montag. Die Leichen der Kinder sollten noch am Montag obduziert werden, um die Todesursache zu klären. Ein Ergebnis soll am Dienstag vorliegen. Weiterlesen

VVR-Bank spendet 5.000 Euro für die Tafeln Wittlich und Cochem

Im Bild v.li.: Karin Steffens (Leiterin Cochemer Tafel), Hubertus Niemann (Caritasdirektor), Andrea Kien (Koordinatorin Wittlicher Tafel), Karl Dumont (Geschäftsstellenleiter Cochemer Tafel), Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf (Vorstandsmitglieder VVR Bank eG Wittlich). Foto: Caritasverband

Wittlich/Cochem. Ohne zur Verfügung gestellte Lebensmittel, finanzielle Zuwendungen und ehrenamtliche Unterstützung wäre die Tafel-Arbeit, die Menschen in Notlage mit Lebensmitteln und dem Notwendigsten versorgt, nicht möglich.

Um an den Tafeln Wittlich und Cochem wirksam helfen zu können, ist der Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück e. V. dringend auf Unterstützung von außen angewiesen Seit einigen Jahren hat es sich die VVR-Bank mit Mitteln aus ihrer Stiftung zur Aufgabe gemacht, beide Tafeln in Wittlich und Cochem mit einer Spende von 5.000 Euro zu unterstützen.

Bei der Übergabe des Spendenschecks in den Räumen der Cochemer Tafel betonten die Vorstandsmitglieder Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf, welche wertvolle Arbeit die rund 140 ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen in Wittlich und Cochem leisten. Deren Aufgabe ist es, dass Lebensmittel eingesammelt, sortiert und einmal in der Woche an Bedürftige ausgegeben werden. Die Geldspende wird in Anerkennung der Arbeit der Tafeln übergeben und dient der Unterstützung dieser wertvollen Arbeit.

Die Vorstandsmitglieder der VVR Bank eG Peter van Moerbeeck und Gerhard Knauf überreichten den Spendenscheck an Caritasdirektor Hubertus Niemann und Geschäftsstellenleiter von Cochem, Karl Dumont, die den Bankenvertretern herzlich für dieses soziale Engagement dankten.

Jede fünfte Altersrente unter 500 Euro

Berlin (dpa) – Etwa jeder fünfte Altersrentner in Deutschland bekommt weniger als 500 Euro Rente im Monat. Das geht aus einer Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervor, die der dpa vorliegt.

Rund 3,4 Millionen Altersrenten lagen demnach Ende 2020 bei unter 500 Euro, das waren den Angaben zufolge 19,8 Prozent. Rund die Hälfte (49,5 Prozent) der Renten lag bei unter 1000 Euro im Monat. Besonders viele kleine Renten werden im Westen und an Frauen gezahlt. Springer sprach von einer «jahrzehntelangen verantwortungslosen Rentenpolitik». Weiterlesen

Prozess: Brutale Rache an Ex-Freundin und Flucht in den Iran

Berlin (dpa) – Gefesselt, geknebelt, mit einem Messer verstümmelt: Aus Rache soll ein Mann versucht haben, die Attraktivität seiner ehemaligen Freundin zu zerstören.

Während die Mutter fast zu Tode misshandelt wurde, lag die kleine Tochter gefesselt in einem anderen Zimmer. Mehr als neun Jahre nach dem Angriff gegen die Frau steht der mutmaßliche Täter in Berlin seit Donnerstag vor Gericht. Die Anklage lautet auf versuchten Mord in zwei Fällen, Vergewaltigung und schwere Körperverletzung.

Die Verteidiger des 54-Jährigen erklärten zu Prozessbeginn, ihr Mandant werde sich derzeit nicht äußern. Der im Irak geborene Mann mit niederländischer Staatsangehörigkeit soll seine ehemalige Freundin laut Anklage misshandelt haben, um sie ihrer Weiblichkeit zu berauben. Nach der Tat sei er in den Iran geflohen. Weiterlesen

Studie: Mangelhafte Infos über Qualität von Pflegeheimen

Gütersloh (dpa) – Die Mehrheit der Bundesländer stellt den Verbrauchern einer Untersuchung zufolge keine Informationen über die Qualität von Pflegeheimen bereit.

Wichtige Angaben wie zum Personaleinsatz seien zwar in allen Ländern vorhanden, blieben aber in den meisten Bundesländern unter Verschluss, kritisierte die Bertelsmann Stiftung bei Vorlage der «Weissen Liste» am Donnerstag. Menschen, die auf der Suche nach einem Pflegeheim seien, würden damit Informationen zu wesentlichen Auswahlkriterien vorenthalten. Weiterlesen

Bergisch Gladbach: Missbrauchsermittler ziehen Bilanz

Kriminalität
Von Christoph Driessen und Jonas-Erik Schmidt, dpa 

Köln (dpa) – Traumatisierte Familien, erschütterte Beamte: Die Kölner Ermittler im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach haben in den vergangenen Jahren insgesamt 65 Kinder aus der Gewalt von Tätern befreit.

Das geht aus einer Bilanz der Polizei-Ermittlungsgruppe «Berg» hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Das jüngste Kind, das aus einer Missbrauchssituation befreit wurde, sei nur drei Monate alt gewesen. Seine Mitarbeiter hätten «enormes Leid» gesehen, gehört und dokumentiert, sagte Ermittlungsgruppe-Leiter Michael Esser. Weiterlesen

30.000 Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf

Mainz (dpa/lrs) – Im ersten Monat seit Beginn der Corona-Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren haben in Rheinland-Pfalz etwa 30.000 Jungen und Mädchen den schützenden Piks erhalten. Das geht aus Zahlen des Gesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) hervor. Etwa die Hälfte der Kinder wurde in einem der Impfzentren des Landes geimpft, die andere in einer Arztpraxis.

Das Covid-19-Risiko von Kindern gilt als eher gering. Zwar können auch sie sich infizieren, doch sind schwere Erkrankungen nach Einschätzung von Kinderärzten die Ausnahme. Kinder ab zwölf Jahren durften bereits seit längerem gegen Corona geimpft werden, der Startschuss für die Altersklasse zwischen fünf und elf Jahren fiel aber erst Mitte Dezember. Weiterlesen

85-Jährige tot gefunden: Tochter unter Tatverdacht

Illingen (dpa/lrs) – Eine 85 Jahre alte Frau ist im saarländischen Illingen (Landkreis Neunkirchen) tot in ihrer Wohnung gefunden worden. Der Rettungsdienst entdeckte die Seniorin am Dienstagmorgen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Ersten Erkenntnissen zufolge zeigte der Leichnam Spuren von Gewalt auf. Die 61-jährige Tochter der Getöteten steht demnach unter Tatverdacht. Weitere Details waren zunächst unbekannt.

 

 

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