Advent – Zeit der Besinnung ?

Die schönste, aber auch hektischste Zeit des Jahres ist angebrochen.

Welche Geschenke, welches unbedenkliche Festessen, wie feiern wir in diesem Jahr

Weihnachten und Silvester? Das sind die primären Fragen, all das geht uns durch den Kopf. Sorgen, um die uns viele Menschen in der Welt beneiden.

Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Nicht nur irgendwo, sondern in Afghanistan, im Irak, in Haiti, in Pakistan und in vielen afrikanischen Ländern. Weltweit sterben täglich 30 000 Kinder an den Folgen von Hunger und Krankheit; eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muss. Dann gibt es noch die anderen, die allein und einsam sind. Nicht wenige, die auf ein Wort des Trostes und der Ermunterung warten. Menschen – die Hoffnung brauchen.

Auch daran sollten wir in der Adventszeit denken – mit etwas mehr Demut und Dankbarkeit, mit weniger Egoismus. Aber da gibt es auch noch etwas anderes: Advent ist seit dem 5. Jahrhundert bezeugte Zeit der Muße und Vorbereitung auf das Fest der Geburt Christi und bedeutet „Ankunft“ so wie es der christliche Glaube lehrt. Aber wer setzt sich heute noch mit dieser Interpretation auseinander? Nach den trüben Tagen des November ist die Adventszeit heute eine eher hektische Zeitspanne geworden.

Die Fassaden vieler Häuser strahlen im Lichterglanz und im Alltag herrscht hektische Geschäftigkeit. Die Adventszeit sollte aber im Grunde alles andere sein als nur eine Zeit der Hektik und des Kerzenscheins; sie ist auch die Zeit des Nachdenkens über den tieferen Sinn und den Ursprung des Advent, das alles ist aus dem Bewusstsein zumeist verdrängt. So ist es Zeit, das wir diese Wochen auch mit anderen Inhalten füllen, in dem wir Ausschau halten nach dem Sinn unserer Schöpfung, die uns zu einem erfüllten und versöhnten Leben verhelfen will.

Auch wenn es trotz aller Hektik schwerfällt: Versuchen wir doch einmal den Advent als „besinnliche Zeit“ wahrzunehmen und zu leben.

Hans-Peter Meyer

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