Entwicklung der Kriminalität im Bereich der PI Adenau nach der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Jahr 2013

Das Kriminalitätslagebild einer Polizeidienststelle wird unter zwei Zahlengruppen betrachtet. Einerseits erfasst die polizeiliche Kriminalstatistik (Pks) alle im Dienstbezirk einer Dienststelle angefallenen Straftaten (Tabelle 01), zum anderen reduziert sie diese auf die Zahl der Straftaten, die aufgrund der sachlichen und örtlichen Zuständigkeit auch bei dieser Polizeiinspektion abschließend bearbeitet wurden. (Tab.011)

PI Adenau

Die Gesamtzahl (Tab. 01) der bei der PI Adenau angefallenen Straftaten lag in der Jahren
2009 bei 2099
2010 bei 2249
2011 bei 1891
2012 bei 1913
2013 bei  2148 

Damit stieg die Fallzahl im zweiten Jahr in Folge an. War der Anstieg im Jahr 2012 nur gering, so ist er in 2013 doch merklich. Die Gesamtzahl bewegt sich im 5-Jahresrythmus aber nach wie vor um die für die PI Adenau magische Zahl 2000. Die Gesamtaufklärungsquote aller angefallenen Straftaten fiel von 52,6 % auf 41,2 % und sank damit nach zwei Jahren Steigerung im vergangenen Jahr deutlich. Nach einer Betrachtung der Zahlen rund um die Diebstahlsdelikte werden die Hauptgründe dafür erkennbar.

Örtlicher Schwerpunkt bildet die Verbandsgemeinde Adenau mit 1643 Fällen (+ 238). Begründet liegt dies zweifelsfrei in der Veranstaltungsregion Nürburgring mit ihren turnusmäßigen Großveranstaltungen. Diese These wird unterstützt durch die Fallbelastung der Ortschaft Nürburg, über deren Gemeindeschlüssel die Ereignisse um den Nürburgring größtenteils erfasst werden. Hier stieg die Fallbelastung von 679 auf 853 erfasste Straftaten und liegt damit um ein dreifaches höher als z.B. bei der Stadt Adenau (281 Fälle).

1031 Straftaten der genannten Gesamtfälle wurden nicht in Adenau sondern aufgrund der bestehenden Zuständigkeitsregelung durch die Kriminalinspektion in Mayen bearbeitet.

Einzelbetrachtungen der absoluten Fallzahlen (Tab.01):

Nachdem die Fallzahlen im Bereich des einfachen Diebstahls in den beiden vergangenen Jahren massiv gefallen sind, haben sie sich von 447 Fällen in 2012 auf 892 Fälle in 2013 verdoppelt. Hierzu trug eine mehr als Vervierfachung der Taschendiebstähle von 71 Fällen auf 311 Fälle und eine massive Zunahme im Bereich der Diebstähle aus Zelten bei Großveranstaltungen am Nürburgring bei.

Da in diesem Deliktsbereich und unter den Gesamtumständen einer Großveranstaltung in aller Regel nur geringe Aufklärungschancen bestehen, korrespondieren diese Zahlen unmittelbar mit der gesunken Gesamt-Aufklärungsquote und der massiv gestiegenen Fallbelastung für die Ortschaft Nürburg. Leicht zugenommen haben die Fallzahlen im Bereich der Rohheitsdelikte. Hierunter versteht man vornehmlich die Körperverletzungs- und Raubdelikte, die mit 275 Fällen um 7 Fälle höher liegen als im Vorjahr. Die Zahl der Tageswohnungseinbrüche stieg von 9 auf 17 Fälle, die Zahl der sonstigen Wohnungseinbrüche stieg von 25 auf 43 Fälle. Für die PI Adenau bestätigt sich damit auch der allgemeine Trend der Zunahme von Wohnungseinbrüchen. Andere Delikte sind im Gegensatz dazu gesunken, wie z.B. die Sachbeschädigungen auf 182 (-53) oder die Delikte strafrechtlicher Nebengesetze. So fielen die Betäubungsmitteldelikte von 240 auf 107 Fälle. 53 dieser Fälle bezogen sich auf den Umgang mit Cannabis.

Die Zahl der Vermögensdelikte, vornehmlich einfach gelagerte Betrugsfälle, ist mit 291 Fällen (-1) absolut konstant, nachdem sie in den beiden vorherigen Jahren nicht unerheblich gestiegen waren.

Umweltdelikte sind von 52 auf 16 Fälle gesunken.

Ausgesuchte Fälle in der Zuständigkeit der PI Adenau (Tab. 011)

Die PI Adenau hat im vergangenen Jahr in eigener Zuständigkeit insgesamt 1117 Straftaten abschließend bearbeitet, 57 Fälle weniger als 2012. Davon konnten 614 Fälle und somit 54,5 % (+2,2%) aufgeklärt werden.

Die höchsten Belastungszahlen der PI Adenau liegen in den Deliktbereichen der (in Klammern Zahlen aus 2012)

Rohheitsdelikte, 231 (242)
davon einfache Körperverletzungen, 164 (185)
einfacher Diebstahl, 292 (288)
schwerer Diebstahl, 42 (60)
Vermögensdelikte, 213 (178)
Sonstige Straftatbestände, 299 (371)
davon Sachbeschädigungen, 176 (221)
Strafrechtliche Nebengesetzte, 40 (34) 

Die nochmalige Steigerung im Bereich der Vermögensdelikte resultiert auch in diesem Jahr wieder aus der Zunahme von Warenbetrug und Warenkreditbetrügereien. (Ware bestellen und nicht bezahlen oder Geld kassieren und dann nicht liefern). Gesunken sind im Gegensatz dazu die Tankbetrügereien auf 34 Fälle (-10)

Besonders ausgewiesene Erscheinungsformen

Tatmittel „Internet“
In Verbindung mit dem Tatmittel „Internet“ wurden 2013 insgesamt 65 (+35) Straftaten erfasst. Hier besteht eine enge Verbindung mit der Zunahme bei den Delikten Waren-Warenkreditbetrug.

 

Gewalt in engen sozialen Beziehungen (Gesb)
Hierzu wurden insgesamt 59 (+34) Fälle erfasst. In 32 Fällen lagen Körperverletzungen, in 12 Fällen Stalking zugrunde. Nachdem hier die Fallzahlen in 2012 um die Hälfte gesunken waren, hat sie sich in 2013 wieder mehr als verdoppelt. 

Tatverdächtige nach Alter und Geschlecht
Bei der PI Adenau sind insgesamt 788 Tatverdächtige ermittelt worden, 43 mehr als 2012. Unter diesen Tatverdächtigen fanden sich insgesamt 22 Kinder, 57 Jugendliche und 107 Heranwachsende. (insgesamt 23% der Gesamttatverdächtigen).

Jugendliche und Heranwachsende sind vornehmlich im Bereich der Körperverletzungen, einfachen Diebstählen, Beleidigungen und Sachbeschädigungen aufgefallen.

Nichtdeutsche Tatverdächtige

Die Statistik 2013 weist insgesamt 72 (-29) nichtdeutsche Tatverdächtige aus.

Auswirkungen der Arrondierung der Dienstbezirke
Nach dem neuen Zuschnitt der örtlichen Zuständigkeiten fallen nunmehr erstmalig Fallzahlen über ein gesamtes Berichtsjahr zu Bewertung an. Danach kann man feststellen, dass die PI Adenau bei altem Zuständigkeitszuschnitt 83 Straftaten mehr zu bearbeiten gehabt hätte. Hierin könnte ein Erklärungsansatz für das jetzige Minus von 57 Fällen im Vergleich zum Vorjahr liegen.

Fazit:

Die Fallzahlen der PI Adenau sind im vergangenen Jahr in ihrer Gesamtheit um 235 Fälle gestiegen, die Anzahl der bei der PI Adenau bearbeiteten Fälle ist um 57 Fälle gesunken, bewegt sich jedoch bereits über Jahre konstant um eine Zahl leicht über 1000.

Die Aufklärungsquote der PI Adenau stieg im vergangenen Jahr um 2,2% auf 54,5% und liegt damit im Mittel der letzten 5 Jahre.

Durch die 1340 bei der PI Adenau angefallenen Straftaten mit Sachschaden ist ein geschätzter Gesamtschaden von rund 3,2 Millionen Euro entstanden.

Der Veranstaltungsbereich „Nürburgring“ bringt naturgemäß ein hohes Belastungspotential im Bereich der szenetypischen Straftaten mit sich. Im vergangenen Jahr zeigte sich ein signifikanter Anstieg im Deliktsbereich der Taschendiebstähle und der Diebstähle aus Zelten. Überörtlich agierende und zielgerichtet anreisende Tätergruppen beeinflussen nicht nur die Fallzahlen, gleichzeitig wird auch die Aufklärung aufgrund fehlender Ermittlungsansätze erschwert. Ein flächenmäßig weitläufiges und damit kaum zu überwachendes Veranstaltungsgelände trägt ebenfalls dazu bei. In diesem Zusammenhang muss auch die gesunkene Aufklärungsquote im Bereich der Gesamt-Fallzahlen gesehen werden.

Unter Berücksichtigung der Arrondierung der örtlichen Zuständigkeit ist die Summe der bei der PI Adenau zu bearbeitenden Strafdaten nahezu gleich geblieben.

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