Interview – Die Dauner Tafel im Vulkaneifelkreis

Daun. Von November 2007 bis Ende 2015 hat die Dauner Tafel unter der Trägerschaft der Caritas 61.000 Lebensmittelpakete an rund 170.000 Bedürftige im gesamten Vulkaneifelkreis verteilt. Seit 01.01.2016 ist die Dauner Tafel nun ein eigenständiger, eingetragener und gemeinnütziger Verein und Mitglied im Bundesverband Deutsche Tafel e.V. Die Eifel-Zeitung hat mit Bernd Liebler, dem 1. Vorsitzenden des Vereins „Dauner Tafel e.V.“ über die neue Situation gesprochen. 

Bernd Liebler
Bernd Liebler

EAZ: Herr Liebler, wen und wie viele Menschen unterstützt die Dauner Tafel momentan genau?

Liebler: Bei uns sind derzeit knapp 400 Haushalte angemeldet – das sind rund 800 Einzelpersonen, darunter 30% Kinder. Unsere Kundenstruktur umfasst 14% Rentner mit geringem Einkommen, 46% Bezieher von Arbeitslosengeld ALG II und Sozialhilfe und 40% Flüchtlinge und Asylbewerber. Der Einzugsbereich der Bedürftigen erstreckt sich über den gesamten Vulkaneifelkreis, also die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Hillesheim, Kelberg und Obere Kyll. Demzufolge sind wir froh, dass Landrat Heinz-Peter Thiel die Schirmherrschaft übernommen hat.

EAZ: Was sind die Ziele des neuen Vereins „Dauner Tafel e.V.“ für das Jahr 2016?

Liebler: Zu allererst wollen wir am freundlichen und unvoreingenommenen Umgang mit unseren Kunden festhalten. Wir helfen im Rahmen unserer Möglichkeiten allen Menschen, gleich welcher Herkunft, Rasse und Religion. Das wichtigste Großprojekt in diesem Jahr ist die Anschaffung eines neuen Kühltransporters für das Einsammeln der Lebensmittel, dessen Finanzierung für den Verein eine sehr große Herausforderung ist. Ohne Unterstützung aus der Öffentlichkeit ist das nicht zu schaffen. Die Dauner Tafel „lebt“ nur von Spenden!

EAZ: Wie viele ehrenamtlichen Mitarbeiter helfen bei der Dauner Tafel mit?

Liebler: Unser Team besteht derzeit aus ca. 60 Helferinnen und Helfer in den Bereichen Büro und Organisation, Transport und Logistik, Ausgabevorbereitung mit säubern, sortieren, einräumen und Lebensmittelausgabe. Für jeden Ausgabetag, wöchentlich donnerstags, sind unsere Mitarbeiter im Schnitt zusammen 150 Stunden im Einsatz. Die meisten sind bereits seit der Gründung der Dauner Tafel vor über acht Jahren dabei.

EAZ: Das ist ein enormer Einsatz! Wie können sich Interessierte hier mit einbringen?

Liebler: Oh, da gibt es viele Möglichkeiten: durch Lebensmittelspenden, durch Geldspenden und Sponsoring, durch eine Fördermitgliedschaft oder auch durch ehrenamtliche Mitarbeit. Ich möchte noch betonen, dass die ca. 900 Deutschen Tafeln eine der größten sozialen Bewegungen unserer Zeit sind. In Deutschland werden täglich viele Hundert Tonnen Lebensmittel vernichtet, obwohl sie noch verzehrfähig sind. Gleichzeitig gibt es hierzulande Millionen Menschen, die nicht ausreichend zu essen haben. Die Tafeln schaffen eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel: sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden und verteilen diese an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte – kostenlos oder zu einem symbolischen Betrag.

EAZ: Herr Liebler, wir glauben, das ganze Ausmaß dieses sozialen Engagements ist den wenigsten Lesern bisher so bekannt gewesen. 

Liebler: Da haben Sie Recht! Deshalb laden wir auch am 05. April 2016 um 19:00 Uhr ins Forum Daun zu einer lebendigen Informationsveranstaltung ein. Wir hoffen sehr auf rege Beteiligung, dass viele interessierte Bürger kommen und insbesondere auch die Bürgermeister aus unserem Vulkaneifelkreis sich bei dieser Veranstaltung über das gemeinnützige, soziale Engagement und die Ziele der Dauner Tafel informieren werden. Wir freuen uns schon auf diesen Abend!

EAZ: Vielen Dank, Herr Liebler für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg für die neue Dauner Tafel! Ω

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