Interview Beste Perspektiven für die Aus- und Weiterbildung in der Region

Wittlich. Der hiesige Mittelstand braucht Auszubildende für die Fachkräftesicherung vor Ort und junge Menschen aus der Region brauchen eine berufliche Perspektive. Die Wittlicher Ausbildungsmesse „TAKE OFF – Berufe entdecken“ bietet die beste Gelegenheit für beide Seiten. „TAKE OFF – Berufe entdecken“, hat der Wirtschaftskreis Bernkastel-Wittlich e.V. in Kooperation mit dem Überbetrieblichen Ausbildungszentrum Wittlich (ÜAZ) im vergangenen Jahr erstmals durchgeführt. Mit mehr als 1.000 Besuchern war man auf eine durchweg positive Resonanz gestoßen. Diese Bilanz war für den Wirtschaftskreis als Veranstalter die deutliche Ansprache, eine weitere TAKE-OFF-Messe zu veranstalten.

Die  2. Wittlicher Ausbildungsmesse „TAKE-OFF – Berufe entdecken“ wird am 19. und 20. März 2017 im Eventum in Wittlich stattfinden. Zahlreiche Unternehmen aus der Region werden sich vor Ort präsentieren. Die Jugendlichen können dort erste Kontakte knüpfen und Informationen aus erster Hand über Praktikas, Ausbildungsplätze und duale Studiengänge erhalten. Sie werden stauen, wie viele Interessante Ausbildungsberufe das Handwerk, die Industrie, die Banken und die Verwaltungen anbieten.

Die Eifel-Zeitung sprach mit dem Vorsitzenden des Wirtschaftskreises Bernkastel-Wittlich e.V. – Walter Kunsmann und dem stellv. Geschäftsführer des  Überbetriebliches Ausbildungszentrum Wittlich – Detlef Wiese über die zweite Ausbildungsmesse „TAKE OFF – Berufe entdecken.“

EAZ: Herr Kunsmann, die Ausbildungsmesse „Take Off – Berufe entdecken“ findet 2017 zum zweiten Mal statt. Was erwartet die Besucher im kommenden Jahr?

Kunsmann: Wir setzten ganz klar auf den Wiedererkennungswert. Die durchweg positive Resonanz, die wir nach der Messe bei den Ausstellern abrufen beziehungsweise direkt erhalten haben, wird im kommenden Jahr einfließen. Nächstes Jahr erwartet die Besucher wieder eine große Auswahl an Austellern und vor allem eine immer größer werdende Palette der Ausbildungsberufe.

EAZ: Sind Sie zufrieden mit der Resonanz von Seiten der regional ansässigen Unternehmen oder würden Sie sich mehr Teilnehmer wünschen?

Kunsmann: Die Resonanz der Unternehmen ist sehr gut. Dies zeigt die Wichtigkeit dieser Plattform. Rückläufige Bewerberzahlen bleiben der Antrieb dieser Veranstaltungen.

EAZ: Was ist das Zielpublikum der Messe und mit wie vielen Besuchern rechnen Sie konkret?

Kunsmann: Das Zielpublikum sind in erster Linie künftige Schulabgänger auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle. Durch intensive Werbemaßnahmen, wie Poster, Flyer, Anzeigen und den persönlichen Kontakt mit den Schulen, erwarten wir wieder eine große Besucherzahl. 2015 waren über 1.000 Besucher auf der Veranstaltung. Im kommenden Jahr rechnen wir mit einer ähnlichen Besucherzahl.

EAZ: Wie wichtig ist eine derartige Messe für Schüler bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz?

Wiese: Ebenso wichtig sind alle Interessenten, die auf der Suche nach einem passenden Beruf sind. Hierfür können erste Kontakte geknüpft werden, um später Praktika oder Berufsfindungsprogramme der Schulen sinnvoll nutzen zu können.

Aber auch die Eltern haben die Möglichkeit, sich zusammen mit ihren Kindern zu informieren, um sie bei der Entscheidung für den richtigen Beruf zu unterstützen. Dieses Angebot wurde bei unserer ersten Messe leider zu wenig genutzt. Die Informationen im direkten Kontakt mit den Ausbildungsbetrieben konkretisieren auch die Informationen der Schüler aus den unterschiedlichsten Informationsquellen mit den regionalen Gegebenheiten.

EAZ: Müssen Firmen heutzutage einen größeren Aufwand betreiben, um ihre Azubis zu finden?

Kunsmann: Die Zeiten mit einer Flut an Bewerbungen sind schon lange vorbei. Der Luxus, nichts zu tun und abzuwarten, gehört der Vergangenheit an. Vor allem in den Sozialen Medien und im Internet ist es heute eine Pflicht, präsent zu sein.

EAZ: Wie ist es um die Qualität der Bewerbungen generell bestellt?

Wiese: Eine Bewerbung ist und bleibt das Aushängeschild. Allerdings hat die Vielfalt zugenommen. So sind heute E-Mail-Bewerbungen, Onlineformulare und Kurzbewerbungen ebenfalls legitim. Eine Bewerbung mit direktem Bezug zum Ausbildungsbetrieb kann vorteilhaft sein. Hierzu können die notwendigen Informationen im direkten Kontakt mit dem Betrieb auf der Messe eingeholt werden.

EAZ: Wo liegt der konkrete Vorteil einer Ausbildungsmesse gegenüber herkömmlichen Bewerbungswegen?

Kunsmann: Der große Vorteil liegt im ersten persönlichen Kontakt. Früher gab es diese Möglichkeit meist nur beim Bewerbungsgespräch. Bei der „Take Off“ setzten wir auf Kontakt auf Augenhöhe. Neben den Ausbildungsverantwortlichen sind vor allem Auszubildende vor Ort. Dies soll den ersten Kontakt erleichtern.

EAZ: Seit Jahren sind einige Großunternehmen in der Region auf Expansionskurs. Können die ihren Bedarf an Azubis überhaupt noch lokal decken?

Wiese: Durch den Luxus, in Wittlich und Bernkastel-Kues alle Schulen zu haben, ist die Zahl der Schulabgänger zahlenmäßig ausreichend, um die Stellen besetzten zu können.

Allerdings muss auch hier aktiv um neue Azubis geworben werden, da ein Wettbewerb um die besten Schüler nicht nur zwischen den Ausbildungsbetrieben besteht sondern auch mit schulischen Bildungsgängen in den neu entstandenen Schulformen der Region.

EAZ: Vielen Dank

für das Gespräch! Ω

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